„Review: Shutter Island – Inception“

So Spoilerfrei, wie es bei solchen Filmen nur irgendwie geht, was gar nicht so einfach ist!

Shutter Island - Inception - Review - Logo1954 untersucht der US-Marshal Edward Daniels (Leonardo DiCaprio, u.a. The Wolf of Wallstreet und Django Unchained) mit seinem Partner Chuck Aule das rätselhafte Verschwinden einer Patientin aus dem auf der Insel Shutter Island untergebrachten Spezialgefängnis für geistesgestörte Schwerverbrecher. Die Patientin, eine mehrfache Kindesmörderin namens Rachel Solando, hatte es geschafft, ohne Spuren zu hinterlassen, aus ihrer verschlossenen Zelle zu entkommen. Edward Daniels hat zudem ein privates Interesse an dem Auftrag: Er vermutet den Mörder seiner Frau Dolores, Andrew Laeddis, auf Shutter Island. Dazu kommt, dass so ziemlich jeder falsch zu spielen scheint.

Inception01Dominic Cobb (Leonardo DiCaprio^^) und sein Team sind in der Lage, geheime Information aus dem Unterbewusstsein von Schlafenden in der Traumphase zu entdecken und zu extrahieren. Dieses Können setzen sie zur Wirtschaftsspionage ein. Da Cobb der Mord an seiner Frau zur Last gelegt wird, kann er nicht in die Vereinigten Staaten von Amerika zurückkehren und seine Kinder wiedersehen. Einer seiner einflußreichen Kunden mit Beziehungen bietet ihm an, die Strafverfolgung einstellen zu lassen, falls es Cobb gelingen sollte, eine so genannte Inception bei dem Erben eines Konkurrenzunternehmens durchzuführen. Dabei handelt es sich um eine komplizierte Manipulation des Unterbewusstseins, bei der keine Information entnommen, sondern eine neue Idee im Unterbewusstsein der Zielperson erzeugt wird. Im konkreten Fall geht es darum, dass der Konkurrent des Auftraggebers „auf den Gedanken kommen soll“, sein ererbtes Unternehmen aufzuteilen. Dies ist allerdings nur durch eine auf mehrere Ebenen von Träumen verteilte Operation möglich und ungleich riskanter und schwieriger.

Shutter Island01Fast lächerlich erscheint es, wenn man sich fragt, wann ausgerechnet Titanic-Boy DiCaprio das letzte Mal einen wirklich schlechten Film gedreht hat. Mir fällt auf Anhieb keiner ein, was schon so einiges heißen will. Beide Filme sind vom Aufbau und Ablauf sehr verschieden, aber in beiden Werken geht es um die Realität und deren Wahrnehmung, bzw. was Realität überhaupt ist.

Inception02Shutter Island ist dabei der wesentlich altmodischere – keineswegs abwertend gemeint – Film, der fast vollständig ohne Actionsequencen auskommt und sich dem klassischen Muster eines Suspense-Thrillers bedient. Alles und absolut jeder ist verdächtig, nichts ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint. Martin Scorsese spielt virtuos auf allen Knöpfen der Paranoia und bedient jeden Trigger der sich finden lässt. Ein Fest für Verschwörungstheoretiker. Einsame, unzugängliche Insel, Nazi-Wissenschaftler, Verhaltensmodifikationen und bewußtseinsverändernde Drogen, Verschwörungen innerhalb der Regierung, des FBI, des Militärs und allem Anderem, dem man grundsätzlich etwas Böses zutraut, nur um in einem grandiosen Mindfuck zu gipfeln, sich für 30 Sekunden um 180° zu drehen, nur um Anlauf zu nehmen, umzudrehen und einem richtig in die Fresse zu ballern.

Inception hingegen bedient sich rasanter Actionszenen und absurder Aufnahmen, um gerade dadurch ein konstantes Zweifeln an der Wahrhaftigkeit des Erlebten zu erzeugen. Hier werden keine Institutionen angezeifelt, sondern die Paranoia spielt sich auf einer grundlegenden, visuellen Ebene ab. Die Ironie, dass man sich dies fragt, während man einen Kinofilm schaut, ist wundervoll. Christopher Nolan drittelt den Film in Großstadt-Heist-Movie, Matrix-Hotel/James Bond Evil Hideout und einer Dark City in helleren Farben, die aber um so beklemmender wirkt, fährt alle Regler bis zum Anschlag, um dann alles in die Realität des Films zurückstürzen zu lassen, nur um am Ende alles nochmal in Frage zu stellen. Auch den Zuschauer und was er/sie eigentlich gerade macht. Ein Mindfuck mit Zeitzünder, bei dem man dem Soundtrack und dem Sounddesign große Aufmerksamkeit schenken sollte!

Fazit: Beide Filme sind absolut sehenswert und lassen nur wenig Kritik zu. Shutter Island ist ruhiger und hat imho einen weniger hohen Wiedersehens-Wert, wobei man auch hier erst viele wichtige Details beim zweiten Mal durchschaut. Inception ist opulenter und rasanter, verliert sich aber manchmal etwas in sich selbst. Schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen, außer dass man DiCaprio vielleicht eine gewisse Faulheit bei der Charakteranlage unterstellen könnte, wenn man die beiden Filme direkt nebeneinanderstellt.  Sollte man beide unbedingt gesehen haben!

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11 Antworten zu „Review: Shutter Island – Inception“

  1. wusselpompf schreibt:

    Shutter Island, Clash of the Titans, Knowing, Book of Eli… wir haben in letzter Zeit offensichtlich so ziemlich die selben Neuheiten gesichtet. Creepy. 😛

    Nur Inception hab ich noch nicht geschafft.

  2. sirdoom schreibt:

    Wenn man sich die Neuerscheinungstermine anschaut nicht wirklich, abgesehen von Knowing, um den ich monatelang in dunkler Vorahnung nen Bogen gemacht habe 😉

    Inception kann ich nur empfehlen! 🙂

  3. wusselpompf schreibt:

    Knowing hab ich mir auch erst aufm Grabbeltisch in der Videothek mitgenommen, da der Preis bei nichtgefallen dann nicht mehr schmerzlich war. Gute Entscheidung. 😉

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