„Stille Nacht“

Weihnachten, Fest der Liebe, Feier der Geburt des Erlösers Jesus Christus, Tag des selbstlosen Schenkens und Gebens, der Familie, der Besinnung und des Friedens.

Neoliberalismus, die Neubelebung des Liberalismus in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Wie der Klassische Liberalismus wendet sich der Neoliberalismus gegen ein aktives Eingreifen des Staates in die Wirtschaftsprozesse, fordert aber eine staatliche Ordnungspolitik, die den Wettbewerb fördern und dem Entstehen von privaten Machtpositionen entgegenwirken soll. Betont wird der Zusammenhang von politischer und wirtschaftlicher Freiheit.

Zusammenhang? Realitätsferner Dummfug!

Jesus Christus wurde nicht an Weihnachten geboren, den Weihnachtsmann gibt es nicht, selbstloses Schenken und Geben findet nur in Ausnahmefällen statt, die ausartende Familienfeier hat jeder schon mal erlebt, Besinnung geht alleine schon aufgrund der Dauerberieselung mit Bullshit nicht und wer an Frieden zu Weihnachten glaubt, kann sich mal die aktuelle Liste an Konfliktherden in der Welt anschauen.

Neoliberalismus ist tot, schon lange, wenn überhaupt ist er nur noch ein Mäntelchen für Gier oder ein Wort um Kritik am System auszudrücken. Und wenn der letzte Cent raus gepresst werden kann, obwohl dadurch unglaubliche gesamtwirtschaftliche Schäden entstehen, es wird getan. Auch nur von mittelfristigem Nutzen zu sprechen ist ein Hohn.

Daraus ergeben sich zwei weitere Implikationen:

Wenn sämtliche Vorbilder einer heranwachsenden Generation gierige, abgefuckte Arschlöcher sind, die lügen, betrügen, vor Raffgier sabbern und dabei Gesetze nicht weiter wahrnehmen, was wird dann passieren? Die nachfolgende Generation kopiert die erfolgreichen Vorbilder, was sollte sie auch sonst tun?

Und damit sind wir bei Kirchenvertretern, Politikern und Geschäftsleuten, welche die runtergekommene Unterschicht ob ihrer sogenannten Morallosigkeit, ob ihres Unwillens zu ehrlicher Arbeit – welche langsam verschwindet – und ihres aufmüpfigen Verhaltens verurteilt.

Zwei Seiten ein und derselben Münze. Unsere Gesellschaft bildet sich nicht durch ominöse Theorien, sondern durch das Handeln ihrer Gesamtheit. Und wenn die Mehrheit dieser Gesellschaft gierige, bigotte, anti-intellektuelle, wenn überhaupt, Fachidioten sind, die immer dann am lautesten brüllen, wenn sie keine Ahnung von etwas haben, dann kippt der Mittelpunkt unserer Gesellschaft irgendwann einfach um. Da wird man sich noch wünschen, dass es nur um Anarchie ginge. Aber immerhin werden die Konservativen wieder an die guten, alten Zeiten erinnern können und dass alles wieder gut werde, wenn nur noch verheiratet gevögelt wird, während die Linken alles verstehen, aber nicht handeln und wenn dann falsch.

Ein unerfahrener Trapper kommt in die Wildnis Kanadas. Nachdem er sich sein Blockhaus gebaut hat, macht er noch einen großen Stapel Holz für den Winter.

Weil er nicht weiß, ob das Holz für den ganzen Winter reicht, geht er auf einen Berg, auf dem ein alter Indianer lebt. Er fragt ihn : „Na, alter Mann, wie wird denn dieses Jahr der Winter ?“ Der Indianer antwortet: „Oh, langes kaltes Winter.“

Der Trapper nichts wie runter ins Tal um Holz zu schlagen. Nachdem er den halben Wald abgeholzt hat, steigt er wieder auf zu dem Indianer und fragt erneut :“Na, wie wird der kommende Winter ?“ Der Indianer erwidert : „Oh, sehr langes kaltes Winter.“

Der Trapper sofort zurück zu seiner Hütte und holzt den ganzen Wald ab, weit und breit steht kein Baum mehr. Dann geht er nochmals auf den Berg und fragt den Indianer :“ Na, alter Mann, wie wird denn nun der Winter?“ Der Indianer antwortet :“ Oh, sehr hartes langes kaltes Winter.“

Jetzt wird es dem Trapper zu bunt. Er fragt :“Um Himmels Willen, wieso glaubst Du, dass es einen so extrem kalten Winter geben wird ?“ Der Indianer:“ Weißer Mann im Tal machen viel, viel Holz.“

Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Frohes Fest!

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6 Antworten zu „Stille Nacht“

  1. Knut schreibt:

    Jetzt sei doch mal gemütlich!

  2. sirdoom schreibt:

    War ich, hat nicht geholfen und nun? 😉 Außerdem brauchte ich einen Aufhänger um den uralten Trapperwitz mal wieder anbringen zu können 🙂

  3. Knut schreibt:

    Früher war mehr Lametta, damit sollte alles zur Weihnachtszeit gesagt sein.

  4. Pingback: „Frohe Weihnachtskunde 2011″ |

  5. farmerboy schreibt:

    In Anbetracht des altueööen Links: hat sich nicht viel geändert an der Lage oder?
    Oh, Moment: eventuell ist das Wahlvieh noch ein wenig abgestumpfter…

  6. sirdoom schreibt:

    Nach Guttenberg und Wulff ist das ja auch kein Wunder, oder? 😉

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