„Eilig – zum Wahlkampf“

Demnächst ist in Bayern Landtagswahl und ein – für bayrischen Verhältnissen – Desaster bahnt sich an. Neben der Neuerfindung der Kommunistenhatz, Nationalpatriotismus auf Kleckerebene und Freibier hat man noch weitere geniale „Last Minute“ Wahlknaller im Gepäck. Im Land der „unsere Buben dürfen ab 12 Jahren, obwohl uns 6 Jahre lieber wären, mit scharfen Waffen ballern“ hat man wie üblich den Schuss nicht gehört und versucht es nochmal schnell mit den Ängsten der Generation 50+. Angst vor Neuem und dem Untergang Deutschlands und daran hat neben den Kommunisten wer Schuld? Die Killerspiele! LIVE aus der Münchner Staatskanzlei, ein Haufen geistigen Dünnschisses… 

 

Pressemitteilung Nr. 402/08 – Herrmann: „Killerspiele in Deutschland schnellstmöglich verbieten“ München, 01. September 2008

 

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann will ein rasches Verbot von „Killerspielen“ in Deutschland. Dies unterstrich er heute bei einem Expertengespräch in Berlin, an dem auch der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Prof. Dr. Christian Pfeiffer, und der Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Uhl teilnahmen. Herrmann: „Ich halte den derzeitigen Jugendschutz bei Computerspielen für völlig unzureichend. Wir brauchen ein Bündel an Maßnahmen, an deren erster Stelle ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele im Strafgesetz mit Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder einer empfindlichen Geldstrafe steht. Das strafrechtliche Verbot von verharmlosenden und verherrlichenden Gewaltdarstellungen im bisherigen § 131 des Strafgesetzbuches ist wirkungslos, da es nicht auf Computerspiele zugeschnitten ist.“

 

Herrmann verwies auf eine Bundesratsinitiative Bayerns von Januar 2007 zur Verbesserung des Kinder- und Jugendschutzes vor menschenverachtenden Gewaltangeboten wie Killerspielen. Nach dem bayerischen Gesetzesvorschlag soll vor allem ein neuer Straftatbestand geschaffen werden, mit dem die Herstellung und der Vertrieb von Spielprogrammen, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeit gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen, unter Strafe gestellt werden sollen. „Wir werden weiter für ein Darstellungs- und Verbreitungsverbot solch Ekel erregender Spiele kämpfen. Menschenverachtende, grausame Gewalttätigkeiten, bei denen der Spieler auch noch Pluspunkte dafür erhält, dass er seine Gegner auf möglichst grausame Weise zu Tode quält, gehören weder in Kinder- noch in Erwachsenenhände, sondern schlichtweg verboten. Es gibt kein Recht auf den Konsum von exzessiver Gewalt“.

 

Herrmann betonte, dass das Verbot von Killerspielen Bestandteil des Koalitionsvertrags sei und daher umgesetzt werden müsse. „Eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen droht gegenüber Gewalt abzustumpfen und durch sinkende schulische Leistungen für unsere Gesellschaft verloren zu gehen. Als Innenminister kann ich dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Parteiübergreifend sind Innen-, Jugend-, Medien- und Rechtspolitiker aufgefordert, nun endlich die notwendigen gesetzgeberischen Konsequenzen zu ziehen. Das heißt konkret: ein klares Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele“.

 

Bitte ankreuzen: Ich, Innenminister Joachim Herrmann…

 

a) habe keine Ahnung wovon ich rede…

b) habe keine Ahnung wovon ich rede & bin ein Faschist & Freiheitsfeind…

c) weiß genau, dass ich Unfug erzähle, aber vielleicht bringen Dummheit und Faschismus noch 1-2 Prozentpunkte, hat früher schließlich auch funktioniert und da kann man eine freiheitliche Gesellschaft schon mal für opfern…

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5 Antworten zu „Eilig – zum Wahlkampf“

  1. wusselpompf schreibt:

    kann man sich wirklich noch darüber aufregen? bei mir löst das mittlerweile eher ein gähnen aus.
    Zensur ist halt in deutschland hip (einer der vielen nahtlosen übergänge nach 1945), siehe §131 StGB und bei der begründung warum wegen gewaltdarstellungen zensiert wird, schlackern mir die ohren.
    das es nun auch verstärkt pc-spiele trifft ist einfach ein zeichen der zeit.

    wie gesagt, ich als zombie-film-fan kann da nur müde lächeln.

  2. sirdoom schreibt:

    Wenn man auf Schnittberichte.com mal mitliest, dann kann einem Angst und Bange werden, wie oft und wovor wir alles „beschützt“ werden, ohne es zu wissen…

    ^^Warum ich mich drüber aufrege? Weil mich Flachpfeiffen aufregen und ärgern!!! Und weil man ab und zu mal sagen muss, was Sache ist, aus einem einfachen Grund. Viele Menschen wissen gar nicht was in Sache Zensur in Deutschland alles abgeht und nehmen es deshalb hin, aufgrund von Unwissenheit. Desweiteren kenne ich leider einige dieser Zensurfaschos(die gibt es in allen Parteien!) und wenn man denen nicht eiskalt gegen den Bug fährt, fühlen sie sich darin bestätigt, die Menschen immer MEHR zu „beschützen“.

  3. wusselpompf schreibt:

    das politiker so einen eiertanz aufführen gehört zu ihrem job, schlimmer ist, dass sich so viele gerichte bis hin zum bundesverfassungsgericht drauf einlassen. splatter verstößt nämlich gegen die menschenwürde – von wem? – abstrakt – aha…

    ja so wird in deutschland argumentiert wenn es um das beschlagnahmen von filmen geht.

    eigentlich rege ich mich ja auch drüber auf, nur andererseits habe ich mich einfach dran gewöhnt. auch an die ungerechtigkeit, dass §131 primär auf indie-labels angewendet wird, die sich keinen teuren rechtsstreit leisten können und in der FSk nicht gut aufgestellt sind. Entweder SAW, Hostel, Hills have eyes usw. auch beschlagnahmen oder braindead und day of the dead freigeben.
    dann wäre neben der zensur nicht auch noch der gleicheitsgrundsatz verletzt. wäre ja auch schonmal etwas…

  4. Pingback: “HAIL, irgendwer…” « sirdoom’s bad company Weblog

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