„Review – Valhalla Rising“

VR - LogoNordschottland im 11. Jahrhundert: Der mysteriöse einäugige und dauerhaft schweigende Krieger Einauge (One Eye – Mads Mikkelsen, u.a. Kampf der Titanen und Die drei Musketiere), der auch die Fähigkeit besitzt, durch Visionen seine Zukunft zu erkennen, wird in einer abgelegenen Region von heidnischen Wikingern als Sklave gefangen gehalten und gezwungen, in einer Art Gladiatorenkämpfe gegen andere Gefangene bis zum Tode zu kämpfen, wobei Einauge sämtliche Kämpfe gewinnt und sich am Ende befreien kann. Zusammen mit einem blonden Jungen der zum Tross seiner Wärter gehörte und ihn immer mit Essen versorgte, trifft Einauge auf christliche Wikinger, die nach Jerusalem wollen, um im Heiligen Land für ihren Gott zu kämpfen. Einauge hat in seinen Visionen gesehen wohin die Reise wirklich geht und beschließt den Weg in die Hölle zusammen mit den Unwissenden anzutreten.

VR01Trotz gegenteiliger Werbung ist Valhalla Rising kein Actionfilm, sondern ein Arthouse-/Abenteuerfilm, der zwischen den blutigen Gewaltausbrüchen Tonnen von Metaphern, Symbolen und inhaltsschwangeren Bildern abarbeitet. Eine historisch-mystische, religiöse Allegorie irgendwo zwischen Werner Herzogs Aguirre, der Zorn Gottes und Dune. Das ist reine Kunst oder für andere totale Langeweile. Aber wenn man sich einen Film von Nicolas Winding Refn anschaut sollte man eigentlich gewarnt sein, dass man keine leichte Kost vorgesetzt bekommt.

VR2Meine Interpretation tendiert in Richtung des Unvermögens des normalen Menschen, jegliche Form von Transzendenz geistig gesund zu überstehen, zumindest vom Blickwinkel normaler Menschen aus. One-Eye ist natürlich Odin, der mit seinen Einherjer die Erkenntnis am Ende der Welt sucht. Es kann aber auch der Zirkelschluss von der wilden Zeit der alten Götter sein, die vom einen, neuen Gott überrollt wird, so dass der letzte seiner Art die anderen alten Götter in der „Neuen Welt“ sucht, um mit dieser, seiner Epoche abzuschließen.

Oder es zeigt den Weg von den alten Göttern, über den neuen, einen Gott hin zum Chaos und der Vernichtung, wenn am Ende nichts übrig bleibt. Man kann da monatelang drüber diskutieren. Bildlich ist Valhalla Rising eine wahre Freude. Selten sieht man so hyperrealistische und trotzdem surreale Bilder – gedreht wurde in Schottland und auf Endor.

VR3Musikalisch bin ich etwas enttäuscht, da hätte sich Refn etwas mehr trauen sollen. Persönlich empfehle ich einfach die vernachlässigbaren Dialoge komplett zu vergessen und währenddessen Solstafirs‘ Svartir Sandar anzumachen und durchlaufen zu lassen. Der Trip lohnt sich dann wirklich.

Insgesamt gibt es 4 von 5 künstlerisch wertvollen, nordischen Metaphern. Wenn man sich drauf einlässt…

> Drive
> Only God Forgives

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kunst&Kultur, Legende abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu „Review – Valhalla Rising“

  1. Korsart schreibt:

    Für mich als alten Skandinavisten und inzwischen Mikkelsen-Fan, schon so ziemlich ein muss. Sieht verdammt cool aus!

  2. farmerboy schreibt:

    Hm, wo liegt eigentlich mein „American Gods“..?

  3. sirdoom schreibt:

    So weit ich weiß nicht bei mir, aber ich schau gerne noch mal nach 😉

  4. Pingback: „MOON – Movie of the Year 2010″ « sirdoom’s bad company Weblog

  5. Pingback: “Drive – Review” |

  6. Pingback: „Review – Doctor Strange“ |

  7. Pingback: „Review – Rogue One: A Star Wars Story“ |

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s