„Review – Der Mandant“

Mick Haller (McConaughey) ist kein typischer Anwalt. Statt in einem gediegenen Büro wickelt der Strafverteidiger seine Geschäfte auf dem Rücksitz seiner dunklen Lincoln-Continental-Limousine ab. In diesem Auto chauffiert ihn sein Fahrer in Los Angeles von Gerichtssaal zu Gerichtssaal, wo Haller sein Geld damit verdient, günstige Deals für Drogendealer, Prostituierte und andere Klienten auszuhandeln. Dabei bewegt er sich geschickt in der Grauzone zwischen Legalität und Trickbetrug, zumeist im Interesse seiner Klienten, immer jedoch auf der Jagd nach der nächsten fetten Beute.

Eines Tages hat der geschiedene Vater einer kleinen Tochter plötzlich einen sehr viel größeren Fisch an der Angel. Er soll Louis Roulet verteidigen, den Sprössling einer reichen Familie aus Beverly Hills, dem Vergewaltigung vorgeworfen wird. Was anfangs nach einer leichten Aufgabe für ein gutes Honorar aussieht, entpuppt sich bald als Hallers größter und gefährlichster Fall, durch den zunächst sein Gewissen und schließlich auch seine gesamte Existenz auf den Prüfstand gestellt wird, denn hinter dem Fall steckt mehr als man vermutet und auch Hallers Vergangenheit ist davon betroffen.

Der deutsche Titel „Der Mandant“ lässt vermuten, man hätte mal wieder eine John Grisham-Verfilmung vor sich, was auch an Hauptdarsteller Matthew McConaughey liegt, der schon in der Verfilmung von Grishams „Die Jury„(A Time to kill) mitgespielt hat. Diese falsche Vermutung ist aber eigentlich gar nicht schlimm. Der Mandant ist ein leiser, kluger Gerichtsthriller, der vollkommen ohne großen Krach auskommt. Er erzählt keine vollkommen neue Story oder leistet sich zig Wendungen, sondern liefert einfach eine grundsolide Leistung ab, ohne sich zu verfrickeln.

Ob man sich den Film im Kino anschauen muss, weiß ich nicht, aber auf DVD sicherlich ein guter Tipp.

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5 Antworten zu „Review – Der Mandant“

  1. Ben Teddy schreibt:

    Die John Grisham Romane fand ich immer besser als deren Verfilmungen und auch hier greift man wohl besser gleich zum Buch als zum Film. =p

  2. Henning schreibt:

    Kino ist immer gut😉

  3. sirdoom schreibt:

    Und ich empfand John Grisham-Romane immer als etwas ZU lang und konnte mich mehr mit den Verfilmungen anfreunden.😉

    Ist natürlich immer so, dass ein Buch wesentlich ausführlicher und tiefer geht, als die Verfilmung. Den Fan eines Buches kann man also eigentlich nie 100%ig von der Verfilmung überzeugen. Man sollte sich dann immer ins Gedächtnis rufen, dass Buch und Film unterschiedliche Kunstformen sind, wo Stoffe nunmal zwangsläufig anders umgesetzt werden.

  4. Ben Teddy schreibt:

    J. Grisham zählt zu meinen Lieblingsautoren und seine Romane lese ich gerne in Englisch. Ich finde er kann auch ganz banale Dinge sehr spannend und lebensnah erzählen. Deine Kritik an der Länge kann ich aber nachvollziehen, das ist mir besonders in „A Painted House“ (Die Farm) aufgefallen.🙂

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