„Review – Fast Five“

Fast Five beginnt genau an der Stelle wo der vierte Teil Fast&Furious aufhört. Vin Diesel wird von Walker und Jordana Brewster befreit und sie flüchten gen Brasilien. Ein einfach klingender Job, der etwas Geld in die Kasse bringen soll, ist nicht nur eine aufwändige Actionszene, sondern kostet auch 3 DEA-Agenten das Leben und natürlich wurden sie reingelegt. Dahinter steckt der Drogenlord von Rio de Janeiro, der fast die ganze Stadt in seiner Tasche hat, inklusive des Großteils der Polizei. Die Gang um Vin Diesel beschließt sich zu rächen, einen großen Coup zu landen und dann für immer unterzutauchen. Dafür holen sie alle Leute zusammen, die sie kennen und denen sie vertrauen(Buddy aus Teil 2, Han aus Teil 3, Rapper/Techniker/Rennmanager aus Teil 2, Ex-Mossad-Babe aus Teil 4, u.a.). Der Drogenlord hat natürlich was dagegen und außerdem landet eine Spezialeinheit mit Dwayne „The Rock“ Johnson, um Diesel&co festzunehmen, denn da war ja was mit den DEA-Agenten. Und dann geht die Verschrottungsorgie richtig los.

Teil 1 ist ein Neo-Klassiker des Autorennfilms, Teil 2 ist Schrott, Teil 3 überraschend gut, auch wegen des Gastauftritts am Ende, Teil 4 nähert sich zwar nicht wirklich der Klasse von Teil 1 an, aber er ist besser als Teil 3 und man kann nicht wirklich meckern. Für Teil 5 hat man die Richtung der Serie nun endgültig geändert und geöffnet. Mittlerweile ist die Fast&Furious-Reihe ein Mischling aus Autorennfilm, Heist-Movie und Mainstream-Actionfilm. Womit die Produktionsfirma wohl den Massenappeal stärken will. Die Action ist größer, es zercrashen und explodieren mehr Autos, die Stunts sind krasser und man merkt dem Film sein gehobenes Budget jederzeit an. Inhaltlich gibt es so gar keine Überraschungen. Man weiß wer wessen Love-Interest ist, was als nächstes passieren wird, dass Diesel und The Rock am Ende kooperieren, usw. Die überraschende Wendung am Schluss ist nett gemacht, aber auch das weiß man vorher. Die Story ist dabei nicht nur vorhersehbar und dünn, sondern auch auf das Nötigste beschränkt. Dazu gibt es schicke Rio de Janeiro Bilder und halt jede Menge Action.

Aber überraschenderweise macht das sogar richtig Spaß! Die Stimmung und Interaktion des Ensembles passt, die Action ist kurzweilig, die Schauwerte nett und auch wenn das Drehbuch dünn war, so hatte man eines. Und es macht einfach Spaß dabei zuzuschauen, wie The Rock und Vin Diesel sich erst mal auf die Fresse hauen, wie die Helden durch die Straßen rauschen und wie Sachen in die Luft fliegen. Bei 3/4 des Filmes driftet der Film etwas zu sehr in Richtung Bad Boys 2 ab – man wartet die ganze Zeit darauf, dass einer sagt, er hätte da ein CARE-Paket der CIA – aber man rauscht auch hier geschickt am Absturz vorbei. Die offensichtliche Anlage für Fast 6 nach dem Abspann ist dann so Klischeegeladen, dass es fast schon wieder überraschend kommt. Ich sag nur: „Böser Zwilling? Gedächtnisverlust? Gehirnwäsche?“ Die Top 3 der Daily Soap Schreiber aus den 80ern strikes back.

Wer also einen actionbetonten Autorennfilm mit Heist-Movie-Einlage und hübschen Bildern sehen will, der macht hier absolut nichts falsch. Wer anspruchsvolles Kino erwartet, hätte diesen Artikel eigentlich nur genau bis „Fast Five“ lesen dürfen…

Zum wichtigen Teil, folgende Autos tauchen im Film auf: BMW E39, Chevrolet Meriva DualFuel, Chevrolet Corvette C2 Grand Sport, De Tomaso Pantera, Dodge Challenger SRT8, Dodge SRT8 Modified Vault Charger, Dodge Charger, Dodge Charger Police Interceptor, Ducati Streetfighter , Ford Explorer, Ford Galaxie, Ford GT40, Ford Maverick, GMC 2500 Yukon, Gurkha LAPV, Honda Acura NSX, Koenigsegg CCXR, Lexus LFA, Nissan 370Z, Nissan GT-R, Datsun Skyline GT-R, Subaru Impreza STi, Toyota Supra,Porsche 911 GT3RS. Die lokalen Bösewichter fahren ansonsten alle VW. Nach Diktat Need for Speed zocken gegangen!

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18 Antworten zu „Review – Fast Five“

  1. Heiko schreibt:

    Ich lese komischerweise immer zuerst „Autorenfilm“.
    Beim erstem Mal hat der kognitive Disconnect mir fast ein Anneurysma verpasst… 😉

  2. Fastjack schreibt:

    Ich kann mich der Rezension nicht anschließen:
    -> Vin Diesel hat ca. 20-40kg zugenommen (nein, keine Muskelmasse)
    -> die Logiklücken sind nicht mehr verschmerzbar sondern grenzen an ganz fiese Folter
    = keine „coole“ völlig überzogene Action, die sich an den Grenzen der Physik bewegt, sondern
    stumpfer Schwachsinn (Bus vs Dodge Charger, Dodge gewinnt ohne nennenswerte
    Beschädigung, Sportwagen fällt aus x Meter Höhe aus fahrendem Zug… keine Beschädigung)
    -> die Love-Story dabei entzückt nicht einmal Frauen, sondern löst fast Bröckelhusten aus
    -> die Dialoge sind dermaßen unterirdisch, dass man sich Stummfilme herbeiwünscht
    -> keine Rennszenen, sprich mit „Fast“ hat das Ganze nix mehr zu tun

    Mein Fazit (obwohl mit Dwayne Johnson und Vin Diesel zwei meiner favorisierten Schauspieler mit dabei sind; Michelle Rodriguez war ja nur auf Archivaufnahmen zu sehen … gar nicht doof das Mädel) ist da eher desaströs…

  3. sirdoom schreibt:

    Ich muss zugeben, dass ist mir beim Schreiben selber passiert*g* Und ich habe mich absichtlich entshclossen, es so stehenzulassen*ggg*

  4. sirdoom schreibt:

    Also Rennszenen sind eigentlich mit dem Polizeiautorennen, dem Tresorrennen, dem Testdriften in der Fabrik eigentlich genug drin. Die Rennphysik ist halt von „Hard Hollywood-Science“ auf nahe dran an „Dukes of Hazard Science“ gefallen, entspricht damit aber dem Standard für Hollywood Actionfilme. Ist halt kein reiner – für Nyx*g* – Autorennfilm mehr.

  5. Noggi schreibt:

    Ich hab den Film bisher 4 Mal gesehen und muss sagen ich lieg da voll auf sirdoom’s Linie.

  6. Andai schreibt:

    Ich leider eher auf Fastis. der film ist anguckbar, aber nicht mehr und hat nicht mehr den klassischen Charme von damals..selbst wenn man ein Haufen Knochen + Haut in einen knappen Bikini steckt und sich ebfummeln lässt…wobei ich da angst hätte mir einen Splitter einzureißen ^^.

    Aber im Ernst, so viele Logiklücken, dass es schon schmerzt ihn anzuschauen..über wenige kann man hinwegsehen, aber nicht über die Menge…

  7. sirdoom schreibt:

    *g* Welche logiklücken denn eigentlich?*unschuldig_frag*

  8. Andai schreibt:

    ich muss ihn mir dafür nochmal angucken, aber kurz gesagt:

    Um fasti zu zitieren:

    stumpfer Schwachsinn (Bus vs Dodge Charger, Dodge gewinnt ohne nennenswerte
    Beschädigung, Sportwagen fällt aus x Meter Höhe aus fahrendem Zug… keine Beschädigung)

    Hinzu kommt die ganze Aktion mit dem tresor..die rein physikalisch und vom Material her nicht geht..usw. usf. ^^

    Ansonsten für Details müsste ich den nochmal jetzt gucken ^^. Also etwas auf später vertrösten.

  9. sirdoom schreibt:

    Also der erste Teil fällt untert die übliche Hollywood-Physik. Im Behind the Scenes erfährt man übrigens, dass das mit dem trsor durchaus geht, weil es eben kein CGI ist, sondern die den Stunt echt gedreht haben. Okay, nicht am Stück, sondern in Einzelszenen, aber 😉

    Was mich da eher gestört hat, war die ultralange Planung des Überfalls, die innerhalb von 2 mins umgeworfen wird und man mal eben was aus dem Ärmel improvisiert, was eigentlich echt etwas Vorlauf bräuchte. DAs war definitiv etwas unlogisch…

  10. Fastjack schreibt:

    Also mal abgesehen von der anfänglichen Zugszene, die nur lobotomisiert zu ertragen ist, ziehen sich die haarsträubenen Ungereimtheiten doch quer durch den gesamten Film:

    Von vier Kanalrohren erwischen sie das mit dem Loch…
    bei Ice Age ist das ja noch witzig …

    Sechs Leute gucken in zehn Gewehrläufe, die Gewehrläufe ballen los, die Sechs laufen weg!
    ja klar… ich wußte nicht, dass alle sechs Neo heißen…

    Ganz Rio sucht sie, aber Mia geht auf dem Markt spazieren?
    Warum auch nicht, sie kennt ja bestimmt keiner *args*

    Der Tresor an der Leine…. oh man!! Ja, das kann man machen, physikalisch aber nur mit einem leeren Blechkasten. Bei Dukes of Hazard ist sowas witzig… hier ist es… äh… dämlich?

    Warum die dramatische Szene am Ende auf der Brücke? Haben die beiden kurz vergessen das der Tresor schon leer ist? Alzheimer?

    Und das war nur das, was mir aus dem Gedächtnis einfiel 🙂

  11. sirdoom schreibt:

    Zugszene: Hollywood-physiktechnisch vollkommen im Rahmen 🙂 Wenn wir uns mit Achsbrüchen und Beschleunigungskräften aufhalten würden, fallen 90% aller Actionfilme aus. Und als sie in den See stürzen schlägt der Wagen zu erst auf und bricht die Oberflächenspannung des Wassers, weswegen das auch Hollywood-Ok geht 🙂

    Rio ist groß, da ist es unwahrscheinlich, dass… 😉

    Da der Tresor ja auch nur anfangs voll war, geht dat sicherlich.

    Heroische Brückenszenen haben Tradition und es ging dabei ja auch um Rache an dem Drogenboss.

    Du siehst, alles vollkommen einwandfrei 🙂 *g*

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