„Denn der Will(e) zählt“

Nachdem uns Sabine Christiansen neun viel zu lange Jahre mit Propaganda vollgeschwafelt hat, wurde sie durch Anne Will ersetzt, was die BLÖD zuerst ganz toll fand, geile Akademikerlesben geht ja schließlich immer. Als Frau Will dann aber böserweise anfing das Spiel nicht genauso zu spielen, wie von ihr verlangt, wurde sofort ihr Kopf gefordert, um sie durch Plasbergs Hart aber fair zu ersetzen.

Persönlich gefällt mir Plasberg mit Hart aber fair zwar insgesamt besser, allerdings hat er sich durch die Berichterstattung zu Computerspielen und die aktuelle Sendung selbst disqualifiziert. Telekomskandal, Milchstreik, Affären über Affären und Plasbergs redet über minderjährige Titten und den Catwalk, Bulimie &Missbrauch(Körper, Drogen, usw) schön ausgeklammert.

Bei Anne Will hingegen ging es um die hochstilisierte rote Gefahr. Auch wenn man Oskar Lafontaine nicht mag, so konnte man doch herrlich lachen, wie sich seine Gegner ins offene Messer stürzten und er sie mit Leichtigkeit fleddern konnte.

Frustriert ob ihrer eigenen Dämlichkeit wurden am Montag dann die großen Keulen rausgeholt, Friedberg Pflüger und die BLÖD mit Chefpropagandist Hans Müller-Vogg und Franz Josef Wagner orchestrierten ein Manifest der Verdammnis(linken wir mal woanders hin). So weit, so schlecht.

Inwiefern die Darstellung zur Schuldenabbaufrage in der Sendung „Anne Will“ nun korrekt oder politisch gefärbt war, lässt sich mühelos jahrelang diskutieren, aber eines ist sicher, wir erleben eine neue Qualität der Einflussnahme auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen und zwar in dem Sinne, dass gleiches Recht für alle abgeschafft wird. Christiansen wäre bei dieser Herangehensweise vielleicht drei Sendungen lang gelaufen.

Dies ist aber alles nur Geplänkel auf hohem Niveau, der wahre Krieg findet woanders statt. Nachdem das Stillhalteabkommen „Spitzenpolitiker aus dem ehemaligen Osten werden nicht mit Stasivorwürfen eingedeckt auf Befehl von oben“ grandios geplatzt ist, hat Lafontaine als „Retourkutsche“ eine Mittelstreckenrakete aus seinem Arsenal abgeschossen, die es in sich hat und dies dürfte Kanzlerin Merkel sehr unangenehm sein. Worum geht es genau?

Lafontaine sagte zum bayerischen Ministerpräsidenten Günter Beckstein (CSU): „Und noch etwas – ich will Sie einmal aufklären: Sie haben eine überzeugte Jungkommunistin zur Kanzlerin gewählt. Ist Ihnen das überhaupt klar? Denn Frau Merkel war FDJ-Funktionärin für Propaganda und Agitation.

Nur sehr verhalten wird zu Fragen über die Vergangenheit von Angela Merkel berichtet. Und dass, obwohl man weiß, dass Kinder von Pfarrern in der DDR häufig Repressalien ausgesetzt waren und bisweilen nicht einmal zum Abitur oder Studium zugelassen wurden. Die wenigsten DDR-Pfarrerskinder waren Mitglied bei den Jungen Pionieren und in der Freien Deutschen Jugend wie Angela Merkel und haben dort Leitungsfunktionen übernommen. Unüblich war es auch, dass Pfarrer über zwei Fahrzeuge (Dienst- und Privatwagen) verfügten. Frau Merkel arbeitete zwischen 1978 – 1990 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Physikalische Chemie der Akademie der Wissenschaften Berlin und wurde Funktionärin für Agitation und Propaganda in der FDJ-Leitung, sowie FDJ-Sekretärin, d.h. Leiterin der dortigen FDJ-Grundorganisation..

Horst Kasner, der Vater Angela Merkels wurde in Templin auch der „rote Kasner” genannt. Er hatte Sympathie für sozialistische Ideale. Frühzeitig und überzeugt trat er für die Kirche im Sozialismus ein. Er gehörte später zur Leitung des Weißenseer Kreises, der als staatsnah und linkselitär galt. Im Gegensatz zu den meisten DDR-Bürgern konnte Kasner bereits vor dem Rentenalter in „nichtsozialistische“ Länder reisen, sogar in die USA.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), plädierte für eine offene politische Debatte zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte. Seiner Meinung nach sei Gysi nicht nur ein einfaches funktionierendes Rädchen im Getriebe gewesen. Deshalb sollte auch die Biografie unserer Bundeskanzlerin nicht tabu sein und es sollten diesselben Maßstäbe angelegt werden.

Mehr als nur interessant ist hierbei ein Artikel des Schweizmagazins, der so einige Fragen aufwirft, unter anderem nach der politischen Gesinnung der Birthler-Behörde und ihrer Beinflussbarkeit durch politische Weisungen von oben.

So stellt Lafontaine nicht unberechtigt die Frage, ob die CDU/CSU nicht erstmal in ihrem eigenen Haus aufräumen sollte(eines von vielen Beispielen).

Update: Kleiner Nachtrag zue BLÖD – Berichterstattung…

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5 Antworten zu „Denn der Will(e) zählt“

  1. Pingback: Über Merkels Vergangenheit… « Killerkeks’s Weblog

  2. romanmoeller schreibt:

    Ganz hervorragender Beitrag! Gratulation! 😉

  3. nie_nett schreibt:

    hoho, da hatta mal allet wat geht rausgehaun, wie?
    sehr schön zu lesen. meintest du die ressorkutsche oder doch das retourvehikel? hrhrhr

  4. sirdoom schreibt:

    ^^Interessanterweise kannte ich deinen Artikel gar nicht. Mist, das Thema war wohl zu offensichtlich… 😉

    ^^Schon der Nickname ist gelogen, Fräulein „nie_nett“*g*. Der geflohene Vokal wurde eingefangen und wieder dort hingesetzt, wo er hingehört! 😉

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