„MOON – Movie of the Year 2010“

Was eigentlich nicht stimmt, denn Moon wurde schon 2009 uraufgeführt, bekam aber erst 2010 einen Kinostart spendiert. Auch muss ich ehrlich zugeben, ich habe nicht alle Filme dieses Jahr gesehen – wenn man in der Stimmung ist, dann wäre übrigens Valhalla Rising durchaus auch ein Kandidat –  und mein Geschmack mag manchmal auch etwas eigenen sein. Mit diesen Einschränkungen ist Moon der beste Film des Jahres und ehrlich gesagt auch der beste SciFi-Film seit Jahren.

Mit dem Wartungsbuggy zum Harvester

In einer nicht genauer bestimmten Zukunft wird der Energiebedarf der Erde hauptsächlich aus Helium-3 gedeckt, das auf der Oberfläche des Mondes abgebaut wird. Der Astronaut Sam Bell(Sam Rockwell) bemannt allein eine zu diesem Zweck auf dem Mond errichtete Basis, wobei er von einer künstlichen Intelligenz namens GERTY unterstützt wird. Nach beinahe drei Jahren ohne direkten Kontakt zu anderen Menschen ist er in psychisch schlechter Verfassung und leidet an Halluzinationen, so dass es zu einem Unfall auf der Oberfläche kommt. Und Sam scheint nicht allein auf dem Mond zu sein, die Firma für die er arbeitet – Lunar Corp. – scheint ein Ableger von Wayland-Yutani zu sein und seine Mondbasis hält durchaus noch einige Überraschungen parat.

„Gertys“ Greifarm und Sam

Moon ist eigentlich ein sehr altmodischer und ruhiger Film, der seine Kraft aus den Dialogen, dem Suspense und der Story zieht, nicht aus der Action. Er befindet sich in der Tradition solcher Filme wie Outland – Planet der Verdammten, Bladerunner und Lautlos im Weltall, somit also in sehr guter Gesellschaft. Regisseur Duncan Jones, der Sohn von David Bowie, hat es in Zusammenarbeit mit der VFX Firma Cinesite und Bill Pearson, dem supervising model maker von Alien, bei einem Budget von nur 5 Millionen – wofür man sonst gerade mal eine Folge CSI bekommt – geschafft, eine unglaublich schöne, beklemmende Umgebung zu kreieren die grade durch ein helles, aber immer bedrohliches Retrodesign in ihrer Glaubwürdigkeit besticht, so dass sich Moon auch rein optisch nicht vor Großproduktionen verstecken muss. Begleitet wird der Moon dabei von Clint Mansells stimmungsvoller Filmmusik.

„Gerty“ hat gute Laune

Moon ist eine grandiose One Man Show – was eigentlich ziemlich ironisch ist, besonders wenn Sam immer wieder brutal von seinem MP3-Wecker mit „I am the only one“ vom britischen One-Hit Wonder Chesney Hawkes geweckt wird – von Sam Rockwell, der für seine Darstellung zumindest eine Oscar-Nominierung verdient gehabt hätte. Begleitet wird er dabei von Kevin Spaceys kongenialem Voice-Acting, bei dem man nie weiß, ob „Gerty“ Sam gleich das Leben rettet oder ihn in Stücke hackt.Die deutsche Synchro-Fassung ist übrigens ausgezeichnet geworden!

Was das Kernstück des Films angeht, so trifft Regisseur Duncan Jones es selbst am besten.

It’s all about the human element. MOON is about alienation, it’s about how we anthropomorphize technology, it’s about the paranoia that strikes you when you are in a long distance relationship and it’s about learning to accept yourself. A lot to take on for a little indie film, but maybe that was the best place to try. It is “only science fiction” after all.

Nur im letzten Satz irrt er, es ist weit mehr als „nur“ Science Fiction.


Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kunst&Kultur veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu „MOON – Movie of the Year 2010“

  1. Ravenscroft schreibt:

    Ja dem kann ich mich nur anschließen. Moon ist ein genialer Film. Nachdem ich ihn gesehen hatte, hab ich mich mal wieder meinem Lieblingsroman von Stanislaw Lem „Solaris“ gewidmet.
    Ich freue mich schon auf die DVD, die ich diesmal auch konsequent nicht bei der ollen Amazone bestellt hab 🙂

  2. wusselpompf schreibt:

    Jup, absolut feiner kleiner geheimtipp. Neben The Man from Earth endlich mal wieder feine anspruchsvolle SF-Kost.

  3. Xekyo schreibt:

    Ein Rollenspielkollege und ich hatten ihn im Kino gesehen und dann unserer Runde als One-Shot angeboten. Lustigerweise haben unsere SC großteils die gleiche Geschichte gesponnen, die auch der Film erzählt, inklusive Positionen im Streit, bloß das Ende lief etwas anders (Sam Bell ist mit dem Skalpel auf seinen jüngeren Kollegen losgegangen). 😉
    Ich durfte Gerty spielen, was dank einiger Smilie-Karteikarten wunderbar ankam. Zum Abschluß haben wir nochmal den Film miteinander geguckt. 😀
    Für mich war es auch eins der filmischen Highlights dieses Jahr!

  4. Pingback: „Source Code – Review“ |

  5. Pingback: “Iron Sky – Review” |

  6. Pingback: “Movie Feature of the Year 2012 – Dredd – Looper – ect.” |

  7. Pingback: “Movie Feature of the Year 2012 – Dredd – Looper – etc.” |

  8. Pingback: “Review – Oblivion” |

  9. Pingback: „Review – Warcraft: The Beginning“ |

  10. Pingback: „Triple Feature Review – Fast & Furious 8 – John Wick: Kapitel 2 – Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ |

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s