„Society – Corporate Property“

Als am 31. Dezember 1600 der Freibrief für die British East India Company ausgestellt wurde, konnte noch keiner ahnen, dass diese Entscheidung noch weitreichende Folgen haben würde. In den 273 Jahren ihres Bestehens wurde die East India Company die erste exterritoriale Firma, die nicht nur Gesetze schrieb, sich das britische Parlament kaufte, die Revolution in den amerikanischen Kolonien mit verursachte, sondern auch direkt die Regierung über Indien übernahm und es konsequent schaffte, dass ihre eigenen Soldaten nicht mehr mitspielen wollten. Nicht umsonst kam es zur Kriegserklärung der US-kolonialen Terroristen, in dem diese bei der Boston Tea Party am 16. Dezember 1773 Waren Schiffe und Waren der Company angriffen und versenkten.

Trade-dominance by the East India Company aroused the greatest passions of America’s Founders – every schoolboy knows how they dumped the Company’s tea into Boston harbour. At the time in Britain virtually all members of parliament were stockholders, a tenth had made their fortunes through the Company, and the Company funded parliamentary elections generously.Thom Hartman in „Unequal Protection

In diesem Kontext ist es auch zu sehen, dass die Gründerväter des Schurkenstaates USA, in geradezu kommunistischer Verblendung – weit vor Marx und Engels – zwar für freien Handel(Marktmonopole waren ja mit ein Grund für den Aufstand) waren, aber das Konzept einer Firma als juristische Person mit den Geldmitteln einer kleineren Nation und direkten Einflussmöglichkeiten auf die Politik verabscheuten. Generell war jegliche Einflussnahme von Firmen auf die Politik sogar verboten, bis „das Kapital“ dies änderte.

All the perplexities, confusion and distress in America arise not from defects in the Constitution or Confederation, not from a want of honor or virtue so much as from downright ignorance of the nature of coin, credit and circulation.John Adams, at the Constitutional Convention (1787)

Heutzutage berät Goldman Sachs die Bundesregierung bei der Lösung der „Euro-Krise“ und empfiehlt ihren Privatanlegern gegen den Euro zu wetten. Gesetze werden von Firmen geschrieben und sind grundsätzlich zum Nachteil der Bürger. Dies ist auch der Grund, warum gewisse Abschnitte und Themen im Geschichtsunterricht nicht mehr vorkommen, sonst könnte der Bürger vielleicht mitbekommen, dass die derzeitige Situation nicht der Normalfall ist und es durchaus Zeiten gab, wo solche Missstände direkt, erfolgreich und blutig beseitigt wurden.

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll Bundesinnenminister Friedrich an einer Historiker-Datenbank arbeiten, um prophylaktisch, die für ihre verfassungsfeindlichen – lies „sie wissen zu viel“ – Tendenzen bekannten Pseudowissenschaftler, im Auge zu behalten.

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6 Antworten zu „Society – Corporate Property“

  1. XDragoon schreibt:

    Eine Neuauflage einer Boston Tea Party im Zeitalter der Containerschiffe wird mühsam – außer man bringt sich einen Kran mit oder kapert die entsprechenden Maschinen am Hafen. Und dann ist es einfach stillos 😉 . Bei Goldman Sachs könnte man dagegen schon leichter das eine oder den anderen aus dem Fenster befördern. Aber das wäre dann keine neue Boston Tea Party sondern eher ein neuer Prager Fenstersturz.

  2. sirdoom schreibt:

    Und auch hier lese ich schon die Schlagzeile „Neuer Terror bedroht die freie Welt!“ 😉

  3. Ben Teddy schreibt:

    „Eine Neuauflage einer Boston Tea Party im Zeitalter der Containerschiffe wird mühsam…“

    Sowas könnte schnell zu einer ‚Boston Oil Party‘ ausarten. 😉

  4. XDragoon schreibt:

    Stimmt – ein Leck in einen Öltanker zu schlagen wäre noch eine Alternative. Ich hoffe nur, dass sie sich keinen Gastanker aussuchen würden…

  5. Thomas schreibt:

    Das macht doch alles schmutzig.

  6. sirdoom schreibt:

    Wenn die nen Gastanker stürmen und eine Magnesiumfackel reinwerfen, weil es so dunkel ist, dann dürfte das eine echt explosive Party werden! 🙂

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