„Speedy thing goes in, speedy thing comes out – Portal 2“

Portal war imho eines der besten und innovativsten Spiele der letzten Jahre, auch wenn ich an den Speedruns nachher total verzweifelt bin. Ich wollte unbedingt den Kuchen und die Party und habe um meinen Companion Cube geweint.


Ziel des Spieles ist es, mit dem Portal Device, einem Gerät, mit dem man interdimensionale Portale erstellen kann, verschiedene Aufgaben zu meistern und Hindernisse zu überwinden. Die Handlung ist übrigens im Half-Life-Universum angesiedelt.

Der Spieler übernimmt die Kontrolle über Chell, ein Testsubjekt für die Forschungseinrichtung Aperture Science Enrichment Center der Aperture Laboratories. Aperture Labs ist ein Konkurrenzunternehmen der Black Mesa Research Facility, so dass der Ärger für jeden Half-Life-Veteranen vorprogrammiert ist.

Nachdem man in einem spartanischen ausgestattetem Glaskubus erwacht, wird man von der weiblichen Computerstimme des Genetic Lifeform and Disk Operating System – GLaDOS – begrüßt und aufgefordert, an Tests teilzunehmen. Diese bestehen aus als Testkammern bezeichneten Hindernisparcours, in denen unter anderem würfelförmige Boxen gesucht und auf Bodenschaltern abgelegt werden müssen. Als Belohnung für den erfolgreichen Abschluss aller 19 Kammern wird immer wieder ein Kuchen versprochen, in einem Level wird sogar auf der Infotafel am Ende ein Kuchen angezeigt.

Es zeigt sich allerdings schnell, dass GLaDOS vollkommen irre ist und ständig zwischen Fürsorglichkeit, Gleichgültigkeit und Feindseligkeit schwankt. Die Testkammern werden durch Säurebecken, Energiestrahlen und Selbstschussanlagen zunehmend lebensgefährlich. Neben kurzen Aussetzern von GLaDOS und ihrer Fähigkeit, Euphemismen zu verwenden und zu lügen, wirken auch kleine Areale abseits der eigentlichen Testkammern beunruhigend. Dort befinden sich neben aus Computern improvisierten Kochern und Nahrungsvorräten Notizen wie „She’s watching you!“ oder „The cake is a lie!“ Nach Ablauf des offiziell vorgesehenen Parcours, versucht GLADOS dann auch den Spieler zu entsorgen, wo bei man sich laut Aussage von GLaDOS allerdings keine Sorgen um die Ausrüstung machen müsse, da sie für derart hohe Temperaturen ausgelegt sei. Aber der Spieler kann entkommen und stellt sich nun GLaDOS direkt. Aber Happy Ends gibt es ja ganz allgemein im Half -Life-Universum nicht und es gibt solche und solche Siege.

Portal 2 beginnt – vermutet – Jahre später – zeitlich nach Half Life 2 – und in den Trümmern der Aperture Labs wird aufgeräumt und der eingefrorene Spieler wieder aufgetaut. Mögen die Tests beginnen!

I think we can put our differences behind us. For science. You monster.“ GLaDOS, Portal 2

Für den Multiplayer-Modus wurden Atlas und P-body kreiert, ein modifizierter personality core und eine Portal-Sentry Gun, die sich ihrer selbst bewusst sind. Im Gegensatz zu anderen robotischen Testobjekten von GLaDOS sind sie ziemlich und zu erfolgreich, da sie zusammenarbeiten, weswegen GLaDOS versucht ihre Beziehung mit Psychotricks zu stören.

Don’t disappoint me, or I’ll make you wish you could die!“ GLaDOS, Portal 2

Aber wie spielt es sich denn nun? Eigentlich genauso genial wie der Vorgänger. Allerdings hat VALVE das ursprüngliche Indie-Spiel Portal einem gewaltigen Facelift unterzogen und daraus einen Blockbuster gemacht, was natürlich auch vollkommen schiefgehen kann. Hier aber überhaupt nicht. Portal 2 spielt sich im Kern wie Teil 1, hat sinnvolle, interessante und herausfordernde Erweiterungen bekommen, der bösartige Humor ist so schwarz wie immer und die Story hat so einige Twists parat und enthüllt endlich mehr von den Zusammenhängen. Da könnte sich so mancher Hollywood-Drehbuchschreiberling mal eine große Scheibe von abschneiden! Bei der Technik gibt es nichts zu meckern, auch wenn man merkt, dass sich PS3 und XBox360 langsam echt zum limitierenden Faktor entwickeln, die Anforderungen für die PC-Fassung sind nämlich vergleichsweise harmlos. Sehr positiv sticht hervor, dass Portal 2 eben keine lieblose Konsolen-Portierung ist, was man alleine schon am Aiming-Verhalten merkt.

Ich bin jedenfalls bisher restlos von Portal 2 begeistert! Wollen wir hoffen, dass das Jahr 2011 so weitergeht und Battlefield 3, der Duke und Deus Ex 3 auch halten, was sie versprechen!

P.S.: Ich brauch dringend einen Plüsch-Companion Cube fürs Auto/Rückspiegel.

Co-oP Trailer

Aperture Labs Turret Promo

A Day in the Life of a Turret

GLaDOS – Still Alive

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5 Antworten zu „Speedy thing goes in, speedy thing comes out – Portal 2“

  1. Nyx schreibt:

    Gut, dann will ich auch mal mein erstes Kunden-Fazit abgeben… 🙂

    Ich bin zwar noch nicht ganz durch den Single-Player-Modus durch (s.u.), aber immerhin liest Wheatley schon Machiavelli und ich kann irgendwie schon das Finale schnuppern… und den Co-op-Modus habe ich gestern mit (dem hier ja auch rumoxidierenden) CrazyCloud angetestet und wir haben uns königlich amüsiert.

    In den Kommentaren zu einigen Kurz-Reviews (mehr habe ich mir um Spoiler zu vermeiden noch nicht angeschaut) moserten die Leute ja rum, dass Portal 2 zu kurz sei und sie in 4 Stunden durch seien bzw. die Rätsel/Testkammern zu einfach seien.

    Ich bin – wie oben gesagt – noch nicht ganz durch, habe aber bisher, als durchaus erfahrener Portal 1-Spieler, mal locker 10 vergnügliche Stunden im Single-Player-Modus gedaddelt.
    Ein bis drei Stunden täglich (mit Pause über weite Oster-Teile).
    Dies – zugegeben – nicht, weil die Schwierigkeit so exorbitant wäre, sondern weil ich auch nach versteckten Ecken suche (und so z.B. über das durchaus Verdachtsmomente erhärtende Bild gestolpert bin), die einfach genialen Hinweisschilder in Ruhe lese, stehenbleibe wenn die Computer mit mir sprechen, dann leise vor mich hinkichere und anschließend irgendwann weitertapse.

    Mein Tip: Zeit lassen, sich umschauen, zuhören wie Wheatley Paranoia schiebt, GlaDOS über Chell’s Gewicht lästert (Frauen unter sich… 😉 ) oder beide Computer gegeneinander einen „besonderen“ Psychokrieg führen… mit den Farben rumspielen (ich habe z.B. längere Zeit damit verbracht eine Plattform mit dem weißen Gel „anzumalen“… völlig sinnlos, weil ich die Lösung zum Weiterkommen schon in der Tasche hatte… aber es musste sein… :-D) etc. pp..

    Die Schwierigkeit empfinde ich persönlich als eher so la-la, muss aber auch dazusagen, dass ich die Advanced- und Challenge-Testchambers von Portal 1 angegangen bin (wo mir u.a. noch ein paar der Step-Challenges fehlen, auf die ich einfach keinen Bock hatte) und da auch recht gut durchkam (man hatte vorher ja schon im „normalen“ Modus gelernt ‚mit Portalen zu denken‘ (;-)).

    Das man solche – teilweise recht knackigen Kammern – keinen Leuten vorsetzen kann, die mit Portal 2 einsteigen ist IMHO nur nachvollziehbar.
    Wer die Advanced-/Challenge-Kammern hinter sich hat und spaßeshalber mal ein paar Speedruns bei Portal 1 gemacht hat kann sich halt nicht mehr wirklich als Maßstab für einen Schwierigkeitsgrad nehmen, mit dem auch Otto-Normal-User nicht frustiert werden sollen.

    Ich musste durchaus auch mal ’ne Zeit grübeln, weil ich ein Detail übersehen hatte oder einen Zwischenschritt ausgelassen hatte. Nichts Großartiges und mit einem „Und jetzt… Shit. Ne, so nic… ah, ich Depp… *zurücktaps* SO, jetzt!“ behoben.
    Aber was soll’s? Ich habe – wie ja schon geschrieben – durchaus meine Stunden vergnüglich verbracht… und werde dann mit dem ‚Wirren Wölkchen‘ noch einige im Co-op-Modus verbringen, wo der Schwierigkeitsgrad ja nochmal anziehen soll… und dann werde ich für die Achievements den Single-Player-Modus wohl noch ein paar Mal durchspielen müssen, denke ich… und dann mache ich mal’n Speedrun.

    Letztlich wird es mich also durchaus für eine angemessene Zeit beschäftigen.

    Und in ’nem Jahr werde ich dann wohl Portal 1 und Portal 2 mal wieder/nochmal durchzocken und mich wieder in GlaDOS ‚verlieben‘.

    Und bis dahin bin ich auch voll der Hoffnung, dass Valve Advanced-/Challenge-Chambers für Portal 2 als DLC bietet (Bitte, bitte… *snief quengel daumen-drück*).
    ___

    Ja, mein obiges Fazit ist ziemlich Fanboy-mäßig (der ich bin), aber ich habe einfach gerade viel, viel Spaß an Portal 2.

    Ich verstehe sogar das Gemecker von Spielern, die die Erwartungshaltung an ein Spiel mit dem Schwierigkeitsgrad der Portal 1-Zusätze hatten, durchgefegt sind und nach einem Abend feststellten, dass sie ein Vollpreis-Spiel „verspielt“ hatten.

    Würde mich auch ärgern.

    Aber seinen wir ehrlich, schon Portal 1 war ein gutes Spiel wegen dem recht innovativen Spielprinzip.
    Aber genial, und ich zum Fanboy, wurde es wegen GlaDOS, den iSentries mit ihren „I don’t blame you.“-Sprüchlein, den ganzen Spielereien drumrum.
    Genauso ist es bei Portal 2.

    Zumal das Prinzip ja nichts Neues mehr ist. Klar, ein paar – sogar recht viele – neue Sachen kommen dazu… die Laserwürfel, die Gels, Lichtbrücken, Lichttunnel… aber es ist nun einmal so, „I’m already thinking with portals!“.
    Bullettime nach Matrix 1 (Trinity in der Ecke mit den Wachleuten) war halt auch nicht mehr überraschend und innovativ. Ich sehe sie trotzdem immernoch gerne, wenn sie gut eingesetzt wird. 🙂

    Also, nehmt euch Zeit, die Story auf, sucht euch einen Freund zum Co-op-en… und man zieht eine Menge Spaß aus dem Spiel.

    Wie ein guter Whisk(e)y… genießen, nicht runterkippen, damn it! 😉

  2. sirdoom schreibt:

    Amen!

    Ich mag Wheatley, geiler Face Heel Turn! 🙂

    Bedeutung verlink ich mal nicht, wegen Spoileralarm, kann ja jeder selber googeln. 😉

  3. Nyx schreibt:

    Und schon kündigen sie den ersten DLC an…

    http://www.pcgamer.com/2011/04/28/portal-2-dlc-due-this-summer/

    Feini, feini… sogar schneller, als es für mich notwendig gewesen wäre.
    ___

    Aber was mir in den Kommentaren noch auffällt… es scheint ECHT Nasen zu geben, die für die Hüte, Gesten etc. im Co-op zahlen… *kopfschüttel*

    Die Gesten kann man im Co-Op-Modus machen.
    Indem man ihn spielt schaltet man sie frei.
    Manche kaufen sie sich, damit sie sie schon ausführen können, während sie den Co-op-Modus spielen, indem sie sich normalerweise gerade freischalten würden.

    Und dann beschweren sie sich… *argh*

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