„Rebootis“

Ein Reboot ist ein Neustart eines bereits existierenden Themas oder Franchises. Reboots werden aus folgenden Gründen gemacht: Das ursprüngliche Werk ist uralt, man kann es nicht mit den damaligen Akteuren weiterführen oder diese wollen zu viel Geld. Das Werk ist bekannt aber abschließend erzählt, um weiter Gewinn daraus zu ziehen, muss ein Reboot her. Mittlerweile ist eine neue Generation herangewachsen, die das alte Werk gar nicht kennt oder aus zeitgeistigen Gründen mit der damaligen Form nichts anzufangen weiß. Bei Reboots greift man auf eine Marke zurück, die bereits Erfolg hatte, man hält also das Investitionsrisiko wesentlich geringer als bei komplett neuen Sachen, etc…

Rebootis - Logo

Sowas sieht alles nach guten Gründen aus, aber wie üblich wird es durch die Finanzoptimierer in Hollywood auf die Spitze getrieben und ein Reboot jagt den nächsten.

Bei Batman ist es z.B. noch verständlich. Die alte Fernsehserie ist entweder als Komödie oder Trash zu verbuchen, von den Kinofilmen Ende der 80er/ab den 90ern – die ja eigentlich auch schon ein Reboot darstellen – sind die ersten beiden durchaus richtig gelungen, aber dann kam nur noch Müll. Der neuerliche Nolan-Reboot  war absolut gelungen und somit auch absolut zu rechtfertigen. Ein weiteres Positivbeispiel wäre Kampfstern Galactica, wo zwar durchaus einige gemeckert haben, denen die neue Serie zu düster war, aber trotzdem eine Bereicherung des Programms darstellt.

Leider überwiegen die Negativbeispiele bei weitem. Der Planet der Affen Reboot von Tim Burton stellt nicht nur dessen schlechtesten Film dar, sondern ist auch allgemein einfach nur Grütze. Mal schauen wie davon der nächste – schon angekündigte – Reboot aussieht. Auch die Neuauflage von „die Zeitmaschine“ war einfach nur Grütze und warum irgendjemand jetzt ein Spiderman-Reboot machen will, versteht wirklich niemand außer der Finanzabteilung des betreffenden Konzerns.

Merke: Reboots können durchaus sinnvoll und gut, wenn nicht besser, als die Vorgänger sein, aber zu einem Großteil kommt dabei uninspirierter Müll raus, bei dem sich das Studio wundert, warum keiner ihren neuen, tollen Film sehen will.

Was hat euch denn so am meisten Reboot-technisch angekotzt?

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19 Antworten zu „Rebootis“

  1. Knut schreibt:

    Ist „Shadowrun 4“ als Antwort erlaubt? 😉

  2. sirdoom schreibt:

    Ja, aber nur mit Begründung*g* 😉

  3. Andai schreibt:

    Ich würde eher Shadowrun 3 aufführen, SR 4 ist irgendwie ein gelungener Reboot, weitestgehend 😀

    Mich stört derzeit echt der Spiderman Reboot..dabei waren die Raimi Werke doch ganz ok.

    Gleiches gilt für Superman: Der Reboot ist notwendig, gewesen, aber so kurz nach Superman: Returns schon wieder einen Reboot?

    Wie wäre es mal mit einem Superman vs. Doomsday FIlm (real) oder ähnlich fortführendem, zumal die Serie Smallville recht erfolgreich ist..aber hier ist wohl wieder das Geld ausschlaggebend:

    Möglichst wenig investieren, für möglichst hohe einnahmen und die Personalkosten sind ja auch in Hollywood ein großer Faktor, neben Werbung ^^.

  4. LabRat schreibt:

    Nein, Nein, Shadowrun 4 war (noch) kein Reboot. Warten wir SR5 ab *Angst hab*

  5. Cunningham schreibt:

    Batman – The Brave and the Bold … grauenhaft!

  6. sirdoom schreibt:

    Bei Shadowrun hatten wir bisher immer eine Evolution, bei der mal weniger mit dem RetCon-Hammer zuschgeschlagen oder sacht gegengestuppst wurde. Ob diese Evolution nun immer zum Besten war, ist eine andere Geschichte. Was SR5 angeht habe ich da zur Zeit auch ein verdammt schlechtes Gefühl…

    Der Spiderman_Reboot ist einfach nur überflüssig und Geldmacherei. Bin mal gespannt, ob sie damit auf die Fresse fallen.

    Superman Returns ist hingegen schon tragikomisch. Da liefert Singer eine gnadenlose Fortführung der 80er Supermanfilme ab, wie es auch gewünscht war und DANN fällt denen auf, dass 80er Jahre Supermanfilme mittlerweile doch etwas altbacken wirken und doof sind. ROFL

    Ich warte übrigens mit Schrecken auf das Herr der Ringe Remake, welches ja spätestens nach den zwei Hobbit-Teilen kommt. Aber vielleicht macht Jackson die Sache ja auch so wie Lucas. Über die nächsten 30 Hagre wird es Special Edition um Special Editon geben, uogedatete Effekte und eine 3D-Version, usw… 😉

  7. C.F.K. schreibt:

    Ich fand den „Mit Schirm, Charme und Melone“ Reboot (den Kinofilm mit dieser Firma, die das Wetter manipulierte, um Großbritannien zu erpressen) einfach nur grauenvoll. – Okay, das ist jetzt schon eine Weile her, aber ein Reboot war es, und mies auch.

  8. M schreibt:

    „The Day Earth stood still“

    Dem Remake fehlte einfach der zündende Funke bzw. die eindringliche Message des Originals, von dem abgrundtief dämlichen Drehbuch ganz zu schweigen.

  9. 3-6 schreibt:

    SR4 ^^ Die Fluff&Crunch-Entkernung des IMO bis dato tollsten Rollenspiels, es blieb nur der Markenname.

    Filmtechnisch ist mir das Phänomen relativ egal, ich schalte einfach um oder gehe nicht ins Kino.

    Schlimm finde ich Coverversionen von wirklich tollen Liedern durch irgendwelche Pseudokünstler – sowas kommt dann meist im Radio während der viel zu langen Autofahrt, und man muss leiden…

    (Im Auto höre ich gern Radio, Ausweichmöglichkeiten wie iPod oder CDs wären natürlich vorhanden.)

  10. Agent Pöhlemann schreibt:

    „Der Flug des Phoenix“ – ein klassiches Beispiel wie ein altbackener 60ies Film dennoch besser auf einem einwirken kann als ein High-Tech Remake.
    Der Alte hat die damals üblichen Längen, hözerne Charaktere und den obligaten „Comic Relief“-Charakter vs. Militärkopf.

    Der Neue hat im Unterschied dazu nebst mehr Special Effects eine Frau (wenigstens keine Romanze reingewurschtelt!), findet in einer anderen Wüste statt (was keinen Sinn macht) und trotzdem das gleiche Alte Flugzeug (WARUM???).

    Und dann eben noch die grosse Schwäche: Erst nachdem ich das Original gesehen habe, verstand ich einige der Chars, deren Motivation und die Probleme der ganzen Crew so wirklich! Im Remake wurde das entweder weggelassen, oder macht keine Sinn mehr, weil die Ausgangslagen geändert wurden (siehe: andere Wüste).

    Klarer Fall von: The Oldie is the Goldie!

    Gegenbeispiel hierzu wäre Ocean’s Eleven – beide Varianten kann man sich prima antun, aber die neue hat halt schon mehr Pfiff.

  11. sirdoom schreibt:

    ^^Das Schirm, Charme und Melone-Reboot ist wirklich Müll!

    ^^The Day the Earth stood still“ ist eines von weniger miesen „schlechten Reboots“, ist halt mittelmäßiger, beliebiger Hollywood-Effekt-Porno mit sogar vergleichsweise miesen Effekten(Stichwort sehr unechte Helikopter).

    ^^Auch bei Coversongs gibt es welche die besser sind, aber meistens wäre es besser, wenn da niemand was neu interpretiert hätte.

    ^^Flug des Phoenix Reboot hab ich echt nicht zuende geschaut, war mir zu doof.

    Übrigens hier mal eine relativ aktuelle Liste von Reboots die Hollywood grade plant:

    Highlander (1986)
    Superman (1978)
    RoboCop (1987)
    Spider-Man (2002)
    Fantastic Four (2005)
    Daredevil (2003)
    Mortal Kombal (1995)
    Street Fighter (1994)
    Teenage Mutant Ninja Turtles (1990)
    Judge Dredd (1995)
    Tomb Raider (2001)
    Buffy the Vampire Slayer (1992)
    Police Academy (1984)
    The Howling (Das Tier) (1981)
    National Lampoon’s Vacation (1983)
    Godzilla (1954)
    Jack Ryan(Tom Clancy Romane) (1990)
    Die Fliege (1986)
    Alex Cross(…denn zum Küssen sind sie da/im Netz der Spinne)(1997)

    Mich gruselts da teilweise doch stark…

  12. DarkISI schreibt:

    Vor Buffy gruselt es mich am meisten, vor allem da sie das ohne Joss Whedon machen wollen… Das kann nur grausam werden. Das Franchise geht immerhin auch noch und ist aktiv. 8. Staffel als Comic, 9. erscheint auch bald. Und auch der Ableger Angel läuft noch immer als Comic…
    Und da machen die ein Reboot? Unnötig wie sonst nichts.

  13. sirdoom schreibt:

    Und wie das nötig ist!*veg* Buffy ist viel zu intellektuell und alt für die heutige 12-16-jährigen und Joss Whedon ist halt ein schwieriger Typ der dauernd auf Kontinuität der Story besteht und irgendwas von Character Development faselt. Da MUSS ein Reboot her und zwar ohne ihn!!!

    😉

  14. DarkISI schreibt:

    Da ist natürlich was dran. Ein Typ der seine Story derart gut unter Kontrolle hat, dass er am Ende der dritten Staffel Hinweise auf das große Rätsel der fünften Staffel geben kann… sojemanden kann Hollywood nicht gebrauchen.

    Und so sarkastisch das klingt und auch gemeint ist, es ist leider wahr. Leute die sich derartige Mühe geben sind für Hollywood ein echtes Problem.

    Fox hat ja Firefly auch erfolgreich kaputtgesendet und ihm bei Dollhouse dann auch nicht die freie Hand gelassen, die seine Storys brauchen. Ich hoffe echt, sein nächstes Projekt kommt woanders (wenn er denn nicht endgültig die Schnauze voll hat, was TV angeht).

  15. XDragoon schreibt:

    Für Historiker ist sowas toll. Auch Spielfilme können als historische Quelle dienen, denn sie sagen etwas Emotionales über die Zeit aus, in der sie gedreht wurden. Und mit einem Reboot kann man sehr schön vorher und nachher vergleichen – und dabei mehr als nur die Qualität der Special Effects. Batman ist da ein schönes Beispiel. Der Joker, gegen den Adam West antrat, war eine Comicfigur – Der Joker, gegen den Michael Keaton antrat, war ein Wahnsinniger – Der Joker, gegen den Christian Bale antrat, war ein Terrorist. Und nun kann man anfangen zu forschen, woran diese Entwicklung liegt.

  16. Ravenscroft schreibt:

    Mir fallen nur ältere Sachen ein. Der Schakal, ein grauehafter Reboot mit Bruce Willis. Da ist wirklich nichts mehr vom Reiz des Orginals übrig geblieben.
    Ansonsten hat mich der Reboot bei der Herr der Ringe Übersetzung (also die Bücher) hart getroffen. Die Version von Krege mit der „zeitgemäßen“ Sprache ist gelinde gesagt Brechreizerregend.
    Ach und SR4 mag ich auch nicht aber das liegt vielleicht auch einfach daran das wir unser 3.01D im Laufe der Zeit mit Hausregeln nach unseren Bedürfnissen verändert haben und man sagt ja „never change a winning team“ 🙂

  17. Knut schreibt:

    Für mich wirken viele Teile von SR4 einfach seelenlos.

  18. Agent Pöhlemann schreibt:

    Wenn wir bei alten Filmen bleiben: Ich befürchte dass ein Reboot von „Great Escape“ grauenhaft würde. Mit Vergewaltigungen in der Dusche und Explosionen.
    Zum Glück steht der nicht zuoberst auf der remake-Liste (Chicken Run zählt nicht!)

  19. Cunningham schreibt:

    Solange sie kein Reboot der Bud Spencer und Terrence Hill Filme machen ist ja eigentlich alles in Ordnung …

    Und ja, ich mag Bud Spencer und Terrence Hill immer noch.

    „Der hat doch soviel Grips wie ein Spatz Fleisch am Knie.“

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