„Fimbulwinter“

Die Umfragewerte sind mies, trotz Themen wie Finanzkrise, soziale Ungerechtigkeit und AKW-Störungen. Alles Steilvorlagen innerhalb des Kerngebiets der SPD und nichts hilft. Bei der Anprangerung der Finanzkrise kann die SPD nicht so wie sie wahrgenommen werden will, schließlich hat sie eifrig an den Rahmenbedingungen mitgearbeitet. Krieg in Afghanistan dito. Soziale Gerechtigkeit geht auch nicht, wer hat noch mal Hartz 4 eingeführt? Internet-Zensur in Deutschland? Erst nicht als Thema ernstgenommen, dann zu tief mit in der Scheiße gesteckt, um zurück zu rudern. AKW-Störfälle? Wo ist denn der Wolfgang Clement hin? Die sozialen Spinner, Utopisten und Gutmenschen der Partei hat man an Die Linke verloren, die Konservativen an die  CDU, wobei die ehemaligen SPD-Wähler überrascht feststellten, dass sie eigentlich eh seit Jahren CDU gewählt haben, trotz des Kreuzes bei der SPD.  Bei den „Digital Natives“ hat man eh verschissen, sogar bei denen die mittlerweile weit über 50 sind und als Konsole noch einen Pong-Automaten hatten; auch alternde Cyberpunks können noch sauer werden. Und so langsam bröckelt der Boden unter den Füßen, während Pressesprecher extrem verschwitzt-nervös aussehen und Sprechautomaten imitieren. Die Stimmung nähert sich der Situation im Führerbunker 1945 an:

Die bedingungslose Kapitulation der Illusion es „noch schaffen zu können“ vor der Realität ist wohl unvermeidbar, der „Endsieg“ abgesagt, die Tage nach der Bundestagswahl vergleichbar den Nürnberger Prozessen.

Natürlich kann ich nicht wirklich sagen, ob in der SPD-Parteizentrale der Schweiß von der Decke rinnt, sollte er aber, denn wer trotz aller Steilvorlagen es immer noch versaut, keine Eier hat und leise rumjammert, der hat es auch nicht anders verdient. 2009 wird nicht als das Todesjahr der SPD in die Geschichte eingehen, aber als das Jahr in dem die Ärzte den Stecker gezogen haben, um zu sehen wie lange es der komatöse Körper noch macht.

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3 Antworten zu „Fimbulwinter“

  1. wusselpompf schreibt:

    ist das godwins law für blogs? 😛

  2. sirdoom schreibt:

    Godwins Law kann mir mal an die Füße fassen, allerdings hätte ich es auch mit politischem und geistigem Isolationismus beschreiben können, dann wäre aber die die Bunkermetapher und das „Bild“ des „Untergangs“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Untergang) verschwunden 😉

  3. Knut schreibt:

    Naja, Geschichte wiederholt sich. Rechte wie Linke fällen als Regierung in der Tagespolitik die gleichen Entscheidungen, nur die Rechten sind stolz drauf und die Linken fühlen sich dabei schlecht. Und wenn man sich bei was schlecht fühlt, möchte man es ja eigentlich gar nicht weiter machen.
    SPD, Linke, USPD, was solls…

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