„Ein faires Urteil – Auslandsreportage mit Knut Hansen“

Ein Gastartikel vom Russland-Experten der Bad Company, Knut Hansen, der sich z.Z. in der Präsidentensuite des 5 Sterne Hotels Kempinski in Moskau/Russland befindet. Als objektiver und unabhängiger, aufrichtiger Journalist, besitzt Knut Hansen natürlich ein Journalistenvisum und die vollständige Kooperation russischer Behörden.

Wieder ein Mal regt sich die westliche Systempresse über das angeblich unfaire Verfahren gegen den ehemaligen Besitzer des einst zweitgrößten, russischen Konzerns  für Erdölförderung und Petrochemie, JUKOS, auf. Angeblich werde Michail Borissowitsch Chodorkowski der Prozess aus politischen Gründen gemacht.

Diese Anschuldigungen entbehren natürlich offensichtlich jeglicher Grundlage und sind besonders lächerlich, da sonst der russischen Justiz immer vorgeworfen wird wegzuschauen, wenn es um Korruption geht.

Michail Borissowitsch Chodorkowski hat sich große Teile russischen Staatseigentums unredlich angeeignet und damit Milliarden verdient. Dieser kriminelle Erfolg ließ ihn offensichtlich größenwahnsinnig werden, da er nun anfing – vermutlich mit Hilfe der CIA – zu versuchen die russische Politik zu beeinflussen und zwar durch Korruption und Erpressung. Aus Rücksichtnahme auf die sich verbessernden US-Russland-Beziehungen wurde gnädigerweise der Vorwurf des Landesverrats fallengelassen und man konzentrierte sich auf die Wirtschaftdelikte in Milliardenhöhe.

Als Chodorkowski nun rechtskräftig in einem fairen und rechtsstaatlichen Prozess verurteilt wurde, war dies wahrscheinlich zu viel Gerechtigkeit für ein Land wie Deutschland, im dem korrupte Manager und Politiker trotz Bankenkrise nicht ein einziges Mal angeklagt wurden.

Ich[Knut Hansen] sprach darüber auch mit Ministerpräsident Vladimir Putin.

Q: Ministerpräsident Putin, haben sie den Proteststurm in der Chodorkowski-Sache erwartet?

A: Natürlich Herr Hansen, allerdings hatte ich mit mehr Gegenwind aus den USA gerechnet. Immerhin werden mit der endgültigen Verurteilung von Chodorkowski auch amerikanische Steuergelder beerdigt, die der CIA in ihn investiert hat. Aber da die USA und Russland gerade über Atomraketenabrüstung und Raketenschilde konferieren, wollte man in dieser Sache wohl lieber nicht ganz so laut werden.

Q: Gerade das Verhältnis zu den USA wandelt sich ja gerade zum besseren und die alte Feindschaft scheint nicht länger ein Problem darzustellen, oder?

A: Die USA und Russland waren nie Feinde, eher sowas wie Konkurrenten. Und ich muss zugeben in der ersten Halbzeit, sah es nach einem Sieg für die USA aus. Aber wenn man sich heute die US-Wirtschaft anschaut und den Krieg im Irak, dann sieht die Sache schon anders aus. Und wenn die USA uns dann auch noch einen Raketenabwehrschild gegen die Chinesen und Iraner bauen wollen, bitte, da sag ich nicht nein.

Q: Gibt es Ratschläge, die sie den USA geben würden?

A. Das steht mir eigentlich nicht zu, aber ich hätte z.B. Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden, da können sie sich sicher sein. Und ich hätte die Finger von Afghanistan gelassen, wünsche den Amerikanern dabei aber viel Glück*grinst_ausgiebig*.

Q: Und wie ist ihr Verhältnis zu Deutschland?

A: Ich liebe Deutschland und habe ein inniges Verhältnis zu diesem bezaubernden Land. Ich verstehe mich auch sehr gut mit dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Allerdings habe ich so meine Probleme mit der neuen deutschen Regierung. Erst neulich begegnete ich ihrem Außenminister Guido Westerwelle, den ich gerne mal hier in Moskau auf einer der friedlichen Homosexuellen-Demonstrationen sehen würde. Auf einer Dinnerparty hab ich wie gesagt Außenminister Westerwelle getroffen und suchte das Gespräch mit ihm. Um die Sache etwas aufzulockern sagte ich zu ihm „Wissen sie Herr Westerwelle, es gibt viele Arten, Geld zu verdienen, aber nur eine ehrliche!“ Aber er schaute mich total überrascht an und antwortete „Und die wäre???“. Hätte mir auch klar sein müssen, dass gerade Westerwelle die Antwort nicht kennt. Aber man muss halt diplomatisch bleiben.

Q: Vielleicht erzählen sie uns noch einen Witz zum Abschluss?

A: Oh, gerne doch! Gott missfällt schon lange das Treiben auf der Erde. Nun reicht es ihm und er bestellt US-Präsident George Bush und den sowjetischen Präsidenten Wladimir Putin in den Himmel. „Mit euch habe ich die Geduld endgültig verloren“, eröffnet er ihnen, „ich lasse deshalb die Welt im kommenden Jahr untergehen.“ Die zwei mächtigen Staatschefs werden zur Erde zurückgeschickt. Putin beruft sofort die Duma ein:“Genossen, ich bringe euch zwei schlechte Nachrichten mit. Erstens existiert Gott wirklich, und zweitens geht 2003 die Welt unter.“ Bush hingegen tritt sofort vor die Fernsehkameras: „Liebe amerikanischen Bürgerinnen und Bürger, ich habe zwei gute Nachrichten für Sie. Die erste: Den lieben Gott gibt es tatsächlich, ich war gerade bei ihm. Die zweite: Ich werde bis zum Weltuntergang regieren.“ Ich bin guten Mutes denselben Witz bald mit der Frau zu machen, die von ihrem Haus in Alaska angeblich Moskau sehen kann und andauernd durcheinander bringt, ob nun Nord- oder Südkorea ihre Verbündeten sind.

Ein Knut Hansen-Artikel aus Moskau.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter imperiale Politik, verbale Diarrhoe veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu „Ein faires Urteil – Auslandsreportage mit Knut Hansen“

  1. Pingback: „Brennendes Land – Interview mit Auslandskorrespondent Knut Hansen“ « sirdoom’s bad company Weblog

  2. Pingback: “Auslandsreportage – Grüner Terror-Seekrieg” |

  3. Pingback: “Auslandsreportage – Der Krieg gegen den Bischof” |

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s