„Eurozone Reboot“

Was passiert eigentlich, wenn die Eurozonenkrise weiter außer Kontrolle gerät, oder die Geberländer den Kram nicht mehr bezahlen können, weil sie selber pleite sind? Was ist, wenn das Finanzsystem am Ende ist? Wobei man wunderbar darüber streiten kann, ob dies nicht bereits der Fall ist. Und Staatspleiten sind jetzt keine phantastische und neuartige Erfindung, genauer gesagt sind sie sogar schon ziemlich häufig passiert. Dabei ist Deutschland gar nicht so pleite, wie es auf den ersten Blick aussieht. Das Geld ist bloß woanders…

Wir haben in Deutschland ungefähr 2,05 Billionen Staatsschulden, aber knapp fünf Billionen Geldvermögen der privaten Haushalte. Und ein Großteil dieser fünf Billionen verteilt sich auf 10%-20% der Bevölkerung. Und dies sind nicht mal unbedingt besonders produktive Mitglieder der Gesellschaft. Die Masse der Bevölkerung muss die laufenden Erträge erwirtschaften. Für den Bürger spielt es dabei überhaupt keine Rolle, wo im System die Schulden sind. Die privaten Schulden muss er bezahlen. Die Schulden, die der Staat gemacht hat, muss er über seine Steuern bezahlen. Und die Schulden, die Unternehmen gemacht haben, zahlt er über die Produkte, die er kauft. Er muss mehr Jobs annehmen und länger arbeiten, während seine Leistungen gekürzt werden und nebenbei muss er noch die bezahlen, die aus dem Arbeitskreis rausgefallen sind.

Und das ist irgendwann nicht mehr aufzufangen und dann explodiert die ganze Geschichte. Traditionell gibt es dann eine Umverteilung von Oben nach Unten. Wir können es auch einen Reboot nennen und auch dies ist in Deutschland und woanders schon passiert, sei es durch Währungsreform oder Schuldenstreichung. Darunter fällt zum Beispiel auch der New Deal in den 30er Jahren in den USA, wobei es bei der aktuellen Rhetorik in den USA ironisch ist, dass eine der größten Umverteilungsaktion der neueren Zeit in den USA stattgefunden hat, erfolgreich wohlgemerkt und sogar ohne größere Unruhen, eine echte Ausnahme. In Deutschland gibt gab es das Lastenausgleichsgesetz, im Grunde eine Zwangsenteignung der deutschen Immobilienbesitzer. Die Frage die sich stellt, ist also nicht ob, sondern wann und in welchem Ausmaß dieser Reboot kommt und wie friedlich die Sache ablaufen wird. Persönlich würde ich z.B. nicht in Immobilien investieren, nicht nur weil da immer noch so viele überteuert Schrottpapiere rumfliegen.

Es gibt allerdings auch Gegenkräfte, die ganz ungeniert auf ein anderes Pferd setzen und unter falscher Flagge agieren. Ein gutes Beispiel für diesen halbwegs verschleierten Kurs Richtung Diktatur der selbsternannten Schmarotzereliten ist z.B. Laszlo Trankovits „Weniger Demokratie wagen. Bürgerbeteiligung ist schlecht, das Internet und freie Meinungsäußerung ist Anarchie,  der Bürger verlangt zu viel und mischt sich zu stark ein, es wäre viel besser wenn überlegene Menschen ungehindert von Rücksichtnahme auf Menschen einfach entscheiden könnten, was für das Land(die Eliten) besser ist. Dabei sollte auch die Befugnis des Bundesverfassungsgerichtes stark eingeschränkt werden, da sie eh nur hinderlich sind. Und das ist nur der Anfang. Natürlich ist der ganze totalitäre Mist hübsch verpackt unter jeder Menge „offensichtlicher Fakten„, die sich bei genauerem Hinsehen als Mumpitz herausstellen. Aber wenn genug Leute darauf reinfallen, dann wird der Reboot ziemlich blutig werden, denn kommen wird er auf jeden Fall.

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12 Antworten zu „Eurozone Reboot“

  1. XDragoon schreibt:

    Ich habe schon seit Jahren in Aktien von Mistgabel- und Fackelproduzenten investiert.

  2. sirdoom schreibt:

    Waffenproduzenten sind generell empfehlenswert in Krisenzeiten 😉

  3. Pingback: Gier - ausser Kontrolle

  4. farmerboy schreibt:

    Ich horte dann mal weiter Nahrungsmittel (…und Waffen…) ihr Hungerleider 😉

  5. sirdoom schreibt:

    Du solltest dir lieber ein paar preiswerte Arbeiter an Land ziehen, die deine Befestigungsanlagen auf den neuesten Stand bringen*g*.

  6. Cunningham schreibt:

    @famerboy:
    Mein Fürst, lasst mich Euer erster Ritter sein, sollte dieses Wahnsinniger Demokratie experiment endlich zusammenbrechen, werde ich Euch Lebenstreue* halten.

    *Treu sein, solange Du lebst…(möglicherweise)

    @Weniger Demokratie wagen:
    Das klingt für mich danach als wäre es jetzt Shotgun O’Clock… und könnte man das Buch nicht schon aufgrund seines Titels als Verfassungsfeindlich einstufen??? Wenn der Inhalt dann auch noch dazu passt.

  7. 3-6 schreibt:

    „Und dies sind nicht mal unbedingt besonders produktive Mitglieder der Gesellschaft.“

    2 Gegenbeispiele: Susanne Klatten und Wendelin Wiedeking. Wie produktiv derweil die Harzer sind, ist eh klar 😉

  8. sirdoom schreibt:

    MÖÖP!*g* Susanne Klatten ist nicht produktiv, sie hat geerbt und ist seitdem im Aufsichtsrat-Aquarium. Sie gehört natürlich zur Quandt-Familie:

    „Die von Quandt und seinen Söhnen geführten Unternehmen beuteten dabei im Zweiten Weltkrieg in enger Zusammenarbeit mit dem Machtapparat des NS-Regimes systematisch die Arbeitskraft von Zwangsarbeitern aus, von denen viele aufgrund der schlechten Behandlung starben. Einer Anklage bei den Nürnberger Prozessen konnten sich die Verantwortlichen aus der Familie entziehen und Teile ihrer Firmen und ihres Vermögens über das Ende der Naziherrschaft hinaus retten. Das heutige Vermögen der Familie wird auf 20 Milliarden Euro geschätzt. Die noch lebenden Mitglieder der Familie gelten als verschwiegen und öffentlichkeitsscheu.“ [Quelle Wikipedia] Harzer gründen ihr nicht vorhandenes Vermögen jedenfalls nicht auf Judenvergasung.

    Gegen Wiedeking will ich gar nichts sagen, der ist eigentlich eine löbliche Ausnahme. Bis er von Ferdinand Piëch mit Hilfe des Landes Niedersachsen und der Lobbyisten von VW vernichtet wurde. Wo kommen wir da denn hin, wenn in einer freien Wirtschaft Porsche einfach VW kauft?

  9. Henning schreibt:

    Sie arbeitet aber und besitzt „ein paar“ andere Firmen.

    Ja 😉

  10. sirdoom schreibt:

    „1993 wurde Susanne Klatten mit 31 Jahren Mitglied im Aufsichtsrat der Altana AG und später dessen stellvertretende Vorsitzende. Im Jahr 1997 trat sie zusammen mit ihrem Bruder offiziell das Erbe ihres Vaters bei BMW an. Sie ist über ihre Beteiligungsgesellschaft SKion Teilhaberin und Mitglied des Aufsichtsrates der BMW AG (12,5 %), des Chemiekonzerns Altana AG (100 %) des Windturbinenherstellers Nordex AG (24,99 %) und des Kohlenstoffproduktspezialisten SGL Carbon (Einstieg im März 2009 mit 7,92 %, aktueller Beteiligungsstand 27,27 %)“

    Sorry, aber „Arbeit“ würde ich das nicht unbedingt nennen, wobei ich nicht sage, dass diese Society – „Eliten-unter-sich“-Sache nicht zeitintensiv sein kann 😉 Und Besitz an sich ist nicht produktiv. Dass sie alleine durch diverse Spenden mehr „tut“ als ein Harzer ist natürlich schön, aber nun auch keine so große Leistung.

    In deine Gegenargumentation würde viel eher der Trigema-Chef Wolfgang Grupp passen. Wobei der nur Multimillionär und nicht Multimilliadär ist 😉

  11. Henning schreibt:

    Und was hat sie vorher gemacht? Und wieso heisst sie Klatten? Wikipedia ist zwar einfach, aber nicht immer vollständig 😉

  12. sirdoom schreibt:

    Hat den Namen von Ehemann Jan Klatten angenommen. Und vorher hat sie studiert und Praktika gemacht, vom Praktikum gings dann in den Aufsichtsrat. Also ohne weitere Infos sehe ich da bisher nur „Erbin“. Das ist an sich kein Vorwurf, ich würde mich über ein paar geerbte Milliarden auch nicht ärgern*g*. Das ist aber an sich nicht „produktiv“, sondern vermehrt sich von alleine.

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