„Review – Captain America – The First Avenger“

Der Zweite Weltkrieg tobt durch Europa, aber hinter Hitlers Sturmtruppen wartet etwas noch viel schlimmeres, die Sonderabteilung Hydra. Die USA und Großbritannien haben deren Waffen bisher nichts entgegenzusetzen, aber man arbeitet an einem Supersoldatenprogramm. Der junge Steve Rogers ist zwar fest entschlossen Soldat der US-Army zu werden, aber aufgrund seiner körperlichen Mängel scheitert er immer wieder an der Musterung, bis ihn ein Wissenschaftler, der an die geistigen und moralischen Qualitäten von Rogers glaubt, auf die Liste des Supersoldatenprogramms setzt.

Doch nach seiner Transformation geht durch einen Anschlag von Hydra das Geheimnis um das Supersoldatenserum verloren und Rogers wird in bunter Verkleidung als Captain America zum Kriegsanleihenverkauf durch die Lande geschickt, da ein Supersoldat alleine nach Ansicht des US-Militärs keinen Unterschied machen würde. Bei einer Show für US-Soldaten in Italien erfährt er davon, dass sein alter Freund Buck von Hydra geschnappt wurde und deren durchgeknallter Anführer Red Skull ist nicht gerade für die freundliche Behandlung von Gefangenen bekannt. Als Captain America bricht er auf und befreit Buck und die anderen Gefangenen. Als man endlich erkennt, dass nur Captain America und seine handverlesene Einheit es mit Red Skull aufnehmen kann, beginnt die Jagd…

Captain America – The First Avenger ist der Franchise-Teil der für die große Vereinigung im kommenden „The Avengers“ noch gefehlt hat. Dafür hat man den Uber-Patriotismus etwas beschnitten und einen eher ironischen Blick auf die Kriegspropaganda der USA geworfen. Wäre ehrlich gesagt auch nicht zu ertragen gewesen, wenn man unreflektiert den Originaltonfall der ursprünglichen Comics übernommen hätte. Da waren die Anleihen an spätere Captain-America-Inkarnationen eine gute Wahl. Dazu ein hübsches Retrodesign, gute Schauspieler und nette Kämpfe. Chris Evans – den ich in Fantastic Four so richtig scheiße, aber in Sunshine und Scott Pilgrim richtig gut fand – macht als Captain eine rundum gute Figur, auch wenn ihm die Show immer wieder von Tommy Lee Jones und Hugo Weaving gestohlen wird. Weavings erster Auftritt als Red Skull hat übrigens gerade in der deutschen Fassung ein ganz schön starkes Agent Smith-Feeling. Hailey Atwell als Peggy Carter und Sebastian Stan als Bucky sind gut besetzt, aber man bekommt gerade gegen Ende so ein bißchen das Gefühl, dass beide Charaktere  etwas verschwendet wurden. Ich fand den Film insgesamt durchschnittlich bis gut. Was es für mich am Ende so richtig rausgerissen hat war das absolut herrliche Retrodesign der Kulissen und Fahrzeuge. Alleine die upgegradete Stealth Horten Ho 229 auf dem großen Bildschirm war schon das Geld wert. Dazu kommen natürlich Gegner die jeden Liebhaber von Return to Castle Wolfenstein in Begeisterung ausbrechen lassen. Interessantes Detail: Regisseur Joe Johnston hat auch schon The Rocketeer gedreht!

Fazit: Wer Iron Manwobei Iron Man Teil 1 immer noch die beste der ganzen Marvel-Verfilmungen ist – und Thor mochte, sollte sich schleunigst ein Ticket kaufen. Und sonst eigentlich auch.

Update: Mittlerweile ist ja etwas Zeit vergangen und der zweite Teil von Captain America ist auch schon lange im Kino gelaufen und ein echter Volltreffer geworden. Captain America: The Return of the First Avenger (Originaltitel: Captain America: The Winter Soldier).

Ein anderer Punkt, der nicht nur Captain America betrifft, sondern viele 3D-Filme die ich in letzter Zeit gesehen habe. Das Bildmaterial ist teilweise unglaublich dunkel und hat aufgrund der 3D-Darstellungstechnik oft einen unangenehmen Grauschleier. Dazu merkt man immer sofort, wenn bei einer Szene an die 3D-Darstellung schon im Entwurf gedacht wurde und wann nicht, was leider durchaus häufig vorkommt. Ich will dabei die 3D-Effekte von Captain America nicht schlechtmachen, aber wenn man auf 1-2 durchaus coole 3D-Spielereien verzichten kann, dann ist man mit der 2D-Fassung rein optisch wesentlich besser dran. Es ist auch bezeichnend, dass drei Jahre nach Avatar, dieser Film immer noch die technische Referenz in 3D-Filmen darstellt  und man als halbwegs Sachkundiger Zuschauer immer sofort merkt, wann gutes FUSION-Equipment von Cameron benutzt wurde und wann es sich nur um eine Konvertierung in der post-production handelt wie bei Captain America.

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20 Antworten zu „Review – Captain America – The First Avenger“

  1. Cunningham schreibt:

    Also ich muss sagen, dass mich bislang kein 3-D Film, den ich im Kino gesehen habe auch nur ansatzweise vom Hocker gehauen hat, so jetzt effektmäßig…

    Könnte das daran liegen, dass ich Brillenträger bin?

  2. sirdoom schreibt:

    Kann, muss aber nicht. Ich als Brillenträger muss zumindest jedesmal mit der richtigen Entfernung zwischen 3D-Brille und normaler Brille rumspielen…

  3. Henning schreibt:

    Du trägst eine Brille?😉

    Ich fand ihn auch gut. Wenn nur diese Urmenschen von den Käffern in der Reihe hinter mir nicht gewesen wären, hätte ich den Film genossen.

    • sirdoom schreibt:

      @Brille: Ja, aber nur beim Lesen, Fernsehen/Kino, Autofahren und vorm Rechner…😉

      Mit den Dödeln aus den Käffern hast du ja noch Glück. In GÖ hat man je nach Tag und Uhrzeit die Auswahl zwischen quatschfreudigen Nerds oder Prekariatslaberern, die dir auf die Fresse hauen wollen, wenn du nahelegst vielleicht einfach mal die Fresse zu halten. Ach ja, die kommen sowohl mit Migrationshintergrund als auch als White Trash-Variante… Die Migrationshintergrundvariante ist um das Klischee zu bestätigen aber wenn dann in größerer Gruppe unterwegs…

  4. Wallace schreibt:

    Ich hab‘ den Film gestern gesehen und mir hat der auch gut gefallen. Das Urteil bzgl. „wer Ironman…“ mochte, habe ich heute auch schon einige Male gefällt.

    Seht gut gefallen haben mir die diversen Anspielungen auf den Original-Comic am Anfang. Sei es das Cap. A Warbonds vertickt (wie der Comic zu der Zeit ja auch), die Hitler-Parodie-Umhau-Szene inklusive zugehörigen Comic-Cover oder, wie die Recycling-Sammlungen erwähnt werden, zu denen auch der Comic währen des Krieges aufrief.

    Zum Thema Patriotismus des Originals: Naja, als Cap. A Hitler umgehauen hat, durften die Macher eine ganze Weile unter Polizeischutz zur Arbeit. Damals war nämlich noch gar nicht so klar, ob die USA gegen die Nazis ins Feld ziehen würden. Und die vor Allem in NY starken Pro-Nazi-Gruppen haben dann täglich vor dem Bürogebäude in dem damals Marvel saß demonstriert. Außerdem war es mit der Propagandarolle des Comics nach dem Krieg auch vorbei… hätte aber niemanden abhalten müssen. Auch wahr.😉

    Ich fand den ganzen 3D-Kram (mal wieder) höchst überflüssig bis lästig. „Wie üblich“ sahen die CG-Teile gut aus, alles Andere eher bescheiden. Und wenn ein Film nicht komplett oder größtenteils aus dem Computer kommt, joa, dann sieht halt der größte Teil des Films 3D-mäßig bescheiden aus… unnötig wie nur was.

  5. sirdoom schreibt:

    Die Anspielungen auf den Patriotismus des Originals fand ich auch sehr gelungen, aber das hätten sie auch so richtig versauen können. Aber zum Glück haben sie die Finger von unreflektiertem Uberpatriotismus gelassen.

    @3D: Ich seh das Problem eher bei Technik und Können. Wenn ein Film 3D-technisch gut sein soll, dann muss er anders ausgeleuchtet werden, weil der 3D-Effekt Helligkeit schluckt. Außerdem müssen der Szenenaufbau von vornherein die Tiefe berücksichtigen, sonst hängen dauernd Ärsche aus dem Bild raus. Und post-conversion und billiges Equipment helfen auch nicht. Man kann also durchaus gute 3D-Realfilme drehen, das muss man aber können.

  6. Ben Teddy schreibt:

    Was mich wundert ist, wie die Prekariatlaberer sich noch die Kinopreise leisten können😉

    Der Stil des Filmes hat mich ein bisschen wegen der Vermischung von Nostalgie und Science-Fiction an ‚Sky Captain and the World of Tomorrow‘ erinnert, der damals leider total gefloppt ist.

    Wer geht denn noch in 3D-Filme? Das war doch schon letztes Jahr out😛

  7. sirdoom schreibt:

    Die Prekariatslaberer die da meist rumhängen haben häufig alternative Einkommensquellen, um es mal höflich auszudrücken…😉

    An Sky Captain hab ich auch gedacht und im Gegensatz zu vielen anderen Leute mag ich den Film sogar ziemlich gerne🙂

    3D kann und darf nicht „out“ sein. Die größte technologische Neuerung mit gigantischen Umrüstungskosten, auch wenn es die ersten seit zig Jahren sind, muss noch mindestens die nächsten 20 Jahre „in“ sein und Geld generieren, Massen an Geld. Und wenn nicht, sind die Raubkopierer schuld!*g*

  8. Sigismund Dijkstra schreibt:

    Da hat der Nightwatcher doch auch was gemach und da ich ihm meine Seele verkauft hab:

  9. Andai schreibt:

    Ich fand den film dann doch ziemlich miserabel und überflüssig…nicht mal ansatzweise vergleichbar mit Rob in Iron Man 1.

    Und dieser ganze 3D Hype geht so allmählich echt auf den zeiger…vorallem bei den nachbereiteten Filmen.

  10. Wallace schreibt:

    Ich habe den in 3D geguckt, weil der hier im Kino nur in 3D kam. Sonst hätte ich mir das auch geschenkt.

    Und Sky Captain finde ich um ehrlich zu sein einen der besten Filme der letzte 20 Jahre und für mich spielt er ein komplett anderes Spiel als Cap A… erinnert mich daran, dass ich mir den mal wieder angucken muss.🙂

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