„Lex Christi Bavaria*“

*nicht allzu richtiges Latein

In Deutschland herrscht – offiziell – die Trennung von Religion und Staat, auch wenn man statt einer anständigen laizistischen Regelung nicht widerstehen konnte einem „Res mixta“ zu verfallen. Der im Volksmund „Kruzifix-Urteil“ genannte Beschluss – man könnte es auch Klarstellung nennen – stellte demnach folgerichtig dar, dass ein Kruzifix nichts im Klassenzimmer zu suchen hat. Was das Land Bayern und seine Gerichte nicht gehindert hat dies erst mal gekonnt zu ignorieren.

Es ist immer wieder überwältigend, dass das Toleranzgebot für Christen nicht gelten soll. Als Atheist  soll ich alles Mögliche tolerieren, aber ein Christ braucht meinen Atheismus nicht anzuerkennen. Nein, er hat sogar die Pflicht mich zu missionieren. Und bei all dem spielt der Staat – in vielerlei Hinsicht – fleißig mit. Es ist auch herrlich, dass man gleich als Atheisten-Taliban gilt, wenn man es wagt eine der beiden dominanten, christlichen Glaubensgemeinschaften in Deutschland zu kritisieren.

Ein Kruzifix zeigt das Leiden Jesu Christi plakativ und offensiv und drängt es jedem auf, der damit nichts zu tun haben will. In Schulen ist einer Indoktrination gleichzusetzen. Diese Beschlagnahme des öffentlichen Raumes ist allerdings von der Bibel/den Aposteln gar nicht gewollt.

Matthäus 6:5-6: (5) Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn die lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. (6) Du aber, wenn du betest, so geh in deine Kammer und, nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.

Solche Feinheiten sind in Bayern natürlich noch nicht angekommen und wenn in Regensburg ein Kreuz abgenommen wird, dann hagelts[Link]. Wie erwartet beschimpfen und beleidigen die so friedlichen Christen den Störenfried und haben sich auch schon „Landestypisch Fremdenfeindlich“ über ihn beschwert.

Wir sind zwar nicht jeden Sonntag in der Kirche. Aber wenn wir in einem anderen Land sind, müssen wir uns auch an die Gebräuche halten.

Gott bewahre, wäre der Vater Türke und Muslim statt Brite und Atheist gewesen, Mistgabeln und Fackeln lagen sicherlich schon bereit.

Der Regensburger (Schul-)Bürgermeister Gerhard Weber setzt aber noch einen drauf. Da der Vater aus dem englischsprachigen Ausland zugezogen sei, müsse doch die Frage erlaubt sein „ob damit nicht das Gastrecht, das wir Ausländerinnen und Ausländern gerne gewähren, überstrapaziert wird, wenn nämlich jahrhundertealte deutsche Traditionen wie das Kreuz in Schulzimmern angegriffen werden.“

Da fragt man sichob damit nicht die Toleranz, die wir Schluchtenscheißern und Katholiken gerne gewähren, überstrapaziert wird, wenn nämlich die verfassungsmäßigen, deutschen Rechte angegriffen werden.“

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23 Antworten zu „Lex Christi Bavaria*“

  1. gedichtblog schreibt:

    Wer sich dem Streben nach Wahrheit verpflichtet hat, für den gibt es keine Pflicht bereits als Falsch bekanntes zu tolerieren. In der Tat ist Falsches auszuschließen der einzige tolerante und vernünftige Weg nach Wahrheit zu Streben. Und für die Wahrheit des Christentums (um mal weit zu greifen) gibt es genauso gute Gründe wie für die Wahrheit des Cthulhu Mythos. Aber der ist wenigstens cool.

  2. wusselpompf schreibt:

    Neben dem Kruzifix (und dem Religionsunterricht), sind mir vor allem die Kirchensteuer und das Staatssalär für Bischöfe ein echter Dorn im Auge.

    Ich möchte mal noch ein par Kommentare zum Welt-Artikel wiedergeben, wei sie absolut glorreich sind:

    „Bevor man die halbe Welt ins Land lässt, sollten unsere Politiker mal prüfen, ob die „Einreisewilligen“ überhaupt zu unserem Land und unserer Kultur passen oder ob sie nur auf unser Geld aus sind. Ansonsten geht es wie in einer unglücklichen Ehe: Streit, Rosenkrieg, hohe Kosten und am Ende kommt die Scheidung und die Leidtragenden sind die Kinder!“

    „Wer an das Albertus-Magnus-Gymnasium geht hätte vorher mal googeln sollen. Das ist nun wirklich keine Haarespalterei. Es ist ebenso berechtigt zu fragen warum jemand nach Bayern geht wenn für ihn Schweinefleisch und Bier der direkte Weg in die Hölle ist. Ich frage mich das immer öfter. Es gibt ja auch eine gute Lösung, nämlich weiterzuziehen. Wir helfen gerne. Es gibt da eine ganze Liste von Ländern wo ein Kreuz zum Tod führt. Den Sand im Gesicht, 45Grad im Schatten und Eseltreiben als täglichen 12Stunden-Job muß man dann eben hinnehmen. Es zieht ja auch nicht der Papst nach St.Pauli in die Herbertstraße und klagt vor Gericht gegen die nackten Weiber. In Zukunft will ich bei der Einwanderung Leute haben die solche Probleme nicht haben. Ob nun religiöse oder gesammtweltrevolutionäre.“

    „Ein Volk, das seine Interessen nicht verteidigen kann oder will, wird verdientermaßen von der Bildfläche verschwinden. Man kann nicht aller Welt Freund sein, ohne das eigene Gesicht zu verlieren, auch wenn manche Träumer oder Deutschlandhasser das gerne so hätten. Ein Blick ins Leben genügt, um sich davon zu überzeugen nur ideologisch Verblendete wollen die Welt nach ihren Vorstellungen verändern – mit fatalen Folgen.“

    „Ich nicht der Meinung, daß das Bundesverfassungsgericht hier über- haupt ein Mitspracherecht hat. Es geht hier einzig um die Tatsache, daß in einem Klassenzimmer ein Kreuz hängt. Das symbolisiert, daß die hier gelebte Kultur aus christlichen Wurzeln stammt. Es hat in erster Linie nichts mit Religion zu tun. Wer also etwas gegen Kreuze in der Schule, im Gerichtssaal oder sontstwo hat, hat nach meiner Ansicht etwas gegen Deutschland.
    Dabei wird er noch vom Verfassungsgericht unterstützt. Ein schönes Gericht.
    Übrigens: Wer kontrolliert eigentlich das Bundesverfassungsgericht?“

    usw. usf. Ist schon beängstigend.

  3. Wallace schreibt:

    Die einzigen Internet-Kommentare die ich lese sind die hier. Die treiben den Blutdruck war auch gelegentlich ziemlich hoch, sind aber in der Regel wenigstens von Leuten verfasst deren IQ ihre Körpertemperatur übersteigt. 😉

  4. sirdoom schreibt:

    @Wusselpompf: „Ein Kruzifix hat – in erster Linie – nichts mit Religion zu tun“ ist gut, den muss ich mir merken!

    Schön ist auch die Vermischung von Punkten, die mit der Sache absolut nichts zu tun haben. Aber anscheinend ist jemand der nichts mit der kath. Kirche zu tun haben will automatisch ein Allah-preisender Kamelficker…

    @Wallace: Bei der aktuellen Terrorhysterie war ich sogar recht Stolz auf die Mehrheit der Deutschen, die sich im Durchschnitt nicht haben irritieren lassen und den ganzen Kram für überzogen halten. Andererseits gibts auch täglich Gegenbeispiele… Und Wusselpompf hat noch nicht mal die flachsten Granaten zitiert…

    Dass die Verfasser von Commments hier im Blog meistens einen IQ über Körper-/Zimmertemperatur haben ist ziemlich rassistisch. Einige anwesende, ziemlich intelligente Diener des Imperators sind Kaltblüter… 😉

  5. Wallace schreibt:

    Öhm… und bei den Kaltblütern stimmt das was ich gesagt habe dann nicht mehr weil ihre Körpertemperatur niedriger und ihr IQ höher ist? 😀

  6. sirdoom schreibt:

    Gargs, Korinthenkacker 😉

    Wenn es als Positiv angesehen wird, wenn jemand einen IQ oberhalb der normalen menschlichen Körpertemperatur von 37°C hat, dann ist das diskriminierend gegenüber Kaltblütern. Und Zimmertemperatur ist ja auch so ein humanozentrischer Begriff von dem Kaltblüter sicherlich eine andere Vorstellung haben und überhaupt… *grlm*

  7. Jachim schreibt:

    Deutschland wäre ohne Bayern in fast jeder Hinsicht besser dran. Ich bin regelmäßig in Schweden und glaube fest, dass der moralisch und gesellschaftlich höhere Stand, den man dort hat, viel mit der Abwesenheit von Katholizismus zu tun hat.

  8. sirdoom schreibt:

    Na ja, wirtschaftlich gehts ihnen(den Bayern) ja ganz gut und ehrlicherweise muss man ja auch mal drauf hinweisen, dass es zum Beispiel in München mit dem Katholizismus auch nicht so weit her ist. Da gibts sogar in Niedersachsen schlimmeres, ich sag nur Osnabrück…

  9. Wallace schreibt:

    Popenburg! Vergiss nicht Popenburg! 😉

  10. Wallace schreibt:

    Irgendwie hätte ich gedacht, bei Dir wäre das direkt an der richtigen Adresse. Sie lassen nach, Imperator. 😀

    Shadowrun, 2. Edition, „Deutschland in den Schatten“, Kapitel „Freistaat Westphalen“, Unterkapitel „Papenburg“. Der Name der Stadt wurde komplett durch „Popenburg“ ersetzt.

  11. sirdoom schreibt:

    Ist schon klar, ich konnte aber trotzdem nicht wiederstehen bei sowas mal die Poppenburg zu erwähnen, die zwischendurch immer mal wieder dem Bistum Hildesheim gehörte*kicher*.

    Und wo der Papst gerade Kondome billigt… zumindest zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten die man sich bei Ministranten im Ausland einfangen kann… 😉

  12. Oshogun schreibt:

    Das Bayern-Bashing finde ich schon recht merkwürdig, klingt zum Teil nicht viel anders wie wenn kleingeistige Einfaltspinsel über den „Kümmel-Türk“ oder den „Drecks-Pollak“ schimpfen.

  13. sirdoom schreibt:

    1. Ich bashe hier jeden der mir vor die Flinte läuft, egal ob arabischer Terrorist, deutscher Nazi, pädophile Priester, korrupte Politiker, „Kevins“ oder „Murats“. Das ist eines der Konzepte auf denen dieses Blog aufgebaut ist, falls das bisher irgendwem noch nicht aufgefallen sein sollte…

    2. Ist die Geschichte nun mal in Bayern passiert. Wäre sie in Kiel passiert, dann hätte ich mich über evanglikale Freikirchenspinner ereifert.

    3. Wer im Zeitalter von Aids und co ernsthaft den Gebrauch von Kondomen verbietet und es als große Neuerung verkauft, gewisse Ausnahmen zuzulassen, gehört gebasht, kräftig und immer wieder. Wer zehntausende Fälle von Kindesmissbrauch als „bedauerliche Einzelfälle“ bezeichnet, gehört gebasht, kräftig und immer wieder, etc…

    4. Der moderne Türke ist meist wesentlich gepflegter als der durchschnittliche Deutsche(ausgenommen Metrosexuelle). Freitag Abend sieht der türkische Friseur hier um die Ecke aus wie ne Kölner Schwulenbar. Dementsprechend würde ich niemals „Kümmel-Türke“ sagen. „Drecks-Polakke“ ist etwas outdated, ansonsten aber eigentlich nicht niveauloser als „Scheiß-Inselaffen“ oder „tuntige Froschfresser“. Ich verspreche aber mir mehr Mühe bei den Beleidigungen zu geben.

    Mit etwas Glück gelingt mir dann der Sprung vom „kleingeistigen Einfaltspinsel“ zum „niveauvollen Rassisten“ …

  14. Oshogun schreibt:

    Ich meinte damit ja nicht deine Beiträge ;o) ….eher solche: „Deutschland wäre ohne Bayern in fast jeder Hinsicht besser dran“, das sind doch nur die üblichen unreflektierten rassistischen Ressentiments wie gegen Türken, Asiaten, usw., nur diesmal eben auf lokaler Ebene.
    „Ohne Bischof Mixa wäre Deutschland besser dran“ z.B. wäre für mich nachvollziehbar, aber so wird eben eine ganze Gruppe wieder pauschal in einen Topf geworfen.
    Wie soll es denn im Großen funktionieren wenn es schon im Kleinen nicht klappt und wir immer noch beim Wessi gegen Ossi, Badenser gegen Schwaben und Bayern gegen den Rest kleben bleiben?

  15. sirdoom schreibt:

    Na ja, das seh ich nicht so ernst. Preussen und Bayern waren sich noch nie grün, Wessi gegen Ossi ist ja ehr eine relativ neumodische Erscheinung. Norddeutsche sind Deichmolche, Bayern sind Schluchtenscheisser und Hessen war das Gebiet wo beide gegeneinander Krieg geführt haben und die Aussätzigen, Kranken, Inzestopfer, usw zurückgelassen haben!*g* Deshalb muss jetzt nicht gleich Deutschland auseinanderbrechen… Bevor die Norddeutschen sich mit den Niederlanden zusammentun oder die Bayern mit den Ösi, da hält man es lieber untereinander aus. Und da mit den Hessen sonst eh keiner spielen will… 😉

  16. XDragoon schreibt:

    Bayern steht vor allem wegen SPD-regierter Städte wie München und Nürnberg wirtschaftlich so gut da. Die CSU punktet vor allem in den ländlicheren Gebieten, von denen es dank altbayuvarischem Zentralismus noch immer sehr viel gibt. Aber die meisten Bürger (und damit Wähler) sehen eben „Bayern=CSU“ und „Bayern=wirtschaftlich positiv“ und schließen daraus „CSU=wirtschaftlich positiv“ – und so erhält die SPD der CSU die Macht.

  17. Henning schreibt:

    XDragoon, das ist totaler Schwachsinn.

    1. München ist die deutsche Großstadt mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung.
    2. Alle Direktmandate für den Bundestag in München gingen an die CSU.
    3. Stoiber hat den Wirtschaftsraum München massiv gefördert, kommunal ist das gar nicht möglich.

  18. Avi schreibt:

    Eigentlich hätte ich auch nichts gegen eine Rückkehr zum Norddeutschen Bund, aber wir brauchen zumindestens Baden-Württemberg damit wir dort unser Atommüllendlager bauen können… *grins*

    Im Prinzip ist es nicht viel besser, als Nord-/Mitteldeutscher etwas gegen Bayern zu haben, als gegen irgendeine andere Gruppe. Aber irgendwie gibt es diese gepflegten Animositäten ohne den Biss eines echten „Ismus“, so wie Nordfranzosen und Südfranzosen sich auch nicht so richtig leiden können. Solche Nord-Süd-Gegensätze finden sich ziemlich häufig.

    Ansonsten sag ich nur Grundgesetz Präambel erster Satz, da weiß man was man im Zweifelsfall von der Trennung von Kirche und Staat zu halten hat.

  19. sirdoom schreibt:

    Man könnte auch mal Nord- und Süditaliener fragen was die jeweils vom anderen halten. Da sind Niedersachsen und Bayern höchstens frotzelnde „best friends“…

  20. Henning schreibt:

    Ach was, die Einwohner Bayerns brauchen gar kein Norddeutschland, um Leute heruntermachen zu können.

    Ich sage nur: Franken und Oberpfälzer 🙂

  21. sirdoom schreibt:

    Bremer und Bremerhavener können sich auch nicht riechen. Bremer halten Bremerhavener für asoziale Pleitgeier und umgekehrt halten Bremerhavener Bremer für eingebildete Bonzen. Lustig ists, wenn die sich gegenseitg vorwerfen nach Fisch zu stinken*g* Was wiederum alle anderen beiden vorwerfen…

  22. Pingback: „Lex Christi Europa*“ « sirdoom’s bad company Weblog

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