„Nuclear Fallout 2011 – Kleinkram“

Es wird immer gerne verbreitet, wie preiswert Atomstrom wäre. Diese Aussage war schon immer mehr als zweifelhaft, wenn kurz früber nachdachte, dass die Hersteller von Nuklearenergie keine oder lächerliche Versicherungen abschließen mussten – der Rest des Risikos wird auf Staat, sprich Bürger abgewälzt – und von den Kosten für die Endlagerung wollen wir gar nicht anfangen.

Man braucht dabei allerdings noch nicht mal die Kosten für die Lagerung des Abfalls. Die Versicherungssummen allein reichen bereits, um eine etwas andere Kalkulation aufzustellen.

Die Versicherungsforen, ein Dienstleister der deutschen Versicherungswirtschaft, haben in der Studie erstmals berechnet, wie hoch die Versicherungsprämie für ein Kernkraftwerk sein müsste. Ein Versicherer müsste danach vom AKW-Betreiber pro Jahr rund 72 Milliarden Euro für die Haftpflicht verlangen, um beispielsweise binnen 50 Jahren Laufzeit eine ausreichende Deckungssumme zu erreichen. Den maximalen Schaden, der durch einen Super-GAU mit starker Freisetzung von Radioaktivität entstehen würde, berechneten die Experten auf über 6000 Milliarden Euro. Darunter fallen unter anderem Kosten von Evakuierung und Umsiedlung der Bevölkerung, Todesfälle und Krankheiten, Ausfall von Wirtschaftsleistung und sinkender Konsum. [Quelle]

Schwupps, was für eine Überraschung. Wenn man da jetzt noch Endlagerungskosten draufrechnen würde, dann ist die Umstellung auf erneuerbare Energien kein Kostenfaktor, sondern ein gigantisches Einsparungsmuss.

Währenddessen berichtet in Deutschland keine Sau mehr über die Lage in Fukushima. Wieso auch? Ist alles verstrahlt, aber da aktuell keine Explosionen zu erwarten sind, fällt es unter Quotengift.

Das Strahlungsniveau am Boden in Japan hat die Tschernobyl-Evakuierungsgrenze inzwischen deutlich überschritten. Die Sowjets hatten 550,000 Bequerel als Grenze, in Japan haben sie es jetzt mit bis zu 14,7 Millionen Bequerel zu tun. Aber das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology beruhigt:“Radioactive substances in soil do not enter human bodies immediately.„[Link] Da bin ich ja sehr beruhigt!

Als eine meiner Lieblingspropagandanachrichtenquellen hat Russia Today einen netten Bericht aus der „Zone“. Demnach ist mittlerweile radioaktives Grundwasser in Städten nahe Fukushima aufgetaucht. Außerdem ist außerhalb der Evakuierungszone zu hohe Radioaktivität gemessen worden. Und es droht der Einsturz des Reaktor-4-Gebäudes, welches eh schon leicht schief steht.[Link]

Da können wir ja alle beruhigt sein!

Weitere News:

Es wird vermutet, dass in Fukushima 1 die Brennstäbe durch ein Loch aus dem Reaktorkern rausgeflossen sind. Besonders viel ist noch nicht bekannt, hier gibt es immerhin Grafiken dazu. Mich würde auch interessieren in welchem genauen Zusammenhang der Tepco-Scherge da von „China-Syndome“ redet… Update: Siehe auch „Brennstab-Schmelze brannte Leck in AKW

Die ersten radioaktiven Container sind im Hafen von Rotterdam abgefangen worden. 14 waren unter den Grenzwerten und durften weiter, einer übersteigt sie, und bei vier weiteren wird noch getestet.

Stresstest nicht bestanden: In fast einem Drittel aller US-Atommeiler haben Inspektoren Schwachstellen bei den Ablaufplänen und der technischen Ausrüstung für Notfälle entdeckt. Die Behörden beteuern weiter, die Kraftwerke seien sicher.[Link]

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