„War on What?“

Der Krieg gegen Drogen/War on Drugs bezeichnet eine Reihe von Maßnahmen im Rahmen der US-Drogenpolitik, die gegen Herstellung, Handel und Konsum illegaler Drogen gerichtet sind. In den USA ist vor allem die 1973 gegründete Drogenbekämpfungsbehörde DEA für die Bekämpfung illegaler Drogen zuständig. Die Wirkung solcher Maßnahmen ist umstritten, weil die Zieldefinition unklar ist und Erfolge nur schwer nachweisbar sind. Zusätzlich werden sanfte Methoden wie Aufklärung, Prävention und Aussteigerprogramme eingeschränkt, was zusätzlich Komplikationen verursacht.

Offiziell umfasst der War on Drugs spezialisierte Teile der Polizei und multinationale Operationen gegen den Drogenhandel, einseitige und teils naive Informationskampagnen, um die Öffentlichkeit über die angenommenen oder realen Gefahren des Konsums illegaler Drogen in Kenntnis zu setzen, wirtschaftlicher Druck auf Regierungen von Ländern, in denen illegale Drogen produziert werden, mit Hinwirken auf Bekämpfung des Anbaus oder der Verarbeitung und die Bekämpfung der Geldwäsche, was aber schwierig ist, da man bei sowas häufig über Steuerbetrügereien von Großkonzernen und Politikern stolpert.

Gleichzeitig haben sich allerdings verschiedene US-Behörden selbst an illegalen Drogengeschäften zur Finanzierung von Aufständen und Durchsetzung außenpolitischer Ziele beteiligt, u.a. bei der Iran-Contra-Affäre, in Haiti, Panama sowie in China, Burma, Thailand und Afghanistan.

Ein besonderer Fall scheint dabei Kolumbien zu sein. Jahrelang gab es Gerüchte, dass das Geld aus dem Kampf-gegen-Drogen-Budget in Kolumbien dazu missbraucht wurde, um illegale Operationen gegen die Justiz und die politische Opposition zu führen. Natürlich wurde dies als wilde Verschwörungstheorie abgekanzelt. Vollkommen überraschend stellt sich nun heraus, dass dies alles wahr ist.

„American cash, equipment and training, supplied to elite units of the Colombian intelligence service over the past decade to help smash cocaine-trafficking rings, were used to carry out spying operations and smear campaigns against Supreme Court justices,  Uribe’s [früherer kolumbianischer Präsident/Diktator] political opponents and civil society groups.“ [Quelle]

Natürlich hat die US-Regierung davon überhaupt nichts gewusst und kann sich nicht erklären, wie sowas passieren konnte.

[They]have described the importance of U.S. intelligence resources and guidance, and say they regularly briefed embassy liaison officials on their intelligence-gathering activities. We were organized through the American Embassy said William Romero, who ran the DAS’s network of informants and oversaw infiltration of the Supreme Court. Like many of the top DAS officials in jail or facing charges, he received CIA training. Some were given scholarships to complete coursework on intelligence-gathering at American universities.“

Und während man lustig weiter unter dem Mantel des Kampfes gegen Drogen illegale Operationen ausführt, offenbart ein Geheimbericht der englischen Regierung schon 2005 das absolute Scheitern sämtlicher Operationen in Bezug auf das eigentliche Ziel. Aber hey, wenn das Budget steht, dann muss man die Scheine auch ausgeben, egal ob dies sinnvoll ist oder nicht. Man darf auf jeden Fall nicht zugeben, dass die eigene Strategie Bullshit war und gescheitert ist.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter imperiale Politik, verbale Diarrhoe veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten zu „War on What?“

  1. Cunningham schreibt:

    Auten wir uns mal wieder als antiamerikanisch? Trinken wir keine Coke mehr?
    SIE KOMMUNIST SIE!

    Ernsthaft, dass die Amis jedwelches Mittel nutzen, um irgendwo Einfluss zu nehmen ist doch mittlerweile durchaus bekannt.

    Während Du in diesem Artikel eigentlich zwei Problem ansprichst, konzentrierst Du Dich aberhauptsächlich auf den Reiter (die Amis, die sich mal wieder wie die Arschlöcher benehmen), während das Ross (das Drogenproblem) zwar erwähnt wird, aber irgendwie in den Hintergrund tritt.
    Das schmeckt mir irgendwie nicht.

  2. sirdoom schreibt:

    Ich trinke Coke! Coca Cola um genauer zu sein! Obwohl ich lieber Imperial Coke trinken würde, die ist schwärzer, mit mehr „Coke“, frischer und verkörpert einen angemessenen Lebensstil 🙂

    Und ja, du hast recht, ich konzentriere mich auf den Reiter. Der Drogensumpf in den Krisengebieten ist ein Problem, welches sich nur langfristig und durch Maßnahmen lösen lässt, die verpönt sind: Liberalisierung der Drogenpolitik und vor allem Anhebung des Lebensstandards der Einheimischen. Wenn der Bauer nicht mehr die Alternative zwischen Mohnanbau und verhungern hat, wäre schon viel getan. Aber diese beiden Punkte sind halt nicht auf der Agenda, obwohl ja mittlerweile seit 100 Jahren bewiesen wird, dass die Prohibition nicht funktioniert und sämtliche Maßnahmen zur Beseitung des Problems vollständig gescheitert sind.

    Aber der Fokus des Textes liegt eigentlich gar nicht so sehr auf den Drogen oder gar der US-Außenpolitik. Mir ging es auch darum, wie diese Gelder missbraucht werden und dass sämtliche Verdächtigungen und böse Verschwörungstheorien mal wieder alle zutreffend sind.

  3. Cunningham schreibt:

    Die Gewinnspanne bei Drogen liegt bei mehreren hundert Prozent. Meine COPS aus Margrave haben bei einer der letzten Spielsitzungen 4,schießmichtot KG Drogen (Kokain) beschlagnahmt, Marktwert etwa 450.000 USD….

    Und so lange Drogen illegal sind, werden sie unter Garantie immer Gewinnträchtiger sein als der Anbau von Bananen, selbst wenn das Kilo Bananen plötzlich 40 USD kostet. Würdetst Du 40 USD für sechs Bananen bezahlen wollen?

    Dann die nächste Frage: Würdest Du alle Drogen legalisieren wollen?

    Zum eigentlichen Inhalt Deines Textes:
    Zur Zeit überraschen mich die Missstände in den westlichen Regierungen ehrlich gesagt gar nicht mehr. Selbst wenn der BND seine Black-OPS mit afganischen Drogen finanzieren würde die am Hamburger Hauptbahnhof vertickt würden… keine Überraschung.

    Life is a Bitch and then you die!

    MfG
    Cunny

    p.s.: Der Ausdruck Coke impliziert dass es sich um DAS Original handelt! Pepsi ist nämlich keine Coke, sondern höchstens ne Cola… mit viel Glück.

  4. Fastjack schreibt:

    Ja, aber Du vergisst all die Synergien beim Kampf gegen die Drogen (Riesengeschäfte für Pharmakonzerne, exteritoriale Stützpunkte, Sündenböcke, Verschärfung von Restriktionen, Ablenkung von eigentliche Problematiken, usw. usf)!!! Dafür kann man auch schon ein paar Freiheiten einschränken, schließlich sind die Volksdrogen (Alkohol, Nikotin) immer noch erlaubt….

  5. XDragoon schreibt:

    „Dann die nächste Frage: Würdest Du alle Drogen legalisieren wollen?“ <= ich würde es so halten wie mit Medikamenten: wissenschaftlich/klinisch auf Wirkungen und Nebenwirkungen untersuchen lassen, wo sinnvoll natürlich auch Wirkstoffpräparate der eigentlichen Drogen – und dann dementsprechend klassifizieren als "frei verkäuflich", "apothekenpflichtig", "verschreibungspflichtig" oder "nicht zugelassen" – aber eben auf keinen Fall so eine sinnbefreite Symbolpolitik und nach Willkür den einen Stoff legalisieren (z.B. Tabak) und den anderen verbieten (z.B. Marihuana). Ein meiner Meinung nach gutes Beispiel wie das funktionieren kann, sind Opium-Derivate: Morphium und Codein (beides direkte Bestandteile des Opiums) oder auch Tramadol (Chemisch erzeugt, aber selber Wirkmechanismus wie Opiate) , das ich selbst schon verschrieben bekommen habe. Die drei genannten Medikamente sind allesamt verschreibungspflichtig – warum könnte es also nicht z.B. auch verschreibungspflichtige THC-Produkte geben? Das hätte dann auch den Vorteil, dass dies kontrollierte Produkte sind und nicht irgendetwas Verpantschtes, das unsteril auf irgendwelchen Kinderspielplätzen vertickt wird.

  6. Cunningham schreibt:

    Meinst Du mich und/oder doom?

  7. sirdoom schreibt:

    Uns beide 😉

    @XD: Dem kann ich durchaus zustimmen, vor allem wenn man sich einfach mal anschaut, was die Alternativen sind…

  8. XDragoon schreibt:

    Da ich Dich zitiert habe, Dich. Auf Doomis Blogpost bin ich ja überhaupt nicht eingegangen.

  9. Sigismund Dijkstra schreibt:

    „Würdetst Du 40 USD für sechs Bananen bezahlen wollen?“

    Willkommen in der DDR … ich hol schon mal meine Kelle, die Steine liefert uns doch bestimmt wieder der Westen … XD

    @Sirdoom:
    Di machst doch nur Porpaganda, als ob deine Geheimdienste nicht auch so arbeiten …

  10. sirdoom schreibt:

    Ich mache „Pornoganda„, weil meine Agitation so unglaublich geil ist! 🙂 Davon ab gehen meine Geheimdienste ganz anders vor. Wesentlich brutaler, rücksichtsloser und mit jeder Menge Kollateralschaden. Aber die Berichte dazu stehen halt nicht in den Nachrichten, weil meine Jungs und Mädels keine Idioten sind und wissen, wie sie den Kram anständig vertuschen! 🙂 Ich habe den Verdacht schon wieder zu viel gesagt zu haben 😉

  11. Sigismund Dijkstra schreibt:

    Ja, deine Geheimdienstler quatschen auch so viel … überzogenes Ego sei dank, sind sie prima zu unterwandern … Mauhahahahahaha

  12. Cunningham schreibt:

    Ich hätte auch schreiben sollen, wen ich anspreche. Ich meinte Fasti, weil Du hast gepostet, als ich schreib.

  13. sirdoom schreibt:

    Schon mal dran gedacht, dass das Taktik sein könnte und sich hinter einer offen projizierten Selbstüberschätzung eine ganz kritische Analyse verbirgt? *g**Paranoia_streu* 😉

  14. sirdoom schreibt:

    Um aber nochmal einen Teilbereich des Themas anzusprechen, Fasti hat da natürlich recht. Im Drogenbusiness werden milliarden verdient und mit dem War on Drugs hat man eine Milliardenschwere Gegenindustrie geschaffen, wo sich Sicherheitsunternehmen eine goldene Nase verdienen. Was lustigerweise im Endeffekt dazu führt, dass keiner ein Verschwinden des illegalen Drogengeschäftes will. Weder die Hersteller und Dealer, noch die „Bekämpfer“.

    Abgesehen vom Drogenfahnder auf unterster Stufe, der die Scheiße aufsammeln darf oder dem Drogentoten, oder dem quasi versklavten Drogenbauern. Aber wen interessieren diese Leute schon, die haben ja kein Geld…

  15. Fastjack schreibt:

    „Dann die nächste Frage: Würdest Du alle Drogen legalisieren wollen?“

    (Gegen-) Fragen:
    A) wieviele „legale“ Drogen kennst Du und kennst du die Folgen?
    B) wieviele Drogen können auf Umwegen straffrei verkauft werden?
    C) wieviele Drogen kannst Du Dir ungestraft selber herstellen?
    D) was besagen Studien&Feldversuche zu dem Thema Legalisierung?

    Zu A) Alkohol: ca. 74.000 Tote/Jahr in Deutschland, >2,5 Millionen weltweit; Tabak: ca 140.000 Tote/Jahr in Deutschland, ca. 6 Millionen weltweit.
    Zu B) etliche pflanzliche Stoffe Thujon (früher in Absinth drin), Muscimol, etc. könnten als Getränkegrundstoffe mit angegebenen Mischungsverhältnis verkauft werden (Fliegenpilzbier, Wermut/Absinth, etc.)
    Zu C) siehe B), hauptsächlich pflanzliche „Vorkommen“
    Zu D) es gibt diverse Studien zu dem Thema und solange der Auftraggeber nicht aus der Pharmaindustrie, Politik oder anderen Lobbygruppen kam, tendieren so ziemlich sämtliche Ergebnisse bis dato dazu, dass eine Legalisierung zu deutlichen Verbesserungen in diversen Aspekten führt und eben nicht zu Sodom und Gomorrah…

    Meine Meinung:
    von harten Drogen lassen die Leute zumeist ganz alleine die Finger (erst recht, wenn kein Dealer sie dazu verführt). Für weitaus gefährlicher halte ich die Drogen, die langsam wirken und über deren Destruktivität man sich lange Zeit genauso selber belügen kann wie über deren Suchtpotential. Alkohol und Nikotin sind dafür imho die besten Beispiele.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s