„Call to Arms“

Guido Westerwelle hat aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr heute einen „bewaffneten Konfliktgemacht, keine rein Friedens- und Unterstützungsmission mehr.

Als bewaffneter Konflikt gilt ein sporadischer, eher zufällig und nicht strategisch begründeter bewaffneter Zusammenstoß zwischen kämpfenden Parteien. Die bloße Anzahl von Verletzten und Getöteten ist kein verlässliches Kriterium. Trotzdem nehmen große Forschungsprojekte das Maß von 1.000 Toten pro Jahr als groben Indikator dafür, dass ein bewaffneter Konflikt sich zum Krieg gesteigert hat. Manche Kriegsdefinitionen verlangen auch ein Minimum an kontinuierlichem planerischem und organisatorischem Vorgehen bei mindestens einem der Kontrahenten. Als weiteres Kriterium wird manchmal angesehen, dass mindestens eine der kämpfenden Parteien ein Staat sein muss, der sich mit seinen Streitkräften an der Auseinandersetzung beteiligt.“

Die Einschätzung des asymmetrischen Krieges in Afghanistan als bewaffneten Konflikt, der sporadisch, eher zufällig und nicht strategisch begründet ist, klingt in meinen Ohren etwas merkwürdig, denn für den Konflikt in Afghanistan gilt ja eher „regelmäßig, geplant und strategisch geführt durch international agierende Organisationen und Staaten„. Oder ist das alles Neusprech und ich bin nicht gut genug konditioniert?

Aber wie auch immer, wir sind im Krieg! Endlich muss man dabei sogar sagen. Seit den dunklen Jahren der Niederlage und Schande des verlorenen 2. Weltkriegs dümpelt die deutsche Nation mit Checkbuchdiplomatie durch seichtes Gewässer und Gegner die früher den langen Atem und die Durchschlagskraft der dt. Armee gefürchtet hatten, lachten nur noch. Mit dem Yugoslawien-Einsatz konnte man sich zumindest etwas rehabilitieren, dt. Soldaten bewiesen, dass sie nicht nur Essen austeilen können. Nun ist es Zeit einen Gang höher zu schalten und endlich mal auf der Gewinnerseite voll auf die Kacke zu hauen. Nachem der Versuchsballon von Oberst Klein gezeigt hat, was im moment geht, kann man das gemütlich ausbauen. Alleine das Bild von mehreren Divisionen Leopard II Kampfpanzern, die über die afghanische Steppe gen Sonnenuntergang fegen, lässt das patriotische Herz höher schlagen. Das Tor steht jetzt offen, es gibt kein zurück mehr, es sei denn, dem Bundestag fällt bei Gelegenheit ein, das so ein Krieg zwei gewaltige Nachteile hat: Ab und an sterben nun mal Menschen und er ist meist verdammt teuer. Doof sowas…

Dieser Beitrag wurde unter imperiale Politik, verbale Diarrhoe veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu „Call to Arms“

  1. DarkISI schreibt:

    Krieg kurbelt aber die Wirtschaft an. Und die Soldaten die da sterben können später keine Rente mehr einfordern.

  2. Knut schreibt:

    Der Haken daran ist halt: Wenn man Krieg führt, dann sollte man es auch richtig machen. Ganz, oder gar nicht. Aber dieses Rumgepiller ist nicht nur unwürdig, sondern produziert noch dazu fröhlich unnötige Opfer auf allen beteiligten Seiten.

  3. Andai schreibt:

    Nun ja,a ber im Ernst, was erwartet man von einem Augenwischer wie dem Guido denn anderes?

    Ich glaube in diesem „Krieg“ wird eher eine Menge Kohle verballert und da andere „Kriegsparteien“ eben diese so langsam knapp wird, dürfen wir als wirtschaftlich gut gestellte udn angeblich gut betuchte Nation unseren Anteil daran leisten..

    Scheint mir manchmal so, wobei ich dennoch jeden Monat den Kopf schüttel, wenn ich meine Lohnabrechnung sehe und wieder anfange die cents in der Ecke dreimal umzudrehen.

  4. sirdoom schreibt:

    Wobei man Guido Westerwelle wirklich zugute halten kann, dass er an allen Fronten kämpft.

    Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.“ Quelle

    Aus der Forderung von transparenter Berechnung der Hartz4-Sätze und Anpassung des Geldes für Kinder macht er den Untergang des Abendlandes. Ich stelle mir gerade die spätrömische Dekadenz in einer Sozialwohnung vor, in der Hartz 4-Empfänger dann hemmungslose Orgien mit ALDI-Sekt feiern… is klar…

    Man kann ja mal einen Historiker fragen, ob nicht eher die Dekadenz und Korruption des Senats und der Oberschicht maßgeblich am Untergang West-Roms beteiligt war…

    Und sein Gebrabbel über die „Mittelschicht“ ist einfach nur noch erbärmlich, wer ist denn schließlich Klientelpartei und Schosshund, der Kräfte, die dafür sorgen, dass die Mittelschicht immer mehr verschwindet, hm?

    Ich hatte ja schon damals vermutet, dass die FDP zur Bundestagswahl die zwei verbliebenen Bürgerrechtler der Partei kurz mal aus dem Keller geholt hat, um sie noch am Wahlabend wieder im Keller einzusperren. Wer den Sauhaufen noch wählt hat entweder mehr als 10 Mio € auf dem Konto – vorher lohnt es sich ehr wen anders zu wählen, bis 128.000€ im Jahr kann man sogar die Linke wählen, ohne Einbußen zu befürchten – oder ist einfach nur unglaublich dämlich…

  5. sirdoom schreibt:

    Kleiner Nachtrag, da könnte ich auch mal mehr zu schreiben:

    Laut statistischem Bundesamt sind ca 456-tausend Stellen(je nach Tagesform) zu besetzen. Demgegenüber stehen 3,617
    Millionen
    registrierte Arbeitslose. Dabei registriert unsere staatliche Verwaltung ja noch nicht einmal Menschen in Fortbildungsmaßnahmen als arbeitslos.

    Somit scheint es für wenigstens 3,161 Millionen Menschen keine Möglichkeit der Leistungserbringung zu geben. Hinzu kommen weitere 1,0665 Millionen Menschen, die zwar einen Arbeitsplatz haben, denen man aber behördlich attestiert hat, dass es in ihrem Betrieb gar nicht genug zu tun gibt, um als korrekte vollzeit-beschäftigte Leistungserbringer zu gelten.

    Dazu kommen weitere 4,93 Millionen Menschen in geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen. Zum Glück sind die noch nicht massenhaft auf die Idee gekommen zu sagen „Arschlecken, für so ’nen Hungerlohn arbeite ich nicht, ihr Säcke, schafft ordentliche Jobs verdammt noch mal„.

    Insgesamt fehlen also vorsichtig geschätzt ca 8,1 MIO sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deutschland.

    Bevor der Clown von der Mövenpickpartei also noch mal Leistung fordert, kann er sich mal kurz überlegen, wo denn da überhaupt Leistung erbracht werden soll. Er sollte lieber froh sein, dass sich viele Leute mit ihrem Hartz 4 – Schicksal anscheinend abgefunden haben und nicht mit Fackeln und Mistgabeln zum Reichstag ziehen. Vollpfosten

  6. Andai schreibt:

    Ja das letzte Wort beschreibt es gut. Das ist dieses hohle Fadenscheinige Gerede, ohne sich wirklich damit auseinanderzusetzen oder mal aus seiner warmen Politiker Welt hinaus zu treten. Aber im Ernst, der gute „Westerwave“ war nie anders. Ein dumm schwätzender Vollidiot, der Fadenscheinig daher säuselt und nichts wirklich tiefgründiges und sinnvolles für das Volk auf die Beine stellt.

    Gut Reden kann er, er schneidet auch durchaus brisante und würdige Themen an, aber was im Endeffekt dabei rauskommt..absolut sinnfrei oder nur blanker Hohn, getreu dem Motto:

    „Wir tun mal eben so, als würden wir was für die Bürger tun, damit sie sich nicht auflehnen!“.

    Es ist doch genauso wie die müßige Diskussion um hartz IV und Mini Jobber, Arbeit soll sich wieder lohnen, also nach Logik der Politiker soll der H4 Satz weiter gekürzt werden..nun wer meine Wohnung gesehen hat, als ich zwangsweise unter H4 gefallen bin,weiß, dass ein angenehmes Leben anders aussieht.

    Logisch wäre für mich, schlichtweg ein enig die Mindestgrenzen und Mini Löhne anzuheben und so Arbeit lohnenswert zu machen und nicht Menschen, die vielleicht temporär oder längerfristig gezwungen sind von „Sozialhilfe“ bzw. Arbeitslosengeld zu leben, dieses Leben zu einem schlichten „Ums Überleben ohne soziale Interaktion“ zu machen.

    Nicht jeder H4 Empfänger ist sonderlich „genügsam“, dass ihm die Pulle Bier am Abend, neben der Scheibe Brot und dem Fussballspiel im TV ausreicht. Noch dazu zu sagen, dass er sich dann immerhin einmal im Jahr die 5 Euro Jogginghose von Kik leisten kann, für alles andere wird das Geld dann eng.

    Und das soll motivieren arbeiten zu gehen? Was ist, wenn man die Wahl nicht hat? Nehmen wir einen Ende Vierziger, dessen Betrieb gerade aufgelöst wurde, bankrott ging, as auch immer…den stellt so schnell keiner mehr ein heutzutage und es gibt ja noch viel brisantere Fälle..

    Manchmal bin ich das jammern und heulen satt..aber was soll man tun? In die Politik gehen? Nicht ganz so leicht, bei der ganzen Vetternwirtschaft usw. dort. ich glaube ein jeder von uns würde sofort irgendwie „beseitigt“ werden ^^.

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