„Review – The Social Network“

TSN - LogoDie Oscars stehen ja vor der Tür, also… The Social Network handelt vordergründig von Mark Zuckerberg und wie er Facebook erfindet, stiehlt, an sich reißt. Und den dazugehörigen Partys und Vergleichsverhandlungen. Und dem US-Campusleben. Und… All dies wird von David Fincher handwerklich solide und im Vergleich zu Finchers sonstigen Arbeiten schon fast konservativ eingefangen. Aber Fincher wäre nicht Fincher, wenn dieser oberflächliche Eindruck nicht täuschen würde.

The Social Network handelt nämlich eigentlich gar nicht von Facebook. Die Geschichte von Facebook ist nur ein Aufhänger, eine Art McGuffin, der die Rahmenhandlung liefert und vergleichsweise austauschbar ist. Man könnte es auch eine einzige Marketingkampagne nennen, „Der Film über Facebook – der eigentlich nichts damit zu tun hat„. Was Fincher und Aaron Sorkin (Drehbuch) in Wirklichkeit macht, ist eigentlich nichts anderes als eine leidlich subversive Abrechnung mit dem amerikanischen Traum und dem US-Universitätensystem. Es geht um Gesellschaftsschichten und „soziale Netwerke“ als Ganzes, nicht nur als Schlagwort für eine Firma. Die Kaste der aufstrebenden Nerds und Tech-Wizzards gegen den alteingesessenen Geldadel. Der Snobismus der akademischen Anstalt gegen die Skrupellosigkeit der „Anwalteska„. Und diejenigen, die auf der Strecke bleiben und wie viel es kostet bis ganz nach oben zu kommen. Wirklich liebenswert und gut kommt dabei keiner davon, aber Fincher zeichnet nie schwarz-weiß, seine Figuren sind in jeder Geste ambivalent.

Fazit: Wer sich darauf einlässt Fincher dabei zuzusehen, wie er sich in Subversion übt, ohne Gebäude in die Luft zu jagen, wird einen verdammt guten Film sehen. Bleibt man an der Oberfläche, erwartet einen eine auf Hochglanz polierte Pseudodoku über Facebook. Aber wie gesagt, um Facebook geht es bei dem Film gar nicht.

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5 Antworten zu „Review – The Social Network“

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