„Review – (Wer ist) Hanna“

Die 14-jährige Hanna Heller (Saoirse Ronan) lebt mit ihrem Vater Erik (Eric Bana) in einem Wald in Finnland. Dort hat Erik sie in allerlei Künsten, vom Kämpfen über verschiedene Sprachen bis hin zum Wissen über die Welt und Kulturen unterrichtet. Sie hatte nie Kontakt zu der modernen Außenwelt und kennt deshalb keine Elektrizität, keine Musik und hat nie das Verhalten in der Außenwelt erlebt. Für eine spätere Mission hat sie eine falsche Identität verinnerlicht und sie auswendig gelernt. Später übergibt Erik ihr einen Funksender, da Hanna bereit zu sein scheint. Der Funksender sendet ein Signal an eine CIA-Agentin, Marissa Wiegler (Cate Blanchet, u.a. Robin Hood und Monuments Men – Ungewöhnliche Helden), und verrät Hannas Standort. Ein Trupp CIA-Operatives nimmt Hanna gefangen und bringt sie in eine geheime Einrichtung nach Marokko, ohne zu wissen, dass sie damit nur dem Plan folgen. Denn Hanna hat einen Auftrag: Sie soll Agentin Wiegler ermorden.

Von Teilen der Presse verrissen, die den Film meiner Meinung nach gar nicht verstanden haben, aber hey, so einen Vorwurf kann man immer leicht machern. Beim Alter der Protagonistin hat man in Deutschland in den Ankündigungen schnell mal nach oben korrigiert, weil sowas ja nicht geht. Und den Titel „Hanna“ hat man gleich mal für ganz Dumme in „Wer ist Hanna“ umgeändert, wobei das den Kern der Sache nicht mal so wirklich trifft. Und natürlich dumme Cliché-Nazis als Gegner. Aber wie sieht es denn nun wirklich aus?

Hanna ist eine Mischung aus Action-Thriller – mit guten hand-to-hand combat Szenen – und Selbstfindungstrip mit einem Schuss Agentenfilm und Sci-Fi, wobei der Film mit Symbolismus gepflastert ist. Nicht umsonst werden häufig Grimms Märchenerwähnt“ und viele klassische Musikzitate gebracht, die fließend in den aggressiven Soundtrack der Chemical Brothers übergehen. Die angeheuerten Nazi-Schläger sind wahrscheinlich die am wenigstens Cliché-behafteten Handlanger der letzten Filmdekade und ihr Anführer ist wenn überhaupt Nihilist. Wäre er der Anführer der Nihilisten in „The Big Lebowski“ gewesen wäre der Film anders und wesentlich blutiger ausgegangen und zwar nicht zugunsten der Helden.

>>> Trailer Wer ist Hanna

Blanchet und Bana sind gut, aber Saoirse Ronan mit ihrer Reverse-Alice-Rolle stiehlt ihnen doch merklich die Show. Wer auf etwas anspruchsvollere Action steht, die nicht der Serverfarm entsprungen ist und sich auch um die Charaktere kümmert, kommt an diesem Film eigentlich nicht vorbei. 4 von 5 grimmschen Handkantenschlägen

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5 Antworten zu „Review – (Wer ist) Hanna“

  1. LabRat schreibt:

    Ich fand den auch nicht schlecht. Klar, die Story ist jetzt nicht die Offenbarung, aber das ganze ist solide und weniger abdreht und overdosed als in klasischen Hollywood Blockbustern. Steht dem deutschen Film auch deutlicher näher als dem amerikanischen und nicht nur weil große Teile der Handlung in Deutschland spielen. Ich versteh auch nicht, warum einige den eher schlecht bewertet haben. War vermutlich einen falsche Erwartungshaltung.

  2. Marktschreier schreibt:

    Kann das denn wirklich was sein? Ein kleines milchgesichtiges Mädchen als „Superkiller“ schreckt mich schon im Vorfeld ab.:/

  3. sirdoom schreibt:

    Ich fand z.B. die Action-Szenen ziemlich gut und auch logisch rübergebracht und weit vom „Powergaming“ jeglicher US-Actionblockbuster entfernt. Es gibt natürlich neben jahrelangem Training und Ausschaltung der Hemmungen was die Anwendung von Gewalt angeht noch eine andere „In-Film“-Erklärung, die aber nur als Henne-Ei-Problem oder Selffullfilling Prophecy taugt, da man nicht weiß, ob *zensiert* oder nicht doch das Training dafür verantwortlich sind.

    Als trotz des „somehow-Leon-der-Profi“-Plots echt gut.

  4. DarkISI schreibt:

    Hat mir auch sehr gut gefallen.
    Ist doch mal ein wenig was anderes im Action Genre, ohne total aus der Rolle zu fallen. Wirklich gut gemacht.
    Hoffe ja durchaus auf einen zweiten Teil, da gibt es noch Möglichkeiten😉

  5. Pingback: “Review – Monuments Men – Ungewöhnliche Helden” |

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