„Steuersenkungen? My Ass, FDP!“

Viele reden ja von Aufschwung in Deutschland, ich denke immer noch, dass es sich bloß um eine Anpassung an die Realität handelt. Aber wie auch immer – und wie lange noch ist eine andere Frage – von Januar bis Mai sind die Steuereinnahmen um 9,2 Prozent auf 203 Milliarden Euro gestiegen(18 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum). Allein im Mai lag der Zuwachs bei über zehn Prozent.

Es sind also ein paar Milliarden zusätzliches Spielgeld auf dem Tisch. Eigentlich eine gute Sache. Damit könnte man die gigantischen Staatsschulden etwas senken – womit man auch weniger Zinsen zahlen müsste. Oder man transferiert es gleich nach Griechenland, wo es sowieso landen wird. Oder man kann damit auch ein bisschen den Straßenbau oder das Gesundheitssystem aufpäppeln. Was man aber auf gar keinen Fall damit tun darf, ist es für Steuersenkungen raushauen. Da kommen bei jedem eh nur Cent-Beträge an und das Geld ist vollkommen futsch. Das Argument „hohe Steuern killen den Aufschwung“ zieht hier ja diesmal so gar nicht, denn warum hätten wir sonst „Aufschwung„? Aber so dämlich wird ja keiner sein, oder?

Doch natürlich! Die FDP hat so hart daran gearbeitet unter die 5%-Hürde zu kommen, da war sie überrascht, dass es im Deutschlandtrend kurzfristig wieder nach oben ging. Und da muss was gegen getan werden! Aber es wird noch besser. Aufgrund allgemeiner geistiger Umnachtung, weil man zumindest versuchen will die FDP zu retten und weil man irgendwas tun muss, will die CDU dabei auch mitmachen. Und die FDP will die SPD davon überzeugen… Immerhin sind die Länderchefs noch dagegen, deren Kassen sind nämlich leer…[Link]

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10 Antworten zu „Steuersenkungen? My Ass, FDP!“

  1. Knut schreibt:

    Die FDP hat der US-Regierung ihr Taschenmesser geklaut?

  2. 3-6 schreibt:

    Ich bin immer dafür, dass mehr Geld beim Bürger bleibt, als es den Politikern für ihre Schwachsinnsprojekte zur Verfügung zu stellen.

    Die Schulden wird man wohl eher per Inflation tilgen, die paar Milliarden fallen da eh nicht so ins Gewicht.

    Solange das Geld nicht für soziale Wohltaten raushaut, soll mir aber alles Recht sein.

  3. sirdoom schreibt:

    Ja, weil ich das Bild mag, ein gewisser Bezug vorhanden ist und ich nichts besseres gefunden habe. Suspension of Disbelief, Alda!

  4. sirdoom schreibt:

    Da ich neulich einen FDPler gesehen habe, der Steuersenkungen als soziale Wohltaten gebranded hat, bist du also gegen Steuersenkungen? 😉

    Wenn wir jedes Jahr 100 Milliarden Euro abstottern sind wir in 17 Jahren Schuldenfrei. Klingt nac h wahnsinnig viel, aber wenn ich mir anschaue, wofür für sonst so Geld rauskloppen. Man könnte im Zuge der Bankenrettung ja auch einen Zinsstopp bei den banken aushandeln und mit aushandeln meine ich Erpressung und Gewalt. Würde ich jederzeit unterstützen. Ich bezweifle nämlich stark, dass man das Problem durch Inflation löst.

  5. 3-6 schreibt:

    Du weisst doch selbst, was ich meine : H4-Erhöhungen, Zuschüsse für Miete/Strom, Rentenerhöhungen ohne Bindung an Lohnsteigerungen, etc. Das Geld Leuten geben, die es nicht verdient haben.

    Wenn man die jährlichen Subventionen streichen und zur Tilgung verwenden würde, wären es sogar nur 11 Jahre.

  6. sirdoom schreibt:

    Klar weiß ich was du meinst, aber mir wäre eine Verteilung der Subventionsstreichungen lieber. Sprich nicht nur unten sondern auch oben sparen. Durch Subventionsstreichungen könnte man wohl durchaus über 100 Milliarden pro Jahr sparen und da sind die Bankenrettung nicht eingerechnet[Link, auch wenn es SPON ist, war aber das Erste was ich gefunden habe]. Obwohl ich eh nicht glaube, dass wir von denen je auch nur einen Euro wiedersehen.

    Und ich habe einfach Probleme damit Zuschüsse für Miete und Strom zu kürzen und gleichzeitig Kohle an Banken rauszuhauen, die uns ja erst in diese Krise gebracht haben.*grlm* Oder siehe auch den Mövenpick-Deal der FDP*doppelgrlm*

  7. 3-6 schreibt:

    Deswegen bin ich einfach gegen jede Verteilung, die über Notwendigkeiten hinausgeht 😉

  8. Cunningham schreibt:

    Hehehe, die Grünen feiern Schäuble als Lichtblick der Regierung, weil er gegen Steuersenkung ist…

  9. sirdoom schreibt:

    Wie war das noch mit „Man kann sich seine Alliierten nicht aussuchen“? 😉

  10. Pingback: “FDP – Die Steuerkavallerie” |

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