„Griechenland – A planned disaster“

Nachdem Griechenland am 1. Januar 2001 der Eurozone beitrat, obwohl davor schon vorher gewarnt wurde, stellte sich für Interessierte recht schnell heraus, dass dieser politisch gewollte Beitritt eine riesige Vertuschungs- und Betrugsaktion von Regierungen und Privatwirtschaft war. Dies wurde spätestens 2004 offensichtlich als Eurostat in einem Bericht feststellte, dass die von Griechenland übermittelten Daten nicht stimmen könnten, bzw. eindeutig gefälscht sind.

Dabei hatte Griechenland allerdings etwas Hilfe, denn bereits seit 2000 haben US-Banken wie Goldman Sachs und JP Morganz.Z. wird noch drauf gewettet, ob die Deutsche Bank da auch ihre Finger im Spiel hatte – dabei geholfen das Ausmaß der griechischen Staatsverschuldung zu vertuschen. Neu aufgenommene Kredite wurden als Währungsgeschäfte verbucht, wofür im Gegenzug künftig zu erwartende Einnahmen, zum Beispiel aus Flughafengebühren und Lotteriegewinnen, abgetreten wurden. Staatsschulden, hohe Ausgaben, kaum Einnahmen, absichtliches, komplettes Wegschauen der EU und wildes Roulette spielen der Finanzinstitute fanden sich hier freundschaftlich zusammen. Und als die Finanzkrise kam, brach das Kartenhaus zusammen. Bereits damals war allen Beteiligten klar, dass es nur zwei gangbare Wege gibt.

1. Den Laden so schnell es geht in die Insolvenz zu schicken und so lange aus dem Euro verbannen, bis wir uns den Konvergenzkriterien halbwegs annähern. Dieses Vorgehen hätte jede Menge Investmentbanken und Hedgefonds vernichtet und wäre politisch höchst unerfreulich für die involvierten geworden. Wäre aber während der Finanzkrise gar nicht so schlimm aus dem Rahmen gefallen.

2. Unter Aufsicht zum Sparen verdonnern , Billionen rein pumpen, Augen zu und durch, dabei beten, dass nicht alles in die Luft fliegt.

Was davon ist passiert? Plan 1 wurde nicht in Betracht gezogen, weil die Großbanken erst ihre Milliarden retten mussten und die Politiker sich nicht die Blöße geben wollten. Würde schon alles gut werden, was dann natürlich genau nicht passiert ist. Also zu Plan 2. Da merkt man mittendrin, dass sich der Bürger irgendwie verarscht fühlt und dass wirklich Billionen gemeint waren, als das Finanzministerium den Kram ausgerechnet hat. Man hat sich also für Plan 3 entschieden:

Warten bis die „Player“ ihr Geld wieder raushaben, Milliarden rein pumpen und JETZT überlegen sie dann doch den Stecker zu ziehen, damit das Geld auf jeden Fall weg ist, der Steuerzahler einen Totalschaden abwickeln darf und währenddessen werden staatstragende Reden geschwungen. Man kann sowas glatt ein geplantes Desaster nennen… was für ein bestimmtes Klientel wunderbar zu funktionieren scheint

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53 Antworten zu „Griechenland – A planned disaster“

  1. Cunningham schreibt:

    Warum wusste es der kleine Mann auf der Straße wieder mal besser?
    Und wie blind sind die mächtigen dieser Welt eigentlich?

  2. Fastjack schreibt:

    Rechnung für die deutschen Steuerzahler:
    ——————————————————
    300+ Milliarden für die Bankenrettung…
    200+ Milliarden für „Griechenland“…
    ——————————————————
    500+ Milliarden (in den letzten 3 Jahren)
    ==================================

    more to come:

    ???+ Milliarden für Spanien
    ???+ Milliarden für Irland
    ???+ Milliarden für Italien
    usw. usf.

    Na gut, am Ende muss sich Deutschland dann auch nach jemandem umschauen, der solche Summen für _uns_ ausgibt…(China vielleicht?) Die Hauptsache ist doch, dass unsere „systemrelevanten“ Banken bis dahin kein Minus beim Verspekulieren machen!

    Wie sagte Gregor so schön [sinngem.]: „Wir haben 2 Billionen Staatsverschuldung und die 10% reichsten Deutschen haben über 3 Billionen Vermögen…“

    Wie kann das sein? Wie kann ein Staat funktionieren, der jährlich Schulden anhäuft, um den reichsten 10% im Land noch mehr Vermögen zu verschaffen, während gleichzeitig immer mehr Haushalte, Familien, Kinder unter die Armutsgrenze rutschen? Wie kann sich ein Staat als „sozial“ bezeichnen, der es zuläßt, dass aufgrund reiner Profitgier Sozialleistungen, Bildung, Renten und die schwächsten Einkommen noch weiter verringert werden?

    Aber wer diese Schieflage kritisiert ist ein böser Kommunist? *shrugs*
    Man muß doch kein Kommunist sein, um zu erkennen, dass das lediglich auf eine neu Abart der Sklaverei und „Brot und RTL.. äh Spiele“ hinausläuft. Mittlerweile warnen ja sogar Erzkonservative vor der Entwicklung und bezeichnen „den Kapitalismus“ als „lernunfähig“ und „gescheitert“.

    An so einer Stelle angekommen, wäre es richtig dieses System zu überdenken. Nein, nicht gleich abzuschaffen, nicht ein neues Label drauf zu kleben oder ähnliches, sondern mal ernsthaft zu überdenken, wie man so eine Fehlentwicklung stoppen und zukünftig verhindern kann. Welche Eingriffe und Änderungen dieses „System“ dazu benötigt. Und bevor wer anfängt im pawlowschen Reflex loszublöcken: ich weiß auch keine Adhoc-Lösung, einfache Lösungen für so etwas gibt es nicht. Wer aber nicht einmal bereit ist über Änderungen (egal in welche Richtung) nachzudenken, der trägt nur dazu bei, den Karren mit Vollgas gegen die Wand zu fahren.

  3. Cunningham schreibt:

    Wir könnten, wenn wir an der Reihe sind, dann die Franzosen fragen, die haben uns den Euro eingebrockt…
    Wobei zu befürchten ist, dass die Franzosen vor uns in der Reihe stehen.

  4. XDragoon schreibt:

    Wie war das doch gleich? „Banken sind gefährlicher als stehende Armeen“ – in dem Bild haben wir mit dieser Finanzkrise richtig derbes friendly fire – aber anders als bei Soldaten, denen sowas passiert, wird hier am Ende des Magazins nicht doch nochmal nachgeschaut, wen es denn getroffen hat um daraufhin darüber nachzudenken, in welche Richtung das böse Ende der Knarre zeigen sollte, sondern erstmal nachgeladen und der Abzug betätigt…

  5. Henning schreibt:

    Ohne Sozialtransfers, defizitäres Gesundheitssystem und diesen ganzen Schwachsinn wie öffentliche Schwimmbäder und freie Bildung hätte Deutschland keine Schulden 😉

  6. ravenscroft schreibt:

    Ja Prima, das ist dann wieder die Antwort die man von Neoliberalen erwartet.
    Der böse Sozialstaat ist Schuld. Glaubst du diese Parolen eigentlich selber oder schreibst du sowas nur zum trollen?

  7. sirdoom schreibt:

    ^^Ab „und diesen ganzen Schwachsinn wie öffentliche Schwimmbäder und freie Bildung hätte Deutschland keine Schulden“ sollte klar sein, dass Henning da ein bisserl Ironie mitspielen lässt 😉

  8. farmerboy schreibt:

    Es ist gut, dass die Menschen des Landes unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn sonst, so glaube ich, hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution.
    Henry Ford

  9. sirdoom schreibt:

    Kannst du nicht irgendeinen Kommunisten zitieren? Das untergräbt doch das System jemanden wie Ford zu zitieren! Was kommt als nächstes? Buffett, Soros, Krupp? 😉 Außerdem weiß man ja gar nicht wirklich, ob Ford das so gesagt hat! Wahrscheinlich eine linke Verschwörung!

  10. XDragoon schreibt:

    Also wenn alles, was Henning hier in diesem Blog bislang von sich gelassen hat, Ironie war, muss er politisch so weit links stehen, dass Gregor Gysi vor Neid erblasst.

  11. sirdoom schreibt:

    Deswegen sagte ich extra „ab“ [dem Teil des Satzes] 😉

  12. Henning schreibt:

    Wenigstens einer versteht mich.

    Da nicht anders möglich hier die Antwort:

    Also abgesehen davon, dass das keine Parolen (Parolen sind Slogans, also kurz!) sind, würde ich mir an Deiner Stelle mal den Anstieg der deutschen Staatsverschuldung ansehen.
    Ab den 70er Jahren (seltsamerweise dem Beginn einer wirtschaftlichen Schwächeperiode mit gleichzeitigem Anstieg der Sozialleistungen wie Höhe und Dauer des Arbeitslosengeldes, mehr Sozialhilfe, etc pp) steigt sie bis 1990 an, um dann in Folge der Wiedervereinigung nochmal gut zuzulegen.
    In den letzten Jahren kamen dann noch ein im Vergleich zur Gesamtschuld kleiner Betrag dazu, der allerdings das Potential hat, auf bis zu ein Drittel der Gesamtschuld anzuwachsen. Die größten 3 Posten im Etat sind Soziales, Zuschuss zur Rente und Zinszahlungen.Und das ist schon seit ein paar Jährchen so.
    Falls obiges so stimmt, wird also tatsächlich sehr viel für die „kleinen Leute“ gemacht. Also nix da mit „Parolen“, oder wohl eher Phrasen.

    Und „neoliberal“ wäre vor allen Dingen gewesen, die Banken ihre Scheisse selbst raustragen zu lassen. Die gehört aber genauso zum institutionalisierten Hospitalismus in diesem Land wie H4.

  13. Fastjack schreibt:

    Stimmt Henning, wenn man seinen knapp 80 Millionen Sklaven endlich mal die Menschenrechte entzieht und sie bei Wasser und Brot in Lehmhütten halten würde, dann sähe unser „Staatshaushalt“ bestimmt besser aus… 😉

  14. Fastjack schreibt:

    Die gute Nachricht vorneweg:
    in einigen Punkten hast Du absolut Recht (z. B. die drei größten Posten), aber Du ziehst imho die falschen Rückschlüsse daraus.

    Die Schieflage auf wachsende Kosten zurück zu führen ist ein wenig eindimensional. Für mich wird ein „Staat“ aus der Summe seiner Einwohner gebildet und sollte somit diesen _allen_ dienen. Daher stellen sich mir u. a. folgende Fragen:

    – Wie kommt es dann, dass nur 10% unserer Bürger über 60% aller Vermögenswerte besitzen? Wenn das „gerecht“ sein sollte, dann müßten diese 10% deutlich mehr leisten als die restlichen 90%. Ziemlich unwahrscheinlich, oder?
    – Wie kommt es dann, dass unsere gesamte Gemeinschaft (Staat) jedes Jahr Verluste macht, aber ausgerechnet diese 10% unserer Bürger große private Gewinne machen?
    – Wie kommt es dann, dass das Vermögen der ärmsten 10% in D. immer weiter abnimmt (bzw. die Verschuldung zunimmt), das der reichsten 10% aber ansteigt?
    – Wie kommt es dann, dass die Realrenten in den letzen Jahren um 8,9% gesunken sind, die Sozialleistungen um real 5% gekürzt wurden?
    – Wie kommt es dann, dass das Bruttosozialproduk unseres Staates, sowie das BIP jährlich steigen, sprich immer mehr Geld, Waren, etc. zur Verfügung steht, aber der Großteil der Leistungserbringer (Arbeitnehmer) in unserem Staat immer weniger zur Verfügung hat?
    – Wie kommt es dann, dass Deutschland beim Bruttonationalprodukt international Platz 4 belegt, bei den durchschnittlichen Haushaltseinkommen, aber nur Platz 15?

    Wenn dies alles „gerecht“ sein soll, dann wäre eine mögliche Erklärung dafür,
    – dass eben diese – platt gesagt – „Reichen“ ein Vielfaches mehr leisten als die breite Masse der Einwohner.
    – dass ein guter Teil unserer Einwohner de facto faule Schmarotzer sind (gut 3,5 Millionen Hartz IV Empfänger)
    – dass die Arbeitsleistung von knapp 1,5 Millionen (Hartz IV Aufstocker) grottenschlecht ist.
    – dass 50 Jahre Arbeit weniger Wert ist, als 2 Arbeitsstunden der bestbezahlten Hedgefondmanager (1,5 Milliarden/Jahr)
    Gerecht ist anders, oder?

    Aber darüber hinaus, stellt sich mir folgende Frage:
    Von „unserer“ gesamten Infrastruktur profitieren am stärksten die obersten 10%. Warum müssen aber die, die am wenigsten davon profitieren, (relativ) gesehen die höchsten Kosten dafür tragen?
    Wem nützt das was? „Den Deutschen“? „Deutschland“? Dir? Mir? Doch wohl eher nicht…

  15. Henning schreibt:

    Da ich ein paar private Termine habe, kurze Antwort:

    1. Du findest es anscheinend wichtig, dass Eigentum „gerecht“ verteilt wird. Da liegen wir weit auseinander, da ich schon grundsätzlich anzweifle, dass man da eindeutige Kriterien finden könnte. Was Du wohl meinst, ist eine möglichst gleiche Verteilung – und da das immer Umverteilung bedeutet, lehne ich das klar ab.
    2. Das „die Reichen“ von Infrastruktur mehr profitieren, ist in meinen Augen nicht richtig. Wer ein Schwimmbad im Keller hat, braucht kein öffentliches Schwimmbad. Wer den Arzt cash zahlen kann, braucht auch kein Gesundheitssystem. Weitere Beispiele schenke ich mir.
    3. Die sich weiter öffnende Schere bei der Verteilung des Besitzes lässt sich einfach erklären:
    – Bei steigendem Einkommen sinken die Konsumausgaben, dh je mehr man verdient, desto mehr hat man am Monatsende übrig.
    – Anlagevermögen vermehrt sich selber.
    4. Die Renten sinken, weil das Verhältnis zwischen Einzahlern und Versorgungsempfängern stetig schlechter wird. Weil wir seit gut 20 Jahren nicht willens sind, unsere ganzen Versorgungssysteme an die Realität anzupassen, dafür aber eben Schulden anhäufen, damit es niemand merkt.
    5. Lohn hat nichts mit Wert der Arbeit oder Qualifikation zutun, sondern mit Angebot und Nachfrage. Da irgendwelche emotionalen Aspekte draufzuschustern, ist vielleicht gut für den Puls (und irgendwann schlecht fürs Herz), aber fruchtlos.

    Um noch ein wenig zu trollen:

    – Was machst Du denn, wenn ein Bauer aus Burkina Faso das Gerechtigkeitsfass aufmacht? Da stehst Du anstatt mit Wohnung, Auto, Urlaub und Hobbies plötzlich mit ner halben Handvoll Reis da.
    – Ich bin in der Tat der Meinung, das sehr viele H4-Empfänger faule Schweine sind.

  16. Fastjack schreibt:

    Zu 1.: Ich denke 1789 haben viele bereut das genauso gesehen zu haben, wie Du.
    Zu 2.: Straßen, Schienen, Stromnetze, Arbeitnehmer usw. usf. sind die Grundvoraussetzung, dass die Wirtschaft funktionieren kann, die den Reichen ihren Reichtum beschert.
    Zu 3.: Geld, das dem Wirtschaftskreislauf entzogen wird und Geld generiert, völlig idiotische staatliche Subventionen an jene, die eh schon das meiste Geld haben, etc. Und dieses „Perpetum mobile“ hälst Du für sinnvoll?
    Zu 4.: Das ist doch blanker Hohn, oder pure Ahnungslosigkeit, oder? Seit 20 Jahren werden Steuern für Wirtschaft, Wohlhabene, etc. massiv abgebaut und die Einnahmenseite dadurch immer weiter verschlechtert. Und Du machst unsere Versorgungssysteme dafür verantwortlich? Schau mal nach, welche Steuern in den letzten 20 Jahren abgeschafft wurden und wem das nutzte. Viel Spaß.
    Zu 5.: Arbeit und Arbeitslohn hat nichts mehr mit Angebot und Nachfrage zu tun, wenn Menschen davon abhängig sind. Spätestens mit der Rationalisierung und mehreren Millionen „Überschuss“ an Arbeitskräften heißt das moderne Sklaverei oder hälst Du Stundenlöhne von 2€ für ein ganz normale Ergebnis von Angebot und Nachfrage? Und ist es für Dich also absolut okay, dass eine Erziehering 1000€/Monat, ein ungelernter Arbeiter bei einem großen Automobilhersteller aber 5000€/Monat verdient?
    Ist es also für Dich auch völlig okay, dass Eigentumsdelikte härter bestraft werden als Personendelikte? (z. B. Beschädigung eines Streifenwagens vs „Beschädigung“ eines Polizisten)

    Und Du hast völlig Recht, „wir“ leben davon eine Großteil der restlichen Welt auszubeuten. Da mag man sich hinstellen und das so akzeptieren, man kann aber auch versuchen etwas dran zu ändern. Was die H4 Empfänger angeht… tja, da geht es Dir wie vielen anderen, die auf die Polemik von Bild und RTL reinfallen…

  17. Henning schreibt:

    1. Und es hat Frankreich ja echt weitergebracht.
    2. Der einzige Unterschied zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer ist, dass der Arbeitgeber ein wirtschaftliches Risiko eingeht. Dieses Risiko nimmt ab einer gewissen Größe der Unternehmung zwar wieder ab, aber am Anfang unterscheidet ihn nur diese Risikobereitschaft von allen anderen Marktteilnehmern. Die einzige Ausnahme stellen die Bereiche dar, wo es keinen offenen Markt gibt.
    3. Das war aber eine gedankliche Nullnummer. Eine Investition in eine Unternehmung generiert auch Rendite und kommt direkt Deinem „Wirtschaftskreislauf“ zu Gute. Komisch, dass Du nur im Rahmen Deines Feindbildes denken kannst.
    4. Die Rente ist keine allgemein verwendbare Steuer sondern eine zweckgebundene Abgabe. Dh jeder Einzahlung steht auch ein Anspruch gegenüber. Aber Du willst ja nur den gleichen löchrigen Eimer mit höherem Pegel, indem Du mehr Wasser reinkippst und nicht die Löcher stopfen … wobei wir wieder bei der hohen Staatsschuld sind. Denn „wir müssen nur die Einnahmen erhöhen“ ist kompletter Schwachsinn – dieser Staat nimmt jedes Jahr soviel Geld ein wie noch nie zuvor. Er haut es auch in noch größerer Geschwindigkeit wieder raus, weil die Systeme fehlerhaft sind.
    5. Jeder Mensch ist so abhängig, wie er sich macht. Wer als Qualifikation nur einen mehr oder minder gesunden Körper hat, wird in einer Informationsgesellschaft nun einmal kaum Lohn erzielen. Das kannst man aber nicht dadurch ändern, indem man künstlich die Löhne treibt.
    (6.) Ich bin für deutlich höhere Strafen für Personendelikte.
    7. Ich gucke Phoenix und lese FAZ, soviel erstmal zu meinem Medienkonsum. Meine Meinung bildet sich aus persönlichen Erfahrungen im Freundes- und Bekanntenkreis. In meinen Augen sollte jeder Mensch alles dafür tun, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen UND wer dies schafft, egal wieviel Geld er nun genau verdient, sollte dafür von seinen Mitbürgern geachtet werden. An beidem hapert es immens, leider.

  18. sirdoom schreibt:

    Seiteneinwurf Geldverdienst: Wenn Wolfgang Grupp Millionen verdient, ist das vollkommen okay, denn er produziert und schafft Arbeitsplätze UND trägt persönliches Risiko, weswegen sein Einkommen vollkommen gerechtfertigt ist.

    Nicht-produzierende Gewerbe, die davon profitieren, Volkswirtschaften zu schaden und sich auch bei Milliardenverlusten „Boni“ in Millionenhöhe auszahlen, wo keinerlei persönliches Risiko vorhanden, verdienen eher ein Erschiessungskommando.

    Lustigerweise wird dabei meist übersehen, dass echte Liberale das durchaus ähnlich sehen.

  19. eismann2060 schreibt:

    Man hätte sogar so viel über, dass man wieder Pyramiden bauen könnte.

  20. Henning schreibt:

    Ja, den Bankeneigenhandel haben Schröder und Eichel zu verantworten 😉

    Um noch ein wenig nachzutreten: eine Revolution in Deutschland mit „linkem“ Ausgang wird es schon deswegen nicht geben, weil die gleichen linken Parteien, die eben dies mehr oder minder subtil als Drohung missbrauchen, gegen privaten Waffenbesitz sind.

  21. Fastjack schreibt:

    Zu 1. Zeitweilig schon, auch wenn die menschliche Gier das schnell wieder zunichte gemacht hat.
    Zu 2. Das mag auf kleine Startups, Klein- und Mittelständische Betriebe zutreffen. Das sind aber weder diejenigen, die die großen Profite abgreifen noch die, die zumeist zu den oberen 10% zählen. Die, die Du ausklammerst, die Großindustrien (Pharma, Energie, Medien), die meine ich.
    Zu 3. Oh, dünnes Eis, Du beweist damit allerhöchstens, dass Du keine Ahnung hast. Da verweis ich mal auf den Wirtschaftspakt von Rot/Grün, durch den Milliarden Steuererleichterungen an mehr Arbeitsplätze gekoppelt wurden. Tja, nur dass die Wirtschaft zwar gerne die Steuererleichterungen genommen hat, aber unterm Streich sogar noch Arbeitsplätze gestrichen hat. Ich seh schon, das ist ja so richtig dem Wirtschaftskreislauf zu Gute gekommen. Henning, da muß ich nicht im Rahmen eines „Feindbildes“ denken, dass Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden ist nun mal ein Fakt. Und nein, das hat nichts damit zu tun, dass die Armen (oder Ärmeren) zu blöd oder nicht risikofreudig genug sind, sondern es ist ganz banal im System so verankert.
    Zu 4. Wenn jeder Einzahlung eine Anspruch gegenübersteht, warum bekommen die Rentenempfänger dann nicht eine inflationsbereinigte Rente ausgezahlt? Warum sinken die Realrenten um 8,9%? Liegt es daran, dass ein gewisser Finanzminister die Rentenkassen geplündert und das Geld zweckentfremdet hat? Jap. Warum war das so? Weil nicht genug Geld im gesamten Top war. Warum war da nicht genug? Weil Unternehmenssteuer, Vermögenssteuer, uvm. verringert, abgeschafft, etc. wurden, um eben jene zu subventionieren, denen über 60% in Deutschland gehört. Du glaubst also immer noch an das Märchen, dass der Eimer so viele Löcher hat.

    Darf ich Dir nur ein ganz großes Loch erklären? Da wäre unser Gesundheitssystem (zufällig arbeite ich und weiß wovon ich sprech): die Ausgaben sind in den letzten 10 Jahren exorbitant gestiegen. Weißt Du warum? Einer der Hauptgründe sind die um mehrere 100% (ja richtig, das bedeutet Verdopplung, Vervierfachung, etc) gestiegenen Arzneimittelpreise. Dabei machen die Pharmakonzerne und Apotheken seit Jahrzehnten große Gewinne und Renditen. Auch die Herstellungskosten sind kaum angestiegen. Die Forschung wird zu einem immer größer werdenden Teil von öffentlichen Körperschaften getragen. Aber gegen die Lobby und die Macht der Konzerne ist scheinbar kein Kraut gewachsen.

    Und genauso sieht es in etlichen Bereichen des löchrigen Eimers aus (Energieunternehmen, usw. usf.). Sprich die großen Löcher verursachen – ohne jegliche Notwendigkeit – deine hochgelobten Wirtschaftsunternehmen selber. Und wenn nun verlangt wird, dass sie auch dafür aufkommen müssen, dann nennst Du das Schwachsinn und erklärst die Systeme für fehlerhaft. Fehlerhaft sind sie in der Tat, aber an anderer Stelle.

    Zu 5. Sorry Henning das ist eine nette Platitüde, aber mehr auch nicht. Schau Dir die Analysen und Statistiken genau an. Wir haben 3,5 Millionen Arbeitssuchende, 1,5 Millionen Aufstocker und eine Grauziffer von über 5 Millionen potentiell Arbeitssuchender (aus Statistiken „rausgerechnet“, nicht gemeldet, anderweitig weggeschummelt). Es gibt aber weder 5-10 Millionen Vollzeitarbeitsplätze in D. von denen man leben kann, noch einen ausreichenden Markt für 5-10 Millionen Selbstständige. D. wurde (und wird weiter) zu einem Billiglohnland ausgebaut und immer weniger Menschen werden ihre Existenz durch Vollzeitarbeit sichern können. Wo sollen die Jobs herkommen? Nochmal: es gibt sie nicht!
    Was die Löhne angeht: die Bundeswehr ist ein ziemlich hoher Posten im Etat. Dann können wir die Löhne der Soldaten doch auch drastisch kürzen, oder? 2€/Stunde sollten reichen, alles andere ist doch nur künstlich in die Höhe getrieben, oder?

    Zu 6. War klar… Beißreflex halt. Was ich ausdrücken wollte: in unserem schönen Land ist Eigentum mehr „wert“ und wird stärker beschützt, als körperliche Unversehrtheit. Das ist IMHO eine gigantische Schieflage, zeigt aber sehr gut, dass „den Kapitalisten“ ihr Eigentum nun einmal das Wichtigste auf Erden ist.

    Zu 7: ich habe nicht davon gesproche, was für Medien Du konsumierst, sondern lediglich die kühne Behauptung aufgestellt, dass du 1A die von einigen wenigen gesteuerte Mainstream-Medienbotschaft vertrittst. Natürlich sollte jeder Mensch alles dafür tun, aber es muß auch _jedem_ Mensch die Möglichkeit und die Chance dazu gegeben werden (5 Millionen Arbeitsloser/Geringverdiener minus 100-200.000 offene Stellen macht ein Delta von 4,8-4,9 Millionen, die nun einmal keine Chance haben. Simpelste Mathematik).

    Und achten, ich achte ich eine Erzieherin, die für einen Hungerlohne einen der wichtigsten Jobs in unserem Land macht. Ich achte einen Polizisten, der für seinen Einsatz imho beschissen bezahlt wird, ich achte einen Altenpfleger für sein Arbeit. Ich achte aber nicht die diversen Manager, Spekulanten, Politiker, und alle anderen, die über jegliche Verhältnisse hinaus Geld raffen, selbst wenn sie völlig versagen.

  22. XDragoon schreibt:

    Für alle, die mal konkrete Zahlen sehen möchten:
    http://bund.offenerhaushalt.de/

    Und mal mein Senf zu Hartz-IV-Empfängern. Diese werden von den jobcentern in einem derart automatisiert und reflexartig arbeitendem System erniedrigt, dass jeder Maschinenbauer angesichts dieses Optimierungsgrads neidisch wird. Den so genannten Fallmanagern (ja, ein Hartz-IV-Empfänger wird nicht als Person, nicht als Mensch, nicht als Individuum sondern als „Fall“ klassifiziert) steht es dabei zu, ihre Fälle immer wieder unter der Androhung von Kürzungen der Bezüge vorzuladen oder zu zwingen, sich bei ihnen zugeschickten Stellenangeboten zu bewerben. Diese Kürzung beträgt in der Regel 10% der Bezüge für die Dauer von drei Monaten (=in der Summe knapp über 100€). Die Auswahl an Stellenangeboten wird dabei unabhängig von Artikel 12 des Grundgesetzes erstellt. D.h. ein gelernter Malergeselle muss sich, sofern es der Fallmanager so aussucht, auch als Bäckergeselle bewerben; eine gelernte Erzieherin auch für eine Stelle als Bürokauffrau mit mindestens 10 Jahren Berufserfahrung; ein Lehrer ohne LKW-Führerschein als Fahrer bei einer Spedition usw.. Ändert sich irgendetwas an der persönlichen Situation, wie z.B. die Übernahme oder der Verlust einer Arbeitsstelle, Krankschreibung oder jede Schwankung des Kontostandes muss durch jeden Fall augenblicklich dem Jobcenter gemeldet werden – bei Missachtung kann sogar um mehr als 10% gekürzt werden. Bei der Aufnahme einer Berufstätigkeit und dem damit verbundenen Gehalt wird grundsätzlich um mehr gekürzt als an Gehalt zu erwarten ist. Protestiert man dagegen, können einem Fall unter dem Vorwurf von Falschangaben ebenfalls Bezüge gekürzt werden.
    Die Stellenvermittlung hat dabei noch einen weiteren epic fail zu bieten – denn nicht nur wird nicht verhindert, dass Stellenangebote auch an unqualifizierte Personen gehen nur um diese unter Androhung von Bezugskürzungen dazu zu zwingen, sich lächerlich zu machen, sondern jedes Stellenangebot darf nur einer begrenzten Anzahl von Fällen zugeschickt werden (in der Regel 10). Das bedeutet, dass für jeden Malergesellen, der sich in einer Bäckerei bewerben muss, ein Bäckergeselle weniger die Chance dazu hat, von dieser Stelle zu erfahren. Es geht also überhaupt nicht darum, die Chancen von Arbeitssuchenden zu erhöhen, sondern nur darum, deren soziale Bodensatzstellung zu erhalten. Die geringe Erfolgsquote bei solchen Vermittlungen bestätigt dann jedoch nur das medial und gesellschaftlich etablierte Bild des faulen Hartz-IV-Empfängers.
    Ein weiterer Punkt sind die Zwangsmaßnahmen, zu welchen die Fallmanager des Jobcenters ebenfalls unter Androhung von Bezugskürzungen zwingen können. Diese dauern meist 3-4 Wochen und werden von externen Firmen abgehalten. Eine solche Zwangsmaßnahme sieht dann meist auf den ersten Blick aus wie ein Fortbildungsseminar in der Erwachsenenbildung. Vermittelte Inhalte dienen jedoch vorwiegend dazu, die gezwungenen Teilnehmer als minderwertige Wesen darzustellen, die es ja nicht anders verdient haben als arbeitslos und sozial ausgegrenzt zu sein. Gnädig ist dies dann lediglich für diejenigen, welche aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht verstehen, wie sehr sie dadurch gedemütigt werden. Sprachkurse, welche dagegen tatsächlich vielen dabei helfen könnten, ordentliche Bewerbungen zu verfassen, ihre eigenen Qualifikationen klar darzustellen und passende und unpassende Stellenangebote als solche zu erkennen sowie die Integrationsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe verbessern könnten, werden im Übrigen von den Jobcentern genauso wie jede dem eigenen Berufsfeld entsprechenden Weiterbildungen, an denen ein Fall teilnehmen möchte um die eigenen Chancen, eine Arbeitsstelle zu erlangen, zu verbessern, NICHT bezahlt. Möchte man sich aus Eigeninitiative weiterbilden, so werden Bezüge sogar nicht nur gekürzt sondern man verliert den Bezugsanspruch vollständig, da für Bildungsförderung ausschließlich das BAFöG-Amt zuständig ist.
    Hartz-IV-Empfänger sind sogar genau wie Asyl-Bewerber dazu gezwungen, sich immer an ihrer gemeldeten Adresse aufzuhalten. Jede Ortsabwesenheit muss durch den jeweiligen Fallmanager genehmigt und kann ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Zudem stehen jedem Fall auch nur höchstens 15 Tage zu genehmigender Ortsabwesenheit im Jahr zu.

    Dieses gesamte System führt zu einer Entmenschlichung der Hilfsbedürftigen in einem Ausmaß wie es seit dem Holocaust nicht mehr vorgekommen ist. Damals wie heute waren es ganz normale Bürger, auch Familienväter, die durch ein sich verselbstständigendes System so weit gebracht wurden, Schwächeren die Menschenwürde zu nehmen – damals oft noch das Leben, heute bislang nur die Chance auf ein selbstständiges Leben.

  23. Henning schreibt:

    1. Also was passiert, wenn man seine Eliten ausschließt, kann man super in Zimbabwe und Südafrika sehen. Und auch an Frankreich, denn wenn jeder Franzose im Verwandtenkreis einen Bauern hat, hängt man plötzlich an der Subventionstitte der EU und kommt davon nie mehr weg. Super Perspektive.
    2. Und was willst Du dagegen machen, wenn durch wirtschaftlichen Erfolg ein Unternehmen „zu groß“ wird? Und wer definiert „zu groß“? Du?
    3. Okay, wenn jetzt singuläre Fuck-ups der Politik reichen, um wirtschaftliche Prinzipien „wegzuschreiben“ – die Typen, die Google gegründet haben, waren vorher bitte was? Megatrilliardäre? Also gehts doch, und ich hab gewonnen *g*
    4. Nochmal: die Rente wird nicht durch Steuern finanziert, sondern durch eine Abgabe, nämlich die Rentenversicherung. Abgesehen von einer gewissen Rücklage wird das Geld einfach nur von den momentan Arbeitenden auf die Rentenbezieher verteilt. Dies nennt man „Umlagefinanziertes System“, es ist der Gegensatz eines kapitalfinanzierten Systems (Wo man Geld einzahlt, es angelegt wird und man später Einzahlung plus Rendite herausbekommt. Die Rendite bei beiden Systemen ist momentan etwa gleich, wird sich für die jetzigen RV-Einzahler aber massiv verschlechtern.).
    Ob eine Vermögenssteuer, Sektsteuer oder eine Finanztransaktionssteuer erhoben werden, ist für das Rentensystem also total belanglos.
    Die Höhe der Rente richtet sich nach dem Lohnniveau. Das bedeutet, verdienen die momentan Arbeitenden viel, bekommen die Rentenbezieher auch viel. Nun könnte man natürlich die Rentenversicherung auf diejenigen erweitern, die viel verdienen und so von Rentenabgaben befreit sind – aber (kurzfristig gedacht, wie schon Nobbi Blüm) dies verlagert das Problem nur in die Zukunft. Oder man könnte einfach so die Renten erhöhen und Steuern dazuschießen (und damit den Beweis antreten, dass das Rentensystem nicht mehr funktioniert). Ist vor 2 Jahren passiert, damit Merkel wiedergewählt wurde.
    Generell aber gilt, dass das Verhältnis zwischen Einzahlern und Beziehern schlechter wird. Daher muss die Rentenhöhe sinken oder das Renteneintrittsalter nach hinten verlagert werden.
    5. Nein, überhaupt nicht.
    Was die Bundeswehr angeht: genau dort zeigt sich, dass Löhne sehr wohl durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden: seit 2003 gab es kontinuierlich weniger Geld, mit Abschaffung der Wehrpflicht gibt es Boni und Prämien genau in den Bereichen, wo Personalmangel ist. Bei den Polizeien wurde vor einiger Zeit auch die Besoldungsstruktur umgestellt, um Personal zu gewinnen. Ingenieure und Ärzte müssen in Deutschland eigentlich gar keine Bewerbung mehr schreiben. Fachkräfte im Bereich Metallverarbeitung gibt es in BaWü auf dem Arbeitsmarkt gar nicht mehr, weil die entweder eine Stelle haben oder lieber in der Schweiz arbeiten.
    Nur komisch, dass das nicht bei Menschen ohne Schulabschluss und Berufsausbildung in Bremen, Berlin, Sachsen-Anhalt und Saarland funktioniert – aber warum wohl?
    6. Als StGB und BGB verfasst wurden, wurde im Bereich des Strafrechts ganz anders geurteilt als heute. Und von wem stammen die Strafrechtsreformen? 😉
    7. Weil ja Meinungen nichts mehr wert sind, wenn es die falschen Leute mitvertreten? Du bist so ne Wurst …

  24. Henning schreibt:

    „Dieses gesamte System führt zu einer Entmenschlichung der Hilfsbedürftigen in einem Ausmaß wie es seit dem Holocaust nicht mehr vorgekommen ist. Damals wie heute waren es ganz normale Bürger, auch Familienväter, die durch ein sich verselbstständigendes System so weit gebracht wurden, Schwächeren die Menschenwürde zu nehmen – damals oft noch das Leben, heute bislang nur die Chance auf ein selbstständiges Leben.“

    Wenn es nicht so total lächerlich wäre, wie Du Dich hochziehst, müsste ich jetzt schmunzeln. Ich geh mal ein Eis essen, der Italiener um die Ecke hat tatsächlich Lebkuchen gemahlen und in Eisform gebracht 🙂

  25. sirdoom schreibt:

    Ich will zum Bankensystem und großen Konzernen und den Leuten dahinter nur mal kurz US-Präsident Abraham Lincoln zitieren, der wohl keinerlei Verdacht unterliegt ein Kommie zu sein 😉

    The money powers prey upon the nation in times of peace and conspire against it in times of adversity. It is more despotic than a monarchy, more insolent than autocracy, and more selfish than bureaucracy. It denounces as public enemies, all who question its methods or throw light upon its crimes. I have two great enemies, the Southern Army in front of me and the Bankers in the rear. Of the two, the one at my rear is my greatest foe.. corporations have been enthroned and an era of corruption in high places will follow, and the money powers of the country will endeavor to prolong its reign by working upon the prejudices of the people until the wealth is aggregated in the hands of a few, and the Republic is destroyed.

    Abraham Lincoln war ein strammer Vertreter von freiem Handel und Unternehmertum, verabscheute aber den Gedanken, dass eine Firma an sich als juristische Person betrachtet werden könnte und somit jegliche Verantwortung und Konsequenzen der Führungspersonen dieses Konstrukts entfallen würden. Kurz: Er hatte recht…

    Man kann jetzt natürlich gerne „die Schuld(TM)“ von einer Seite zur anderen schieben, aber ich persönlich sehe insgesamt eher ein allgemeines Strukturproblem, was sich auf eigentlich alle Bereiche bezieht, ob nun Wirtschaft, Politik, usw…

    Hartz 4: Reformen der Sozial- und Arbeitslosenabsicherung waren damals wirklich notwendig, bloß hat man es verkackt. Das jetzige System ist zwar weit entfernt vom Holocaust, bleiben wir mal realistisch, aber trotzdem eine Schande.

    Wirtschaft: Gesichtslose Megaunternehmen als juristische Person entbinden alle von jeglicher Form von Verantwortung. Dementsprechend verhalten sie sich, da es keine Konsequenzen zu befürchten gibt. Womit lustigerweise auch eine Entkoppelung vom kapitalistischen System stattfindet. Man schaue sich alleine mal die in den letzten Jahren stattgefundenen Kartelermittlungen an und rechne die Sachen dazu, wo wir alle wissen, was Sache ist, aber bislang nicht ermittelt wurde. Mit freier Marktwirtscahft hat das nichts zu tun. Siehe auch Globalisierung, die für Firmen gilt, aber durch alle möglichen Sperrverträge nicht für mich als Kunden. Schon mal versucht globalisierterweise in Russland als EU-Bürger ein mp3 online zu kaufen? Ist illegal…

    Politik: Gekauft, handlungsunfähig, inkompetent, den Problemen hinterherhechelnd, gefangen in verkrusteten, sich selbst absichernden Systemen. Was aus elitären, abgeschlossenen Parallelgesellschaften wird, kann man an der Katholische Kirche sehen. Gilt auch für die höheren Ebenen der Wirtschaft.

    Dazu kommt eine – zumindest kommt es mir teilweise so vor – gezielte Verblödung der Gesellschaft. Wissen ist doof, Gangsta-Rapper sein ist cool. Fairerweise muss man zugeben, dass Ghetto-Muhrats oder Ghetto-Kevins Chancen im Arbeitsmarkt eh aufgrund seiner Herkunft und Bildungsvermittlung so gut wie nicht existent sind. Dies im Einklang mit der massiven Spaltung der Gesellschaft(religiös, digital/analog, industriel geprägt/post-industriell, usw.)…

    Wenn man dies alles zusammenrechnet, dann hat man alle Zutaten für ein riesiges Desaster.

    Aber sehen wir es positiv: „The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.“ – Brief an Colonel William Stephens Smith , 13. November 1787. In: Memoirs, Correspondence and Private Papers of Thomas Jefferson, Vol. II, London 1829

  26. farmerboy schreibt:

    Du sprichst mir gerade aus der Seele, du verdammter Commie! 😉

    Ernsthaft:
    Ich halte es für einen Hauptbestandteil unseres Systems daß in vielen Bereichen Handeln und Verantwortlichkeit voneinander entkoppelt wurden.
    Sichtbar sowohl an der Metalität in unseren wirtschaftlichen wie politischen Führungsebenen – verantwortlich ist man sich selbst, nicht dem Unternehmen/dem Staat oder gar seinen Untergebenen/Bürgern- , als auch an der Konsumhaltung vieler unserer Mitbürger.
    Vater Staat zahlt ja im Zweifelsfall für alles.
    Zu Griechenland/Banken:
    Hallo?!
    Wenn ich mein Unternehmen gegen die Wand fahre bin ich pleite und stehe -bestenfalls- mit leeren Händen da.
    Und wenn ein paar Banker sich um ein paar Milliarden verspekuliert haben dann soll die Gemeinschaft dafür aufkommen?
    Falls ich mal nen schlechtes Jahr habe schicke ich auch nen Brief ans Kanzleramt, mal sehn was dabei rauskommt…

  27. XDragoon schreibt:

    „Das jetzige System ist zwar weit entfernt vom Holocaust, bleiben wir mal realistisch, aber trotzdem eine Schande.“

    Und genau das sehe ich anders. Der Holocaust begann nicht mit der sofortigen Deportation und Massenvernichtung von Juden und weiteren ungewollten Personen sondern mit gezielter sozialer Ausgrenzung, Entpersonifizierung, Diskreditierung und Steigerung der Wut auf die Ausgegrenzten. Im Dritten Reich wurde beispielsweise Schülern der Dreisatz am Beispiel der Kosten behinderter Menschen für den Staat beigebracht (Ein Behinderter kostet XXX Reichsmark im Jahr, in Deutschland leben YYY Behinderte – Wieviel Reichsmark kosten sie den Staat?). Dazu dann noch öffentlich propagierte Schulderklärungen an all jene, welche nicht zum Voranschreiten des Staates beitragen (übernehmen heute BILD, RTL etc. im medialen Bereich, diverse Politiker und weitere Leute, denen es einfach Spaß macht oder ihren Zielen dient) wie eben damals Juden, denen man Faulheit, Arbeitsscheu und Leben in unverdientem Luxus vorwarf. Die Entmenschlichung der Hartz-IV-Empfänger habe ich in meinem letzten Posting schon breitgetreten. Das ist kein Fehler des Systems sondern gewollt und wird weiter gesteigert. Da Hartz-IV-Empfänger ja bereits sozial ausgegrenzt sind und ein großer Teil der Bevölkerung wirklich glaubt, dass das Klischee des faulen, arbeitsscheuen und in unverdientem Luxus lebenden Arbeitslosen auf einen Großteil zutrifft, begrüßen auch die meisten, wenn der Hartz-IV-Satz weniger als die Inflation oder sogar garnicht steigt. Und wenn diese sozial ausgegrenzte Gruppe sich dann auch noch beschwert, dass sie weniger Almosen bekommt als für ein menschenwürdiges Leben notwendig ist, dies in Härtefällen sogar noch stärker ausfällt, man nicht wie ein Mensch sondern wie ein lebloses Ding in den Mühlen der Bürokratie zermahlen wird, Grundrechte eingeschränkt oder ignoriert werden und auf jene auf dieselbe Art und Weise ablaufenden Prozessen im Dritten Reich hinweist, wird mit Ignoranz, Unglaube und noch mehr Hass erwidert.

    Unmenschliches Verhalten gegen sozial Ausgegrenzte wird immer stärker antrainiert, gesellschaftlich und in der jeweils eigenen Peer-Group positiv verstärkt. Hemmungen werden systematisch gesenkt, es folgt ja schließlich keine soziale Sanktionierung, wenn jemand schlecht über Hartz-IV-Empfänger redet, diesen die Schuld an der Staatsverschuldung zuspricht oder negative Klischees weiter ausbaut. Das ist eine pawlowsche Konditionierung im Großformat und all das ist eben heute im Gange und war es auf dieselbe Weise zu Beginn der NS-Herrschaft. Das sind die Parallelen, die ich ziehe. Wenn es wirklich so weitergehen wird wie damals, dann wären die nächsten Schritte, Anreize für ungewollte Menschen zu schaffen, das Land zu verlassen – was am leichtesten bei jenen ohne Staatsbürgerschaft geht. Reichen Anreize nicht aus, ist die nächste Stufe, auf diesem Gebiet etwas aktiver zu werden. Gerichtsurteile gegen ungewollte Personen fallen überproportional hart aus oder es können Sanktionen gegen sie auch ohne Richterspruch wirksam werden (der letzte Punkt trifft auf Hartz-IV-Empfänger bereits zu). Man leitet Maßnahmen ein, die dazu führen, dass ungewollte Personen möglichst wenig mit der gewollten Bevölkerung vermischen – über die finanzielle Ebene ist das sehr einfach möglich, indem man dafür sorgt, dass die ungewollten Personen über so wenig Geld verfügen, dass sie sich in den Vierteln/Wohnungen mit den niedrigsten Mieten ansammeln. Soziale Ausgrenzung funktioniert schließlich noch besser, wenn es auch eine räumliche ist – aber auch an dem Punkt sind wir schon sehr lange und es gibt solche sozialen Brennpunkte, die deutschlandweit bekannt sind. Ein weiterer Punkt ist Ausschluss von Bildung oder wenigstens eine Erschwernis, höhere Bildungsgrade zu erreichen. Aber auch das ist schon keine Prognose mehr sondern Realität und wird vorwiegend ebenfalls über Geld umgesetzt. Studiengebühren waren nur einer der letzten Versuche auf diesem Gebiet. Und auch wenn diese in manchen Ländern wieder zurückgenommen wurden, so wäre als alternativer Weg denkbar, BAFöG-Sätze zu kürzen (oder nicht an Inflation anzupassen) oder Langzeitstudiengebühren zu erheben/steigern – dies trifft schließlich vorwiegend jene Studenten, die aufgrund ihrer schlechten finanziellen Lage nebenbei arbeiten müssen. Der Besuch öffentlicher Schulen ist noch kostenlos, aber wer in einer finanzschwachen Familie aufwächst, hat einen höheren Druck, früher Geld zu verdienen und kann es sich daher oft nicht leisten, das Abitur anzustreben. Wenn man, wie Henning es in einem vorherigen Posting andeutete, die Finanzsituation des Staates aufbessert indem man darauf verzichtet, freie Bildung zu gewähren, würde sich diese finanzielle und soziale Schere rapide weiter öffnen und eine stetig wachsende Anzahl von Menschen von der Teilnahme an der Gesellschaft ausschließen und ihnen jede Chance auf ein würdiges Leben nehmen.

  28. 3-6Henning schreibt:

    Ach ja, zum Glück hat jemand schon etwas zur Lesekompetenz gesagt. Um mal wieder zu trollen: ich bin für eine freie, nicht verpflichtende Ganztagsschule mit paralleler Förderung (dh diese Ultrachristen können, wenns nach mir geht, gern ihre Kinder daheim aus der Gesellschaft herauserziehen), allerdings auch für bundesweit einheitliche Abschlussprüfungen (freiwillig) – und wer keinen Abschluss schafft, hat weniger Anspruch auf Sozialhilfen. Uni würde bei mir Geld kosten, allerdings ab einem gewissen Notengrad mit automatischen Stipendien verbunden sein. Für die Kandidaten mit Studienwunsch aber schlechten Noten gäbe es dann einen zurückzuzahlenden Bildungskredit.

    Lebkucheneis rockt btw. Und gleich gibts Waffeln 🙂

    „wenn diese sozial ausgegrenzte Gruppe sich dann auch noch beschwert, dass sie weniger Almosen bekommt als für ein menschenwürdiges Leben notwendig ist“

    Hier verlässt Du mal wieder den Bereich menschlichter Vernunft und phantasierst. Da ich vermute, dass eine rationale Auseinandersetzung nur zu Dingen wie „Sozialhilfeempfänger können sich keine Bio-Lebensmittel leisten“ führt, erspare ich mir das.
    Da warte ich lieber auf Fasti, bis er sich erneut am Rentensystem abmüht.

  29. Fastjack schreibt:

    Zu 1. „Also was passiert, wenn man seine Eliten ausschließt…“
    Also sind „die Reichen“ automatisch auch die Elite… das nenn ich mal eine gewagte These. Dann würde ja Paris Hilton & Co. zur Elite, diverse Hochchulprofessoren, Forscher, Künstler, etc. jedoch nicht dazu gehören. Interessant auch, dass diverse, posthum zur geistigen Elite des Landes geeehrte Größen, zu ihren Lebzeiten nicht zur Elite gezählt wurden oder Deinem Verständnis nach zählen würden.
    Gut zu wissen, dass die Eliten Deiner Meinung nach nur nach ihrem Bankkonto ermittelt werden können.

    Zu 2. Probier es doch mal Regulierung und Kontrolle. Da mittlerweile jedem klar sein sollte (selbst Erzkonservative haben das schon eingesehen und geäußert), dass „die freien Märkte“ sich eben nicht selber regulieren, dass Banker nun einmal nicht aufgrund von Good Will und Moral das Spekulieren sein lassen und das Energiekonzerne das Kartellamt auslachen, aufgrund dessen könnte man (ich weiß, geradezu revolutionär die Idee) ja ganz simpel Gesetze schaffen, die einen Mißbrauch verhindern. Warum kann ein Unternehmen Verluste aus Aktien- und Auslandsgeschäften von der Steuer absetzen, muß die Gewinne daraus aber nicht versteuern? Usw. usf.

    3. „singuläre Fuck-ups der Politik“??? Sorry Henning, hast Du die letzten 20 Jahre neoliberaler Gesetzgebung verpasst? Deine Aussage war: „Eine Investition in eine Unternehmung generiert auch Rendite und kommt direkt Deinem „Wirtschaftskreislauf“ zu Gute“. In den letzten 20 Jahren wurden der Wirtschaft Milliarden an Steuererleichterung verpasst (lies es nach, das waren keine singulären „Fuck-ups“) und gleichzeitig das Lohnniveau und die Sozialabgaben für Unternehmen immer weiter gesunken. Somit wurden gleichzeitig die Kosten verringert und der Gewinn drastisch vergrößert. Resultat ist, dass den Unternehmen deutlich mehr Geld/Kapital zur Verfügung steht. Dieses wurde von den Unternehmen immer wieder gefordert, damit sie Arbeitsplätze schaffen können und damit die Wirtscahft angekurbelt werden würde. Hat das funktioniert? Oh nicht… da scheint doch irgendwie Deine These nicht zu funktionieren. Aber schön, dass Larry Page mittlerweile Deutscher ist…

    Zu 4. War das nicht der Puntk, wo Du schon feierst, dass Du ja so doll im Recht bist?
    Nochmal: ich hab nicht widersprochen, ich weiß selber das seit 1957 unser Rentensytem umlagenfinanziert ist. Mit „Plünderung der Rentenkasse“ ist allgemein gemeint (Google ist auch dein Freund und Helfer), dass immer mehr Fremdleistungen hinzugekommen sind, die mit der Rente nichts zu tun haben, aber inhaltlich immer wieder damit vermengt wird. Zumal für die RV-Einzahler, die eigentlich damit eine einen Anspruch erworben haben, dieser Anspruch _nachträglich_ immer weiter runtergeschraubt worden ist und noch wird. Na super, das sollte sich einmal eine private Versicherungsgesellschaft einfallen lassen! Davon abgesehen hat der Bund seit Bestehen der BRD Zuschüsse zu den Renten zahlen müssen, u.a. weil sie die umlagenfinanzierte Rente eben nicht so umgesetzt hat wie der (Schreiber-) Plan es eigentlich vorsah. Dies nennt sich „Bundeszuschuss“ und der ist so alt wie die Rente an sich. Dass nun aber das Geld nicht „reicht“ liegt somit mitnichten an den Ausgaben für die Renten, sondern weit mehr noch daran, dass der gestiegenen Ausgabenseite keine äquivalenten Einnahmen gegenüberstehen. Wo jedoch bei den Arbeitnehmern entweder die Beiträge steigen (Einnahmeseite), oder aber Leistungen gekürzt werden (Ausgabeseite), so wird bei den Unternehmen und der Wirtschaft die Einnahmeseite noch staatliche subventioniert gesenkt.

    Also steht fest, dass die Unternehmen und die Wirtschaft stückchenweise aus diesem Solidarpakt ausgenommen/zurückgenommen werden (genauso wie bei der Gesundheitsversorgung/Krankenkassenbeiträgen) und dafür auch noch wesentlich weniger einzahlen. Warum tragen dann aber im Gegensatz dazu ALLE Bürger die Kosten für die Bankenkrise? Da dürfen wieder wieder ganz solidarisch sein? Da läuft es somit auf die Solidarisierung der Verluste/Kosten, aber die Individualisierung der Gewinne hinaus. Da sollten jedem, der die freie Marktwirtschaft verteidigt eigentlich die Haare zu Berge stehen oder? Ja ich weiß, dass wir eine soziale Marktwirtschaft haben, allerdings nur noch eine halbe… soziale Kosten bei freien Gewinnen. Und genau das kritisiere ich.

    Ach, wo es mir auffällt… gehst Du mit meinen Ausführungen zum Gesundheitssystem d’accord oder nicht? Ich fand es ein recht gutes Beispiel, dass zeigt, dass die Ausgabenseite der „Sozialkosten“ häufig nicht von den Empfängern sondern von der Wirtschaft vergrößert wird…

    Zu 5. ROTFL
    Akademiker: 3,3%
    Qualifizierte: 6,4%
    über 50: 25%
    Das alleine sind mal eben ca. 35%, die nicht aufgrund von Qualifikationsmängeln keinen Job haben… Warum haben denn die keinen Job? Nach Deiner Unterstellung sollten die doch einen haben, oder?
    Aber mal weiter gedacht. Offiziell gibt es inkl. der stillen Reserve 4,5 Millionen Arbeitssuchende. Ziehen wir die dort oben mal ab (die müssen ja stinkfaul sein, wenn sie trotz Qualifikation keinen Job haben), dann haben wir 2,9 Millionen Geringqualifizierte. Völlig unabhängig davon, ob es machbar wäre oder nicht… haben wir denn 2,9 Millionen freie Stellen für qualifizierte Arbeitnehmer? Denn sowie wir die 2,9 Millionen genügend geschult haben, sollten die – Deiner Logik folgend – ja auch asap einen Job finden, oder?

    Und bevor Du weitere BLÖD-Parolen aka „jeder der arbeiten will, findet auch Arbeit“ heraushaust: Rechne es einfach nach: 4,5 Millionen Arbeitssuchende minus 0,45 Millionen offene Stellen = 4,05 Millionen fehlende Stellen.

    Wir können uns gerne darüber unterhalten warum es in einem der fortschrittlichsten und kultiviertesten Länder des Westens nicht möglich ist genügend qualifizierte Fachkräfte auzubilden (ach verdammt, dann würd ich persönlich allerdings schon wieder anführen müssen, dass ganz ausgerechnet die größten Unternehmen immer mehr Ausbildungsplätze abgebaut haben und jetzt greinen, dass sie keine Leute finden…). Aber selbst wenn wir das lösen sollten, woher sollen dann die anderen 4,05 Million kommen?

    Zu 6. Ist mir reichlich wurscht. Eigentum wurde in D. schon immer höher bewertet als alles andere. Du darfst ja auch ein Kind mißbrauchen (Höchststrafe normal 5 Jahre), kriegst aber bei Steuerhinterziehung bis zu 10 Jahre…

    Zu 7. Hab ich das geschrieben? Nein. Du solltest aufhören andere Leute zu verunglimpfen und erst einmal im Kontext lesen lernen: Du repetierst die Polemik, die Blöd, RTL und Co, mittlerweile selbst die ÖR seit Jahren zentralgesteuert versuchen den Wählern ins Hirn zu hämmern. Es ist mir relativ egal aus welchen Mainstream Medien Du Deine Meinung bildest (schau Dir die Medienkonzerne an, sind allesamt in den Händen von 10 der reichsten Familien in D. Deren Eigentümer/Entscheider tagen mit wem? Japp, u.a. mit Merkel und anderen Politikern), denn gleichgeschaltet sind sie alle mit mehr oder weniger großen Nuancen. Im übrigen habe ich nirgendswo gesagt, Deine Meinung sei nichts wert, sondern lediglich hervorgehoben, dass sie im Punkt H4-Empfänger die Polemik von Bild & Co wiedergibt. Ich zitiere Dich: „Ich bin in der Tat der Meinung, das sehr viele H4-Empfänger faule Schweine sind.“ Das ist nun einmal auf demselben Niveau wie „Ich bin in der Tat der Meinung, das sehr viele Soldaten dämliche Mörder sind.“

  30. Fastjack schreibt:

    Ich bin für absolute Chancengleichheit und staatlicher Förderung bei der Bildung. Und das aus ganz „egoistischen“ Gründen:
    a) Staatliche voll subventionierte Bildung und Ausbildung (selbst mit Studium) ist günstiger als lebenslange Subventionen.
    b) Wirtschaft, Forschung, Kunst profitiert am ehesten von (aus)gebildeten Personen,
    c) Kriminalitätsrate (mit Ausnahme von Wirtschaftskriminalität) sinkt
    d) Soziale Brennpunkte und Teufelskreisläufe können entschärft werden.

    > mehr Krippenplätze
    > mehr Kindergartenplätze
    > Schule ab 5 Jahren
    > verpflichtende Ganztagsschule
    > einheitliche Bildungs- und Prüfungsinhalte
    > keine Konzentration auf Sprachen mehr (mehr Naturwissenschaften, etc)
    > kein Religionsunterricht mehr
    > kein dreigeteiltes System mehr
    > keine Eliteschulten
    > keinerlei Privatschulen
    > mehr Ausbildungsmöglichkeiten
    > mehr Förderung nach Talent, nicht nach Geld
    > Universitäten gänzlich kostenlos, aber mit Prüfungsvoraussetzung und maximaler Studiendauer (Durchschnittssemester +X und nicht mehr).

    Zu H4:
    die Empfänger gewinnen nicht ohne Grund weit über 80% aller Sozialverfahren (nur können viele es sich nicht leisten das Klagen durchzuziehen, da sie in dem Zeitraum noch weiter schikaniert werden). Dass Mißbrauch seitens der AA gewollt und angeordnet ist, ist längst bekannt. Dass offizielle Studien gezeigt haben, dass der Mißbrauch seitens der H4-Empfänger bei unter 3% liegt ebenfalls. Ich gehe nicht soweit an dieser Stelle den Vergleich zu „früher“ zu ziehen, sehe aber die systematische Schikanierung in Zusammenarbeit mit einer medial gesteuerten Diffamierung durchaus sehr kritisch.
    Nachgefragt: wem nützt das was? Die traurige Antwort: den „Mächtigen“, denn wenn sich der normale Arbeitnehmer über den H4 Empfänger aufregt, wenn da der Neid zwischen „hat-gar-nix“ und „hat-wenig“ gestreut wird, dann lenkt das von „hat-ganz-viel“ gut ab und liefert ein Pseudoargument, warum „hat-wenig“ noch weniger bekommt. Packen wir noch ein wenig Islamfeindlichkeit und Ausländerfeindlichkeit dazu und schon unterhält sich der 08/15 Blöd-Leser-Stammtisch nicht mehr über Steuern und eine völlig verfehlte Wirtschafts-, Bildungs-, Arbeitsmarktpolitik, sondern darüber, dass Ali stinkfaul H4 abgreift, bestimmt Kleinborstel mit Dschihad überziehen will und ihnen darüber hinaus den Job weggenommen hat (und sei es den 1€ Job)…

    Oh und dann noch zu H4 und Bio… allerdings mal anders:
    ich muß dabei immer lachen, wenn Schlaumeier ankommen und in Bezug auf Bio(lebensmittel), Öko(energie) oder qualitative Produkte („kauf doch kein Chinamist“) dann immer anbringen, dass doch der Kunde letztendlich bestimmt (*Gebetsmühle* Angebot & Nachfrage), was produziert, verkauft, etc wird. Meist kommt sowas im Zusammenhang mit „die Masse ist ja auch blöd, wenn keiner [xxx] kaufen würde, dann würde es das auch nicht geben und dafür wäre [yyy] viel günstiger und besser“.
    Und was vergessen diese genialen geistigen Eliten immer und immer wieder?
    Ach richtig, dass die allgemeine Masse jeden Cent umdrehen muss, als da wären:
    – H4-Empfänger, immer hin Millionen Haushalte
    – Rentner, sind ja noch mehr als H4elr
    – verdammt viele Familien
    – Geringverdiener
    – usw. usf.

    Wie sollen die sich denn Biolebensmittel, Ökostrom oder ähnliches leisten können? Danke.
    Und wenn man denn meint, man erwirbt „deutsche“ Produkte, weil sie qualitativ, ökologisch, etc ja viel besser sind (und ach um ein Vielfaches teurer), dann muß man allzu oft feststellen, dass man damit weit daneben liegt…

  31. Henning schreibt:

    Ach ja … „absolute Chancengleichheit“ und dazu bestimmt noch „keine Zweiklassenmedizin“ …

    Dazu müsstest Du den Menschen verbieten, Geld für ihre Bildung oder Gesundheit auszugeben.

    Kannst Du aber nicht. Schönen Tag noch.

    (Wobei Du ja auch „die Reichen“ enteignen willst, bist Du selbst ein „Reicher“ bist und verstehst, was an der Denkweise falsch ist.)

  32. Fastjack schreibt:

    Wieso soll ich das nicht (fordern) können?

    Warum sollen denn Dumpfbacken ihren Abschluss auf der Privatschule mit Geld reingeprügelt bekommen, ihre Doktorarbeit von einem Ghostwriter zusammenkopieren lassen können um anschließend mit Unfähigkeit und fehlendem Gewissen Führungspositionen zu besetzen und Unternehmen, Politik, etc. zu pervertieren? Und das können solche Leute auch noch ruhigen Gewissens machen, denn sie werden dafür nicht zur Rechenschaft gezogen… im Gegensatz zu jedem kleinen Angestellten.

    Wie kommt es eigentlich, dass Du die ganze Scheiße, die hier so dermaßen schiefläuft, in absolut jedem Detail so brav verteidigst? Bekommst Du Geld dafür?

    Findest Du es gut und förderlich, dass Privat/Public Forschungen (Gesundheit) durchgeführt werden, deren Ergebnisse dann nur von privaten Pharmakonzernen genutzt werden dürfen, obwohl sie von öffentlichen Steuergeldern bezahlt wurden?
    Findest Du es gut und förderlich, dass Deutschland das europaweit klassenundurchlässigste Bildungssystem hat, das eben NICHT dafür sorgt, dass Begabte und Talentierte gefördert werden, sondern das sogar verhindert, wenn diese Begabten und Talentierten nicht der richtigen sozialen Schicht angehören?

    Und nur ganz unter uns… der Einzige, der bis dato von Enteignung spricht, das bist Du. Aber wenn die Argumente ausgehen ist es immer gut so ein Schreckgespenst in der Hinterhand zu haben, gell? Und ich muß nicht der Oberschicht angehören, um Denken zu können… wobei es mittlerweile genügend Leute selbst dort oben gibt, die sehen was schief läuft.

  33. Henning schreibt:

    Überleg doch mal, was ich verteidige. Musst Du eigentlich nur googeln, gibt es ja schriftlich.

    Okay, praktischer Exkurs:

    Person A und Person B leiden an einer Krankheit X. Diese wird von einer beliebigen Anzahl Ärzten verhandelt. Allerdings ist Arzt Y der anerkannte Spezialist.
    Person A ist erfolgreicher Blogger, Journalist und Gutverdiener, B ist Facility Manager. Y behandelt nur einen Patienten gleichzeitig.

    Wie willst Du erreichen, dass beide gleich gut (oder schlecht) behandelt werden? Nach meinem Verständnis von Freiheit kannst Du das einfach nicht.

  34. sirdoom schreibt:

    Ich habe den Verdacht, dass ihr gerade aneinander vorbeistreitet, zumindest in gewissen Punkten…*g*

    Bildung: Absolute Chancengleichheit kann es hier nicht geben, alleine schon, weil jeder Mensch anders blöd ist. Aber im Ernst: Die Unterschiede, ob im Elternhaus überhaupt Bücher vorhanden sind, machen schon riesige Unterschiede in der späteren Lesekompetenz. Sowas wird man nie ganz ausgleichen können. Was hingegen durchaus gegeh würde, wären Förderkurse, Grundlagenbildung schon im Kindergarten, usw. Da gibt es ganze Maßnahmenkataloge. Wird aber alles torpediert, weil es Geld kostet oder ideologisch unerwünscht ist. Von verschiedenen Seiten wohlgemerkt…

    Desweiteren sind Bildungssysteme nicht statisch, sondern müssen sich an die Begebenheiten anpassen, auch wenn einem dies vielleicht persönlich aufstösst. Strikte Dreigliedrigkeit des Schulsystems war ja vielleicht noch machbar, als man dies Berufstechnisch noch schön abgrenzen konnte und genug manuelle Arbeit vorhanden war. Heutzutage nicht zielführend. Hier sind flexible und durchlässige Systeme gefragt, die bei jedem die best-möglichen Ergebnisse liefern. Womit allerdings NICHT gemeint ist, bei Zusammenlegung der Schulen den Standard einfach abzusenken… Wobei lustigerweise die Standards von „Elite-Privatschulen“ auch so eine Sache sind, wenn man sieht wer da teilweise wie auf Teufel komm raus zum Abi geprügelt wird.*grlm* Ich könnte da noch Stundenlang weiterfluchen…

    Gesundheitssystem: Auch hier ist eine absolute Gleichbehandlung nicht möglich, es funktioniert einfach nicht. Aber man könnte ja damit anfangen, dass Medikamente nicht zum 3-10-fachen Preis in Deutschland verkauft werden. Alleine mit den daraus gewonnen Milliarden wäre erst mal Ruhe was Beitragserhöhungen der Kassen angeht. Bei Arztterminen könnte man es vielleicht mal mit einer Quotenlösung versuchen – so_und_so viel zeitnahe Termine für Kassenpatienten – Rest verteilbar nach Laune. Ich sag jetzt nicht, dass das Ideal wäre 😉

    Geschäftswelt: Hier muss man ganz klar zwischen erweitertem Mittelstand und Großkonzernen und Baken unterscheiden. Der erweiterte Mittelstand ist ja noch einer der Pfeiler des deutschen Wohlstandes. Großkonzerne und Banken sind mittlerweile zu einer Bedrohung der Volkswirtschaft geworden, die kerinerlei persönliche Verantwortung tragen und ganze Staaten ruinieren. Und wenns an haften für den Scheiss geht, den sie absehbar veranstaltet haben, dann sind alle nicht da. Hier müssten DRINGEN Europa-/Weltweite, strikte Grundregeln und Überwachungsmaßnahmen her, gerade weil dieses Klientel ja bereits bewiesen hat, dass man ihnen nicht trauen kann. Aber das wird torpediert bis zum geht nicht mehr. Gerade aus England/City of London, die sowas niemals zulassen werden.

    Weder Staat noch Wirtschaft sind an sich böse. Und wenn die Wirtschaft zu gierig wird, dann muss der Staat eingreifen. Der Haken ist bloss, wenn beide Seiten austauschbare, gierige Nixkönner sind, dann ist die Katastrophe unausweichlich. Die Huafen Scheiße ist ja überhaupt erst so groß geworden, weil beide Seiten sich im Kampf fürs Desaster verbündet haben…

  35. Fastjack schreibt:

    Indem ich genügend anerkannte Spezialisten dafür ausbilde.
    Nach meinem Verständnis wäre das durchaus möglich.

    Man überlege nur wieviele (menschliche) Ressourcen in D. ungenutzt oder falsch genutzt werden. Wegen mangelnder (Aus)Bildung, wegen verkrusteten Systemen, wegen einem gigantischen Überhang an Administration.
    Eine Aufgabe des Staates wäre imho Bildung, Ausbildung, etc so zu lenken, dass das Optimum dabei herauskommt. Wie kann es sein, dass wir Arbeitslose haben, andererseits immer mehr Angestellte/Arbeiter entweder längere Arbeitszeiten oder Lohnsenkungen bekommen? Wieso funktioniert es, dass Unternehmen staatliche Subventionen für Kurzarbeit kassieren, gleichzeitig aber die /(Rest-)Belegschaft Überstunden schieben lassen und Urlaubssperren verhängen?
    Meines Erachtens könnten wir Arbeit und auch Gewinne deutlich besser in D. verteilen, sprich weniger Arbeit, mehr Gewinne für die Arbeitnehmer, ohne die deutsche Wirtschaft zu ruinieren. Im Gegenteil, es würde den Binnenmarkt sogar deutlich stärken und damit die Abhängigkeit vom Export abmildern. Das ist aber nicht gewollt, weil dann ausgerechnet die, die bislang am meisten profitieren, auf etwas Gewinn verzichten müssten. Aber deren Gier (darauf baut Kapitalismus nun einmal auf) und volkswirtschaftliche Verantwortungslosigkeit läßt so etwas nicht zu und dummerweise haben sie mittlerweile eine Macht, dass sie jegliche Änderungen in die Richtung verhindern können.

    P.S.: Du hattest doch auf meine Ausführung zum Thema Rente, etc. gewartet. Die steht weiter oben, September 19, 2011 um 10:26 am.

  36. Henning schreibt:

    „Aber deren Gier (darauf baut Kapitalismus nun einmal auf)“

    Gier ist eine der Triebfedern jedes Menschen. Das hat mit Kapitalismus überhaupt nichts zutun.

  37. Fastjack schreibt:

    Es mag sein, dass du den Zusammenhang nicht verstehst, aber das ändert nichts daran, daß er da ist. Streben nach Gewinn ist eines der Hauptmerkmale des Kapitalismus und nun fragen wir mal, was Gier bedeutet (=das übersteigerte Streben nach materiellem Besitz). Und was erleben wir tagein tagaus? Richtig, die Auswirkungen von Gier, bzw. Kapitalismus.

    Schaut man dann mal nach, was Marx bereits vor 1850 dazu geschrieben hat [Wiki]:
    „Laut Marx findet die Entwicklung zu marktbeherrschenden Oligopolen und Monopolen, die zu überhöhten Preisen bzw. einer Unterversorgung des Marktes führten, zwangsläufig statt. Er bezeichnet dies als die „Zentralisation“ des Kapitals.“

    Da schauen wir uns mal die Energiebranche und die Pharmabranche beispielhaft an… hmm… komisch… der hat ja Recht…

    „Der grenzenlose Ausdehnungsdrang des Kapitals,[..] sei letztlich nichts als eine verzweifelte Flucht nach vorn, um den der kapitalistischen Gesellschaft systematisch inhärenten Widersprüchen durch Eroberung neuer Märkte zu entkommen.“

    Da hab ich noch das neoliberale Geschwätz von „Wachstum, Wachstum, Wachstum“ im Ohr. Nur wie und wohin soll eine globalisierte Wirtschaft denn „wachsen“ können?

    Aber klar… zwischen Gier und Kapitalismus gibt es keinen Zusammenhang. Jemand meinte einmal, dass der Kapitalismus nur deshalb den Sozialismus/Kommunismus überlebt hat, weil sein System der Gier und dem Egoismus des Menschen am ehesten liegt.

  38. sirdoom schreibt:

    Womit du lustigerweise Henning recht gibst*g*

    Ohne Marx widersprechen zu wollen, wie soll denn der Sozialismus/Kommunismus funktionieren, ohne eine der Haupttriebfedern des Menschen auszuschalten? Also ohne in eine Diktatur abzurutschen? Hier findet sich ja auch der Grund für die Checks and Balances im US-System, die Machtkonzentrationen und Gier eindämmen sollen. Zumindest war das mal so geplant ;).

    Wachstum, Wachstum, Wachstum ist übrigens eine echt witzuige Sache, wenn der begrenzte Markt längst verteilt ist. Das kompensiert man zuerst mit Massenproduktion und Produktivitätssteigerung, um durch billigere Preise andere Käuferschichten zu erreichen. Da gibt es allerdings eine Untergrenze. Dann erfindet man Scheiße die keinr braucht, man erzeugt ein „Wollen“. Dies klappt aber auch nicht immer. Und beides gleicht nicht die Tatsache aus, dass der Kuchen verteilt ist. Um so schlimmer, dass einige Marktteilnehmer, die bisher ihrer Meinung nach zu wenig Kuchen hatten auch noch Ansprüche auf größere Kuchenstücke stellen, womit der zu verteilende Kuchen wieder kleiner wird. Daraus folgt eigentlich immer Crash und/oder Krieg. Dann kann der Spaß von vorne losgehen…

  39. Henning schreibt:

    Innovation findet ja nicht nur in einem Segment statt, sondern auch dadurch, dass es neue Märkte (im Sinne von Produkten) gibt. Das ist nämlich eine ziemlich tolle Ausprägung der Gier – sie führt zu Kreativität und Ideenreichtum.
    Wenn ich aber nichts davon habe, aktiv und kreativ zu sein, dann tue ich das auch nicht. Wobei wir wieder bei H4 wären 😉 Ein Teufelskreis *fg*

  40. Fastjack schreibt:

    @Doom:
    das liegt doch genau das Problem: schaltest Du diesen Antrieb (Gier) aus, droht alles zu stagnieren, läßt ihn aber unkontrolliert zu, droht er alles zu zerstören. Ich bin nicht der Meinung, dass der Kommunismus die Lösung ist, genauso wenig wie der Kapitalismus. Aber es muss erlaubt sein, darüber nachzudenken, inwiefern die Vorteile von beiden System (oder auch anderen noch) zusammengenommen werden könnten. Die Aufgabe liegt heute in meinen Augen darin, ein System zu entwickeln, das für die Mehrheit besser funktioniert, als das jetztige, denn diese droht zu kollabieren. Aber dabei müssten mal die Scheuklappen, alten Feindbilder und das Schubladendenken abgeschaltet werden.

    @Henning:
    in dem Punkt gebe ich Dir z. B. völlig recht. Ohne Anreize, ohne einen spürbaren Mehrwert zu bekommen, wird sich kaum jemand anstrengen. Umgekehrt aber sollte kontrolliert eingegriffen werden, wenn sämtliche Verhältnismäßigkeiten außer Kraft gesetzt werden. Sprich ja, jeder der mehr leistet (ob nun im Akkord oder durch Genialität oder Kreativität) soll dafür auch „mehr“ bekommen, ohne dass es zu solchen „Wucherungen“ führt wie Hedgefondsmanager mit dem 50.000fachen Gehalt eines Durchschnittarbeiters.

    Im übrigen muß ich Dir was H4 angeht jedoch widersprechen. Mehrer Studien haben mehr als deutlich gezeigt, dass der absolute Großteil der arbeitslosen H4-Empfänger arbeiten _will_ (von den 1,5 Millionen Aufstockern, sprich Leuten, die arbeiten (teilweise sogar Vollzeit) und aufgrund zu niedriger Löhne H4 beziehen mal ganz zu schweigen). Zum einen greift auch hier genau das von Dir angesprochene Prinzip der Gier, die möchten in der Regel tatsächlich mehr als 465€ haben, zum anderen macht – ebenfalls von Studien bestätigt – Arbeitslosigkeit krank (insbesondere depressiv).

    Wobei ich in einem Punkt Deiner Aussage allerdings völlig zustimme: 1€ Jobs sind kein Anreiz für H4 Empfänger sondern zum einen meinem Rechtsverständnis nach eine verfassungswidrige Zwangsarbeit ¹), zum andern – und das finde ich fast noch schlimmer – ein staatliches Lohndumping, das den gesamten Arbeitsmarkt verzerrt. Bestes Beispiel dafür sind diverse Kommunen, Gemeinden, etc (öfftentliche Hand), die etliche Vollzeitstellen abgebaut haben (insbesondere Landschaftsgärtner, Straßenbau, Müllentsorgung, etc) und anschließend mit 1€ Jobbern besetzt haben. Was für eine Milchmädchenrechnung! Die Kosten für H4 + 1€ Job dürften zwar vielleicht etwas geringer liegen, als vorher die Bezahlung der Vollzeitarbeitskraft, dafür entzieht es aber dem Binnenmarkt wieder Kaufkraft (= sinkende Steuereinnahmen).

    ¹) Artikel 12 GG verbietet Zwangsarbeit:
    + H4 stellt angeblich das Existenzminimum dar
    + 1€ Jobs abzulehnen zieht Sanktionen, sprich Streichung von H4 nach sich
    = der H4 Empfänger wird zur Arbeit gezwungen, indem seine Existenz bedroht wird

  41. Henning schreibt:

    Auf Studien gebe ich nichts. Da gibt es sicher genug Studien, die das Gegenteil beweisen.

    Was kommunale Angestellte und einen angeblichen Kaufkraftverlust angeht – genauso wie Beamte werden die ja aus Steuern bezahlt. Da geht gar nichts verloren.
    Wenn Du Dir sorgen um die Binnenkonjunktur machst, solltest Du eher Auslandsreisen verbieten 😉 Aber ich glaube, sowas ist irgendwo schonmal probiert und vor die Mauer gefahren worden *g*

    H4 ist nicht das Existenzminimum und es gibt auch keine richterliche Festlegung auf einen bestimmten Betrag, der dieses Minimum darstellen würde.
    H4 hat aber einen entscheidenden Vorteil, über den sich seltsamerweise die Leute mehr aufregen als freuen … Sozialhilfeempfänger hatten früher kein Anrecht auf Weiterbildung, heute schon. Komisch, dass dieser angebliche Arbeitszwang die Leute stört.

    1€-Jobs sind in meinen Augen das beste Beispiel, wie völlig sinnlos staatliche Fördermaßnahmen auf dem Arbeitssektor sind. Die Gelder sollte man eher direkt in die Arbeitssuchenden investieren. Das gleiche gilt für Subventionen – die sollte man eher streichen und dafür allgemein die Steuern senken.

  42. Fastjack schreibt:

    Schön, dass Du nichts von entsprechende Studien hälst. Dann musst Du Dir aber auch den Vorwurf gefallen lassen, dass Du keinerlei Grundlage für Dein „Bauchgefühl“ hast.

    „Von den Hartz-IV-Beziehern im Alter zwischen 15 und 64 Jahren geht mehr als die Hälfte mindestens 20 Stunden die Woche einer Tätigkeit nach. Nach einer vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Befragung erziehen diese Bezieher des staatlichen Arbeitslosengelds II teilweise kleine Kinder unter sieben Jahren oder pflegen Angehörige. Andere arbeiten und benötigen das Arbeitslosengeld als Ergänzung oder sie befinden sich in einer Weiterbildung oder Fördermaßnahme. Laut IAB erhöht sich der Anteil der tätigen Hartz-IV-Bezieher auf zwei Drittel, wenn die Erziehung von Kindern im Alter bis einschließlich 14 Jahre mit berücksichtigt wird.
    [..]
    Nur etwa 350 000 zur Arbeitssuche verpflichtete Hartz-IV-Bezieher gehen der Studie zufolge weder irgendeiner Tätigkeit nach noch unternehmen sie Anstrengungen bei der Jobsuche. Bei dieser Gruppe handelt es sich laut IAB zum großen Teil um ältere Hilfsbedürftige, die sich gesundheitlich als stark eingeschränkt beschreiben.
    [..]
    Das IAB ist das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA). Für die repräsentative Studie wurden in den Jahren 2007 und 2008 mehr als 10 000 Hartz-IV-Empfänger befragt.“

    Stichwort „kommunale Angestellte und einen angeblichen Kaufkraftverlust / Da geht gar nichts verloren.“…
    Ähm.. wenn dieselben Leute nachher deutlich weniger Geld in der Tasche haben, geht keine Kaufkraft auf dem Binnenmarkt verloren? Wie soll das funktionieren? Legen die ihre Euroscheine auf den Kopierer?

    [Henning] „H4 ist nicht das Existenzminimum “
    Ne, natürlich nicht… „Die „Hartz-IV“-Reform fasste – wie im zugrunde liegenden Hartz-Konzept (2002) vorgesehen – die frühere Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe (für Erwerbsfähige) auf dem Leistungsniveau des soziokulturellen Existenzminimums zusammen.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosengeld_II)

    Was Deine Schlussfolgerung von 1€ Jobs und Subventionen angeht, kann ich Dir nur zustimmen, wenn auch zumeist aus anderen Gründen 🙂

  43. Henning schreibt:

    Wow, da ändert sich ja mein Menschenbild, wenn Du diese tolle Studie zitierst … Jetzt musst Du mir nur noch erklären, wieso diese ganzen Arbeitssuchenden sich in Bremen und Berlin stapeln bzw. teilweise dort sogar hinziehen, wenn sie ja unbedingt arbeiten wollen. Rational ist das nämlich nicht gerade …

    Kommunale Angestellte werden von Steuern und Abgaben der Bewohner der Kommune bezahlt. Wenn also die kommunalen Angestellten weniger Geld bekommen, bleibt den Bewohnern automatisch mehr. Verstehst Du jetzt, wieso da keine Kaufkraft verloren geht? Das würde nur dann nach Deiner Denke funktionieren, wenn die Bewohner ihr Geld vom Konto abheben und daheim zwischen den Socken bunkern.

    Ah okay, H4 ist also das Existenzminimum, weil das so in Wikipedia steht … auch ein Weg, sich zu verblöden.

  44. sirdoom schreibt:

    Existenzminimum:

    Wenn man Existenzminium so ansetzt, dass jemand nicht verhungert, dann ist H4 mehr als großzügig bemessen. In Deutschland wird „Existenzminimum“ aber nicht nur als „verhungert nicht“ ausgelegt, sondern soll eine gewisse gesellschaftliche Teilhabe und ein menschenwürdiges Leben in einem der reichsten und teuersten Industriestaaten der Welt ermöglichen. Zwischen diesen beiden Definitionen von Existenzminimum liegen Welten!

    @ Henning: Leg dir mal Freehold von Michael Z. Williamson zu*g* 🙂

  45. Henning schreibt:

    Ich habe jetzt seit gefühlt 6 Monaten einen Dreifachband WH40K auf dem Nachtisch, der nicht zu Ende gelesen werden will … mal sehen. Wenn man plötzlich nicht mehr mit dem Zug fahren muss, liest man gleich viel weniger.

    Mir ist schon klar, wie das definiert wird. Aber mal ehrlich: für den Zweck von H4, die Nebenleistungen und die zeitliche Struktur, wann man H4 bekommt, ist das mehr als fair. Als Student hatte ich weniger, Auszubildende haben auch weniger. Und da wohnt die Mehrzahl auch nicht daheim.

  46. Fastjack schreibt:

    Ja, Henning, eine Studie (auch noch der IAB-Amateure) mit über 10.000 Teilnehmern ist natürlich nicht repräsentativ, wenn Du das nicht willst. Ja, Henning, wenn die Kommune mehr Geld hat, dann stärkt das den Binnenmarkt bestimmt besser als in den Händen von Endkunden. Ja, Henning, wenn Du das nicht möchtest, dann ist das auch Mumpitz, was in der Wiki steht und auch wenn H4-Sanktionen bis zur kompletten Streichung führen können, dann ist das Existenzminimum halt Luft und Liebe und davon hat doch jeder genug. Ja Henning, H4 ist ganz doll fair, genau wie steigende Kinderarmut und H4 Empfänger, die Vollzeit arbeiten (sind ja eh nur faule Schweine). Nimm Du weiter die blauen Pillen, ich nehm die Roten….

  47. Henning schreibt:

    Wenn ich irgendwann einen lauten Knall aus Richtung Buchholz höre, war das sicher Deine Halsschlagader =)
    Aber schön, was Du mir so alles in den Mund legst 😉

    Noch schöner wäre aber, wenn Du mir erklären würdest, wieso man nach Berlin zieht, nachdem man arbeitslos geworden ist? Na?

    Zeig mir doch mal eine veröffentlichte Studie, die nicht die Meinung des Auftraggebers widerspiegelt. Und jetzt kannst Du ja mal Dein Talent für Verschwörungstheorien voll ausleben.

    Abgesehen davon:
    – Die Bürger der Kommune, nicht die Kommune. Aber das Menschen ihr Einkommen auch behalten können und nicht über Behörden umverteilen lassen, das ist ja nicht so Dein Konzept, wenn ich das richtig verstehe *g*
    – Du findest es also gut, wenn Leute sich von der Allgemeinheit aushalten lassen, während sie wegen der Erziehung eines 7-14jährigen Kindes (das also am Vormittag gar nicht daheim ist) nicht arbeiten. Gibt ja niemanden sonst, der beides schafft, oder?
    – „Aufstocker“ sind kein Resultat des Kapitalismus, sondern des Sozialismus. Im Kapitalismus würde diese Arbeit entweder besser bezahlt werden, oder gar nicht getan. Aber auch das willst Du ja nicht verstehen.
    – Die „steigende Kinderarmut“ ist ein rein statistischer Effekt. Den würdest sogar Du verstehen, wenn Du denn wolltest.

  48. sirdoom schreibt:

    „Aufstocker“ sind kein Resultat des Kapitalismus, sondern des Sozialismus. Im Kapitalismus würde diese Arbeit entweder besser bezahlt werden, oder gar nicht getan.

    Hier aber mal Einspruch! Aufstocker sind ein dämliches Kombinationsprodukt aus falsch laufendem Kapitalismus und fehlgerichteten sozialen Maßnahmen, die das Problem nicht bekämpfen.

    Wie wir aus den Geschichtsbüchern entnehmen können führt blanker Kapitalismus ohne Regeln die auch durchgesetzt werden nicht zu gerechter Bezahlung sondern zu Ausbeutung, da das Recht des Stärkeren gilt, Stichwort Manchesterkapitalismus, kann und sollte man gerne mal wieder nachlesen, wobei ich vielleicht noch erwähnen sollte, dass der durchaus interessante theoretische Unterbau des fachlich korrekter als Manchesterliberalismus bekannten Systems, natürlich in der Realität ganz anders ablief…

    Diese Aufstockerei ist jetzt der dämliche Versuch die Fehler eines nicht richtig funktionierenden Systems an der falschen Stelle mit den falschen Mitteln geradezubiegen.

  49. Henning schreibt:

    Aufstocken ist das Ergebnis, wenn Leute, die vom Leben keine Ahnung haben (Lehrer und Anwälte) in einer Seifenblase (Berlin) versuchen, die Probleme der Welt dadurch zu retten, dass sie sie durch mehr Gesetze komplizierter machen, als sie ohnehin ist.

    Und das eine gut ausgebildete Fachkraft, die auch nur minimal flexibel ist, heute gegenüber Arbeitgebern chancenlos ist, ist einfach lächerlich. Das Problem ist, dass viele Menschen schlecht ausgebildet sind. Wer heute nicht versteht, dass er einen Schulabschluss braucht, dem ist einfach nicht zu helfen.

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