„Highway to Hell – FantasyDays 2010“

Nach all dem Bangen und Abwarten, den Hoffnungen und Befürchtungen, dem Ärger und dem Stress, ist es dieses Wochenende endlich so weit. Die FantasyDays 2010 finden statt! Nachdem es bei der Berichterstattung schon einen Ausblick auf das künstlerische Programm gab, der Countdown zu den FantasyDays 2010 näher beleuchtet wurde und auch noch etwas rumgerechnet wurde, war es an der Zeit, vor Ort aktiv zu werden.

Grundsätzlich ist es immer zu begrüßen, wenn jemand was im Fantastischen Bereich hochzieht, ob Convention, Messe, Spieletage, usw. Ob nur auf Pen&Paper, nur Computer-RPGs, Larp, Reenactment  oder was auch immer bezogen, oder auch alles zusammen. Das trägt dazu bei, das Hobby am Leben zu erhalten, alte Fans bei der Stange zu halten, neue Zielgruppen zu erschließen. Man kann allerdings dabei auch so richtig ins Klo greifen, mehrmals, mit immer größeren Erfolg.

Nachdem der Redaktionelle Teil der Bad Company gerade am Konzerndossier schreibt, in der Schweiz Geld versteckt, zu einer Weltreise aufgebrochen ist oder in einem Versteck nahe Stuttgart Molotows abfüllt, beschloss man auch dieses Jahr wieder den preiswerten Ninja-Service – wir haben die wieder outgesourced, die erschrecken einen im Büro andauernd, wenn sie lautlos überall auftauchen – zu nutzen, diesmal mit dem fantastischen  Sonderangebot „Miete einen, zwei schleichen los„, so dass sage und schreibe acht Ninja für die Bad Company vor Ort waren und damit einen ehrlich gesagt erschreckend hohen Anteil der Besucher darstellten!

Ninja Operation Report –  Wenn ein Facepalm nicht reicht [beschreibender Link]

Aufgeteilt in kleine, unauffällige Gruppen trafen die Ninja über den Nachmittag verteilt in Düsseldorf-Neuss ein und benutzten öffentliche Verkehrsmittel, was sich als überflüssig herausstellte, da man auch direkt vor dem Eingang hätte parken können.

Die Ninja befürchteten schon das Schlimmste – Terroranschlag, Absage, Weltuntergang – wagten sich aber trotzdem ins Foyer, wo sie von zwei hinreichend jungen Empfangsdamen begrüßt wurden, bei denen man durch Zufall herausfand, dass sich es sich hierbei um die Kasse handelte. Eine Kasse für eine angebliche Großveranstaltung ist immerhin sehr ökonomisch.

Nachdem Erfragen der Eintrittspreise – nur für Freitagnachmittag 15€, Samstag und Sonntag je rund 25€ – und kurzer Rückfrage beim Hauptquartier, wer das denn bezahlen würde, entwickelte sich folgendes Gespräch:

Wollen Sie mit oder ohne Show?

Ohne!

Kostet aber beides das Gleiche.“

Dann mit. Kann ich einen Platz reservieren?

Nein, aber wenn jemand mit einer Reservierung kommt, müssen Sie weg!

Is klar…

Dieses abwegige Gespräch und sein Inhalt wurden später noch sehr wichtig! Natürlich gab es keine Programmhefte, die würden Samstag kommen…

Aber kommen wir erst mal zu den Attraktionen.

Es gab sehr viele Ramschhändler und keine Verlage. Nur Werkzeugs hielt weiterhin tapfer die Stellung. Draußen auf dem Parkplatz waren zwölf Zelte als Mittelaltermarkt verkleidet. Wie üblich wurden unterschiedlichste Preise für ähnliche Standgrößen berechnet, je nachdem, wie lange man gewartet hat. Die Preise gingen nämlich kurz vor der Veranstaltung mangels Interesse rapide nach unten. Die Begeisterung der Händler, die früh gebucht hatten, hielt sich in engen Grenzen.

Aber kommen wir zurück zu dem wundervollen Dialog am Eingang. Da es keinerlei Kontrolle zwischen Händler- und Bühnenbereich gab, war es eigentlich eh egal, welches Ticket man erworben hatte. Was auch die Preisgleichheit erklärt. Da die Plätze im Bühnenbereich überraschenderweise keine Platznummern aufwiesen, waren Reservierungen ebenfalls vollkommen sinnlos. Das machte aber nichts, da mehr als genug Platz vorhanden war bei insgesamt vielleicht 100-150 Besuchern, inklusive der Händler.

Aber die Ninja waren ja auch da, um sich einen Eindruck von der eigentlichen Show zu machen und schlichen sich – trotz gültigen Tickets und fehlenden Kontrollen – heimlich in den Bühnenbereich, um Zeuge der denkwürdigen, feierlichen Eröffnungsfeier zu werden, die einer der Hiwis des Veranstalters übernehmen durfte. Während sich die 40(!) anwesenden Zuschauer in der 1200-Plätze-Halle verloren und der Ansager versuchte aus Nichts ein Programm zu machen, hüpfte der Veranstalter Marc Blasweiler plötzlich mit glasigen Augen auf die Bühne, sagte einen Halbsatz, um sich dann im Hintergrund auf der Bühne auszutoben und u.a. den Deko-Star-Warslern die Hand zu schütteln, während der Hiwi weiter über die „Highlights“ berichten durfte, was diesem zunehmend schwieriger fiel. Dann kamen die Ausdruckstanzelfen auf die Bühne und die Ninjas versteckten sich hinter den Vorhängen. Einig waren sich die Gäste dieses Auftaktes bei der Zustimmung zur Beschreibung eines gewissen Teils des Auftritts. Allseits zustimmendes Nicken, wenn die Sprache auf das „Frettchen auf Koks“ kam…

Gute Seiten gab es natürlich auch. Werkzeugs(s.o.), das( Light-)Saberproject und die Trommler von Wadokyo. Die lockten dann auch satte 70-80 Besucher in die 1200-Plätze-Halle, womit dann allerdings niemand mehr auf dem restlichen Gelände rumlief. Außer den unglaublich positiv gestimmten Händlern. Immerhin durften sich die Ninjas mit Met besaufen, die Händler waren da gütig. Bevor es Mangels Kundschaft noch schlecht wird…

Natürlich kann es am Samstag schon ganz anders aussehen und die Besucher rennen der FantasyDays die Bude ein! Die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte allerdings relativ gering sein. Über die finanzielle Seite breiten wir lieber den Mantel des Schweigens und freuen uns stattdessen über folgendes:

1. Lustige Internetberichte, wie toll und gut besucht die FantasyDays waren, sowie anstehende Flamewars gegen diejenigen, welche die wahren Begebenheiten ansprechen.

2. Wie der Veranstalter es auch nächstes Jahr schaffen wird eine FantasyDays hochzuziehen, obwohl die Veranstaltung ein einziges Schwarzes Loch darstellt. Und wie er trotzdem wieder Händler dafür findet.

3. Weitere lustige Artikel, betrunkene Ninjas, die mich Nachts anrufen und sich lallend weigern weiter verheizt zu werden und natürlich die unvermeidliche Frage „Warum tu ich mir das überhaupt an???!!!

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19 Antworten zu „Highway to Hell – FantasyDays 2010“

  1. greifenklaue schreibt:

    Echr schwach, diese FantasyDays. in der Überschrift fehlt ein „Y“ und spätestens im nächsten jahr sollten viele Leute das gelesen haben!

  2. sirdoom schreibt:

    Danke^^ „y“ eingefügt…

  3. Sven Brunner & friends schreibt:

    Danke für diese herrlich zu lesende Glosse. Im Gästebuch der Fantasydays ist bereits jetzt ein begeistertes Lob der Cysalion-Show zu lesen. Offensichtlich von jemanden, der zur Truppe gehört. Und bestimmt sind die 40 Zuschauer nur der „Weitläufigkeit der Veranstaltung“ geschuldet. In Wahrheit müssen es Tausende gewesen sein.
    Das Gespräch mit den Kassendamen kann so auch nicht stattgefunden haben. Herugrim, sofern er denn mal wieder randarf, wird dafür schon eine Ausrede finden.
    Marc B’s Weg pflastern jetzt im vierten Jahr hoch frustrierte Händler. Wer nun immer noch seinen Stand auf den FDs hat, muss schon masochistisch veranlagt sein – oder einen vorsätzlichen Bankrott beabsichtigen.
    Hier in der Nachrichtenzentrale des Kommandos Sven Brunner treffen inzwischen wieder neue Informationen ein. (Die natürlich alle total falsch und unzutreffend sind und deren Dementi wohl nicht lange auf sich warten lassen wird…) Demnach ist geplant, mit dem Cysalion-Musical auf Tournee zu gehen, es zu lizensieren, den Soundtrack auf CD heraus zu geben und mehrere (!) DVDs zu produzieren, die die Cysalion-Saga als große Fortsetzungsgeschichte zeigen sollen. Ein leitendes Mitglied der Ringstars hat gesagt: „Die Leute werden Avatar wegschmeißen und auf StarWars scheißen, wenn die das sehen!“
    Wenn man auch sonst nichts geschafft hat, so hat man doch wenigstens den Größenwahn zur Kunstform erhoben.

  4. sirdoom schreibt:

    Die Multimedia-Vermarktungs-Großmachtsträume sind einfach nur toll*ggg* Total irre, aber toll…

    Übrigens wirds auch noch einen Artikel zu Tag 2 der FDs geben, zwei der Ninjas sind nach dem Met-Besäufnis eingeschlafen und von ihren Mit-Ninjas liegen lassen geworden, so dass sie sich auch am Samstag auf der FD durchschlagen mussten…

  5. HMP schreibt:

    Ich bin einfach mal gespannt auf weitere Aufklärungsberichte der diversen Spähkommandos.

  6. M schreibt:

    Keine Loyalität unter Ninjas mehr?

  7. Gast schreibt:

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht, ich fürchtete schon, etwas verpasst zu haben. Hieß es doch, die FD würden neue Maßstäbe setzen.
    Bitte noch das Spendenkonto der bemitleidenswerten Ninjas angeben.
    Freue mich schon auf den nächsten Bericht.

  8. Wallace schreibt:

    Gibt es Fotos der gähnend leeren Hallen? Wenn ja, wäre denke ich eine gute Sache die zu veröffentlichen… (möglichst Gesichter usw. unkenntlich machen, damit sich darüber niemand beklagen kann).

  9. Pingback: „Tag 2 – FantasyDays 2010″ « sirdoom’s bad company Weblog

  10. Tortola schreibt:

    Scheint also wie im Vorjahr gewesen zu sein … und ich hatte schon befürchtet, was zu verpassen, da ich urlaubsbedingt nicht im Land war. 😀 Aber was mich interessiert: war das hochgelobte Musical auch wieder in Vollplayback? Das hatte mir im letzten Jahr nämlich dann den Rest gegeben – das Highlight der Veranstaltung, und dann nicht einmal live vorgetragen. Tja, wennn ich Vollplayback sehen möchte, dann schaue ich mir das Vollplaybacktheater der drei Fragezeichen an, da weiß man zumindest vorher, was einen erwartet.

  11. Magic schreibt:

    Hallo Sven, kurze Frage zu einem Teil Deines Kommentars: Die wollen auf Tournee gehen? Das wäre ja super. Aber wie schaffen die das? Da ja die gesamte Darstellerriege in ganz Deutschland verteilt und berufstätig ist. Die werden sich doch nicht für Monate frei nehmen können.
    Und die CD gibt es schon. Konnte man sogar bereits auf den FD wohl kaufen, und bei Amazon findet man die ebenfalls.

    Und wer war dieses Leitende Ringstarsmitglied? Marc B kann es ja nicht gewesen sein, sonst hättest Du es ja explizit gesagt. Und andere leitende Ringstars gibt es ja sonst nicht viele….

    LG

    Magic

  12. Herugrim schreibt:

    [Admin Edit: Link mal eleganter angelegt]

    Die CD konnte bereits auf den FDs erworben werden und kann demnächst über Amazon bezogen werden: Das Schicksal Von Cysalion – Ein Fantasy Musical

  13. McHenryArts schreibt:

    [Admin Edit: Link mal eleganter angelegt]

    Sehr guter Bericht und so wahr !

    Hier ist meiner : Review von Uwe Heinrich zu den FantasyDays 2010

    BTW : Wir gehörten zu den Blöden mit Platzkarten.

  14. Knut schreibt:

    Könntest du sie hier rein kopieren für die armen Seelen, die es mit Fratzenbuch nicht so haben?

  15. sirdoom schreibt:

    Und für die Facebook-Verweigerer mal plain text, ich hoffe der Ersteller hat nichts dagegen, wenn doch einfach bescheid sagen^^

    Uwe Heinrich schrieb auf Facebook zur FantasyDays 2010:

    Unser (meine Freundin und ich) zweiter und … ( später mehr ) Besuch auf den Fantasydays.

    Nach der guten, aber noch verbesserungswürdigen Veranstaltung 2009, waren wir sehr gespannt darauf wie es diesmal ablaufen würde. Fangen wir mit den Verbesserungen zu 2009 an : Bessere Parkmöglichkeiten (Kostenpflichtig !), größerer Mittelaltermarkt, bessere Bühnentechnik, um nur einige Punkte zu nennen wo sich die Veranstalter wirklich gesteigert haben. Teile des Bühnenprogramms waren hervorragend : WADOKYO, The VIOLET TRIBE, die Tänzerinnen bei der Preisverleihung (leider den Namen vergessen), … Auch ein sehr großes Lob an die Leute von „Werk-Zeugs“ das sie wieder so viele große deutsche Autoren der phantastischen Literatur in ihr Lesecafe geholt haben. Soweit das positiv …

    Nur leider gibt es auch viel (zuviel) Negatives zu berichten.

    – Verzögerung bei der Öffnung ohne Info ( Plan 16:00 – Öffnung nach 17:00 )

    – Mittelatermarkt auf dem Parkplatz (!), daß wirkte gar nicht. Man hätte vielleicht versuchen sollen den Park mit zu nutzen.

    – Zu übersichtlichere Location – Durch das verwinkelte bekam das ganze vom letzten Jahr einen interessanteren Touch, in meinen Augen.

    – Letztes Jahr war das „Opening“ etwas arg lang gezogen, dies mal das genaue Gegenteil ! Viel zu kurz und unspektakulär (vor geschätzt 20 Leuten !)

    – Vor allem am Freitag und Sonntag extrem wenig Leute. Samstag waren es zwar ein paar mehr, aber gefühlt viel viel weniger als 2009. Aber so wenige Leute hatte auch seine Vorteile, Lightsaber-Workshop mit persönlichem Trainer.

    – Das Restaurant hatte Freitag schon um 19:45 zu. Essen gab es dann nur noch an der Bar, erstens überteuert und für Vegetarier mit Laktoseunverträglichkeit gab es nur einfachen Salat, für 8€.

    – Am Samstag und Sonntag war das Essen dann besser, Mie-Nudeln mit Gemüse.

    – Letztes Jahr hatten sich viele über zu hohe Preise beschwert. Diesmal war es eigentlich noch schlimmer. Für akzeptable Platzkarten musste man mehr ausgeben als letztes Jahr. Und das, in unserem Fall, für nur 3 der Shows. Aber als viel schlimmer empfanden wir, das nicht geprüft wurde wer jetzt Karten für den Saal hatte und wer nicht ! Ergo hätte man ohne Probleme Karten ohne Saalplatz kaufen können und sich dann, auf freie teure Plätze (gab ja genug) setzen können! Was bestimmt auch viele gemacht haben !

    Und dies sind nur einige der Punkte die uns negativ aufgestoßen sind. Zusammenfassend läst sich sagen :

    – Gefühlt waren mehr Schauspieler, Händler bzw. Leute von Gruppen anwesend als zahlende Gäste.

    – Gelangweilte und verärgerte Händler – wer hat eigentlich Umsatz gemacht an diesem Wochenende, Werk-Zeugs Ihr zählt nicht 🙂

    – Der Eindruck mit dem Eintrittspreis für Platzkarten über den Tisch gezogen worden zu sein.

    – WADOKYO und The VIOLET TRIBE werden wir uns in Zukunft besser auf ihren eigen Touren anschauen.

    – Photos von Cosplayern bekomme ich auf anderen Cons mehr und bessere.

    Um den einleitenden Satz zu ergänzen : Dies war unser zweiter und LETZTER Besuch auf den Fantasydays !
    So jetzt könnt ihr mich für diesen Bericht flamen, denn nach den Kommentaren die ich bis jetzt gelesen habe waren viele wohl auf einer ganz anderen Veranstaltung!

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