„Political Fallout 2011 – Germany“

Nun hat Kanzlerin Merkel also zur Notoperation angesetzt, zumindest auf den ersten Blick.

Die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken wird für drei Monate ausgesetzt, ein sogenanntes Moratorium. Während dieser drei Monate soll die Sicherheit aller Kraftwerke rückhaltlos und vorbehaltlos überprüft werden.

Und – oh Überraschung  – wenn man sich dann anschaut, was zwischen heute und dem 14.06.2011 so passiert, dann findet man folgendes:

20.03.2011: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2011

27.03.2011: Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2011

27.03.2011: Landtagswahl in Baden-Württemberg 2011

22.05.2011: Bürgerschaftswahl in Bremen 2011

Die nächsten wichtigen Wahlen finden dann erst wieder im September statt(Berlin, Mecklenburg-Vorpommern) .

Ein Moratorium (lat. morari „verzögern, aufschieben“) bezeichnet übrigens allgemein die Übereinkunft, eine bestimmte Sache aufzuschieben oder vorläufig zu unterlassen.

Man könnte also auf die Idee kommen, dass jetzt drei Monate lang gar nichts getan wird und überraschenderweise im Juni alle Kraftwerke in Deutschland für absolut sicher erklärt werden. Um die Sache nicht ganz so offensichtlich zu machen, wird man empfehlen hier und dort noch einen Dieselgenerator hinzustellen und eventuell sogar 1-2 der Härtefälle endgültig abzuschalten. Mehr aber nicht. Natürlich wäre so ein Vorgehen zynisch und unverantwortlich, geradezu unvorstellbar. Aber wenn man sich z.B. die Beschlusspraxis für den Standort Gorleben anschaut, dann kommt man nicht umhin, zumindest mit so einem Ergebnis zu rechnen. Natürlich sollte man auch fairerweise erwähnen, dass Merkel IRGENDWAS tun musste, sonst wäre sie zerfleischt worden.

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33 Antworten zu „Political Fallout 2011 – Germany“

  1. 3-6 schreibt:

    Ich finde das komplett hirnlos; es beweist eigentlich nur noch, dass in diesem Land fast ausschließlich Volltrottel leben.

    „Fukushima bedeutet: Abschalten“ ist da nur die Spitze der Entblödungspyramide.

  2. Andai schreibt:

    Nichts mehr hinzuzufügen, ihr habt beide alles gesagt, was ich im Moment sagen könnte…*kopf+tischplatte* bis morgen…

  3. sirdoom schreibt:

    @Henning: Hirnlos = Überprüfung der Sicherheitslage oder hirnlos = Aktionismus. Da besteht schon ein Unterschied 😉

  4. 3-6 schreibt:

    Moratorium 😉

    Wobei die Demo der Opposition heute vor dem Kanzleramt noch eine Spur schwachsinniger war.

  5. XDragoon schreibt:

    Impressionen aus Mainz:

    Anti-Atom-Demo

    Und am Pariser Tor (wichtiger Verkehrsknoten):



  6. sirdoom schreibt:

    Wart ab, ich zähle die Sekunden, bis wer „Vandalismus“ brüllt 😉

  7. 3-6 schreibt:

    ^^ Hat wohl nicht funktioniert 😉

    Die sind, wenn man sie am Flughafen nach der Rückkehr von der Weltreise befragt, bestimmt auch gegen Luftverschmutzung, sind für gemeinsames Lernen und werden ihr Kind in eine Privatschule geben, und fordern den unbegrenzten Zuzug von Ausländern, solange die einen anderen Beruf ausüben als sie selber. Lieblingsberuf Lehrer, krankheitsbedingt Frühpensionär mit 48.

    Der Grund, wieso Deutschland einen negativen Migrationssaldo hat: weil sie, die Deppen, mittlerweile in der Mehrheit sind.

  8. sirdoom schreibt:

    ^^Verdammt, auf nichts kann man sich mehr verlassen 😉

    Also um Luftverschmutzung grundsätzlich TOLL zu finden muss man schon geistig etwas „verstrahlt“ sein. Der durchschnittliche Lehrer kann sich eine Privatschule in Deutschland gar nicht leisten. Also so gaaaanz kann das Modell nicht stimmen*g*

  9. Thomas schreibt:

    Es ist ein Fehlschluss aufgrund des druch ein bestimmtes Ereigniss ausgelösten Aktionismus, das dahinter liegende Anliegen zu verdammen. Atomkraft ist unfug. Es produziert Abfälle, die hoch gefährlich und nicht kontrollierbar sind von den Gefahren von Unfällen mal ganz abgesehen. Aber Vernunft bewegt eben niemand, erst wenn wo was explodiert springen alle auf und schreien.

  10. Henning schreibt:

    Mit einer Kombination von schnellen Brütern, eigener Wiederaufbereitung und Leichtwasserreaktoren hätten wir eine sehr effiziente Nutzung der Kernenergie gehabt, bis man auf Fusion umstellen kann. Übrigens wäre dabei auch deutlich weniger Müll angefallen als bei der jetzigen Nutzungsweise, aber das will von den Ökos ja keiner hören.
    Die haben mit ihren Angstmachern den technischen Fortschritt gebremst, heute beschweren sich die gleichen Leute, dass es nur alte AKW gibt.

    Der Strom muss aber irgendwo herkommen – ein simples Problem, dass die Angstmacher bisher nicht gelöst haben.

  11. M schreibt:

    In der ganzen Debatte hat dieses „Inseldenken“ für mich mit den größten Nervfaktor.

    Wir sind von AKWs umzingelt – um die 40 in Frankreich, die Schweiz hat 3 direkt an der Grenze, Richtung Osten stehen auch nicht wenige und dort dann auch ein paar ganz besonders gute Kandidaten.

    Solange es keine gesamteuropäischen Ansätze gibt, ist die deutsche Debatte über „Abschalten!“ oder „Glühen lassen!“ etwas sinnfrei. Denn ob nun eins in Frankreich, Schweiz oder Deutschland explodiert, ist vom Wirkungsfaktor her ziemlich nebensächlich.
    Einzig die Anti-AKW-Aktivisten könnten sich dann an die Grenze stellen und rufen „Wir haben´s euch gesagt!“, während ihnen gleichzeitig die Haut vom Körper fällt.

  12. sirdoom schreibt:

    Immerhin haben sie dann recht gehabt! 😉

    Aber klar brauchen wir eine gesamteuropäische Energiestrategie, aber die ist ja gar nicht gewollt, es müssen ja Eigeninteressen vor Sicherheit und Nachhaltigkeit gehen.

    Siehe auch hier

  13. 3-6 schreibt:

    Als ob es sich um Inseldenken handeln würde – dafür müssten die Ökos nämlich denken.

    Wem es nicht aufgefallen ist: seit dem Erdbeben bis zum heutigen Tag ist die Forderung der grünen Khmer und Co identisch – egal, was genau passiert ist und wie die Sache ausgehen wird.

    Und wieso? Weil das eigene Weltbild propagiert wird, welches sich mit der Realität nicht aufhalten muss.

  14. XDragoon schreibt:

    Es geht nicht nur um Inseldenken vs. Gesamteuropäische Lösung. Man darf auch mal im positiven Sinne Vorreiter und Vorbild sein.

  15. Thomas schreibt:

    1. Inseldenken: Weder die französische, noch die polnische, noch die tschechische,… Regierung darf ich wählen.

    2. Angstmacher: Atommüll ist ein komplett ungelöstes und nicht vollständig lösbares Problem, dass, bei den am schnellsten zerfallenden Stoffen, 300 Jahre bestehen bleibt, bei den langlebigeren mehrere Jahrhunderttausende. Und es ist ja nicht einfach hässlich und Delphine schneiden sich daran, sonder es ist höchst giftig und kontaminiert mit was es in Kontakt kommt. Und dabei sind die Katastrophen noch gar nicht eingerechnet.
    Angst ist genau die vernünftige und angemessene Reaktion. Daneben stehen und sagen „Och Ja mein, Strom halt.“, selbst wenn man den Strom braucht um Wachstum zu stützen, hat erst zu Tschernobyl und Japan geführt.

  16. 3-6 schreibt:

    Angst ist niemals eine vernünftige Reaktion. Angst ist eine Emotion und hat mit Vernunft keine Schnittmenge. Aber da wirst Du mich mit seinem soziologischen Gebrabbel bestimmt schnell belehren 😉

    Caesium hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren, Plutonium von 24,000 Jahren. Deine Zahlen stimmen also nicht.

    Was die Entsorgung angeht: Deutschland leistet es sich, radioaktive Stoffe endzulagern, die gar kein Müll sind. Der real nicht verwendbare Teil ist deutlich geringer.
    Durch die grünen Khmer und ihre Angsterzeugungsorganisationen ist eine sachliche Debatte schon lange Zeit nicht mehr möglich und von deren Seite sowieso nicht gewünscht. Aber Deutschland lebt eben auf der Insel der Glückseeligen und kann es sich noch leisten, dass Entscheidungen aus dem Bauch und ohne Sachkenntnis getroffen werden. Da leistet die Presse zudem ganze Arbeit, „informieren“ tut die schon lange nicht mehr.

  17. farmerboy schreibt:

    Und wie oft muss die Halbwertszeit erreicht werden bis die Substanz (relativ) ungefährlich wird? Das ist doch eher das Entscheidende oder?

  18. Henning schreibt:

    Das kommt darauf an, welche Mengen welcher Substanz freigesetzt werden.

    Das ist momentan nicht bekannt.

  19. Thomas schreibt:

    „Angst ist niemals eine vernünftige Reaktion. Angst ist eine Emotion und hat mit Vernunft keine Schnittmenge. Aber da wirst Du mich mit seinem soziologischen Gebrabbel bestimmt schnell belehren“

    Jemand, der nichts verstehen will, dem kann man nichts erklären. Aber ich denke schon, dass wir Emotionen in angemessen und unangemessen in bestimmten Situationen unterscheiden. Es ist ebenso unangemessen auf deine Mutter wütend zu sein, wenn sie dir ein schönes Geschenk macht wie dankbar gegenüber einem Hooligan zu sein, der dir die Nase bricht. Vor einer harmlosen Spinne Angst zu haben ist unangemessen, vor einem auf dich zu rasenden Zug, angemessen. Den Schritt von angemessen zu vernünftig können wir auch gerne später diskutieren.

    „Caesium hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren, Plutonium von 24,000 Jahren. Deine Zahlen stimmen also nicht.“

    Halbwertszeit ist derjenige Zeitraum innerhalb dessen von einer bestimmten Menge an Material, die hälfte weg ist. Nach 30 Jahren ist also nur noch 50% des Cäsiums, nach 24k Jahren 50% des Plutoniums da. weitere HWZ Jahre später noch 25%, nochmal HWZ Jahre später 12,5%, usw. Nach 8 HWZ ist weniger als 1% der ursprünglichen Menge verhanden, nach 10 HWZ etwas über 0,1%. 0,1% klingt ziemlich nach „praktisch nichts mehr da“

    Bei Cäsium also nach 300 Jahren, bei Plutonium 240k Jahre, ergo Jahrhunderttausende. Aber wenn man bedenkt, dass in 24000 Jahre die gesamte Geschichte der Menschheit seit der landwirtschaftlichen Revolution 2 mal passt, braucht man die 240000 Jahre, bis das Zeug sich per Kernzerfall in anderes zeug und jede Menge Hitze zerstetzt hat, nicht, um ziemlich entsetzt zu sein.

    Ich nehme an, mit Grüne Khmer (ein reichlich rassistischer Ausdruck), meinst du diese liberal-konservative neue Mitte, die gerne schadstofffreies Essen und high-tech Spielzeug in einem gelingenden Leben vereinigen möchte? Wenn ja, die kotzen mich auch an. Aber nur weil ein paar Idioten aus flaschen Gründen eine richtige, oder vage richtige Meinung haben, macht das die Meinung nicht schlechter. Die FDP ist auch für die Legalisierung von weichen Drogen und gegen die Vorratsdatenspeicherung,…

  20. Thomas schreibt:

    Farmerboy: das kommt auf die Konzentration der Stoffe an. Also nicht nur darauf wie viel, sondern wie weitläufig verteilt. Eine Menge, die dich sicher umbringt, wenn du sie schluckst ist verteilt auf den Pazifik unproblematisch. Welche Konzentrationen wo verbleiben hängt hauptsächlich von der Flüchtigkeit der Teilchen, Wind und Niederschlag ab. Tendenziell sind die höchsten Konzentrationen da, wo es kleine Tropfen regnet, also nieselt. Das wäscht sehr viel Material aus der Luft und kontaminiert lokale Oberflächen.

    Das Zeug einfach weitläufig zu verteilen ist allerdings keine endgültige Lösung, da viele der Stoffe verstoffwechselt werden und damit in der Nahrungskette konzentriert werden können. Dann gibts noch verschiedene chemische und physikalische Prozesse die gleichartige Stoffe konzentrieren können, die sind aber erstmal weniger problematisch.

    Aber, wie dem auch sei: der Pazifik ist groß und, wie Henning schon sagte, solange nicht klar ist, wie viel sich verteilt hat (und das wird wohl auch nie wirklich klar sein, höchsten mehr oder weniger gut geschätzt), ist auch nicht klar, in welchem Maße gesundheitliche Probleme auftauchen könnten. Ich denke mal, wir können weiter bedenkenlos Sushi essen.

  21. 3-6 schreibt:

    http://www.faz.net/s/RubB08CD9E6B08746679EDCF370F87A4512/Doc~ED76AB24B8FAC4F79A95B004FEAD1EADB~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Anscheinend ist die Strahlung im Bereich der Reaktorblöcke deutlich geringer, als allgemein angenommen.

  22. Knut schreibt:

    Was ich dabei nicht verstehe:
    Wie kann man es als aufrechter Deutscher zulassen, dass rein gewinngesteuerte Individuen Kraftwerke betreiben, die das Potential haben große Bereiche, unter Umständen sogar das ganze Land, unbewohnbar zu machen und Millionen Deutsche zu verseuchen und umzubringen? Da werden doch nationale Interessen dem Shareholder Value geopfert, und das Restrisiko auf den Rücken des Volkes ausgelagert.
    Es ist doch fast egal, wie gering das Risiko eines solchen Unfalls sein könnte, und in Japan sieht man ja, dass es soooo gering auch wieder nicht ist, besonders wenn man Faktoren wie „der billigste Anbieter“, Inkompetenz oder simple Gier einrechnet. Das Risiko wäre mir als Mitglied der deutschen Bundesregierung deutlich zu hoch.

  23. 3-6 schreibt:

    Peer: Hast Du dafür direkte Quellen? Auf der Site des NRC finde ich nichts.

    Knut: weil eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung gemacht wird und es davon ab keine Sau interessiert, bis ein Unglück passiert.

    Und was Japan angeht, nochmals: es war das heftigste Erdbeben dort, das je gemessen wurde. Das Erdbeben selbst hat zu keinen gravierenden Schäden an den AKW geführt. Der Tsunami hat die Energieversorgung gestört, dies hat zu der jetzigen, weitgehend unklaren Situation geführt. Wäre die Stromversorgung der Kühlsysteme intakt geblieben, hätte die Anti-Atomkraft-Bewegung ein echtes Problem, da es wohl keinen besseren Beweis für die Sicherheit der AKW geben dürfte. Okay, nach dem Tsunami hätte noch ein Komet einschlagen können …

    Klar ist bisher nur, dass von 13 atomaren Reaktorblöcken im Einflussbereich von Erdbeben und Tsunami 4 Blöcke beschädigt sind, mindestens 2 davon irreparabel. Über alles andere gibt es keine eindeutigen Informationen.

  24. sirdoom schreibt:

    @NRC: Heute Nachmittag kam das US-Senate-Hearing zu Fukushima auf CNN und Auschnittsweise auf BBC. Google sonst einfach nach den Namen die gleich kommen, da gibt es genug Quellen:

    Greg Jaczko, chairman of the US Nuclear Regulatory Commission (NRC), said attempts to cool reactors with sea water and prevent them from melting down appeared to be failing.

    Emergency workers in the vicinity could be exposed to „potentially lethal“ radiation doses, he said.

    The plant was severely damaged by last week’s huge earthquake and tsunami.

    US Energy Secretary Steven Chu has said that the situation at the plant appears to be more serious than the partial meltdown at the Three Mile Island nuclear plant in Pennsylvania in 1979.

    The US state department has urged Americans living within 80km (50 miles) of Fukushima Daiichi, which lies 220km from Tokyo, to leave the area – a much wider exclusion zone than the 20km advised by the Japanese government.

    @Sicherheit Fukushima: Siehe IAEA-Bericht beim anderen Artikel, die haben geschlampt.

  25. Knut schreibt:

    Es geht mir gar nicht um die Quantität relativer Sicherheit. Es geht mir um die Möglichkeit, dass deutscher Boden für Generationen vernichtet werden könnte. Und es geht mir darum, in wessen Händen die Sicherheit liegt.

  26. sirdoom schreibt:

    Seitenbemerkung:

    Obwohl die Lage an der sandigen Küste in Japans Nordosten, in einem Erdbebengebiet direkt am Meer, eindeutig eine andere ist als die der US-Kraftwerke, seien weder Reaktoren noch Sicherheitssysteme auf einen Tsunami ausgelegt worden. Trotzdem habe man die Konstruktion fast eins zu eins übernommen. „Die Gefahr eines Tsunami haben wir überhaupt nicht berücksichtigt„, sagte Ogura, der die Kühlsysteme für alle Reaktoren außer dem vierten mit konstruiert hat, laut der japanischen Zeitung „Hokkaido“. „Wir waren nah dran, ignorant zu sein. Wir haben nicht geprüft, ob die vorgesehenen Maßnahmen ausreichten„, sagte Ogura.

    [Quelle]

  27. Thomas schreibt:

    Ich weiß nicht, was man als „aufrechter Deutscher“ machen soll, vielleicht dasselbe, dass man als krummer Deutscher oder leicht schräg liegender Pole oder kerzengerader Libyier tun sollte.

  28. farmerboy schreibt:

    @al: Danke, mir gings zwar eher um die Auswirkungen der Halbwertszeit ansich, die Sache mit der Verteilung/Konzentration ist schon klar, in genügend hoher Dosis ist ja eh alles tödlich 😉

    Ein paar kleine Zahlen zu AKWs allgemein:
    http://www.eon-kernkraft.com/pages/ekk_de/_material/EKK_SicherBrosch_web_2009.pdf

    Laut EON produzieren ihre 13 AKWs zusammen also ca 15000MW. Stolze Zahl.
    Rechnen wir doch mal gegen, in einem Bereich der mir recht naheliegt 😉 .

    Deutschland hat 12 Mio ha Ackerfläche.
    Eine gute, bodenschonende Fruchtfolge lässt 25% Mais zu. Sind 3 Mio ha.
    1 ha Mais = 2KW in einer Biogasanlage.
    Macht 6 Mio KW = 6000 MW. Wir können locker 1/3 des Bedarfs einer Biogasanlage zusätzlich mit Gülle decken, ergo nochmal 2000 MW.
    Macht 8000 MW.
    Bei Investitionen in Fernwärmeleitungen und neue Speichertechnik und Filterung des Biogases sind noch weitere Energiepotenziale freisetzbar.
    (Je nach Rechnung haben Biogasanlage eine Effizienz von 25 -40%).

  29. farmerboy schreibt:

    Brandstiftender Gedanke:
    Was ist wenn wir GenMais einsetzen und weitere Ertragspotenziale ausschöpfen? Weitere 5, 10, 20 % Mehrertag auf den Maisflächen und damit auch Mehrertrag an Energie?

    Weitere Brandstiftung:
    Müsste dann der Strompreis denn wirklich sehr viel höher sein? Oder sind dann durch die dezentrale Verteilung der Energiegewinnung vielleicht Einsparpotenziale vorhanden die sehr viel der Mehrkosten auffangen?
    Und haben wir dann nicht die Gewinne der Energieerzeugung auf sehr viele Bürger verteilt anstatt auf einige wenige Unternehmen?
    Auf Bürger weiträumig in Deutschland verteilt sind, in ihren jeweiligen Gemeinden Gewerbesteuer bezahlen und die für den Betrieb ihrer Anlagen nötigen Wartungsanlagen durch Handwerker aus der Region durchführen lassen?

    PS: der Gau bei einer Biogasanlage führt übrigens nur zum warmen Abriß der Anlage und ein wenig Gestank bei Anwohnern in Windrichtung..

  30. XDragoon schreibt:

    Die Gülle brauchst Du aber um den Mais zu düngen.

  31. XDragoon schreibt:

    Wahrscheinlich wird sich eher der Maispreis an die Energiepreise angleichen – und damit auch der sonstige Getreidepreis womit wieder die Dritte Welt in Not gerät.

  32. sirdoom schreibt:

    Da brauchst aber keinen Genmais für. Die höchsteffiziente Hühnchenproduktion in Niedersachsen hat schon so manche, heimische Tierzucht in Afrika vernichtet, ganz ohne Gentech.

    Da gehts eher im Rahmen von vernünftiger Entwicklungshilfe um Schutzmaßnahmen, zur Erhaltung einheimischer Grundmärkte.

    Und ja ich weiß, Marktschranken sind böse, allerdings wenn ich mir anschaue wie es eh schon aktuell aussieht, wäre sowas verschmerzbar. Globalisierung gilt ja meiste auch nur für Großkonzerne. Für Panasien wollen sie gerade Parallelimporte strafbar machen und auf EU-Ebene gibt es dazu auch wieder einen Vorstoss. Aber wir schwiefen gerade GANZ weit vom Thema ab. 😉

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