„Album of the Winter 2011 – Solstafir Svartir Sandar“

Durch die Eiswüste zieht ein endloser Vorhang aus Schneegestöber. Die Sonne lässt sich nur als diffuse Scheibe erahnen. Der Revolver ist im Halfter festgefroren. Oder vielleicht doch nicht? Besser wäre es. Die Schneeumspülte Gestalt in 10 Meter Entfernung hat jedenfalls vertrauen darauf, dass sein Sechsschüsser funktioniert. Aus Schneegestöber werden fliegende Eisstücke, klein, Rasiermesserscharf, durchsetzt von Asche, die einen Schatten auf dem weißen Untergrund projiziert. Der Vulkankegel am Horizont spuckt seit Tagen Rauch und Schlacke aus, bald wird er explodieren, der Startschuss. Für den Tod, für eine Abenteuerreise durch eine weiße Wüste, durchbrochen von den Urgewalten der Erde. Neben mir versinkt die Welt im Nichts eines tosenden Ozeans…

Ich habe keinen blassen Schimmer worüber SOLSTAFIR auf ihrer aktuellen CD Svartir Sandar (Schwarzer Sand) singen, aber wenn man sich einen Western im Eis vorstellt, einen depressiven „Northern„, versetzt mit feurigen Ausbrüchen, die isländische Antwort auf Ennio Morricone, dann könnte man der Sache durchaus nahekommen. Ob der epische Einstieg mit Ljósí stormi, das fantastische Fjara – Glenn Danzig würde sich beide Arme abhacken, wenn er sowas noch könnte – Þín Orð mit seinem hypnotischen Geschraddel, das schleppend-verzweifelte Sjúki Skugginn, wenn bei Æra der Bass einen The Sisters of Mercy Gedächtnis-Funk hinlegt oder mit Kukl Dune in Eiseskälte erstrahlt. Ein wundervoller Trip, auf den man sich aber einlassen muss.

Irgendwo zwischen Pagan, Post Rock, Prog, Psychedelic und (Black)Metal findet man hier das Album des kommenden Winters. Don’t forget, Winter is coming!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 100 Meisterwerke, Kunst&Kultur abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu „Album of the Winter 2011 – Solstafir Svartir Sandar“

  1. ravenscroft schreibt:

    Genial, einfach nur genial!
    Hab nach dem dritten Stück das ich bei youtube angehört habe jetzt bei Amazon das Album gekauft.
    Es erinnert mich stellenweise seh an den Soundtrack von Dead Man.
    Danke für diesen Tip, Sir Doom

  2. sirdoom schreibt:

    Freut mich! 🙂

    Die Scheibe ist – was ich oben total vergessen habe – übrigens eine Doppel-CD. Die erste Seite(6 Songs je Seite) hat nur Killer, auf der anderen Seite sind imho 1-2 Stinker dabei, aber alles im Rahmen.

  3. farmerboy schreibt:

    Hat mir die Rückfahrt durch den Nebel am Sonntag echt versüßt…

  4. sirdoom schreibt:

    Wenn ich noch eine positive Rückmeldung bekommen, schick ich eine Rechnung über Promotion-Arbeit nach Island! 🙂

  5. M schreibt:

    *hust* …diesjähriger Weihnachtswunschzettel…*keuch*

    Kannst also deine Briefschwalbe mit der Rechnung losfaxen. 😉

  6. sirdoom schreibt:

    Hm, weiß noch net, ob ich das als Brieftaube, Zeppelin oder via U-Boot losschicke…*grübel*

  7. Pingback: “Gestrandet – Roman” |

  8. Pingback: “Review – Valhalla Rising” |

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s