„Verantwortung und Goldman Sucks“

Alexander C. Dibelius ist alleiniger Geschäftsleiter der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs für Deutschland, Österreich, Russland sowie Zentral- und Osteuropa. Dibelius hat sich schon des Öfteren durch geschäftliche Interessenkonflikte ausgezeichnet und hatte seine Finger auch im Karstadt-Deal.

Am 14. Januar 2010, während der 10. Studentenkonferenz „Campus for Finance“ in der WHU – Otto Beisheim School of Management äußerte sich Dibelius zu der Frage der Banken und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.

Banks, particulary private and listed institutions, do not have an obligation to promote the public good.

Es ist schon beschämend genug, diese Äußerung überhaupt abzusondern. In Deutschland ist es sogar noch schlimmer, denn wir haben ein Grundgesetz. Da steht was drin, was Herr Dibelius wahrscheinlich als kommunistischen Terror bezeichnen würde. Art. 14 Grundgesetz (GG) lautet:

Absatz 1: Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

Absatz 2: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

Absatz 3: Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich die sogenannten Eliten Deutschlands als Verfassungsfeinde outen. Wo ist eigentlich der Verfassungsschutz, wenn man ihn braucht? Beschlagnahmt wahrscheinlich gerade das Bier der Dorfpunks am Dorfbrunnen oder schreibt das nächste NPD Wahlprogramm.

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3 Antworten zu „Verantwortung und Goldman Sucks“

  1. Henning schreibt:

    Angestellte eines Unternehmens sind zuerst dem Wohl ihres Unternehmens verpflichtet. Wenn sie gegen diese Pflicht verstoßen, haften sie für entstandene Schäden.

    Versuch so eine Klage mal für Art 14 GG.

    Scheitern kann so einfach sein 😉

  2. sirdoom schreibt:

    Grundgesetz steht über Auftragsgesetzen von und für Ausbeuter, um mal gepflegt ideologisch zurückzuschießen. 😉 Nichtsdestotrotz hilft die Aussage natürlich nicht vor Gericht.

    Aber hier ging es ja auch um die direkte Aussage von oben, wo grundsätzlich jegliche Verantwortung ausgeschlossen wird, was nun mal nicht nur ethisch und moralisch verwerflich ist, sondern auch dem GG widerspricht.

  3. Henning schreibt:

    Aus einem angefangenen Satz sowas herauszulesen … und dann wäre da noch die Definition von „grundsätzlich“ in Behörden und Unternehmen 😉 Frag mal Nyx 😉

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