„State of Emergency – No Mercy for the Wicked“

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich kämpft mit einer lange zurückliegenden Katastrophe. Von 1998 bis 2005 war Otto Schily Bundesminister des Innern und hatte eine einfach Strategie, um die CDU in die Defensive zu drängen. Er agierte einfach als Law&Order-Minister mit einem Sicherheitswahn, dass jeder CDU-Mann, der sich ihm gegenüber mit noch strengeren Gesetzesvorschlägen hervortun wollte, sich einfach nur lächerlich machte.

Schily ließ damals verlauten:

Wer den Tod liebt, der kann ihn haben.

Nun ist Hans-Peter Friedrich in dieselbe Falle gelaufen, wie schon dutzende CDU-Politiker vor ihm. Er musste unbedingt einen draufsetzen. Dies tut man natürlich am Besten im Volksverdummungsorgan BLÖD oder BLÖD am Sonntag – die gerade auch Zeugnisse für die Bundesregierung ausgestellt haben, wo man beim Lesen spontan kotzen muss. Die Aussage, dass  Islamisten, die Mordanschläge in Deutschland verüben wollen, damit rechnen müssen, selbst getötet zu werden, ist ja nun kein Aufreger, sondern einfach eine Tatsachenbeschreibung. Wer mit Sprengstoffgürtel durch die Landschaft läuft um Leute zu sprengen, der wird halt abgeknallt, wenn er den nicht wieder ablegt. Aber Friedrich wäre nicht Friedrich, wenn er nicht noch einen hinterherschieben würde.

Wer anderen nach dem Leben trachtet, kann kein Mitleid erwarten.

Wofür steht nochmal das „C“ in CDU? Cotzbrocken? Nein, genau, „christlich„. Was Jesus wohl zu dieser Aussage meinen würde? Was steht denn im Neuen Testament dazu? Sollte etwa der christliche Politiker Friedrich einfach mal auf seinen ihn definierenden Glauben, ob einer billigen Schlagzeile scheißen? Oder ist er gar kein Christ? Oder ist er ein fundamentalistischer Kreuzritter? Will er Terrorverdächtige am liebsten einfach auf Sicht abknallen lassen?

Mag sein, vielleicht aber auch nicht. Aber auf jeden Fall er ist wie alle CDUler vor ihm wieder in die Otto Schily-Falle gelaufen…

Dieser Beitrag wurde unter imperiale Politik, verbale Diarrhoe veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Antworten zu „State of Emergency – No Mercy for the Wicked“

  1. Muriel schreibt:

    Was Jesus wohl zu dieser Aussage meinen würde?

    Matthäus 10:34-39.

  2. sirdoom schreibt:

    Im Zusammenhang der Friedens- und Liebesbotschaft Jesu Christi ist die wörtliche Interpretation des Verses natürlich Mumpitz. Jesus spricht hier nicht vom Ziel seiner Botschaft, sondern von den Auswirkungen seiner Botschaft, von den Auswirkungen der Nachfolge Jesu. Das Schwert ist sicher nicht als Waffe zu verstehen, sondern als ein Zeichen für Trennungen, die das Leben als Christ zeitigt. Wer sich der Botschaft des Friedens, der Liebe, der Feindesliebe, der Überwindung von Haß und Streit hingibt, wer Versöhnung predigt und praktiziert, der steht auf einer Seite des Lebens, die Widerspruch hervorruft.

    Allerdings kann ich mir durchaus einige Christen vorstellen, die den unangenehmen, friedliebenden Teil gerne wegignorieren und das als Genehmigung zum auf die Kacke hauen verstehen.

    *Theologen_Hut_absetz*

  3. Muriel schreibt:

    Das Schöne an der Bibel ist ja, dass jeder was drin findet. Der eine findet eine Liebes- und Friedensbotschaft, der andere findet Matthäus 10:34, oder Johannes 2:15.
    Und um die von Jesus eingeführt ewige Verdammnis (Gab es im AT noch nicht.) mit Liebe und Frieden zu vereinbaren, muss man wohl Christ sein.
    Ich zitiere auch immer gern Offenbarung 2:27: “ und er wird sie weiden mit eiserner Rute, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe;“
    Na gut, aber jetzt setze ich meinen komischen Hut auch wieder ab und gehe zurück an die Arbeit.

  4. sirdoom schreibt:

    *Theologen_Hut_wieder_aufsetz*

    Die Johannes-Offenbarung ist ein schlechtes Beispiel, da deren Authentizität/Kanonität durchaus umstritten ist. Der Text der Johannesoffenbarung ist im Vergleich zu den anderen Büchern des Neuen Testaments weit weniger gut bezeugt und von den erhaltenen Original-Pergamenten haben nur rund ein Dutzend Texte aus der Offenbarung und nur sehr wenige den gesamten Text. Auch von Schriftstil her gibt es einige Zweifen, da die in der Offenbarung verwendete Sprache vergleichsweise ziemlich unvollkommen und mit Semitismen versetzt ist. Dazu kommen zahlreiche Verletzungen von Grammatik, Satzbau und Rechtschreibung, sowie inhaltlich unklare und miss- oder unverständliche Aussagen. Deswegen wurde auch belegterweise hier besonders oft umgeschrieben oder neu formuliert im Laufe der Jahrhunderte, was zu starken Abweichungen der Texte führt.

    Ansonsten, jupp, man kann den ganzen Kram interpretieren wie man will, aber generell betrachtet sich die moderne(der letzten 200 Jahre) christliche Kirche als Friedenskirche und entsprechend diesem Branding müsste man den Kram dann auch interpretieren*g*

    *Theologe_Hut_wieder_absetz* Genug Religion für heute, da krieg ich immer Hunger…

  5. Muriel schreibt:

    Waddewaddewadde, halt mal.
    Gibt es einen Teil der Bibel, dessen Authentizität unumstritten ist?
    Und inwefern sind denn andere Teile der Bibel besser bezeugt?
    Gibt es einen Teil der Bibel, der keine unklaren und miss- oder unverständlichen Aussagen enthält?

  6. sirdoom schreibt:

    Klaro. Anhand von Querverweisen, Quellen verschiedener Herkunft aber mit gleichem Inhalt, Schriftstil, Pergamentanalyse, usw. ergeben sich durchaus Hinweise auf die Qualität der Authentizität. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass der Inhalt nicht von Anfang an Mumpitz war 😉

    Unumstritten waren dabei immer die vier Evangelien, die Apostelgeschichte, die Paulusbriefe, die Pastoralbriefe und der 1. Brief des Johannes. Angezweifelt aber größtenteils anerkannt sind Hebräerbrief, der Brief des Jakobus, der 1. und 2. Brief des Petrus, der 2. und 3. Brief des Johannes, der Brief des Judas und die Offenbarung des Johannes. Teilweise anerkannt, aber schließlich nicht ins Neue Testament aufgenommen: der 1. und 2. Clemensbrief, die Didache, der Barnabasbrief, der Hirte des Hermas, das Hebräerevangelium, die Offenbarung des Petrus.

    Man muss wohl nicht erwähnen, dass sich die Definition von „Beweisen“ zwischen Theologen und anderen Wissenschaftlern teilweise sehr unterscheiden 😉

    Gibt es einen Teil der Bibel, der keine unklaren und miss- oder unverständlichen Aussagen enthält?

    Du sollst nicht töten?*g* Es gibt durchaus recht eindeutige Ansagen, aber genauso oft auch Aussagen die sich je nach Lust und Laune deuten lassen.

  7. Nightwatcher schreibt:

    Dann werd ich mal auch zitieren, weils so schön paßt:
    „Sag mal, für wen trägst du eigentlich diese schweren Steine durch die Gegend? Für Gott? Ist es das? Gott? Dann pass mal gut auf… Ich geb dir jetzt mal ein paar Insider-Informationen über Gott: Gott sieht gerne zu… Er ist ein Voyeur! Denk mal darüber nach! Er gibt den Menschen Instinkte! Er gibt euch diese außergewöhnlich fantastische Gabe, und was tut er dann? Ich schwöre dir: Nur zu seinem eigenen Vergnügen, als sein eigenes privates kosmisches Schmierentheater, verändert er die Regeln! Dreht sie einfach um! Der größte Beschiss aller Zeiten, Kevin… Gucken, aber nicht anfassen! Anfassen, aber nicht kosten! Kosten, aber nicht runterschlucken! Und während ihr verzweifelt von einem Fuß auf den anderen springt, was tut er da? Er lacht sich seinen kranken, verfluchten Arsch ab! Er ist ein Spießer! Er ist ein Sadist! Er lässt euch allein hier unten!…“
    😉

  8. XDragoon schreibt:

    Es heißt nicht in jeder Übersetzung „Du sollst nicht töten“ – zum Teil nämlich: „Du sollst nicht morden“
    Töten und Morden sind juristisch durchaus unterschiedlich – und da es unterschiedlich übersetzt wurde, ist es anscheinend auch nicht unumstritten, welche Bedeutung nun korrekt ist.

  9. Muriel schreibt:

    Achso, du meinst diese Begriffe wie „umstritten“ oder „bezeugt“ im Hinblick auf Theologen.
    Dann hab ich nichts gesagt.

  10. Cunningham schreibt:

    Ihr könnte alle so froh sein, dass ich:
    – a) Mennoniet (Wiedertäufer) bin
    – b) ich kein Inquisitor bin.

    Schon allein für die Spekulationen und Auslegungen der Bibel würde ich Euch ans Kreuz nageln und welchselbiges dann von unten anzünden…

    aber ich bin ja friedfertig… 😀

  11. Muriel schreibt:

    @Cunningham: Es kommt mir immer so vor, als würden Christen so etwas mit einem deutlich wehmütigen Unterton sagen. Aber bestimmt liegt das an mir…

  12. Cunningham schreibt:

    Nein, nein, dass liegt an der guten alten Zeit, wo man sich nicht so „zivilisiert“ geben musste, wo man Leute, die einem nicht gepasst haben als Ketzer, Ungläubige und Heiden einfach so beiseite schaffen konnte.

    Heute haben wir einfach zuviel Angst als Arschlöcher dar zu stehen.
    – Im nahen Osten hat man gejubelt als die Twin-Towers weggebombt wurden.
    – Die Amis haben Gefeiert als Osama Bin Laden umgelegt wurde.

    In beiden Fällen standen wir da, haben mit dem Kopf geschüttelt und geurteilt: „Sind die unzivilisiert!“
    Letztlich ist das reinster Neid. Tief im Herzen hätten wir als Oberst Klein die beiden Tanklaster hat wegbomben lassen auch gesagt: „Fickt Euch Talliban-Arschloch-Wichser!“
    Aber nö, wir fallen in ein fremdes Land ein, zahlen den örtlichen Warlords Schutzgeld für unsere Konvois, die von Camp zu Camp fahren und wenn wir jemanden erschießen, entschuldigen wir uns ganz brav.

    Es ist ganz einfach Neid und Wehmut….

  13. Muriel schreibt:

    Dacht‘ ich’s mir doch.

  14. sirdoom schreibt:

    Ich halte Colonel Cunninghams These gar nicht für besonders abwegig. Die Tünche der Zivilisation ist immer dünner als man denkt.

    Schönes Beispiel: Jedesmal wenn irgendein Kind missbraucht oder getötet wird, ploppt in regelmäßig der Ruf nach Kastration und Todesstrafe auf, am besten durch einen Instant-Lynchmob. Sowas wird dann auch von Hausfrauen unterstützt, die ansonsten von „bösen Killerspielen“ reden und Gewalt ganz, ganz schlimm. Ausnahme: Wenn es der Dorfpriester, die Authoritätsfigur war, dann war das Kind schuld und hat sich aufgedrängt.

    Die Unterscheidung zwischen dem persönlichen Gefühl , dass der Schuldige übern Jordan geht – vollkommen verständlich – und der logischen Entscheidung für einen Rechtsstaat > *PUFF* Dabei zählt nur die sofortige Befriedigung des eigenen Rachewunsches, denn bei wirklicher Abschaffung des Rechtsstaates und Umwandlung in einen Willkürstaat, würden alle wieder heulen.

  15. XDragoon schreibt:

    Naja, wir haben noch das Schmerzensgeld, das ja auch die Rachegelüste von Opfern besänftigen soll. Allerdings deckt sowas in Deutschland kaum mehr als die Portokosten mit dem Gericht.

  16. sirdoom schreibt:

    Insbesondere wenn der Täter/Schuldner der Staat ist…

  17. gedichtblog schreibt:

    Ich finde, der beste Grund um sich „zivilisiert“ zu geben, sind die dicken Wichser mit den Atombomben. Wer also seinem „barbarischen“ Wunsch zu Auslöschung seiner Feinde (wer auch immer, ist dem ja auch egal warum er jemanden für einen Feind hält) gerne ausleben möchte, der kann dabei mir nichts dir nichts alle „Zivilisation“ und ein Gutteil aller komplexeren Organismen obendrein in den Ausguss der Geschichte spülen.
    Viel Spaß dabei.
    Und noch was, was heißt denn „authentisch“ in Bezug auf die Bibel Fragen? Zeitnah? Aus einer frühchristlichen Gemeinde hervorgegangen? Welche anderen Texte die Autoren kannten? Oder einfach, dass derjenige, der als Autor behauptet wird auch der Autor war?

  18. sirdoom schreibt:

    ^^Gutes Argument@Nukes 😉
    ^^Authentisch > jupp, also alle von dir genannten Punkte*g*

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