„The OSCAR-Inception“

Chris Nolan hat die ganze Welt verarscht. Und zwar volles Rohr. Er inszenierte eine Preisveranstaltung, bei der er selbst mit Inception nominiert ist und fährt dann eine surreale und fade Wohlfühl-Version der Wirklichkeit, in der genau zwei Mal Realität absichtlich einsickern darf. Mit der Verleihung des Oscars für die beste Dokumentation und mit dem Auftritt von Kirk Douglas. Aber die Hauptshow nimmt einen anderen Weg.

The King’s Speech ist ein gelungener Film, Collin Firth ein toller Schauspieler, usw. Aber dass ausgerechnet dieser Film der Abräumer des Abends wird, der eine verklärte und geradezu altmodische Version von Hollywood par Excellence darstellt, ist schon etwas lächerlich. Genauso wie beim Soundtrack Tron Legacy nicht berücksichtigt wurde oder beim Tonschnitt Scott Pilgrim. Die beiden Moderatoren, deren Namen ich versuche zu vergessen, waren eine wundervolle Imitation von Plastikjugendlichen, die alles waren, außer witzig oder erinnerungswürdig. Nolan lässt „seinenChristian Bale einen Oscar für „The Fighter“ gewinnen(Batman 3 lässt grüßen), gibt sich selbst jede Menge Technik-Oscars und am Ende lässt er einen Kinderchor aufmarschieren, der Somewhere over the Rainbow vergewaltigt. Und wir denken, wir hätten eine echte Preisverleihung gesehen, ein Stück Realität innerhalb der Virtualität Hollywoods. Und wer dies denkt, der wurde „incepted„.

Womit Chris Nolan den einzig wahren Oscar 2011 verdient, denn er hat uns alle verarscht!

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7 Antworten zu „The OSCAR-Inception“

  1. Xekyo schreibt:

    Das die Academy Awards eine gigantische Werbemaschine sind und die Sieger oftmals weniger durch Qualität als eher durch Quantität hervorstechen braucht man nicht zu bestreiten.
    Allerdings versteh ich nicht, worauf du mit „lässt gewinnen“ und „gibt sich selbst“ in Bezug auf Nolan raus willst?
    Meiner Recherche nach hatte er keine der Kategorien präsentiert und auch sonst keine moderierende Funktion am Abend und die Gewinner der Academy Awards werden von den etwa 6000 Mitgliedern der AMPAS (Schauspieler, Regisseure, Drehbuchautoren, Produzenten, Kostümbildner, Komponisten usw.) aus den Nominierten gewählt – also nicht von einzelnen Personen vergeben.

    Da somit die Vergabe zu großen Teilen Geschmackssache (und Marketingsache) ist, wäre wohl auch erklärt, warum Tron und Scott Pilgrim, die eher kleine Zuschauergruppen ansprachen, nicht genug Stimmen fangen konnten.

  2. sirdoom schreibt:

    Geh mal von der Prämisse aus, dass Chris Nolan, der mit Inception einen Film über verschiedene Realitätsebenen gedreht hat und dafür selber nominiert ist, es irgendwie geschafft hat, der Produzent und Regisseur der OSCAR-Verleihung zu sein, die eine Preisverleihung für Kunstwerke darstellt, die eine andere Realität zeigen.

    Diese Prämisse ausgeblendet hast du natürlich recht 😉

  3. Xekyo schreibt:

    Meine Rollenspielkameraden beschweren sich, dass ich viel zu „meta“ denke, aber da habe ich zu kurz gegriffen. 😉

    Vielleicht kriegt er ja einen Emmy dafür, dass er eine Gala produziert hat, die eine Preisverleihung für Kunstwerke darstellt, die eine andere Realität zeigen und verarbeitet das als zusätzliche Realitätsebene in einem autobiographisch angehauchten Film in dem ein Mensch davon träumt ein großer Regisseur zu sein? :p

  4. sirdoom schreibt:

    *g* ^^Der is gut! 🙂

  5. Andai schreibt:

    Ich habe kein Problem mit Chris Nolan, im Gegenteil seien Filme sind meist erfrischend, spannend und noch etwas, was derzeit als gut zu erachten ist..diesbezüglich und, dass die Academy Awards eh nur Show sind..zu verschmerzen:D

    Glaube aber Tron wurde nicht berücksichtigt, weil der Film ausserhalb des Zeitpunktes fiel. Mit irgendeinem Film war das auch schon mal, weiß jetzt nicht, ob das mit Drehabschluß, Kinodatum oder anderem zusammenhängt.

  6. sirdoom schreibt:

    Mit dem Soundtrack selber kann es nichts zu tun haben, der ist afaik schon lange vor Filmstart im Herbst in den USA rausgekommen.

  7. Pingback: “The King’s Speech – Review” |

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