„Review – Conan(2011)“

Mal im Ernst, Spoiler können wir uns hier wirklich sparen. Der Film beginnt mit der Erzählung einer Legende von einer magischen Maske, die gottgleiche Kräfte verleiht und welche in der Hand eines Tyrannen Leid über die Welt bringt und schließlich von aufständischen Barbaren zerstört wird. Die Bruchstücke werden über das Land verteilt, unter anderem eines bei den Cimmerern. Conan, der Cimmerer, wird in der Schlacht geboren – aus dem Bauch seiner sterbenden Mutter gezogen, was unfreiwillig komisch ist – und lebt in Hyboria. Sein Vater, ein Waffenschmied und Bewahrer eines der Bruchstücke, zieht ihn auf. Bei seinem Initiationsritus, bei dem er im Alter von ungefähr 14 Jahren gezeigt wird, tötet er eine Gruppe von erwachsenen feindlichen Angreifern. Er übt sich im Schwertkampf, trainiert von seinem Vater, lässt dabei aber ein Übermaß an Wut nach außen. Bei einem Angriff auf sein Heimatdorf werden fast alle Bewohner getötet oder versklavt. Dabei geht es um das letzte fehlende Bruchstück der Maske, die der Angreifer sucht. Zu vollen Machtentfaltung fehlt diesem nur noch das Blut einer reinen Nachkommin der damaligen Totenbeschwörer. Conan überlebt, musste aber zuvor zusehen, wie sein Vater stirbt und zieht fortan raubend durch die Welt zusammen mit einigen Gefährten, zur See und an Land. Jahre später findet er Spuren der Angreifer auf sein Heimatdorf, sinnt auf Rache, findet die holde Tempelpriesterin und zieht in die Schlacht.

Die Neuverfilmung von CONAN ist beileibe nicht so mies, wie sie in zahlreichen Reviews gemacht wurde. Jason Momoa gibt einen glaubwürdigen Conan – und ich kann mir da zur Zeit auch keinen anderen Schauspieler vorstellen – es ist blutig, es wird gemetzelt und der Film unterhält durchaus ganz gut – ich sag nur „die Nase!!!„. Dafür muss man aber nicht unbedingt ins Kino und extra Geld für die 3D-Fassung abdrücken. Die Neuverfilmung hält sich zwar theoretisch näher an die Conan-Romanwelt, aber helfen tut dies nicht unbedingt. Grobmotoriker Marcus NispelPathfinder ist im Director’s Cut ja durchaus erträglich – versaut es zwar nicht wirklich, aber ist weit entfernt von gut. Ins Drehbuch wurde alles rein geschmissen was bei drei nicht auf den Bäumen war, was dazu führt, dass der Film einerseits überfrachtet ist, und dann wieder auf der Stelle stehenbleibt, aber da kann man dann ja immer ein kleines Gemetzel einbauen, um wieder Fahrt aufzunehmen. Ron Pearlman als Conans Vater musste jetzt nicht so wirklich sein, Rose McGowen als fiese Todespriesterin ist gut, aber man hat da zu viel Potential verschenkt. Der Oberbösewicht Stephen Lang(Colonel Quaritch in Avatar)rockt nicht so wirklich – und sieht gegen James Earl Jones als Thulsa Doom so gar kein Land – und Tamara Tempelpriesterin und Love Interest ist nett anzuschauen, was es dann aber auch schon war. Die Kamera ist zu wackelig, die 3D-Effekte im Vor- und Abspann am besten, das Bild hat bedingt durch die 3D-Fassung einen fiesen Grauschleier und ist zu dunkel. Am besten sind übrigens lustigerweise die originalen, unbearbeiteten Landschaftsaufnahmen, die sehr gelungen sind. Die Musik von Tyler Bates ist durchaus in Ordnung, aber…

Und damit kommen wir zu dem großen, alles überschattenden Problem: Im Vergleich zu Conan der Barbar von 1982 zieht die Neuverfilmung IMMER den kürzeren! Ob bei den Darstellern, dem Skript, der Handlungsfolge, den Kämpfen, den Aufnahmen, dem Schnitt und halt eben auch bei der Musik, wobei der Vergleich etwas fies ist, da Basil Poledouris ein Meilenstein gelungen ist. Wenn man den neuen Conan-Film als „Pathfinder 2“ betrachtet, oder als „Khal Drogo Ass-Kicking Worldtour 2011„, dann ist das alles durchaus ok und macht Spaß, aber den Vergleich mit dem Original überlebt der Film keine Sekunde. Auf DVD oder Bluray kann man sich ihn durchaus anschauen, aber die Abzockerei im 3D-Kino muss echt nicht sein.

Was da alles leider verschenkt wurde, kann man im Crom Cut mit Originalmusik des 1982er Klassikers ansatzweise erahnen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kunst&Kultur, RPG abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu „Review – Conan(2011)“

  1. Sigismund Dijkstra schreibt:

    Amen, mehr würde mir dazu auch nicht einfallen. Insbesondere das Fehlen eines wuchtigen Soundtracks ist unverzeihlich …

  2. Sigismund Dijkstra schreibt:

    Ach und wenn sie sich schon an die original Geschichten halten wollen, dann sollten sie beachten, dass Conan in seinen Piratentagen als „Amra der Löwe“ bekannt war und nicht als „Conan“!!!

  3. sirdoom schreibt:

    Viel zu verwirrend 😉

  4. Cyric schreibt:

    Man… all die Kritik an diesem Film auf vielen Blogs… das ist ein Conan FILM und kein historisches Meisterwerk im Sinne Howards oder Le Spargues!
    Ich habe wohl alle irgendwie erhältlichen Originalgeschichten und Geschichtsfragmente gelesen, habe fast das komplette Mongoose RPG im Regal und mir hat dieser Film TROTZDEM absolut gefallen. Ja, die Story ist zu sehr D&D und ja, die 3D-Brille kann man getrost wieder wegstecken. Aber ansonsten: WOW. Die Welt wird optisch gut dargestellt, die Kämpfe sind brachial, der Umgang mit Frauen endlich einmal nicht political correct sondern barbarisch freundlich. Und er bietet 90 Minuten spannende Unterhaltung… wenn man nicht grade mit dem Ansinnen hineingeht, ihn möglichst kritisch betrachten zu wollen.

  5. sirdoom schreibt:

    Also unterhalten wurde ich ja durchaus und der Film war angemessen blutig und nackig. Es führt aber trotzdem kein Weg dran vorbei, dass der 1982er Conan in allen Belangen besser ist.

  6. gondrino schreibt:

    Gute Unterhaltung für einen Abend. Aber irgendwie bleibt nix zurück. Das Original hat mir deutlich besser gefallen. Irgendwie ist das schon schade…

  7. Pingback: „Nightwish Imaginaerum – Review“ |

  8. Pingback: “Review – Der letzte Tempelritter” |

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s