„Review – The Walking Dead“

Der Polizist Rick Grimes wird bei einem Einsatz angeschossen und kommt schwer verletzt ins Krankenhaus. Als aufwacht, findet er dieses völlig verlassen vor, findet aber jede Menge Einschusslöcher, Warnzeichen und Blut. In der Umgebung zeugen riesige Leichenberge von der Katastrophe, die stattgefunden haben muss. Als er sich auf die Suche nach seiner Frau und seinem Sohn macht, trifft er auf zwei überlebende, die ihm zumindest etwas aufklären können. Die Zombieapokalypse fand statt und Rick hat sie verschlafen. Allerdings soll es in Atlanta ein Sammellager und medizinische und militärische Hilfe geben. Mit Auto und zu Pferd macht sich Rick auf den Weg. In und um Atlanta trifft Rick auf alte Freunde, die es nicht ganz so gut mit ihm meinen, andere Überlebende, totale Psychopathen, seine Familie und Millionen von Zombies und nichts ist mehr so wie es mal war.

Um ehrlich zu sein hatte ich von der gleichnamigen Comicserie auf der die Serie basiert noch nie etwas gehört. Aber wenn Frank DarabontDer Nebel/The Mist, einfach nur genial, mit einem der fiesesten Filmenden der letzten 20 Jahre! – sich aufgrund des Stoffes bereit erklärt fürs Fernsehen zu drehen, dann kann dabei eigentlich nur Gutes rauskommen. Und da der US-Kabelsender AMC auch keine Probleme mit Splatter und Gore hat, steht einer anständigen Zombietour auch in der Hinsicht nichts im Weg. Und die Vorfreude hat sich gelohnt. The Walking Dead sieht wesentlich teurer aus als sie war und ist wunderbar gefilmt. Der Cast ist durchweg annehmbar bis sehr gut, die Musik von Bear McCreary (Battlestar Galactica) passt wie Faust aufs Auge und die Splatter- und Zombieeffekte sind reichhaltig vorhanden und verdammt gut gelungen. Dazu kommt ein tightes Script, dass fast immer die richtige Mischung zwischen Action, Zombies, Splatter und Charaktermomenten findet. Langsamer sollte die Erzählweise allerdings auch nicht werden. Wer sich auch nur ansatzweise für das Genre interessiert kommt an The Walking Dead so gar nicht vorbei, allerdings können auch Nichtfans mal einen Blick drauf werfen, denn The Walking Dead ist keine Zombie-Serie, sondern eine verdammt gute Dramaserie mit Action und Zombies! Staffel 1 – jetzt auf DVD/Bluray zu leihen oder zu kaufen – lege ich damit jedem ans Herz. Fernsehen wie es sein sollte, spannend, tragisch und witzig.

Ob Staffel 2 die Erwartungen halten wird, ist noch nicht absehbar, weil sich Darabont mit AMC überworfen hat – Mad Men ist zu teuer und das Budget und die Drehtage von The Walking Dead sollen gekürzt werden. Hoffen wir das Beste…

Update Staffel 2:
Leider haben Showrunnerwechsel und die Erweiterung der zweiten Staffel auf 13 Episoden, also mehr als doppelt so viel wie in Staffel 1, der Serie nicht gut getan. Schauspieler, Effekte, Splatter, Musik sind immer noch klasse, aber die zweite Staffel zieht sich wie ein Kaugummi und die Löcher in den Drehbüchern sind unübersehbar. Würde man den Stoff der 13 Folgen in 6 Folgen eindampfen, dann wäre es wahrscheinlich so gut wie die erste Staffel, aber ist es teilweise einfach nur dröge, lahm und nervig.

Update Staffel 3:
Und wieder ein Showrunnerwechsel und eine Erweiterung der Staffel auf insgesamt 16 Episoden. Diesmal aber mit ganz anderem Ergebnis. Im Nachhinein kommt es einem so vor, als ob die macher erst in der dritten Staffel gemerkt haben, dass sie jetzt mehr Folgen haben und dementsprechend mehr tun müssen. Was sogar richtig gut funktioniert. Mit dem Gouvernor gibt es einen richtig guten Bösewicht, die Action ist knackiger, die Aufteilung zwischen Action und Charakterszenen ist ausgewogener und die beiden Nervfaktoren Lori und Carl werden beseitigt. Lori endgültig und Carl wächst ein Bart. Wenn man jetzt noch zwei Episoden weniger gedreht hätte und die Handlung noch etwas weiter destilliert wäre es nahezu perfekt. So war die dritte Staffel The Walking Dead „nur“ richtig gut.

Ich hoffe hier entwickelt sich kein zu offensichtliches Muster von guten und schlechten Staffeln…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kunst&Kultur abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu „Review – The Walking Dead“

  1. Cunningham schreibt:

    Als jemand, der sonst so überhaupt nichts mit Horror anfangen kann, muss ich sagen: Die Serie ist absolut gelungen und hat mir sehr viel Spass gebracht.
    Und Rick Grimes ist ein echter Held! Und ja, das meine ich absolut positiv.

  2. sirdoom schreibt:

    Da stimme ich im positiven Sinne zu! Und da ich neulich erst Falling Skies hier im Blog hatte, The Walking Dead spielt mindestens 2 Kategorien höher…

  3. ravenscroft schreibt:

    Die Serie ist einer der Gründe warum sich PayTV lohnt.
    @Sir Doom: Die zweite Staffel gefällt bisher auch

  4. Sigismund Dijkstra schreibt:

    Wieso muss ich immer das Böse sein? *seufz*
    Klar, die Serie ist gut gemacht, strotzt aber nur so vor Logiklöchern und im Gegensatz zu allen anderen finde ich die Figuren absolut nervig – einzig der Redneck ist noch sympathisch.
    Gerade der Hauptdarsteller geht mir ziemlich auf den Sack, schon alleine, dass er selbst noch in der zweiten Staffel mit seiner Polizeiuniform in der Gegend herumspatziert.
    Am Schlimmsten ist aber seine Frau, die kleine selbstgerechte Schlampe …
    Entweder hab ich mich mittlerweile daran gewöhnt, aber Staffel 2 ist deutlich besser. Liegt vielleicht auch daran, dass sie das Ganze nicht in sechs Folgen durchhecheln müssen.

  5. Cunningham schreibt:

    HEY, er ist der Sheriff, wie soll man ihn sonst erkennen?
    Und ja, der Redneck mit der Armbrust ist absolut pornös!

  6. sirdoom schreibt:

    ^^Wer bei TWD jammert, der tut das aber auf hohem Niveau und schaut sonst kein Fernsehen und verbrennt DVDs von V – Die Besucher 😉

    Der Redneck mit Armbrust hat echt was! Jedenfalls ziemlich Genre Savvy

  7. Andai schreibt:

    Ich hatte so immer meine Probleme mit Zombie Filmen…hab sie imme rgern geguckt, aber komischerweise das einzige wovon ich dann doch Alpträume bekam..glaubt mir das liegt nicht am Softie sein, sondern eher an der gegend in der ich früher gelebt habe…da war der Gang zum Klo(aussenklo) wirklich die perfekte Chance für jeden Zombiefilm und die Hausbewohner ähnelten stark der Z-Fraktion…jedenfalls finde ich TWD wirklich ganz gut, für eine Serie nett gemacht, plätschert etwas vor sich hin und ist schaubar..auch wenn mir etwas das *Raue* an den Charakteren fehlt, bis auf Redneck ^^.

    Aber sie hat was.

  8. Korsar schreibt:

    Wem das Warten auf neue Folgen bzw. die zweite Staffel auf DVD zu lange ist, dem sei die Comic-Serie ans Herz gelegt. Die hat (bis auf die Charaktere und die Konstellation) zum Teil relativ wenig mit der Serie zu tun, also muss man auch keine Angst haben, sich schon zu viel anzulesen. Das finde ich aber durchaus eine gute Sache, weil zum Beispiel die Geschichte mit dem Panzer extremst cool war 😀 Allerdings hoffe ich auch, das sie einige Sachen aus dem Comic mit übernehmen (Ich sage nur „The Gouvernor“ *eg*) und im großen und ganzen auch den Stil des Comics weiter so gut einfangen.

  9. Pingback: “Review – Herz aus Stahl (Fury)” |

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s