„Stuttgart 21 – Pure Absicht“

Cem Özdemir hat El Mappus ja heute schon ziemlich direkt vorgeworfen, dass dieser „Blut sehen wollte„. Was auf den ersten Blick dann doch etwas übertrieben aussieht, bekommt auf den zweite Blick eine beunruhigende Art von Gewissheit. Das folgende Dokument vom Eisenbahn-Bundesamt lag den Empfängern DB Pojektbau GmbH, Regierungspräsidium Stuttgart und dem Amt für Umweltschutz der Landeshauptstadt Stuttgart am 30.9. gegen 18 Uhr vor. Gegen 1:30 begannen am Folgetag die im Schreiben untersagten Baumfällarbeiten.

Moneyquote: „Im Zusammenhang mit den bevorstehenden Baumfällarbeiten im Schlosspark weise ich darauf hin, dass Sie mit den Baumfällarbeiten nicht beginnen dürfen, bevor diese konkreten Ausführungsunterlagen, zumindest für die unmittelbar auszuführenden Landschaftspflegerischen Maßnahmen, dem Eisenbahn-Bundesamt vorgelegt wurden.

Demzufolge wurde sich also bewusst über diese Anweisung hinweggesetzt und auch das plötzlich aggressive Auftreten der Polizei erscheint in einem anderen Licht. Es sollte eskalieren und man hat bewusst Verletzte in Kauf genommen.

In Baden-Württemberg hat es dabei eh Tradition, jedesmal den Weltuntergang heraufzubeschwören, wenn der Bürger anderer Meinung ist, als die Regierung. Ein besonderer Spezialist war dafür vor 35 Jahren der damalige Ministerpräsident und Altnazi Hans Filbinger, von dem Steffan Mappus ein großer Fan ist. Der Deutschlandfunk bereitet den Versuch Bauern und Winzer in Baden-Württemberg als Kommunisten zu inszenieren hier wundervoll auf. Parallelen zu heute sind natürlich rein zufällig…

Update: Wie bereits vermutet ist das Projekt Stuttgart 21 technisch vollkommener Mumpitz und die veranschlagten Projektkosten vollkommen illusorisch. Stern Online hat dazu interessante Informationen aus vertraulichen Dokumenten der Bahn zusammengetragen. Moneyquotes:

-Danach herrschen bei den Planern Chaos und Panik. In Briefen an die DB Projektbau AG wird „das Risikopotenzial“ beklagt, weil „rohbaurelavante Angaben“ für die vorgesehenen Tunnelarbeiten fehlen.

-Ständig ist in den Projektanalysen die Rede von „Handlungsbedarf„, „Mehrkosten„, „erhöhten Kosten„, „Kostenrisiken„.

-So monieren Ingenieure, dass die gültigen Auflagen für „Brandschutztore bisher in der Entwurfsplanung noch nicht umgesetzt“ wurden und dass „die Umsetzung der Brandschutzmaßnahmen (…) bisher nicht geplant“ sind.

-usw., usf.

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7 Antworten zu „Stuttgart 21 – Pure Absicht“

  1. Wallace schreibt:

    Den Zusammenhang zwischen diesem Schreiben (bzw. dem Ignorieren dieses Schreibens) und dem Vorgehen der Polizei kann ich irgendwie nicht erkennen. Übersehe ich was?

    Da würde ich viel eher einen Zusammenhang zwischen dem starken steigern der „Truppenstärke“ in den letzten Tagen und Statements wie dem von dem „Berufsdemonstranten“ sehen, um den Verdacht zu nähren das diese Eskalation von politischer Seite gewollte war. Und selbst das wäre meiner Ansicht nach eine relativ schwache Argumentation…

  2. ebook leser schreibt:

    So wie das in der Presse zu lesen ist, hat die Politik die grösste Schuld an dem Polizeieinsatz. Irgendwie verstehe ich die CDU nicht. Die schreien wirklich laut, wählt mich ab. Sei es bei den Atomkraftwerken oder besonders bei Stuttgart 21. Eine Regierung die gegen das Volk regiert wird bei der nächsten Wahl dafür abgewählt.

  3. sirdoom schreibt:

    @Wallace: Der Zusammenhang ist recht einfach:

    Die Demonstranten waren in großer Menge wegen der Baumfällerei da und die Polizei hat den Laden abgeräumt, weil möglichst schnell die Bäume gefällt werden MUSSTEN, obwohl sie wussten, dass das Eisenbahnbundesamt dies untersagt hat. Du siehst den Zusammenhang. Der Räumungsgrund war ja eigentlich gar nicht gegeben, weil eben nicht abgeholzt werden sollte. Dass dies trotzdem getan wurde, war Absicht von Seiten des Regierungspräsidiums.

  4. Wallace schreibt:

    Okay, so ergibt es Sinn. Dieses „Tatsachen schaffen“ ist bei solchen Bauprojekten ja leider eine ziemlich gängige Praxis. Wobei das IMHO nicht die Art der Räumung erklärt. Und vor Allem die ist es ja, die zu kritisieren ist.

  5. 3-6 schreibt:

    Guten Morgen!

    Ich habe mich mal ein wenig umgehört: Pfeffer/Tonfa dürfen nur auf Leitungsspruch eingesetzt werden und dies nur, wenn Demonstranten drohen, die Kette zu durchbrechen.
    Entweder die Polizisten sind also ganz fiese Säcke, die nur so tun, als würden sie sich für unsere öffentliche Ordnung und das Gemeinwohl einsetzen, ooooder die Demonstranten waren eben nicht so friedlich, wie sie das gern hätten.

    Oder die Blumenkinder haben eben keine Ahnung, wo die allgemeingültige Definition von „friedlich“ aufhört.
    Wenn ich da an die Videoaufnahmen von dem einsamen Gegendemonstranten FÜR S21 denke, dem mittealte fette Hausfrauen die Plakate aus der Hand reissen … bissl zu emotional da unten, die Schwobe.

  6. sirdoom schreibt:

    Entweder die Polizisten sind also ganz fiese Säcke, die nur so tun, als würden sie sich für unsere öffentliche Ordnung und das Gemeinwohl einsetzen, ooooder die Demonstranten waren eben nicht so friedlich, wie sie das gern hätten.

    Oder die politische Führung hat Druck gemacht und die Räumung musste SOFORT stattfinden, scheiss auf Verhältnismäßigkeit und Verletzte, weswegen die Sache dann auch so abgelaufen ist, wie sie abgelaufen ist…

    Oder…

    Es gibt da mehr als nur zwei Möglichkeiten, mal abgesehen von den Mischformen 😉

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