„Tiere Essen? Oder lieber doch nicht?“

Da man mich freundlich gebeten hat meine Meinung zu diesem Thema zu äußern, obwohl ich die verschiedenen Parteien schon die Messer wetzen sehe, egal was ich eigentlich schreibe, büdde…

Jonathan Safran Foer hat ein schönes Buch namens „Tiere Essen“ darüber geschrieben, warum Fleischessen im besten Falle dumm ist. Auch in der FAZ hat er dazu was geschrieben.

Sowas bringt mich wirklich in derbe Bedrängnis. Denn einerseits hat er irgendwo schon recht, andererseits mag ich Steak… wobei letzteres kein Argument ist, wie mir ein Vegetarier neulich erklärte. Heroin kann man schließlich auch mögen… oder so ähnlich.

Womit Foer natürlich recht hat ist folgendes: Industrielle Fleischproduktion für die Erste Welt(plus aufholende Länder wie China und Indien, usw.) bei aktuellen Fleischpreisen ist nur durchzudrücken, wenn dafür Raubbau an Mensch und Natur in ärgstem Maße betrieben wird. Ganz davon ab, dass aufgrund des Preisdrucks natürlich die Qualität auf der Strecke bleibt und der letzte Skandal nur wieder einer von vielen ist. Strengere Kontrollen der Qualität und der „Anbaubedingungen“ sind gar nicht erwünscht. Notfalls sind halt wieder Arbeitsplätze in Gefahr…

Was Foer dabei allerdings vergisst ist folgendes: Wenn ein paar Milliarden Menschen auf vegetarisch umstellen, wo kommt das Obst und Gemüse oder der Fisch denn her? Wer baut den Kram an und unter welchen Bedingungen? Wo kommt das Biosiegel-etikettierte Essen für Milliarden Menschen her?  Und was essen dann diejenigen, die den Kram produzieren? Und für die sogenannten Tierschützer: Applaus! Was passiert wohl mit den ganzen Schlachttierrassen? Die sterben aus, weil sie keiner mehr braucht. Danke, voller Erfolg. Ich sehe schon, wie bleiche Vegetarier von grinsenden Industrievertretern die neueste Generation von Franken-Getreide unter die Nase gehalten wird. Wo wir wohl bei steigender Einwohnerzahl eh zwangsläufig landen werden.

Kleine Info am Rande: Schlimmste Missernte in China seit Jahrzehnten, weshalb sie den Weltmarkt leerkaufen werden müssen. Hungersnöte vorprogrammiert. Neben der Tatsache, dass die Preise jetzt schon steigen und u.a. zu den Protesten über zu hohe Lebensmittelpreise UND allgemeine Fuckups in Tunesien, Ägypten, Jemen, usw. führten.

Foer will die Welt verbessern, was ihm unbenommen sei. Aber über die globalen Folgen oder warum manche Dinge nicht ganz so einfach sind, macht er sich keinerlei Gedanken. Bei der Lebensmittelindustrie sieht es anders aus, denen ist es wahrscheinlich einfach nur scheißegal, solange sie abkassieren.

Was helfen würde, neben etwas Geburtenkontrolle, wäre wohl folgendes: Stärkere und härtere Kontrollen mit empfindlicheren Strafen, bzw. der Wille die bestehenden anständig durchzusetzen. Die Erkenntnis der Menschen, dass anständiges Essen auch mehr kostet, samt Fair-Trade Ausgleich, etc. Es gibt da durchaus einen ganzen Maßnahmenkatalog für. Obwohl es der Industrie reichen würde, wenn man weitermacht wie bisher, aber einfach die Preise erhöht, sprich dass sie denselben Scheiß wie vorher für mehr Geld verkaufen…

Merke: Idealisten die auf den ab und an fälligen Realitätscheck verzichten und gierige Industrievertreter samt zugehöriger Spekulanten sollte man grundsätzlich nicht glauben.

Und fürs Gewissen: Kauft Bio, Fair Trade und esst nur 1-2 mal die Woche Fleisch. Ausgewogene Ernährung  und Sport ist für den Allesfresser Mensch wahrscheinlich eh am besten. Auch wenn ich weiß, wie mir die Veganer jetzt wieder ins Gesicht springen(oder die „Nur-Fleischesser„). Wobei mir wieder einfällt warum ich Missionierung weder bei Christen, Veganern oder Manchesterkapitalisten, die noch immer an die Selbstregulierung des Marktes glauben, auf den Tod nicht ausstehen kann.

P.S.: Montag gab es Nudeln mit scharfer Soße, Dienstag gab es bunten Gemüsetopf mit Soße, Mittwoch ist ein Schollenfilet mit Kroketten angedacht, Donnerstag ist Salat und ein Kräuterbaguette geplant, Freitag gibt es Suppe, Samstag anderen bunten Gemüsetopf mit Soße und Sonntag können mir alle an die Füße fassen, da gibt es ein Steak mit noch nicht definierter Beilage. Und nun kreuzigt mich… wenn ihr es schafft…

UPDATE:

Und ICH muss mich mit solchen Sachen rumschlagen…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter imperiale Politik, verbale Diarrhoe veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

34 Antworten zu „Tiere Essen? Oder lieber doch nicht?“

  1. 3-6 schreibt:

    Danke, aber das mit dem „freundlich“ nimmst Du S-O-F-O-R-T zurück!!!1 ^^

    Der Foer ist genauso ein Halunke wie die Industrie, die er aufs Korn nimmt:

    – Gewinnstreben? Macht er genauso, sein Verlag hätte ihm wohl kaum die Recherche finanziert.
    – Farmerimage aber Tierfabriken? Er benutzt seinen Sohn, um beim Leser Betroffenheit zu erzeugen.
    – Raubbau an der Natur und hochgradig industriell bearbeitete Lebensmittel? Da siehts beim Gemüse nicht besser aus, und die Riege der Fleischersatzprodukte wird bestimmt von pensionierten 68ern in Heimarbeit handgeklöppelt …

    Aber so richtig auf die Palme bringt mich die Behauptung, Vegetarismus sei per se gesünder!

    Eine ausgewogene fleischanteilige Ernährung ist mit Sicherheit gleich gut oder schlecht wie eine ausgewogene fleischlose Ernährung. Was dem Steakfreund seine Arthritis durch übermäßigen Fleischgenuss, sind dem Vegetarier/Veganer seine Mangelerscheinungen. Das Lebensalter wird zudem von einer Menge mehr Faktoren beeinflusst als nur durch die Ernährung. Ganz abgesehen davon bezweifle ich, dass es überhaupt schon genug Daten (=durch Altersschwäche gestorbene Vegetarier) für eine valide Erhebung gibt.

    Was bleibt? Foer ist einfach nur ein typischer linker Bessermensch der denkt, er müsse uns alle retten.

  2. Wallace schreibt:

    War irgendwie klar das ich hier vorbei schaue, während ich gerade unmotiviert an einer Diskounter-Mettwurst rum kaue… 😀

  3. XDragoon schreibt:

    Gerade erst am montag Abend war ich in eine längere Diskussion zwischen zwei Vegetariern und mehreren Fleischverzehrern verwickelt. Und natürlich fielen dabei auch wieder die Standardsprüche wie „Die essen meinem Essen das Essen weg“, aber alles in allem war es ein sehr reger Austausch über gesunde Ernährung, Nährstoffmangel, Zustände bei der Schlachtung von Tieren, Tierhaltung und Agrarwirtschaft.

    Und bei Deinem Blogpost fällt mir auf, dass wir beide da erschreckend nahe beieinanderliegende Meinungen haben. Auch ich bin Fleischverzehrer, aber ich komme bei weitem nicht an die 80kg durchschnittlichem Jahreskonsum an Fleisch (Stand aus einem meiner Referate ca. 2005) oder gar an die 130kg die durchschnittlich jeder Amerikaner vom Säugling bis zum zahnlosen Greis pro Jahr in sich stopft (Zahl aus der gleichen Zeit). Auch kaufe ich Fleisch inzwischen ausschließlich Bio – nur bei Milch und Milchprodukten, wovon ich viel konsumiere, bin ich noch bei traditioneller Anbauweise (so bezeichne ich den industrialisierten Zweig). Bei mir spielt da eben auch die finanzielle Lage hinein. Nach der Miete sind Lebensmittel mein größter Kostenfaktor und da wiegt der Unterschied zwischen Bio und Nicht-Bio schon schwer.

  4. Ben Teddy schreibt:

    Sich grundsätzlich nur vegetarisch zu ernähren ist bei vernünftiger Betrachtung wirklich nicht viel gesünder, zwar ist die Gefahr größer sich bei Fleichwaren Schadstoffe und Erreger zu sich zu nehmen, aber Fleisch enthält auch viel Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe, die ein Vegetarier nur durch sehr viel und sorgfältig ausgesuchter vegetarischer Kost wieder ausgleichen kann, womit er durch die vermehrte aufnahme von Gemüse und Obst wiederum riskiert, auch vermehrt Schadstoffe zu sich zu nehmen,
    denn Obst und Gemüse ist auch nicht immer gesund:
    http://www.netdoktor.de/News/Lidl-Rueckruf-Paprika-Mix-m-1134279.html

    Von diesen Paprika habe ich mich übrigens Ernährt >.<

    Nach dem Dioxinskandal habe ich auch versucht mich nur noch von Grünzeugs zu ernähren, es scheiterte schon daran, dass ich gar nicht richtig satt wurde und ich auch nicht immer die Zeit hatte, das grüne Zeugs fressfertig zu kriegen. =p

  5. sirdoom schreibt:

    DU hast gerade einen Somali getötet!

  6. Herugrim schreibt:

    Immer wieder erstaunlich finde ich auch, dass wir es bei all den ungesunden Lebensmitteln geschafft haben, die Lebenswerwartung im reichen Teil der Welt auf schlappe 80 Jahre hochzuschrauben. Nicht auszudenken, wie alt wir würden, wenn die Lebensmittel auch noch gesund wären!Ob das der Welt zu wünschen wäre, lass ich mal dahingestellt. 😉

    Im Ernst: der Meinung XDragons schließe ich mich an. Wenn alle an ein paar Stellen ihres Konsumlebens etwas bescheidener und vor allem bewußter wären, dann wäre schon viel gewonnen. Ich fürchte nur, die meisten sind – wie immer – zu bequem für vieles. Man müßte ja mal bei sich selbst anfangen. Allein dieser Schritt ist für viele zuviel. Von der Schwierigkeiten Dinge grundlegend und weitreichend zu ändern mal ganz zu schweigen.
    Bin übrigens auch kein Vegetarier, esse aber, auch weil meine Frau Vegetarierin ist, nur hin und wieder Fleisch und bemühe mich es aus Bioerzeugung zu beziehen.
    Sich als Vegetarier ohne Mangelerscheinungen zu ernähren ist übrigens kein Problem, solange man auch noch Milch und Eier zu sich nimmt. Das Sättigungsproblem läßt sich mit Tofu lösen. Wobei man da wieder in die Diskussion um die Sojaerzeugung geraten kann.

  7. Wallace schreibt:

    Ich kotz hier gerade mal wieder zusammenhangsarm alles hin was mir so einfällt… 😉

    – @Herugrim: Kleines Filmquiz, woher kommt das folgende Zitat: „Ich krieg nur selten welche zu essen, weil meine Freundin Vegetarier ist, was ich mich auch zu so einer Art Vegetarier macht.“? 😉

    – Also wenn mir einer erzählen will das er von Reis, Nudeln, Kartoffeln und Co. nicht satt wird, wenn da kein Fleisch bei ist, dann muss ich mich doch mal schwer am Kopf kratzen. 😀

    – Verallgemeinert finde ich diese ganzen „Pfui, Gemüse“ und „Nur Fleisch“-Leute ca. 1000 mal merkwürdiger als die Vegies. Und die sind in der Regel dann auch noch renitenter, intoleranter und blöder. Die Missionierungsversuche habe ich im Alltag auch so gut wie nie von den Vegies ausgehen gesehen/gehört. Auch die sau dummen Sprüche kamen immer eher von der „anderen Seite“.

    – Ich habe den Leuten auf der Kittery übrigens jetzt zwei Jahre in Folge am Samstag ein (fast*) vegetarisches Mittagessen unter geschoben. Und es gab‘ nur zwei (! – jedes Jahre eine) Nachfragen/Beschwerden deshalb bei mir… könnte natürlich dran gelegen haben, dass alle wussten das es abends Braten gibt. Oder sie trauen sich einfach nicht, weil sie wissen das sie dann der Braten werden. 😉

    *An einem Nudelsalat „von gestern“ war etwas Fleisch.

  8. Wallace schreibt:

    Ich mache dann einfach wieder „Schnaps statt Böller“ um mein linkes Gutmenschen-Gewissen zu beruhigen.

  9. Ben Teddy schreibt:

    Naja, jedenfalls nicht dauerhaft satt 😛

  10. 3-6 schreibt:

    Eier und Milch sind nach Meinung von Foer auch hundepfui 😉

    [Admin-Edit: Hab das mal gefixt, Seite hat Deep Link Protection]

    Tofu-Tiere

  11. Farmerboy schreibt:

    Ich überlege gerae ernsthaft ob ich es mir antue etwas zu dem seltsamen Zusammenhang Biofleisch = gesünder zu sagen dem einige Leute hier anhängen.
    Biofleisch = moralisch evtl vertretbarer…eventuell noch, aber auch das sollte man besser nicht verallgemeinern..

    Was Schadstoffe und Erreger angeht, da ist die Aufnahme bei Gemüse fast genauso hoch wie bei Fleisch, vor allem wenn das Zeug in Plastik eingepackt ist. (Finger weg von den Fertigsalaten im Supermarkt..).

    Nee, ich lass es lieber… 😉

  12. sirdoom schreibt:

    Update: Mal das Bild der Geschenkverpackung eines meiner Geschenke am letzten WE eingefügt. Man beachte die schockierenden Zusammenhänge…
    ————————————————————
    BTW: Biofleisch mag durchaus nicht immer gesünder sein – gibt da ja genug Testuntersuchungen, wo auch Biofleisch mal versagt – aber moralisch ist es natürlich wesntlich vertretbarer. Außerdem vermittelt Bio halt ein „besseres“ Gefühl, auch wenn es nicht immer zutreffen mag.

    Was hingegen sehr gerne verdrängt wird, ist die Tatsache, dass Gemüse genauso mit Giftstoffen kontaminiert sein kann und ist, wie alle anderen lebensmittel auch und es dabei immer auf die Produktionsbedingungen ankommt.

  13. Cunningham schreibt:

    Irgendwie wird mir hier gerade wieder viel zu viel Verständnis geheuchelt.

    Ich bin Fleischesser. Aus verschiedenen Gründen:
    – Erziehung: Bei uns gab es eigentlich täglich Fleisch. Vielleicht nicht immer warm zum Mittag, aber zum Frühstück oder Abendbrot stand immer Wurst auf den Tisch.
    – Geschmack: Ich mag Fleisch und allen möglichen Variationen. Ich habe schon Hühnchen, Pute, Straus, Rind, Schwein, Lamm, Gans, Hase, Wildschein, Hirsch und Bison gegessen. Natürlich gehört für mich zu einer vollwertigen Mahlzeit auch Gemüse. Aber im Gegensatz zu Gemüse/Obst/Frucht habe ich noch kein Fleisch gefunden, was mir nicht geschmeckt hat.
    – Gewissen: Nein, es belastet mein Gewissen nicht, dass für meine Ernährung ein Tier sterben muss. Das ist kein Mord. Es ist ja auch kein Mord, wenn ein Fuchs einen Hasen frisst oder eine Katze einen Goldfisch.
    – Der alte Fritz: Möge jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Wer bin ich, dass ich jemanden vorschreibe, was er zu essen hat? Soetwas erwarte ich dann aber auch von der „anderen“ Seite.

  14. 3-6 schreibt:

    Cunny,

    Krokodil schmeckt recht schlecht. Gut, das ich noch Känguruh auf dem Teller hatte ^^

    Das mit dem Gewissen sehe ich exakt genauso.

  15. Cunningham schreibt:

    Das mit dem Krokodil kann ich so weder bestätigen noch verneinen, dazu müsste ich es erstmal probieren.

    Ach, falls mich mein Schulenglisch nicht total im Stich lässt, könnte da Eating Animals nicht auch „Essende Tiere“ heißen?
    Tja, womit dann wiederum WIR als Tiere bezeichnet werden? Und das von so einem Gutmensch-Spacko!

  16. Andai schreibt:

    Wir sind aber defact Tiere, immer gewesen und werden es immer sein, auch heutzutage sieht man das oft genug zu deutlich ^^.

    Ich seh es recht ähnlich wie Doom, bzw. auch XD.

    BEi mir kommt auch mal Fleisch auf den Tisch, ohne ginge nicht, aber nichts desto trotz ernähre ich mich ganz gerne mal ausgewogen..wie die Finanzen es zulassen und Bio heißt ja oftmals nicht besser…und gen-gezüchtetes Getreide ist auch kaum gesünder oder gar billiger. Solange sich mit etwas Geld verdienen lässt und man die Mengen steuern kann, die ausgeschüttet werden, wird der Endkonsument sich danach richten (müssen).

    Und wie schon von euch gesagt: Fressen und gefressen werden, das gehört seit Jahrtausenden zur Natur dazu, nur dass der Mensch eher nur frisst, anstatt gefressen zu werden (kommt aber manchmal auch vor).

    Wir gehören zu dieser Natur und sollten eigentlich keine Ausnahme oder Fremdkörper sein….

    Klar legebatterien, etxra fett machendes Futter usw. sind kaum „schön“, aber was interessiert das mein Steak im Endeffekt? Würde ich mir über alles einen Kopf machen und jede Last der Welt auf meinen Schultern tragen, wäre ich schon zigmal gestorben. Bewusst Leben, ja, aber man muss es nicht übertreiben.

  17. sirdoom schreibt:

    Erst 14 Comments? Da muss man was tun!

    Also, mal ernsthaft, wer Fleisch ißt, tötet indirekt Menschen, zerstört die Umwelt und ist generell ein schlechter Mensch. Wenn die verdammten Fleischesser endlich aussterben würden, gäbe es auch keine Kriege oder Gewalt mehr, da Fleischfresser erwiesenermaßen aggressiver sind!

    Andererseits sterben die Veganer-Pussis wahrscheinlich viel eher aus, da sie totalen Gutmenschenweicheier sind und andauernd anämisch umkippen. Und die Welt retten sie auch nicht, die missionarischen Frömmler…

    Reicht das für den Anfang?

  18. Eismann schreibt:

    Ich habe für solche Diskussionen immer eine Dose frisches „Mir doch egal“ dabei, die sich mit einem zischenden „Fick dich…“ öffnen lässt.

  19. Wallace schreibt:

    Vor vielen Jahren in Flensburg. Mein Kumpel Hauke damals Vegetarier, vor Allem weil er einerseits übergewichtig und andererseits schon mit nicht mal 18 mit starkem Rheuma geschlagen war. Da hat sein Arzt ihm fleischlose Ernährung vorgeschlagen, er hat es ausprobiert und ist sowohl Rheuma und Übergewicht los geworden. Kommen wir aber zu der Story.

    Er also im Roxy, angezogen wir immer. Lederstiefel, Lederhose, Lederjacke. Unterhält sich seit einiger Zeit mit einer hübschen jungen Dame. Irgendwann erzählt sie, dass sie ja jetzt Vegetarierin sei. Er also „Ja, bin ich auch.“ und sie strahlt „Oh, toll! Doch auch wegen der Tiere, oder?“

    Er hat dann an sich runter geguckt und das Gespräch relativ schnell beendet. 😉

  20. Herugrim schreibt:

    Ich schrieb doch, ich bin k e i n Vegetarier. Ich will auch gar keiner werden. Wollte damit nur andeuten, dass geringerer Fleischkonsum durch die Allgeneinheit schon erheblich beitragen könnte bestimmte Auswüchse zu vermeiden, wie z.B. Massentierhaltung.

  21. sirdoom schreibt:

    Der alte Gag mit:

    „Ich trag jetzt übrigens keine Polyester-Klamotten mehr“

    „Warum denn nicht?“

    „Hallo? Schon mal über all die armen Poly-Ester-Tierchen nachgedacht?!“

    … funktioniert übrigens immer noch.

    Wahrscheinlich weil er SO alt ist, dass ihn die nachwachsende Generation nicht kennt. Ich sage damit übrigens nicht, dass der Witz GUT funktioniert, nur dass er funktioniert… 😉

  22. Ben Teddy schreibt:

    Falsche Antwort 😉

    Die richtige Antwort wäre „Pulp Fiction“ gewesen =P

  23. Herugrim schreibt:

    P.S.: Dabei habe ich sogar mal zwei Jahre lang vegetarisch gelebt. Ein mit fröhlichem Lächeln in eine Dose springendes Schwein auf dem Logo einer benachbarten Dosenfabrik gab damals den Ausschlag. Dass Tiere für meinen Konsum sterben, war mir schon klar, aber dass sie das fröhlich tun, war mir dann doch zuviel.
    Letztlich habe ich es nicht durchgehalten, weil ich Fleisch wirklich gern esse (Ja! Menschen sind auch Raubtiere!! 🙂 ), aber immerhin hat sich meine Konsum eben seitdem drastisch reduziert und die Problematik ist mir stets bewußt.

  24. Farmerboy schreibt:

    @Andai: Ethik und Gentechnik…ganz gefährliches Thema…

    *beisst sich jetzt echt auf die Zunge*

  25. DarkISI schreibt:

    Mein Frühstück heute:
    1 Scheibe Brot mit Schinken
    1 Scheibe Brot mit Salami
    1 Scheibe Brot mit Nutella

    Mein Mittag:
    200g Putenfleisch, in Scheiben geschnitten, angebraten und Joghurt drübergekipptt. Dazu Reis.

    Mein Abendessen:
    Ich denke grad drüber nach, Schinken und Salami pur zu essen.

    Jammi 😀

  26. Nyx schreibt:

    Erinnert mich an den Hagen Rether-Auftritt in Göttingen.

    Irgendwann im zweiten Showteil kam er – wie er es ja gerne tut – auf Vegetarier vs. Fleischesser zu sprechen… im ersten Moment mit recht radikalen Vergleichen ähnlich Foer.

    Reaktion im Publikum war eher ablehnend bis gelangweilt (selbst in einer solchen „gehobenes Bessermenschen-Bildungsbürgertum in politisch eher linker Stadt“-Veranstaltung).

    Später kam er dann irgendwann nochmal auf das Thema zurück, diesmal unter dem Fokus der Probleme der Massentierhaltung, dem Aspekt, dass „jeden Tag Fleisch (am Besten noch mit viel Salz)“ plus „Geiz ist Geil“ nicht das optimale ist…
    da war die Reaktion schon ganz anders, auch bei mir.

    Ich z.B. verzichte schon seit einiger Zeit v.a. auf Wurst. Nicht immer und total, aber doch zum größten Teil.
    Etwas weniger Fleisch tut gut. Und wenn ich mir selbst einen Fleischklumpen von der Fleischtheke in die Pfanne lege und bruzzel sind die Chancen größer, dass es auch was gescheites ist, als bei einem Packen Fertigsalami aus der Grabbel-Kühltheke.

    Kostet ’n Euro mehr, schmeckt aber besser.

    Und ist definitiv männlicher. *grunzend speer gen himmel reck’*

  27. XDragoon schreibt:

    Hier sind eindeutig zu viele vernünftige Gutmenschen.

  28. Nyx schreibt:

    Analog zu dem EP-Kommentar…

    Ich möchte den für die Geschenkverpackung zuständigen Schergen gratulieren und mich bei ihm bedanken.

    Es war ein Vergnügen, jemanden zuzuschauen, der so viel Spaß an kreativer, uneigennütziger Arbeit hatte. 🙂

  29. sirdoom schreibt:

    Und selbst mein verzweifelter Versuch etwas Streit zu sähen hat ja bisher nicht gefruchtet…

    Wer vegetarisches Vokabular findet, darf es behalten*g*

  30. DarkISI schreibt:

    Sind Vegetarier überhaupt in der Lage ihr Essen bei sich zu behalten?

  31. sirdoom schreibt:

    Zwangsläufig, sonst würden sie ja verhungern… und auch wenn einige so aussehen als ob, so tun sie es ja nicht…

  32. gedichtblog schreibt:

    Ich sag mal was hochgestochenes:
    1. Ich kann mir für den Fleischverzicht nur ethische Argumente vorstellen.
    2. Diese sind generell stärker, je stärkere Tierrechte man annimmt.
    3. Ich kann mir kein solches Argument für Vegetarismus vorstellen, dass nicht in noch stärkerem Maße für Veganismus spricht.
    4. Sicherlich kann man die Nahrungsmittelindustrie kritisieren, aber das wäre eigentlich eine andere Dikussion.
    5. Wie Henning auch schon angedeutet hat, wird ja auch Bioessen, die hochgradig verarbeiteten Fleischersatzprodukte und natürlich Gemüse, nicht zu vergessen: Schokolade, industriell hergestellt.
    6. Wer also im Supermarkt einkauft, der spielt mit.
    7. Wer zum Biobauern von nebenan geht, der hat das Glück einen guten Markt in der Nähe zu haben oder besitzt ein Auto und kann sichs leisten.
    8. Was mich zum letzten und mEn interessantesten Punkt bringt, der aber nicht so viel mit Vegetarismus als mit dem nahe verwandten Fair-Trade/Bio Markt zu tun hat: Die Möglichkeit derartig moralisch positiv bewertete, aber deshalb teuerere Produkte zu konsumieren ist ein Statussysmbol, das zugleich eine moralische Überlegenheit ausdrückt. Passend zur gängigen Selbstüberschätzung der schrumpfenden oberen Schichten, wird hier die Erlösung von den Sünden in einem handlichen und hübsch aufgemachten Konsumpaket mitgeliefert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s