„USA – Just one option“

Die Republikaner werden verlieren, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen. Seit Monaten streitet man um den Haushalt, Erhöhung der Schuldengrenze und Kürzungen im Budget und versucht die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Die Demokraten wollen die Lasten halbwegs verteilen, die Republikaner wollen die Sozialleistungen kürzen und dafür die Steuern niedrig halten. Präsident Obama hat mittlerweile so viele Zugeständnisse gemacht, dass ihn Teile seiner eigenen Partei am liebsten kreuzigen würden. Da ist kein Spielraum mehr.

Währenddessen haben  sich die Tea-Party-Extremisten keinen Millimeter bewegt und machen auf Totalopposition – was beim Thema eigentlich unglaublich witzig ist, da ein Großteil der Tea-Party-Anhänger selber staatliche Leistungen beziehen und absolut nichts von niedrigen Steuern haben.

Da auch in der Führungsriege der Republikaner ein dreckiger Messerkampf zwischen Eric Cantor(Mehrheitsführer Repräsentantenhaus) und John Boehner(Parteichef) tobt sind die Chancen auf irgendeine Einigung, die die Republikaner nicht innerlich zerreißt oder die Sache im Endeffekt noch mehr eskalieren lässt ziemlich gering.

Und in der allgemeinen Öffentlichkeit stehen die Republikaner als Buhmänner da. Also außer bei Fox News, aber selbst die sind mittlerweile auf die Führung der Republikaner nicht mehr gut zu sprechen. Den Republikanern wird dieses Desaster also wesentlich mehr schaden, als den Demokraten. Und es ändert nichts daran, wie die Sache ausgeht.

Spätestens 72 Stunden vor Ablauf der Frist, werden die ersten Anrufe getätigt werden. Rüstungsindustrie, Finanzunternehmen und Großkonzerne allgemein werden die Abgeordneten daran erinnern, wer

1. Ihren Wahlkampf bezahlt hat

2. Was ihnen passieren wird, wenn auch nur ein weiterer Dollar bei diesem Fuck-up vernichtet wird

3. Sie gefälligst das tun, was man ihnen sagt

Und dann steht der Haushalt, Ende. Und die Republikaner verlieren. Und die Tea-Party wird toben. Und Obama wird lächeln, jedes Mal wenn eine endgültige Spaltung der Republikaner näher rückt. Und Obama wird weiter darauf hoffen, dass sie vielleicht doch so dumm sind Sarah Palin zur republikanischen Präsidentschaftskandidatin zu machen.

Es gibt natürlich noch eine etwas abstrusere, verschwörerischer Lösung. Manche behaupten der große Knall ist gewollt. Entwertung der Schulden durch Wirtschaftscrash und Staatsbankrott.

Würde ich aber nicht allzu ernst nehmen. Bevor das passiert ruft u.a. der Chef von Lockheed Martin ein paar freie Mitarbeiter an, dann gibt es viel Geheul bei Familienangehörigen von Abgeordneten, eventuell einen starken Anstieg bei Auto- und Badeunfällen, sowie tödlichem Medikamentenmissbrauch und dann ist der Keks gegessen.

Deadline, Dienstag der 2. August 2011

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4 Antworten zu „USA – Just one option“

  1. Henning schreibt:

    McCain ist auch für eine Einigung. Ist anscheinend so, dass nur ein kleiner Teil der Republikaner nicht merkt, was sie da grad anrichten …

  2. sirdoom schreibt:

    Das sind vor allem die Reps, die bei der letzten Wahl mit Rückendeckung der Tea Party ins Spiel gekommen sind. Die können es sich eigentlich nicht leisten zuzustimmen, weil sie von ihren Förderern dann abgesägt werden und im restlichen Teil des republikanischen Apparats haben sie keine Connections. Und die moderaten Reps haben schon viel zu viele Zugeständnisse an die Hardliner gemacht. Aber so langsam scheint das Pendel zurückzuschwingen. Im Senat haben schon mehrere Rep-Senatoren mit den Demokraten gestimmt, was definitiv auch als Warnsignal gedacht war. Wie gesagt, die Anrufe scheinen Wirkung zu zeigen 😉

  3. Thomas schreibt:

    Corporate america’s useful idiots wären beinahe zu ziemlich gefährlichen Idioten geworden.

  4. sirdoom schreibt:

    ^^Ich kann mir auch vorstellen, dass bei einigen „Geschäftessen“ im Vorfeld der nächsten Wahlen da noch die ein oder andere „Manöverkritik“ kommen wird…

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