„Von Deutschem Blut und Recht“

Adel, Tugend, Kunst sind ohne Geld umsunst.“ altväterliches Sprichwort

Ludwig I., Graf von Sayn zu Wittgenstein, vereinte die Grafschaften Sayn und Wittgenstein, teilte sie dann aber schon 1605 als Erbe auf seine drei Söhne auf. Der älteste, Georg, erbte den nördlichen Teil der Grafschaft Wittgenstein mit Sitz in Berleburg. Er begründete die Linie der Grafen und Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, die 1792 Reichsfürsten wurden.

Prinz Casimir wurde 1917 geboren und lebte nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Mutter und dem jüdischen Stiefvater Richard Merton, Erbe des Merton Unternehmens, Frontoffizier und Abgeordneter der DVP. Nachdem Richard durch die Nazis aus seinen Ämtern entfernt wurde, landete er 1939 für drei Wochen im Konzentrationslager Buchenwald, bevor seine Ehefrau mit ihren Kontakten zum deutschen Hochadel für seine Entlassung sorgen konnte. Die Familie floh daraufhin nach England, bis sie 1948 nach Deutschland zurückkehrte. Die britische Besatzungsmacht schlug Richard als Wirtschaftsminister einer zukünftigen deutschen Regierung vor, dieser lehnte allerdings ab, um das Familienunternehmen wieder aufzubauen. Prinz Casimir zeigte in seiner Entwicklung interessante Vielfalt nicht nur mit seinen drei Heiraten, wovon zwei mit einer Britin stattfanden. So war er Mitgründer des World Wildlife Fund(WWF), zu einem Zeitpunkt, wo Umwelt- und Tierschutz auf der politischen Agenda so gar nicht vorhanden waren, auf der anderen Seite Mitglied der CDU und Vertreter des konservativen, deutsch-nationalen Flügels und fungierte gemeinsam mit dem ehemaligen Berliner Bürgermeister Heinrich Lummer über viele Jahre als (stellvertretender) Ehrenpräsident des rechtsextremen Vereins „Die Deutschen Konservativen„, welcher von dem wegen Volksverhetzung vorbestraften Journalisten Joachim Siegerist geleitet wird. Wittgenstein war nach eigener Aussage mit Joachim Siegerist bereits seit 40 Jahren bekannt. In den 90ern fand seine politische Karriere ein erbärmliches Ende. Casimir Johannes Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg war von 1976 bis 1998 Schatzmeister der hessischen CDU und als solcher in die Schwarzgeld-Affäre der 1990er Jahre verstrickt. Millionen von Schwarzgeld, zwischengeparkt auf schweizer Konten wurde als das Erbe jüdischer Mitbürger deklariert und für den Wahlkampf und „andere Geschäfte“ benutzt. Während die CDU sich für die Entgleisung halbherzig entschuldigte, blieb Prinz Casimir stur.

Es hätte sehr gut sein können, und das behaupte ich auch heute noch, dass jüdische Mitbürger bei einem Todesfall sich doch ihrer alten Stadt Frankfurt oder der Bundesrepublik oder dem Prinzen Wittgenstein, den sie seit vielen Jahren gekannt haben, erkenntlich zeigen wollten.

Verurteilt wurde er nie, sein Verfahren wurde schließlich 2005 aus gesundheitlichen Gründen eingestellt. Prinz Casimir Johannes zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg starb am 21. Februar 2010 in Hamburg, während Roland Koch immer noch dabei ist brutalst möglich aufzuklären

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