„Todesjäger?!?! – wtf?“

Simon R. Green ist in SciFi- und Fantasykreisen nicht ganz unbekannt. Vor allem seine Deathstalker-Saga machte ihn sehr bekannt. Diese erschien auf Deutsch komplett übersetzt, sprich auch die die Eigennamen wurden mitübersetzt – Todtsteltzer, Ruby Reise, usw – was man nun, wie auch immer, blöd oder gut finden kann.

Persönlich finde ich die deutsche Fassung besser, da ich einfach zu viele DeathstalkerXXX/usw. Kiddies online „getroffen*“ habe  und mir alles im Zusammenhang mit „Stalker“ auf den Sack geht. Der Fairness halber muss erwähnt werden, das Green-Romane gerade von den Wortspielen im Original herrlich sind und dies nur sehr selten in der deutschen Übersetzung so gut gelingt. *=gebasht

Simon R. Green ist aber auch für die sehr erfolgreiche Fantasy-Reihe „The Secret History“ verantwortlich, die z. Z. gerade, wie damals die Todtsteltzer-Romane, bei Bastei-Lübbe erscheint. Im zweiten Band – Krieg der Wächter/Daemons are Forever – findet sich im Vorwort unter „über den Autor“ ebenfalls folgendes Zitat:

„…Den deutschen Lesern ist Green durch die erfolgreiche SF-Serie Todtsteltzer bekannt…

Eine der Hauptfiguren dieser Reihe ist übrigens „Giles Todtsteltzer„. Aber kommen wir zurück zu Krieg der Wächter, wo wir dann auch ab Mitte des Buches einen Auftritt erleben der sich gewaschen hat, vom berühmt-berüchtigten „Giles TODESJÄGER„.

Ein Verlag ist also nicht mal in der Lage, bei Reihen die im eigenen Verlag erscheinen, bei wichtigen Hauptcharakteren für Kontinuität zu sorgen und wir reden bei Bastei-Lübbe nun nicht über einen Kleinverlag, der sich keinen Lektor leisten kann. Es ist übrigens ein riesiger Unterschied im Verständnis, wenn man weiß, wer Giles Todtsteltzer ist. Hauptproblem dürfte aber sein, dass der Hauptübersetzer Axel Franken keine Ahnung von der Materie hat. Zitieren wir ihn mal aus einem Artikel der Saarbrücker Zeitung. „Anders als viele seiner Kollegen lese er das Buch vorher nicht in Originalsprache, sondern beginnt sogleich mit dem Übersetzen.„[LINK] Womit anscheinend auch die Recherche gemeint ist… Hinweise auf solche und viele ähnliche Fuck-ups werden vom Verlag übrigens mit Schweigen beantwortet…

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4 Antworten zu „Todesjäger?!?! – wtf?“

  1. XDragoon schreibt:

    Namen zu übersetzen ist eine der Unsitten, weswegen ich Originalsprache in Literatur und Film bevorzuge. Ist bei BattleTech ja auch nur Mist dabei herausgekommen… Wasp – Wespe ; Stinger – Hornisse ; Hornet – ach Mist! Wie aus Mauler „Nainokami“ und aus dem Lineholder der „No-Pasaran“ wurden will ich garnicht erst wissen.

  2. Miew schreibt:

    Aber wie ist man denn auf „Todtsteltzer“ gekommen, oder genauergesagt auf die beiden zusätzlichen t?
    Das englische „Deathstalker“ besitzt ja auch keine ungewöhnliche Schreibweise.

    Die Sache mit der Kontinuität ist sicherlich ein Argument, aber davon mal abgesehn klingt Todesjäger passender. Ok, gleichzeitig klingt Todesjäger auch ziemlich abgedroschen, aber das tut Deathstalker ja auch.
    Wobei auf dem Buchtitel ja auch „abentheurlich“ und „Theil“ steht, also jeweils mit extra h… was steckt denn da dahinter?

  3. sirdoom schreibt:

    ^^Die deutsche Fassung ist auf „mittelalterlich„(Adel, „Ritter„, große Schlachten, Ehre, Liebe, Verrat, usw) getrimmt und ehrlich gesagt passt das auch ganz gut.

  4. gedichtblog schreibt:

    No-Passaran heißt so viel wie „niemanden durchlassen“, was so viel heißt wie „hold the line“, was der „Lineholder“ tut.

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