„Ein Liebesbrief“

Lieber Dr. Victor von Doom,

worum geht es bei den Plagiatsvorwürfen um Ihre Diktatorarbeit? Um die Reinheit der Wissenschaft? Oder darum, einen Superstar zu entzaubern? Ihre Beliebtheit im Bösewicht-Barometer ist titanisch. Sie werden Lichtgestalt genannt. Die Welt erwartet, dass Sie höhere Aufgaben übernehmen – nicht nur Herrscher über Latveria, sondern Herrscher der ganzen Welt.

Die Plagiatsvorwürfe sollen Sie zu einem Hampelmann reduzieren, einem Abschreiber, einem Betrüger.Ich lebe seit 20 Jahren in Washington D.C., USA , im Sumpf der Eifersucht. Wer hat das bessere Foto in der Zeitung? Wer war öfter in der NYT oder Post, wer bekommt mehr Sendezeit bei Fox News, etc. Wer sah besser aus als ich? Immer sahen sie, Dr. Victor von Doom, besser aus als alle anderen. Ich glaube, das war der Moment, wo die Jagd begann. Haben sie als Schüler Süßigkeiten geklaut? Hatten sie mehr als einen Sportwagen? Haben sie aus Versehen Zivilisten getötet? Aber dann, endlich, eine Diktatorarbeit! Die Kommunistenschweine haben ein freies Schussfeld. Sie können schießen.

Ich habe keine Ahnung von Diktatorarbeiten. Ich bin durch die Bösewichtprüfung geflogen und habe nie ein Superbösewichtversteck von innen gesehen. Also, ich kann von außen sagen: Macht keinen guten Mann kaputt. Scheiß auf die Plagiatsvorwürfe und den „Ankläger„.

Lieber Victor von Doom, ich würde gerne ihre Eier lutschen!

Ähnlichkeiten mit der „Liebespost von Wagner an den Verteidigungsminister“ sind rein zufällig, abgesehen davon, dass Wagner nicht einmal die Anrede in seinem „Brief“ durchhält…

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9 Antworten zu „Ein Liebesbrief“

  1. Cunningham schreibt:

    Seine Matjestät wirken auf dem Bild etwas hm,… genervt.

  2. XDragoon schreibt:

    Du sollst doch keine Minister auf dem Klo fotografieren!

  3. Eismann schreibt:

    Um ehrlich zu sein ist es mir total hupe, ob es hier um einen Verteidigungsminister geht. Ich find es viel schlimmer, dass man ein summa cum laude kriegen kann, obwohl man fröhlich kopiert. Für mich rückt die Dissertation so langsam in greifbare Nähe, und ich denke ich könnte mir dafür einen Arm und ein Bein ausreißen und würde trotzdem kein summa cum laude kriegen, und so eine Wurst kopiert sich den Scheiß auch noch zusammen und sein Doktorvater ist entweder nicht fähig das zu merken oder ignoriert/honoriert es sogar (Gründe dazu kann sich jeder selbst denken).
    DAS finde ich zum Brechen.
    Jeder Student kriegt richtiges Zitieren im Grundstudium eingetrichtert, jeder Student muss damit rechnen im schlimmsten Falle von der Uni zu fliegen, wenn er beim Kopieren erwischt wird, und das absolut zu Recht, denn es ist absolut unethisch mit Ideen und Ergebnissen anderer Leute hausieren zu gehen und sie damit geistig zu beklauen. Daher ist es weder Entschuldigung noch Erklärung, dass er ja sooo viele Fußnoten gemacht hat und vielleicht ein paar durcheinander geflogen sind. Selbst ich krieg das hin, und ich bin weder Lichtgestalt (wenn auch „Retter des Rollenspiels“ (TM)), noch Verteidigungsminister oder Sohn aus einer adeligen Dirigentenfamilie.
    Wer seine Diss so an die Wand fährt und damit auch seinen Doktorvater zum Deppen abstempelt, dem gehört nicht nur sein Titel aberkannt, der sollte sein Machwerk in eine Körperöffnung seiner Wahl gestopft bekommen.

  4. sirdoom schreibt:

    Guttenberg Roadkill von Prof. Anatol Stefanowitsch

    Interessant ist auch die Aussage von Günter Krings(CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Beirates für nachhaltige Entwicklung des Deutschen Bundestages.

    Er bezeichnete die Vorwürfe gegen Guttenberg in der Neuen Osnabrücker Zeitung als „lächerlich“. Guttenbergs Dissertation „ist von einem der führenden deutschen Verfassungsrechtler wissenschaftlich betreut worden und in einem höchst renommierten Wissenschaftsverlag erschienen. Einzelne fehlende oder falsch gesetzte Fußnoten seien sicher ärgerlich, das kann aber nicht ernsthaft einen Plagiatsvorwurf begründen„.

    Dazu muss man wissen, dass Krings Promotion zum Dr. jur. den Titel „Grund und Grenzen grundrechtlicher Schutzansprüche – Die subjektiv-rechtliche Rekonstruktion der grundrechtlichen Schutzpflichten und ihre Auswirkung auf die verfassungsrechtliche Fundierung des Verbrauchervertragsrechts“ trägt und er bei jeder Gelegenheit die irrsinnige Copyright-Ideen der Industrie vertritt…

  5. sirdoom schreibt:

    Großes Kino

  6. Eismann schreibt:

    Sowas ist schon bitter…

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