„Kundentest Deutsche Post“

In der Hauptfiliale der Deutschen Post in Göttingen findet zur Zeit eine Leistungsbewertung und „Serviceanalyse“ statt. Hinter jedem Postangestellten rennt die ganze Zeit über ein gelackter Unternehmensberater mit Stoppuhr lang, macht sich Notizen und schaut in Abständen böse aus der Wäsche. Meistens in Richtung der Kunden, weil diese die Unternehmensberater anschauen als ob die Geheimpolizei vor Ort wäre. 😛

Kundentest Deutsche Post - Teil Eins - Logo

Durch ihr Rumwuseln machen die Unternehmensberater die ganze Sache nämlich nicht effizienter, sondern sorgen für ein angespanntes Klima und behindern durch Diskussionen mit den Angestellten den Kundenservice. Was längere Wartezeiten zur Folge hat und weder von Kunde noch Postangestellen goutiert wird. 😉

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21 Antworten zu „Kundentest Deutsche Post“

  1. Knut schreibt:

    Ein weiser Mann hat mal folgendes gesagt:
    Es gibt Menschen, die haben Talente. Manche haben ein Händchen bei Pflanzen, manche haben einen guten Zugang zur Mathematik, manch einer ist Geigenvirtuose, Schriftsteller oder Maler.
    Und wenn man kein Talent hat, wenn Mutter Natur einem keine Begabung in die Wiege gelegt hat, wenn man alles höchstens durchschnittlich kann, dann, ja dann wird man Berater.

  2. Cunningham schreibt:

    Ah, Unternehmensbestatter, jetzt auch bei der Post …

  3. sirdoom schreibt:

    Na ja, es gibt durchaus kompetente Berater, aber meist zieht der Job halt Vollpfosten an.

  4. C.F.K. schreibt:

    Ich bin froh und dankbar, daß wir in unserem TNT Regiopost Depot bislang davon verschont geblieben sind. – Die gelegentlichen Vorträge des Regionalbereichsleiters (mit Videobeamer-Einsatz) zum Thema „Probleme bezüglich… Produktivität, Sortierzeiten, zu viele Reklas, zu hoher Krankenstand“ und die (zum Glück nicht mehr wöchentliche) Teamsitzung, bei der meist ähnliche Punkte angesprochen werden, sind lästig genug: Sie halten einen nämlich von der Arbeit (Briefe in Gangfolge sortieren und austragen) ab!

  5. Joachim schreibt:

    Wer etwas kann, der tut es
    wer es nicht tun kann, unterrichtet es
    wer es nicht tun kann und auch nicht verstanden hat, berät andere darüber

  6. sirdoom schreibt:

    Ich hab dann mal ganz direkt in der Post nachgefragt, was da los war und welche Firma da war, Antwort: Kein Kommentar, dazu dürfen wir nichts sagen!

    Daraufhin habe ich eine meiner Quellen angehauen und rausgefunden, dass es sich offiziell um eine Arbeitseffizienzprüfung gehandelt hat. Gerüchten zufolge soll es auch darum gehen den paar Restbeamten über dem Mindestlohn was an den Karren zu flicken. Aber sowas ist sicherlich Gewerkschaftspropaganda…

  7. gedichtblog schreibt:

    Unternehmensberatung ist eine Krankheit, die in ihrem Management geschwächte Unternehmen befällt. Zu den frühen Symptomen gehört ein erhöhtes Level an Stressfehlern der Arbeitskörperchen bis hin zum druckbasierten Ausfall, sowie eine ausgeprägte Hyperintrigie im managerialen System. Nach dem akuten Befall stellt sich oft ein langwieriger Angestellten und Kapazitätenmangel ein, der allerdings mit eine euphorischen Hochgewinnphase einher geht. Nach vielen Monaten lässt sich dann oft der Beginn einer langfristigen, teils auch chronischen Hypoprofitie feststellen.
    Zur Prophylaxe empfehlen wir keine BWLer im höheren Management zu beschäftigen. An einem Impfmittel basierend auf Erfahrung und Vernunft wird gearbeitet, aber Erfolge sind rar gesät.

  8. sirdoom schreibt:

    ^^Gröhl 😛 Und leider nicht allzu weit von der Wahrheit entfernt.

    Mir ist z.B. ein internationaler Konzern bekannt, der in Deutschland einen Personalsparplan durchgeprügelt hat und damit kurzfristig viel Geld gespart hat und die Aktienkurse stiegen. Nach 2 Monaten ist dann aufgefallen, dass man zuwenig Leute hatte um die schon verkauften Produkte fertigzustellen und nach einem kurzen Blick auf die Konventionalstrafen hat man wieder angefangen Leute anzustellen, zu mehr Personalkosten als vorher. Was auch wieder Zeit gekostet hat. Am Ende gabs Mehrkosten in fast 3-stelliger Millionenhöhe durch die Personalkosten UND durch die Konventionalstrafen.

    Die Beraterfirma, die den Kram ursprünglich vorgeschlagen hatte, ist sich keiner Schuld bewusst und verweist auf das Management, welches unbedingt schnell Geld sparen wollte. Das Management verweist auf die Beraterfirma, die Mist gebaut hat, beschäftigt diese aber weiter.

  9. cerbero schreibt:

    So Firmen gibts öfter, ich kenn da einen Motorenzulieferer der ca 100 Stellen „sozialverträglich“ abbaute. Wer in Rente konnte wurde in Altersteilzeit geschickt, wer Abfindungen wollte bekam welche.
    Die Abfindungen betrugen zwischen 1,5 und 3 Jahresgehältern – nach nicht ganz drei Jahren arbeiteten ca 70 der geschassten Mitarbeiter wieder für die Firma.

  10. sirdoom schreibt:

    Sowas passiert halt, wenn es u.a. Aktienkursabhängige Boni gibt und die Weitsicht genau zum nächsten Quartalsbericht reicht. Aber ich distanziere mich gleich mal von der Aussage, das klingt so kommunistisch…

  11. Farmerboy schreibt:

    Aber ansich muss man zumindest den Verantwortlichen der Beraterfirma im Fall Post AG schon Respekt zollwn.
    Ich meine, du wirst bezahlt um eine „Effizienzsteigerung“ zu ermöglichen, darfst dann selber den aktuellen Grad der Effizienz bewerten, der liegt aufgrund deiner Bewertungsmethode (die herumdackelnden Berater die den Angestellten auf den Sack gehen) ziemlich weit unten, dann empfiehlst du ein paar beliebige, v.A. billige und evtl noch „störenden Faktoren“ beseitigende Besserungsmethoden und voila, die Effizienz steigt weil du ja gleichzeitig deine Berater die ja den Karren erst in den Dreck gezogen haben abziehst… Respekt Jungs. ^^

  12. sirdoom schreibt:

    Diabolisches Geschäftsmodell!

  13. XDragoon schreibt:

    Ihr seid doch alle nur neidisch, dass Euch das nicht zuerst eingefallen ist! 😉

  14. gedichtblog schreibt:

    „das klingt so kommunistisch…“
    Ne, da gehört schon noch ein bischen dazu. Gab einen Kapitalismus vor der Dominanz der Finanzwirtschaft, wird einen danach geben. Aber zum Thema: Die Statistik für Unternehmensberatung und „reengineering“ ist richtig, richtig schlecht. Wenn ich wieder an meine Bücher ran komme schau ich mal nach, aber IIRC waren gut 2/3 der Firmen nachher schlechter dran als vorher. Von den Arbeitern und Kommunen mal ganz abgesehen.

  15. gedichtblog schreibt:

    Ein bischen wie die Privatisierungswelle seit den 90ern. Der Finanzmarkt ist halt nicht nur von den Bedürfnissen und Interessen von Bürgern und Konsumenten abgekapselt, sondern auch von den Interesse von Produktion und Dienstleistung.

  16. sirdoom schreibt:

    Siehe auch die glorreichen Ergebnisse von PPPs. Wobei da die richtigen katastrophen in Deutschland wohl erst noch bevorstehen…

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