„Kundenorientierung“

Dieser Artikel ist rein als fiktiv und rein theoretisch zu betrachten…

Johann Damtier hat ein Problem, sein Nachbar ist ein Arschloch, der Türen knallt, Nachts laut Musik hört und auch sonst ein unangenehmer Zeitgenosse ist. Mehrere Beschwerden bei der Polizei haben bisher nichts gebracht. Johann sucht also dringend eine Möglichkeit dem Nachbarn richtig eins reinzuwürgen, allerdings ohne dabei direkt in Erscheinung zu treten, besagter Nachbar ist nämlich 1,90m groß, besteht aus 95kg Muskelmasse und hat eine niedrige Aggressionsschwelle.

Zum Glück kennt Johann Damtier jemanden, der jemanden kennt. Zuerst misstrauisch, ob des ominösen Angebots und des russischen Kontaktmannes Dimitri, lässt sich Johann alles erklären.

Für 2000€ garantiert man eine Hausdurchsuchung der Polizei wegen des Verdachts auf Kinderpornographie. IP Spoofing machts möglich. Die neuen „Stop-Seiten“ bei auf Sperrlisten befindlichen Webseiten machen die Sache nur leichter. Leider ist der Nachbar niemand der einen Beruf hat, bei dem soziale Ächtung großartige Probleme bereitet, aber vielleicht findet die Polizei ja bei der Hausdurchsuchung noch irgendwas anderes.

Johann findet die Idee schon ziemlich gut, aber was für Polizisten, Beamte, höhere Angestellte, Ärzte, Doktoren, Professoren, usw das Todesurteil bedeutet, reicht hier einfach nicht. Aber Dimitri hat auch dafür eine Lösung!

Für 5000€ garantiert man nicht nur die Hausdurchsuchung, sondern man garantiert, dass die Ordnungshüter auch „etwas finden„. Dazu müssen „Spezialisten“ dieses russischen „Sicherheitsunternehmens“ nicht mal in die Wohnung des Nachbarn einbrechen. Ungesicherte WLAN ist immer praktisch, ein Trojaner kann auch Bilder in ein verstecktes Verzeichnis nachladen, aber meistens reicht es schon auf die Dummheit der Leute zu setzen, auch wenn man etwas nachhelfen muss, z.B. mit einem Captive Portal.

Die Polizei, die Staatsanwaltschaft und den Richter interessiert das alles nicht, man hat den Schuldigen ja bereits. Und der Nachbar kann nicht mal ansatzweise beweisen, dass er nicht mit der Sache zu tun hat, denn das ist erstens eh schon ziemlich schwierig und zweitens wurde seine PC Hardware beschlagnahmt. Und an die Daten aus der Vorratsspeicherung kommt er nicht ran. Und nur seine Aussage, reingelegt worden zu sein, wird ihn nicht retten, denn wer sowas auf dem Rechner liegen hat, ist garantiert schuldig.

Johann Damtier bekommt aber doch leichte Bedenken, seinen Nachbar in den Knast zu schicken und fragt nach, ob es nicht eine etwas weniger fiese Methode gibt, aber auch hier kann Dimitri helfen, dank der lieben Film- und Musikindustrie. Mit derselben Methode kann man nämlich auch für eine ziemlich teure Zivilklage sorgen. Und dass z.B. die IFPI den Nachbarn „findet“ ist kein Problem, die haben nämlich seit einiger Zeit auch einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch, ohne den aufwändigeren Umweg über eine Strafanzeige gegen unbekannt. Bei den zu erwartenden Kosten für den Nachbarn, dürfte es unrealistisch für ihn sein, die Wohnung zu halten. Aber Dimitri hat auch noch andere Vorschläge im Angebot, wobei Johann besonders von dem Rabattangebot angetan ist. Ab 10 Deliquenten aufwärts kostet der Spass nur 2000€ pro Zielperson statt 5000€.

Johann überlegt sich, wer ihn in letzter Zeit noch so alles angepisst hat…

Disclaimer: Preise frei erfunden, statt der russischen Mafia könnte dies auch jede andere kriminelle Organisation oder befähigte Einzelperson tun, die Wahl der Russischen Mafia stellt keine Diskriminierung oder Werbung dar, sondern dient alleine der Veranschaulichung.

Dieser Beitrag wurde unter imperiale Politik, verbale Diarrhoe veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu „Kundenorientierung“

  1. Bannockburn schreibt:

    Glaubsta Du, eine Disclaimer wird Onkel Lou davonne ab’alten, dir zu veregelten, dass du seine Geschaeftsge’eimnisse verratest?

  2. Pingback: “Kompetenzballung” « sirdoom’s bad company Weblog

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