„Review – Super“

Mir wurde SUPER von relativ vielen Leuten als der bessere KICK-ASS empfohlen. Was ich leider nicht wirklich nachvollziehen kann.

Frank D’Arbo ist ein Außenseiter, dessen Leben durch Enttäuschungen, Erniedrigungen, Scham und fehlendes Selbstvertrauen geprägt ist. Er hatte bisher nur zwei perfekte Momente erlebt: Seine Heirat mit der schönen Sarah und, als er einem Polizisten half, einen Dieb zu verfolgen. Diese beiden Momente hat er, auf kindliche Weise, gemalt und an seine Wand gehängt. Seine Frau Sarah findet das eher putzig, ist gelangweilt, gerät an falsche Freunde und der charismatischen Strip-Club-Besitzer Jacques schafft es sie in seinen Bann zu ziehen und als menschliches Drogentestlabor zu benutzen. Frank versucht sie zwar zurückzubekommen, doch es gelingt ihm nicht und er verfällt in Depressionen und hat dabei Visionen, sowohl von einem fiktiven christlichen Superhelden namens The Holy Avenger, der über das Fernsehen gesendet wird, als auch von Gott. So fängt er an eine Superheldenidentität zu entwickeln, in der er sich selbst The Crimson Bolt nennt. Nach einigen erfolglosen Versuchen, die Kriminalität zu bekämpfen, nimmt er die Hilfe der Comic-Laden-Verkäuferin Libby an und recherchiert nach Comics von Helden, die keine Superkräfte besitzen. Später fällt Frank auf, dass ihm eine Waffe fehlt. Also nimmt er sich eine Rohrzange zur Hand, um damit Drogendealer, Pädophile und Leute, die ihm auf die Nerven gehen, zu jagen. Und so dauert es nicht lange, bis sich Frank auf die Suche nach seiner Frau macht und versucht sie zu retten. Doch dummerweise haben Jaques Männer bessere Waffen. Frank und Libby rüsten auf!

Mit Ellen Page, Liv Tyler, Kevin Bacon, Nathan Fillion und Rob Zombie spielen durchaus keine Unbekannten mit und auch der Rest des Casts macht seine Sache durchaus gut. Es hakt einfach am Drehbuch und der filmischen Umsetzung. Das Comic-Intro ist unglaublich schlecht, auch wenn es ein Stilmittel sein soll, sieht es einfach bescheiden aus. Bildtechnisch und von der Kameraführung erbärmlich, Spezialeffekte, die jeglichen Ansatz von „brutaler als Kick-Ass“ in Lächerlichkeit versinken lassen, zu viele Fremdschäm-Momente und Versatzstücke, die einfach nicht zusammenpassen wollen. Man spricht die christliche Rechte mit Auge um Auge Helden-TV-Serien an, schafft es aber nicht das Thema von der Metaebene in den Film einzubauen. Die Geistesstörung von Frank wird zwar angedeutet, aber immer wieder wegen leichter Lacher fallengelassen, statt es konsequent durchzuziehen. Da wo Kick-Ass am Ende in den Superheldenmodus schaltet und man sich fragt, ob der Held nicht einfach zwischendurch draufgegangen ist, verrennt man sich bei Super in ein Zwischending, was weder episch/unterhaltend noch bösartig/realistisch ist. Aber vielleicht habe ich auch einfach zu viel erwartet.

Fazit: Wer keine Probleme mit Fremdschämen hat, billige Splatter-SFX nicht scheut und mit der Inkonsequenz leben kann, darf ruhig mal einen Blick riskieren. Empfehlen werde Super allerdings garantiert nicht. Immerhin hat es Regisseur James Gunn ja trotzdem drauf, wie er mit Guardians of the Galaxy  ja bewiesen hat.

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Eine Antwort zu „Review – Super“

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