„Asse – Nicht rückholbar?“

Anscheinend und vollkommen überraschend ist der in der Schachtanlage Asse verklappte Atommüll nicht rückholbar[Quelle].

Insgesamt deuten alle dargestellten Indikatoren darauf hin, dass im Verlauf der nächsten Monate bis gegen Ende 2012 eine Sachlage eintreten wird, die eine weitere Verfolgung der Stilllegungsoption Rückholung als sicherheitstechnisch nicht mehr vertretbar erscheinen lässt„, interner Brief des Abteilungsleiters des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) an das Bundesumweltministerium.

Das ist natürlich Mumpitz, man könnte ja all den Leuten, die damals dafür unterschrieben haben, dass der Atommüll da einfach reingekippt wird eine Schaufel in die Hand drücken und da reinschicken. Aber dann heulen wieder alle. Aber mal im Ernst: Die Verantwortlichen dafür müssten alle in den Bau, denn da gibt es keine Ausreden und man muss auch kein Atom- oder Materialwissenschaftler sein, um zu wissen, was für eine Schwachsinnsidee das war. Man packt Atommüll in dünne Metallfässer und kippt die in ein Salzbergwerk wo Wasser durchfließt? Da merkt doch ein Grundschüler, dass das eine unglaublich dämliche Idee ist, oder? Aber selbst wenn man die nette Idee, die Verantwortlichen den Kram selber rausholen zu lassen, leider nicht anwendbar ist, so ist die Aussage der „Nichtrückholbarkeit“ natürlich Mumpitz. Natürlich kann der Atommüll auch aus der Asse zurückgeholt werden! Das ist nur eine Frage des zu betreibenden Aufwands. Notfalls kann man das gesamte darüber liegende Gebirge abtragen. Aber genau darum geht es: Den Kram ins Meer oder in ein Loch werfen ist okay, aber Geld für eine halbwegs sichere Lagerung ausgeben will man nicht, weil dann der „billige“ Atomstrom plötzlich ziemlich teuer ist. Es gibt nämlich durchaus einen funktionierenden Weg, was die Lagerung angeht. Ordentlich gestapelt in Regalen in einer überirdischen Halle, jederzeit leicht kontrollierbar und auslagerbar, wenn ein neuer Standort – warum auch immer – notwendig geworden ist. Der Haken daran: Es ist arschteuer! Alternativ kann man den Kram ja auch in den Kilimandscharo/Ätna/Vesus  kippen, da gibt es dann wenigsten richtig tolle Panoramabilder und schickes Feuerwerk, wenn es in die Luft fliegt, wovon dann alle was haben…

Ach ja, was den Ausdruck „nicht rückholbar“ angeht: Schöne Propagandasprache, es suggeriert nämlich auch, dass der Atommüll einfach da unten bleibt und nicht wieder auftaucht, was natürlich kompletter Unsinn ist. Nur weil man es nicht billig zurückholen kann, heißt das noch lange nicht, dass die Atommüllsuppe nicht durch diverse Einflüsse (Gase, Flüssigkeiten, mechanische Einflüsse, Erosion) wieder an die Oberfläche schwappt. Aber es hört sich halt nett an…

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6 Antworten zu „Asse – Nicht rückholbar?“

  1. Joachim schreibt:

    Gibt es nicht in Braunschweig eine (Schacht-)Staatsanwaltschaft, die aus eigener Pflicht zumindest Vorermittlungen aufnehmen müsste? Ach ja, vergessen: Staatsanwälte unterliegen ja der Anweisung irgendeines politischen Ministers…..
    Außerdem finde ich es sehr bezeichnend, dass es mal wieder eine bayrische Firma war….
    Man kann nicht soviel saufen, wie man kotzen möchte!

  2. XDragoon schreibt:

    An dieser Stelle erinnere ich mal daran, dass man noch bis zum 31. Dezember Vorschläge zum Unwort des Jahres einreichen kann. „Nichtrückholbarkeit“ wäre doch auch ein netter Kandidat, der prima zu „Alternativlos“ passen würde.
    Atommüll an der Oberfläche lagern finde ich aber auch nicht so sonderlich berauschend:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Kyshtym_disaster

  3. ravenscroft schreibt:

    [atomlobbyist]
    Aber sowas passiert doch nur bei den Kommunisten! Bei uns ist alles völlig sicher und undedenklich und jeder der erwas anderes behauptet ist Kommunist.
    Oder Terrorist.
    Oder beides…
    [/atomlobbyist]

  4. sirdoom schreibt:

    Saaag mal, kannst du auch einen Todessternlaser als Umweltschutz und Friedensstiftende Maßnahme verkaufen? *g*

  5. ravenscroft schreibt:

    Ja aber natürlich, Eure imperiale Herrlichkeit.
    Ein Superlaser wäre gleichermaßen ein guter Beitrag zum Klimaschutz denn im Gegensatz zu herkömmlichen Massenvernichtungswaffen ist der Einsatz des Superlasers als vollkommen CO2 Neutral zu bewerten und er ist auch ein entscheidender Beitrag zu einer stabilen und entschiedenen Friedenspolitik und eine entscheidende Säule im Kampf gegen den Terrorismus der von Schurkenplaneten wie Alderaan ausgeht.

  6. sirdoom schreibt:

    Hm, muss mal über die Schaffung von imperialen Lobbyisten-Posten nachdenken 🙂

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