„E.OFF – Wie man es nicht macht“

Die Energiebranche in Deutschland zittert, flucht und weint. Schlimme Dinge sind ihnen passiert, für die sie absolut nichts können und jetzt bröckelt es überall. Da E.ON gerade 6000 Jobs in Deutschland streichen will(weltweit 11.000 von 80.000) werfen wir da doch mal einen nähren Blick drauf.

Mit dem Atomkonsens im Jahr 2000 wurde der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Allerdings wollten die großen deutschen Versorger dies einfach nicht wahrhaben. Sie mochten einfach nicht einsehen, wieso die jahrzehntelange Subventionierung samt Milliardengewinnen zu Ende sein sollte.  Also hat man an der Strategie nur eines geändert: Man hat die Ausgaben für das „Lobbying“ erhöht, um dafür zu sorgen, dass der Atomkonsens wieder aufgekündigt wird. Außerdem sah man sich schließlich immer wieder an einer weiteren Front angegriffen, da durchaus Bestrebungen im Gange waren, das Energieoligopol und zahlreiche Preisabsprachen in Deutschland aufzubrechen. Dazu hat man sich von Gazprom verarschen lassen und wurde bei den langfristigen Verträgen über den Tisch gezogen, wofür man jetzt bluten muss. Anstehende Expansionsbereiche wie erneuerbare Energien, regionales Energiemanagement statt Großkraftwerken, SmartGrids, usw. wurden hingegen zögerlich oder gar nicht angegangen. Stattdessen hat man der Tochter EON Ruhrgas für 200 Millionen Euro ein neues Hauptquartier gegönnt.

Dabei haben E.ON, RWE und EnBW allein im Krisenjahr 2009 zusammen mehr als 23 Milliarden Euro Gewinn eingefahren. Für die Jahre 2002 bis 2009 kamen die Experten in der Summe auf mehr als 100 Milliarden Euro Gewinn für die drei Konzerne. Trotzdem schaffte es RWE gleichzeitig, bis Ende 2009 rund 29 Milliarden Euro Schulden anzuhäufen. E.ON wies im März eine Nettoverschuldung von 37,7 Milliarden Euro aus, die vorwiegend seit 2006 aufgelaufen waren. Ganz unabhängig von der Atomwende und der Brennelementesteuer.

Das sind die Eliten Deutschlands: Jahrzehntelang fahrlässig Geld verschleudern, falsche oder gar keine Zukunftsinvestitionen tätigen und nun rumheulen und Jobs kürzen, natürlich nicht in den oberen Gehaltsklassen. Ist zwar nicht ganz auf BP-Level, siehe auch die DP/Southpark-Verarsche, aber schon ziemlich nah dran…

Ich würde ja mal vorschlagen Kosten an den richtigen Stellen zu kürzen – im Management – die Protzzentralen zu verkaufen oder zu vermieten, einen langfristigen Zukunftsplan aufzustellen und sich schleunigst um innovative, zukunftsträchtige Gebiete zu kümmern, damit die Durststrecke nicht zu schlimm wird. Ich erwarte allerdings eher weiteres Rumgeheule, Geschachere und politische Einflussnahme.

Mit schwierigen Umständen kann man auch Entscheidungen nach innen und außen durchsetzen, die man in Schönwetterperioden nicht rechtfertigen könnte.Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender E.ON Deutschland AG im ManagerMagazin, Juli 2011

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50 Antworten zu „E.OFF – Wie man es nicht macht“

  1. Fastjack schreibt:

    Wie schafft es unser örtliches Stadtwerkt (oh, öffentliche Hand, nicht privatisiert) eigentlich mit seiner „mickrigen“ Größe (was Kundenanzahl, Umsatz, etc angeht) durchgehend günstiger zu sein – in allen Bereichen, Strom, Gas, Wasser – als E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall?
    Ich dachte immer laut CDU, CSU, FDP und ganz vielen „Experten“, wirtschaften „die Privaten“ doch immer viel besser als die öffentliche Hand, der Staat, etc? Und in BWL hab ich noch gelernt, dass die Größe (grade in Bezug auf Umsatz, etc) eines Unternehmens immer mitentscheidend ist für Rabatte, Einkaufsmöglichkeiten, usw. usf. Hmm… HEW goes Vattenfall, nach den daraus resultierenden Verteuerungen, nach vor zwei Jahren Gründung eines neuen öffentlichen Stadtwerkes in HH (Hamburg Energie – komisch, wieso können die frisch gegründet günstiger sein als E.ON?), usw. usf.
    Wann wird denn einmal aufgehört mit der Verarsche, dass „die Privaten“ so toll sind, dass die CDU und FDP irgendetwas von der Wirtschaft verstehen und dass das Kartellamt ja nichts dagegen tun könne?
    Entweder unsere Politiker wurden mehrheitlich von ihrem Gehirn befreit und sind einfach zu DUMM (auch wenn die These verlockend klingt, ist sie doch sehr unwahrscheinlich), oder sie VERARSCHEN die Masse nach Strich und Faden. Nur doof, dass die generische Masse sich das bewußt oder unbewußt immer wieder gefallen läßt und lediglich ab und an mal die Hauptfarbe wechselt ohne zu kapieren, dass es immer noch derselbe Sumpf bleibt…

  2. Henning schreibt:

    Abgesehen davon, dass in Aktiengesellschaften der Aktionär und gewisse Gesetze entscheiden, was der Vorstand macht (und nicht die Gewerkschaften, die a) im Vorstand den Rotz mitentscheiden, den sie später kritisieren und die b) ganz generell mehr Problem als Lösung sind):
    Der damalige rot-grüne „Atomkonsens“ war kein Stück besser als der zwischenzeitliche Ausstieg aus dem Ausstieg. Ob Industriezweige in „Kompromisse“ geprügelt werden oder eine Koalition ein Wahlversprechen am Bundesrat vorbei beschließt, das ist beides gleich gut oder schlecht.

    Ausserdem sollen die Stellen in der Verwaltung wegfallen, und Verwaltung IST Management.

  3. farmerboy schreibt:

    Zugegeben, der Ansatz in der Verwaltung zu sparen ist schon okay, aber da werden (zwangsweise wg. Unkündbarkeit) wieder mal die jüngeren Arbeitnehmer entlassen während alle die schon zu Zeiten des guten alten Staatsunternehmens(VEBA, VIAG etc pp vor der Gründung) angestellt waren bleiben dürfen. Wird die Sache nicht besser machen.

    Was auch gewisse Vorgänge die man als Kunde so mitbekommt erklärt – z.B. 2x im Jahr Softwareumstellung, Bearbeitungszeiträume von 3-6 Monaten, gezahlt für eingespeisten Strom wird nur nach Anwaltsschreiben(dann inkl. Verzugszinsen. Das KANN nur Miese geben!)

    Gut, die 3 Großen sind ja auch echt zu bemitleiden, ihre AKWs sind bald Geschichte, und die E.ON muss mir für jede durch Photovoltaik selbst erzeugte und verbrauchte KWH 12 bzw 16 Cent zahlen… dafür daß ich keine Strom mehr kaufe *g*
    Da wär ich auch pissig 😉

    Andererseits, wer 3(!) Anläufe braucht um eine korrekte Jahresabrechnung zu verschicken…
    …und dann vergisst die Abrechung Nr. 2 wieder aus dem System zu löschen…
    …. sagen wir einfach, da ist jemand gespannt wie lange jeden Monat 2x Abschlagszahlungen für ein und dieselbe PV-Anlage eintrudeln… o-O
    … der darf sich echt nicht wundern wenn die Kasse nicht stimmt.
    (Nein, nicht bei meiner PV Anlage passiert. Aber aus glaubhafter Quelle. Und läuft so seit fast 2 Jahren OHNE DASS IRGENDWER IN DER VERWALTUNG DAS MERKT!)

    Jeder normale Betrieb wäre lange in Konkurs.
    [ADMIN: Dinge korrigiert]

  4. sirdoom schreibt:

    Och, in der Theorie finktioniert eine Privatwirtschaftliche Lösung immer supi und besser als die der öffentlichen Hand, wenn man davon ausgeht, dass der Konzern sein bestes an Effizienz, Knowhow und Preis/Leistung gibt, um im Wettbewerb bestehen zu können und die Marktführerschaft zu erlangen.

    In der Praxis ist dann oft kein Wettbewerb vorhanden, es ist für die Konzerne von Vorteil allesamt die Kunden zu beschubsen, usw…

    Mal ganz davon abgesehen, dass essentielle Infrastrukturprojekte nun mal nicht in Privathand gehören, weil hier der Gewinngedanke gar nicht an erster Stelle stehen darf.

    USW…

  5. sirdoom schreibt:

    Was die de facto Abschaffung von Gewerkschaften Positives bewirkt hat, kann man ja in den USA sehen… Und damit will ich hier bei Leibe keinen Freibrief oder eine Jubelarie auf Gewerkschaften ausrufen, die haben auch genug Scheiße anne Hacken.

    Der Atomkonsens von Rot-Grün hatte eigentlich Planungssicherheit geschaffen, außer bei den Energiekonzernen, die einfach ihre subventionierte Geldwunderquelle nicht verlieren wollten. Eigentlich müssten sie froh sein, dass sie die Lagerung des Atommülls nicht komplett tragen müssen, samt den Kosten für Rückbau oder gar bis zum Abschalten angemessene Versicherungssummen, usw. Aber man wollte es halt nicht wahrhaben, hat lobbyiert und hat übersehen, dass einen die Geschichte überrollt, wenn man versucht stehenzubleiben. Und nun heulen sie rum… typisch…

    Welche Stellen in der Verwaltung fallen wohl weg? Die Toppositionen oder wird wieder Kahlschlag betrieben und die übriggebliebenen sollen dann vollkommen unrealistische Arbeitsleistungen erfüllen? Ich hab da so einen Verdacht 😉

  6. XDragoon schreibt:

    e.on hatte auch schonmal einmal ein ganz anderes Problem mit ihrer Atomenergie. Irgendwann fanden sie es nämlich mal ganz „hipp“, den Kunden anzubieten, ihren Strom selbst zu mixen. Also, dass man selbst bestimmt „ich möchte 10% Atomstrom, 20% Kohlestrom, 30% Windstrom und 40% Solarstrom“. Und jede Stromart hatte eben ihren individuellen Grundpreis und durch den Mix, den man im Browser spielerisch hin- und herschieben konnte, veränderte sich dann der Preis. Das Problem damals war, dass sie das ziemlich schnell einstellen mussten, denn sie konnten garnicht so viel billigen Atomstrom liefern wie die Kunden haben wollten. Das muss vor etwa 10 Jahren gewesen sein – ich erinnere mich jedenfalls daran, dass dieses Tool zum Einstellen des Strompreises im Internetraum meiner Schule schon den Status eines Browsergames erlangt hatte.

    Grundversorgung in staatlicher Hand ist an sich zwar insofern ein schöner Gedanke, als dass hier der Wettbewerbsfaktor herausgenommen werden kann, aber irgendwie behagt es mir nicht, womöglich einen CDU-Minister an meinem Wasserhahn sitzen zu haben…

  7. Fastjack schreibt:

    „Grundversorgung in staatlicher Hand ist an sich zwar insofern ein schöner Gedanke, als dass hier der Wettbewerbsfaktor herausgenommen werden kann“
    Ist das nicht immer das Contra Argument gegen die öffentliche Hand? 🙂
    Andererseits haben wir derzeit de facto ja nun auch kein Wettbewerb, ob das Kartellamt das nun wahrhaben möchte, oder nicht…

  8. XDragoon schreibt:

    Naja, Wettbewerb beinhaltet eben, dass manche Unternehmen Erfolg haben (können) und expandieren, während andere vielleicht wegen Fehlinvestitionen oder im Preiskampf mit der Konkurrenz untergehen. Wenn deswegen von den 20 Tapezierbetrieben in der Stadt einer Pleite geht, ist das nicht so dramatisch als würde die Wasser-, Strom- oder Gasversorgung in einer Stadt/einer Region/einem Bundesland oder sogar mehr ausfallen. Für diese Bereiche würde ein Betrieb unter öffentlicher Hand durchaus für mehr Versorgungssicherheit sorgen – und das ist für mich eben das größte Pro-Argument hierfür.

  9. Henning schreibt:

    Weil große Unternehmen viel abhängiger von politischen Entscheidungen sind als kleine Klitschen.

  10. Henning schreibt:

    Wenn es um Versorgungssicherheit ginge, würde man die momentane Energiepolitik nicht fahren.

  11. Fastjack schreibt:

    Ich bin eh der Meinung, dass Grundversorgung (Energie, Wasser, etc), Infrastruktur (Verkehrsnetz, Strom-/Kommunikationsnetz, etc) und Hochrisiko (AKWs, Ölbohrplattformen, etc) in Staatshand gehören. Was da von den Privaten im Namen der Wirtschaftlichkeit verbrochen wird (siehe AKWs, siehe Autobahnbaustellen, siehe Deutsche Bahn, … die Liste ist beliebig lang) ist längst nicht einmal mehr annähernd akzeptablen Bereich…

    Aber solange eine kleine Minderheit a) das Kapital b) die Medien (kann mit a) notfalls gemietet werden, wenn man sie nicht eh schon besitzt) und c) die Macht (wird meist mithilfe von a) und b) eingekauft/gemietet/erpresst, nennt sich dann „Politiker“) in den Händen halten, solange wird sich daran nix ändern.

    Der Dummwahlbürger glaubt halt immer noch:
    – dass die CDU/CSU gut wirtschaften kann
    …trotzdem Kohl & Merkel jedem mit BWL/VWL Anfänger längst das Gegenteil bewiesen haben…
    – dass die SPD die Arbeiterpartei des kleinen Mannes ist…
    …auch wenn HartzIV, Sozialabbau und KEIN Mindestlohnes auf deren Konto gehen…
    – dass die Grünen für Umweltschutz und Weltfrieden stehen…
    …obwohl sie immer wieder EE erfolgreich (lokal) verhindern, Kriege durchaus „grün“ sein können
    – dass die FDP eine ernstzunehmende Partei ist…
    …und keine Ansammlung von Lobbyisten, die höchstens ihre eigenen Steuerdaten schützen…

    Die Linke mag ich da nicht so ganz einsortieren. Die enttäuschen derzeit zwar auch (vor allem wegen Unfähigkeit) und haben auch schon einige Male gepatzt (siehe Berlin), aber da ist das Verhältnis doch eher umgekehrt und der Dummwahlbürger hält die – dank erfolgreicher jahrzehntelanger Feindbildindoktrination – immernoch für das personifizierte Böse.

  12. XDragoon schreibt:

    Die Linke hatte bislang wenig Gelegenheit, Wahlversprechen zu brechen oder sich einen Ruf der Unzuverlässigkeit aufzubauen.

  13. Henning schreibt:

    Weil die Bahn ja soviel besser war, als sie noch Bundesbahn hieß. Aber wenn man bei einer Krankenkasse arbeitet, muss man wohl so denken 😉

    Da wir in keiner freien Marktwirtschaft leben, kann man gar nicht echt beurteilen, ob es funktionieren würde. Der Leistungsgedanke ist hundepfui, jede Entscheidung muss „sozialverträglich“ sein, und von der Politik Abhilfe zu erwarten, während das Gros der Wähler Rentner sind… ist komplett blauäugig.

  14. Knut schreibt:

    Jeder, dem sein Heimatland am Herzen liegt, sollte sich klar darüber sein, dass systemrelevante Infrastruktur in den Händen von international finanzierten, auf kurzfristigen Profit orientierten Konzernen mittelfristig nur zu Schäden für das gesamte Volk führen kann. Um des lieben Profits Willen wird in jedem Bereich auf Kante genäht, auch in sicherheitsrelevanten, und jede Wartung, die nicht vorgeschrieben (=/= nötig) ist, wird auch nicht gemacht. Da Profit Vorrang hat, wird zudem getrickst, ausgenommen und geschoben, was geht, so lange man es irgendwie deckeln kann. In Kombination mit industriellen Anlagen, die ganze Landstriche deutschen Bodens für Jahrhunderte unbewohnbar machen können, sollten bei jedem Bürger, dem der Mammon nicht das alleinige Ziel ist, die Alarmglocken los gehen.
    Der Mist, der immer wieder hoch sprudelt, ist doch bloß der bisschen Schaum, der auf dem eigentlichen Jauchepool schwimmt. Von daher ist die Übereignung aller systemrelevanten Infrastruktur in die Hände des Staates und die Kontrolle des Staates durch das Volk die einzig sinnvolle Wahl, wenn man nicht irgendwann im Dunkeln sitzen will.

  15. Henning schreibt:

    Und das Szenario sieht mit dem Akteur „deutsche Behörde“ soviel besser aus?

    Das ich nicht lache.

  16. Knut schreibt:

    Wenigstens ist die Motivation nicht, sich die Taschen auf Kosten aller voll zu stopfen. Andererseits ist es natürlich einfacher alles so zu lassen wie es ist und zu behaupten, anders ginge es ja auch nicht. Das ist halt die deutsche Mentalität. „Haben wir immer so gemacht!“ „Haben wir noch nie so gemacht!“ „Wo kämen wir denn da hin?“
    Wenn das deutsche Volk nicht auf Dauer von ein paar Eliten ausgenommen werden will, dann muss sich nunmal was ändern.

  17. farmerboy schreibt:

    Als Besitzer einer „kleinen Klitsche“ kann ich dir da nur sagen: Denkste.
    Mein erster Gedanke war allerdings ein freuindliches „fuckyou!“ 😉

  18. farmerboy schreibt:

    Paradoxerweise ja.

    Stichworte Telefonnetz + Versorgungssicherheit.

    Du kennst die netten Telefonmasten an der Straße?
    Die werden alle paar Jahre mal getestet ob sie morsch sind – spezielles Gerät, im Prinzip nen Nagel durch den Strom gejagt wird und damit die Leitfähigkeit im Kern des Mastes gemessen. Je vergammelter, desto feuchter, desto besser leitet es.
    Haben die hier grad gemacht, ausgewechselt wurden auf der ganzen Strecke bis zum Ort 2 Stück. Sind ca 2 Kilometer.
    Zitat des Mitarbeiters der die Messung durchgeführt hat: „Eigentlich sollten es eher 20 sein, aber wir haben da unsere Vorgaben…“

    Folge: umgefallener Mast, 5 Tage(!) Telefon tot. Wirtschaftlicher Schaden für mich (Betrieb ohne Telefon geht nicht, also Handy): knapp 40 €.
    Für die Telekom: deutlich mehr (Bautrupp extra angerückt, Straße gesperrt etc pp).

    Jetzt das Ganze mal mit Stromleitungen bitte… 😉

  19. Ben Teddy schreibt:

    Ist es denn nicht so, dass Post und Bahn eher mit Rationalisierung und mit einer Verschlechterung oder Verteuerung des Angebots mehr Gewinne erzielen, als vergleichsweise damals der Staat, der nicht zu diesen Mitteln gegriffen hat?
    Und ist es nicht so, dass die meisten privatisierten Infrastruktirbereiche noch immer reichlich Steuergelder erhalten??
    Und ist es nicht so, dass staatliche Unternehmen den privaten Unternehmen keine Konkurrenz machen dürfen???

  20. Henning schreibt:

    Wenn Du als ‚Verschlechterung‘ ansiehst, dass Du mehr als 5m zum nächsten Briefkasten brauchst, dann ja. Oder dass jetzt nicht mehr jedes Kaff von einem Zug bedient wird, in dem 3 Leute sitzen.
    Kann man ja alles machen – aber dann sollen die drei Leute bzw der Briefeinschmeisser auch die Zeche zahlen, nicht alle Zugfahrer und alle Briefeschreiber. Das ist dann aber regelmäßig der Punkt, wo man diese Leistungen nicht mehr möchte 😉

  21. Henning schreibt:

    Stimmt, in Behörden gibt es nämlich … meistens gar keine Motivation.

    Eine Privatisierung, die in meinen Augen super geklappt hat, ist zB die LHD.

    Ich habe neulich in deren Webshop ein paar Artikel ordern wollen, die plötzlich aber nicht mehr lieferbar waren.
    Da ich wusste, dass der Kram in MUC noch im Laden liegt, habe ich dort angerufen und innerhalb 3 Minuten telefonisch bestellt. 2 Tage später war das Paket da.

    Mal ganz abgesehen davon, dass es ohne Privatisierung NIE einen Webshop gegeben hätte … wenn das eigene Gehalt nicht vom Umsatz abhängt, wieso sollte man dann Leistung bringen? Vor allem, wenn man entweder verbeamtet oder öffentlich angestellt (also effektiv auch unkündbar) ist?

  22. sirdoom schreibt:

    Deswegen auch die Unterscheidung zwischen kritischer Infrastruktur – öffentlich – und gerne Innovationsfreundlicher Privatwirtschaft bei allem anderen. 😉

  23. sirdoom schreibt:

    Von der Regionalbahn erwarte ich genau das. Die ist dafür da Kuhdörfer anzubinden.

    Beim ICE nicht. Und warum der ICE in Montabaur hält lässt sich wohl nur mit Korruption bei Politik und Wirtschaft erklären…

  24. Knut schreibt:

    Ja, wenn man Infrastruktur nach rein privatwirtschaftlichen Belangen betrachtet, dann gehen in strukturschwacheren Gegenden bald die Lichter aus. Gut, das tun sie jetzt schon, wenn völlig überraschend im Winter Schnee fällt, weil dank privatwirtschaftlicher Effizienzberechnung einfach längerfristige Reparaturen und Neubauten eingespart werden. Dass das nicht im Interesse der Gemeinschaft des deutschen Volkes sein kann, dürfte aber auch klar sein. Außer man definiert sich selbst als homo öconomicus, dem sein eigenes Land egal ist. Aber da kann man dann durchaus auch überlegen, ob solche Leute zum Wohle aller Beteiligten andernorts nicht besser klar kommen würden.

  25. Henning schreibt:

    Das hat mit Sichtweisen eher weniger zutun. Eher damit, dass man Steuergelder nur einmal ausgeben kann.
    Und bevor man Briefkästen für Oma Käthe in Hintermberg subventioniert, sollte man sich halt überlegen, ob es nicht Sinnvolleres zu finanzieren gibt. Wenn man heute staatliche Leistungen unter Preis anbieten möchte, muss man sich langsam an den Gedanken gewöhnen, dass man das nicht über Schulden tun kann.

    Aber moment – ihr wollt bestimmt, dass man „die Reichen“ endlich vernünftig besteuert, hmh? 😉

  26. XDragoon schreibt:

    Bislang hat niemand davon gesprochen, dass Verstaatlichung dazu führen soll, Leistungen unter Preis zu verkaufen sondern nur davon, die Grundversorgung durch Verstaatlichung sicherzustellen.

  27. Fastjack schreibt:

    Henning,

    setz bitte einmal die rosarote Privatbrille ab und lies so etwas hier wenigstens einmal aufgeschlossen durch:

    PPP – Ausbau A1 zwischen Bremen und HH:
    – der frisch verlegte „Flüsterasphalt“ löst sich Q1/2010 im Abschnitt Bremen so dermaßen ab, dass die alte Fahrbahn erst einmal wiederverwendet werden muss
    – Seit Beginn der Bauarbeiten hat sich die Zahl der Unfälle um mehr als % erhöht. Die Zahl der tödlichen Unfälle um mehrere 100%.
    – Laut Verkehrsforschern sind zu lange Baustellenabschnitte (das kann ich, da ich die Strecke mehrfach gefahren bin absolut bejahen!), zu enge Spuren (breitere Limos haben ein echtes Problem die LKWs zu überholen) und eine riskante Spurführung die Auslöser dafür.
    – LKWs werden nicht auf Umleitungen an den Abschnitten vorbei geführt, wie es bei „staatlichen Baustellen“ gang und gebe ist, wenn die Spurbreite zu schmal ist, denn dann würde der Betreiberfirma ja die Maut entgehen.
    – Zur Vermeidung weiterer Unfälle wurde daraufhin beschlossen, die Baustelle um einen Meter zu verbreitern. Da dies jedoch nicht im Vertrag mit dem Betreiberkonsortium geregelt ist, wurde es mit Steuermitteln durch den Bund finanziert

    By the way:
    Sollte das nur mit einer Einlage von 10.000 Euro gebildete Betreiberunternehmen durch wiederholte Baumängel, Fehleinschätzungen der Kosten oder andere Probleme in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wird der Bund für die Kosten aufkommen. Sprich das „Betreiberunternehmen“ darf den Gewinn einstreichen, das Risiko trägt einzig und allein der Steuerzahler… super!

    Der Unterschied:
    wenn der Bund solch einen Ausbau macht, wird es teurer. Ja. Hauptsächlich, weil die Qualität sehr viel größer ist (siehe entsprechende Ausführung über das mängelhafte Material und die teilweise schlampige Verarbeitung) und weil eben nicht mal eben Unfallopfer und -tote des Profit wegen in Kauf genommen werden. Ob am Ende die Arbeitsweise des Bundes nicht sogar wirtschaftlicher ist, weil die Fahrbahn länger hält, ist dabei noch nicht einmal so unwahrscheinlich. So wie es derzeit läuft ist es eh ganz große Idiotie, weil der Bund/die Steuerzahler sowohl Sonderkosten als auch das gesamte Risiko tragen. Unterm Strich macht der Bund dabei Minus… Aber die Privaten sind ja so toll und können so toll wirtschaften… dummerweise nur in die eigene Tasche. Du, ich und alle anderen „Bürger“ haben da derzeit nur Nachteile von.

    Weitere Negativbeispiele wären:
    – kommunale Gebäudesarnierungen (Gebäude, wie Schulen z.B., werden an PPP Unternehmen für 20-40 Jahre zur Sarnierung abgegeben und dann angemietet) bei denen i. d. R. die Miete, Nebenkosten (auch für „Beratung“) im Anschluss höher liegen, als der Kapitalzins für die Sarnierung. Ist doch klasse… da macht die öffentliche Hand mehr Minus, wenn man „die Privaten“ wirtschaften lässt? Und ich dachte PPP war für das Gegenteil gedacht?

    – bei der Abfallentsorgung, Abwasserbeseitigung, Landschaftspflege ist es genau dasselbe Problem. Das wird schon „outgesourced“ und ups… schon ist es zum einen teurer und zum anderen kostet es (trotzdem!) Arbeitsplätze… Auch hier zeigt sich, dass „die Privaten“ nur in einer Hinsicht toll wirtschaften können: in die eigene Tasche.

    – die (privatisierte) Straßenreinigung in HH war letzten und insbesondere vorletzten Winter in Hamburg derart katastrophal („darauf waren wir nicht vorbereitet“, „für soviele Einsätze werden wir nicht bezahlt“, „das Streusalz ist zu knapp kalkuliert“), dass der Straßenverkehr ein einziges (Unfall-) Chaos war. Am Ende mußte die Stadt Sondereinsätze bezahlen, Streugut selber heranschaffen usw. usf. Achja, so viel Geld wie 2009/2010 mußte Hamburg für die Straßenreinigung in öffentlicher Hand nie bezahlen.

    Fazit PPP:
    – das Risiko verbleibt bei der öffentlich Hand
    – die Gewinne kommen nur der privaten Firma zu Gute
    – das effizientere Wirtschaften geschieht nur durch Kostensenkungen
    – die Kostensenkungen kosten in erster Linie Arbeitsplätze, Qualität und Sicherheit
    – gegensätzliche Zielvorstellungen: Gemeinwohl vs. Gewinnmaximierung

    Am Ende ist der Steuerzahler der Verarschte, denn die Gewinne werden somit privatisiert und die Kosten und das Risiko sozialisiert. Und das nur, dass man letztendlich weniger bekommt. Weniger Qualität, weniger Sicherheit und weniger Geld für die öffentliche Hand… Soll das jetzt ein Grund zum Jubeln sein?

    Dass das Ganze aber auch NICHT funktionieren KANN, sollte eigentlich auch jeden klar sein, der etwas von BWL und VWL versteht. Wie soll ein Unternehmen, dass seinen Gewinn in irgendeiner Form versteuern muß, denn mit weniger Geld auskommen, als die öffentliche Hand, die dies nicht tun muß? Und wenn denn tatsächlich Geld über bleibt, wem hilft das? Dem Steuerzahler? Nein. Und durch welche Maßnahmen kann man denn einen Gewinn erwirtschaften? Da die Einnahmen beim PPP so gut wie immer vertraglich festgelegt sind (Monopol ist im übrigen ein Begriff mangels Konkurrenz, der einem bei PPP sofort in den Sinn kommen sollte), kann das nur auf der Kostenseite geschehen. Kosten zu senken funktioniert am besten über Senkung der Lohnkosten (= Verlust von Arbeitsplätzen = Mehrausgaben für HartzIV, etc), Senkung der Materialkosten (= Minderung der Qualität) und Senkung Betriebskosten (= Minderung der Sicherheit, etc).

    Wo waren nun die Vorteile? Denk mal bitte drüber nach.

  28. Fastjack schreibt:

    Und wer noch ein weiteres prominentes Beispiel für Privatisierung vs. öffentliche Hand braucht, der kann sich dann nochmal HEW/Vattenfall zu Gute führen…

  29. Henning schreibt:

    Wenn das wirtschaftlich machbar wäre, dh mit Gewinn durchführbar, würde es aber einen privaten Anbieter einer solchen Leistung geben. Also vorausgesetzt, es gibt kein Zwangsmonopol des Staates.

  30. XDragoon schreibt:

    Genau darum geht es ja auch gerade – dass man eben für die Grundversorgung staatliche Zwangsmonopole einführt/wiedereinführt. Nur weil man etwas auch mit Gewinn betreiben kann, ist es eben noch lange nicht sinnvoll, das auch zu tun. Ich nehme mal das Einwohnermeldewesen als Beispiel – mit den ganzen dort gespeicherten Daten könnte man jede Menge Geld machen ohne sonderlich viel Arbeit damit zu haben.

  31. farmerboy schreibt:

    @Henning: da die Leute die von „den Reichen“ sprechen mich als Mittelständler auch damit meinen: nein, ich bin gegen eine „Reichensteuer“.

    Dumm nur daß die Schwarz/gelben und die „Schwarz-roten“ (= SPD 😉 ) mich auch nur als Michkuh zum melken und schlachten betrachten 😉

  32. farmerboy schreibt:

    Nebenbei: wieso kommst du im Zweifel immer so gern mit „die Gewerkschaften“ und „die Reichen besteuern“ etc?
    Schon doof wenn man seine Diskussionspartner nicht so in Kategorien eintüten kann, nicht wahr? *g*

  33. Henning schreibt:

    Das mit den Kategorien ist einfacher als Du denkst: wer einen starken Staat will, ist Sozialist. Peng 😉

    Abgesehen davon bewegst Du Dich ja auch auf einem kaputtregulierten Markt, wo politischer Einfluss echte Marktwirtschaft verhindert. Gefällt Dir das? 😉

  34. Henning schreibt:

    Baumängel sind also eine Schuld des Betreibers und nicht der Baufirma? 😉 Alles klar … Abgesehen davon sind das alles nur Beispiele für die Unfähigkeit von öffentlichen Verwaltungen, Ausschreibungen durchzuführen. Die Ursache für das Versagen in diesen Fällen ist aber die gleiche wie bei dem zu teuren Eigenbetrieb – es ist nicht das eigene Geld, das eingesetzt wird, und Einsparungen haben keinen Einfluss auf den eigene Lohn.
    Also macht man es nicht.
    Deswegen verstehst Du auch nicht, wieso private Unternehmen sehr wohl die gleiche Leistung günstiger anbieten können: weil ganz oben jemand sitzt, der ein Interesse daran hat, effizient zu arbeiten. Du gehst ja davon aus, dass Behörde und Unternehmung gleich effizient sind, aber das ist schlicht nicht der Fall.
    Abgesehen davon verstehst Du ja nichtmal, dass bei einem PPP vor Vertragsbeginn eine Ausschreibung stattfindet, die der Anbieter mit dem günstigsten Angebot für eine definierte Leistung erhält. Wo soll da ein Monopol entstehen?
    Das Versagen bei diesen Ausschreibungen startet meist da, wo der Auftraggeber entweder keine Ahnung hat, was er eigentlich will, oder etwas zu einem Preis ausschreibt, wo nur ein Dienstleister mitbietet. Wer in der Situation dann die Ausschreibung durchzieht, ohne ein paar Denkminuten einzulegen, der endet eben in den von Dir genannten Beispielen.

  35. Fastjack schreibt:

    Ja ne ist klar.. Globalisierung, Neo Kaptialismus, Deregulierung und das seit 2 Jahrzehnten. Wohin hat eben die Abschaffung von staatlichen Regelmechanismen und politischer Einflussnahme geführt? Achja, Dotcom-Blase, Immobilienblase, Bankenkrise und jetzt Staatsbankrotts am laufenden Band. Ja, ich seh schon, der freie, geradezu entfesselte Markt, der wird es schon ganz alleine selber richten. Und wenn das schief läuft, weil Deregulierung auch immer heißt Mißwirtschaft, Profitgier und Skrupellosigkeit ebenfalls nicht mehr zu „regulieren“, ja ist doch ganz einfach: DANN war ja der Markt schon VORHER kaputtreguliert und die armen Banken- und Hedgefondmanager, die BP, Tepco, usw. (die Liste läßt sich ewig weiterführen) können ja gar nichts dafür.

    Die ist aber schon klar, dass die lieben Vertreter des Neo Kapitalismus seit 20 Jahren die Deregulierung und Schrankenlosigkeit der Märkte gefordert und zu einem großen Teil bekommen haben, insbesondere auf den Gebieten, wo es die größten Katastrophen gegeben hat? Du glaubst also allen Ernstes nach dem gesammelten Scheiß, den Unternehmen derzeit weltweit verzapfen, dass es Regulierungen gar nicht braucht?

    Hast Du schon einmal über den Vorsitz bei der FDP nachgedacht?

  36. Sigismund Dijkstra schreibt:

    Henning schrieb:
    „Abgesehen davon verstehst Du ja nichtmal, dass bei einem PPP vor Vertragsbeginn eine Ausschreibung stattfindet, die der Anbieter mit dem günstigsten Angebot für eine definierte Leistung erhält. Wo soll da ein Monopol entstehen?“

    Da ich damit desöffteren zu tun habe, schalt ich mich mal dazwischen. Ganz einfach, diese ganz großen Ausschreibungen sind entweder nur mit einem Sammelangebot von mehreren Firmen durchführbar, oder – was sehr häufig passiert – werden von Großunternehmen gewonnen. Hier kann man schon fast von einem Oligopol sprechen, da man dorrt immer dieselben Firmen hast, die Du an einer Hand abzählen kannst. HochTief ist zum Beispiel einer davon.
    Die von denen abgegeben Angebote kann man schlicht nicht ernst nehmen, da sich die Beträge in fast unüberschaubaren Größen befinden. Schlußendlich mach dann der so gewordene Generalunternehmer noch kleinere Ausschreibungen, wobei hier natürlich von den Abgebenden Partien dann realer kalkuliert wird. Genommen wird der Sub, der dann im Rahmen bleibt oder besser massiv darunter bleibt, egal obs er was passendes hat oder nicht.
    Bestes Beispiel ist die Elbphilharmonie in HH, wo die Kosten plötzlich duch die Decke gingen. Ich kann es für den Bereich Sicherheitstechnik mit Bestimmtheit sagen, dass dort zum Bsp. eine Firma den Zuschlag für die Zutrittskontrolle bekommen hat, die ein Angebot zum halben Preis des Zweitplatzierten gebracht hat, wobei die restlichen Anbieter alle recht dicht beieinader lagen. Für diesen Preis ist kann das aber nicht möglich gewesen sein, vor allem, wenn man sich die Systemanforderungen betrachtet. Auf gut Deutsch heißt das, dass da einer ein schrottiges China-Produkt angeschleppt hat, das die Spezifikation mit ach und Krach künstlerisch frei abblidet und Billiglohnsklaven verwendet, oder aber in den Nachverhandlungen noch sein Stück eingebracht hat …

  37. XDragoon schreibt:

    Oder man bekommt mit dem billigsten Angebot den Zuschlag und dann wird „überraschend“ doch alles teurer und man weiß überhaupt nicht wieso, begründet es aber mit veränderter Wirtschaftslage, unvorhersehbaren Verzögerungen, dem Klimawandel und sprechenden Schlangen…

    Aber ich will mich an dieser Stelle mal bei Henning bedanken – wenn es ihn hier nicht gäbe, wären wir uns ja alle einig und würden uns nur noch über Detailfragen unterhalten 😉

  38. Henning schreibt:

    Ja, wenn ich heute nicht Urlaub hätte, wäre euch allen langweilig 😉

  39. Henning schreibt:

    Genau, die bösen Firmen, die Griechenland, Italien und Co die Schulden aufgeschwatzt haben… ^^

  40. Henning schreibt:

    Wie gesagt – ausschreiben muss man auch können. Ich bin ziemlich direkt von HERKULES betroffen, da merkt man das stellenweise auch 😉

    Allerdings war es vorher deutlich schlechter und in diesem Fall hat man unterm Strich erreicht, was man wollte.

  41. sirdoom schreibt:

    Hey, keine Zärtlichkeiten, das ist schlecht für Statistiken hier!

  42. Ben Teddy schreibt:

    Was ich unter Verschlechterung meinte ist, wenn die Bahn eine durchschnittliche Verspätung von 70% aufweist, man sich derart in Busse und Bahnen quetschen muss, dass kaum die Tür zu geht und man an fast jeder Haltestelle den Fahrer schnauzen hört: „Mach die Tür frei, damit ich weiterfahren kann!!!“… Also ich fahre da wirklich lieber Auto. 🙂
    Hinzu kommen dann. so als Sahnehäubchen auf die ganze Misere, die kackdreisten kundenverachtenden Werbekampagnen der Bahn!
    Da hilft nur noch Antiwerbung in eigener Sache: Ich tu ma Video 😉

  43. Henning schreibt:

    Ihr könnt doch eh alle nicht rechnen. Sozialisten halt ^^

  44. cerbero schreibt:

    Fastjack schrieb:
    Der Unterschied wenn der Bund solch einen Ausbau macht, wird es teurer. Ja. Hauptsächlich, weil die Qualität sehr viel größer ist (siehe entsprechende Ausführung über das mängelhafte Material und die teilweise schlampige Verarbeitung) und weil eben nicht mal eben Unfallopfer und -tote des Profit wegen in Kauf genommen werden.

    Kurz gesagt: Die rechtlichen und qualitativen Vorgaben (von BGB, VOB A-C, DIN, EN über TL & ZTV und etc) gelten für alle. (ja, solange im Vertrag vereinbart usw…)
    Ob staatliche Stelle oder Privatfirma ist völlig egal.
    Und jede staatliche Stelle hat zuerst die Aufgabe Geld zu sparen und danach ohnehin keines zum Ausgeben.

    Kommentare über „Flüsterasphalt“, Limousinen mit Verkehrschildignoranten und ähnliches erspar ich uns einfach mal…

    Recht geben kann ich dir nur bei PPP: da wird der Staat in 100% der Fälle übern Tisch gezogen. Aber da die normalerweise Laufzeiten im Bereich von 30 Jahren haben, reden wir in 30 Jahren nochmal drüber obs so ne schlechte Idee war…

    Doch noch was: Baumängel sind oft genug Planungsfehler, weil der Staat keine Fachleute mehr hat um eine ordentliche Ausschreibung rauszuhauen… (wenn ich schon PA in Baustelle höre…)

  45. sirdoom schreibt:

    In diesem Fall muss ich das auch nicht, das wird für mich berechnet*g*

  46. sirdoom schreibt:

    Traurig-lachen musste ich neulich, als ich hörte, die an internationale Kanzeleien outgesourcete Gesetzesentwürfe wären ein Muss, weil das im Justizministerium keiner mehr hinkriegen würde.

    Wer mal die Entwürfe einiger Kanzeleien gesehen hat fragt sich ernsthaft, wie das noch mieser gehen soll. Mir wurde aber von einem alten Bekannten, der dort arbeitet erzählt, dass neben dem üblichen ausbluten auch ein anderer Punkt entscheidend ist. Zu viele Widersprüche im Ministerium und Bedenken, ob die Gesetze überhaupt bestand hätten. Um sich das zu sparen schreibt den kram halt wer anders, der sich nicht mit Feinheiten aufhält. Wir alle sehen was dabei immer rauskommt.

    Worauf ich damit hinaus will: Imkompetenz bedingt und begünstigt sich gegenseitig so lange bis der ganze Laden implodiert…

  47. farmerboy schreibt:

    Nein.
    Aber ich bewege mich auf einem kaputtreguliertem Markt der Knall auf Fall den Kapitalanlegern überlassen wurde.
    Oder was meinstz du wer a) z.Z. den Bodenmarkt kaputtmacht und b) den großen Reibach bei den erneuerbaren Energien macht?
    Richtig, Großaktionäre und Konzerne.
    Mir jedenfalls gibt sicher keiner einen Kredit über 3-5 Millionen für eine 500 KW Biogasanlage. 😉

    PS: du alter Bundi. Gehirnwäsche hat funktioniert wie? ^^

    PPS: ich will ganz sicher keinen starken Staat. Aber ich halte Aktiengesellschaften für absolutes Gift(für die Volkswirtschaft)

  48. Fastjack schreibt:

    Lieber Henning,

    was ich verstehe und was nicht, darüber solltest Du Dir kein Urteil erlauben.
    Ein Unternehmen soll Deiner Meinung nach effizienter sein (gleiche Leistungen günstiger anbieten), weil oben jemand sitzt, der daran ein Interesse hat. Wo ist der Unterschied zu chronisch unterfinanzierten Behörden, wo ebenfalls oben jemand sitzt der an allen Ecken sparen muss, weil einfach das Geld gar nicht da ist? Und wieso unterstellst Du damit, dass es automatisch jedem Beamten völlig scheißegal ist effizient zu arbeiten? Dass die Annahme, dass Behörde und Unternehmung gleich effizient sind, falsch ist, dafür gibt es ausreichend Beispiele. Aber zu Deiner Information: diese Beispiele gibt es für _beide_ Richtungen, durchaus auch dafür, dass Unternehmungen weniger effizient sein können.
    Abgesehen davon sind noch zahlreiche andere Faktoren zu beachten. Private Unternehmen haben den Gewinn nicht das Gemeinwohl im Sinn, diverse Negativbeispiele siehe oben. Die viel gepriesene Effizienz wirkt sich i. d. R. merkwürdigerweise nicht positiv auf die öffentlichen Kosten aus, sondern nur auf eine sinkende Qualität. Selbst wenn damit Kosten eingespart werden, so kommen an anderer Stelle versteckte Mehrkosten hinzu (z. B. über damit entstehende Arbeitslose, etc)
    Somit kann man nur attestieren, dass es nicht funktioniert.

    Ich wäre positiv überrascht und lass mich da auch gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn Du Gegenbeispiele bringst, bei denen PPP sich positiv auf die Kosten der öffentlichen Hand ausgewirkt hat, ohne die Leistungen zu verschlechtern, oder wo die Leistungen verbessert wurden, ohne die Kosten zu erhöhen…

  49. Fastjack schreibt:

    Achso…
    die Immobilienkrise, gefolgt von der Bankenkrise, hatte also nix damit zu tun?
    Und dass die Deutschen Banken da ganz groß vorneweg gespielt haben und Deutsche Unternehmen z. B. in Griechenland feist mitgepokert/-bestochen/etc haben, das spielt dabei keine Rolle? Dass die Staatsverschuldungen dieser Länder unter anderem auf ganz tolle freie Märkte (Spanien, Irland, England) und daraus entstandenen Überschuldungen (z. B. Immobilien, Hedgefonds, etc) zu einem nicht unerheblichen Teil zurück zu führen sind, das ist irrelevant?

  50. Fastjack schreibt:

    Cerbero:
    „Die rechtlichen und qualitativen Vorgaben gelten für alle. Ob staatliche Stelle oder Privatfirma ist völlig egal.“

    Grundsätzlich ja. Ein Unternehmen „muss“ nur drauf achten, das Minimum einzuhalten. Eine Behörde hingegen geht auch durchaus darüber hinaus, wenn das Gemeinwohl gefährdet ist. Am Beispiel A1 (oder allgemein Autobahn) ist das gut zu sehen. Da die öffentliche Hand bei der Errichtung von Baustellen sich durchaus ein gewissen Sicherheitsspielraum läßt, die privaten diesen aber aus Kostengründen streichen und sich stumpf auf das gesetztliche Minimum berufen. Erklär das aber mal den Toten und Schwerverletzten… mir jedenfalls ist da adhoc die öffentliche Hand lieber.

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