„Review – Die drei Musketiere(2011)“

Kardinal Richelieu plant durch ein finsteres Doppelspiel mit Hilfe von Milady de Winter einen kleinen Krieg mit England anzuzetteln. Mit im Spiel sind die drei Musketiere, ein begabter Bauernjunge aus der Gascoigne, die Perlenkette der Königin und… ich komm mir echt doof dabei vor hier eine Inhaltsangabe zu liefern. Wirklich jeder sollte die Geschichte mittlerweile irgendwie kennen. Insofern sind von der 3D-aufpolierten Neuverfilmungen von Die drei Musketiere nun wirklich keine großen Überraschungen zu erwarten. Feststellen kann man: 1. Die Drehbuchschreiber sind offensichtlich Fans der 73er/74er Verfilmung mit Oliver Reed, Charlton Heston, Richard Chamberlain und Faye Dunaway. 2. Auch Paul W. S. Anderson bekommt manche Filmstoffe nicht wirklich kaputt und 3. die Marketingstrategen haben vor Drehbeginn ein ernstes Wort mit allen gesprochen und ihnen zwei Stichworte eingebläut haben, nämlich „Assassin’s Creed“ und „Steampunk„, weil das beides „in“ ist.

Daraus wird dann ein wilder, schick ausgestatteter Kostümfilm und großes Mantel und Degen Spektakel, bei dem Orlando Bloom nicht wiederzuerkennen ist, Christoph Waltz einen ganz wunderbar bösen Kardinal abgibt, die bezaubernde Milla Jovovich die wohl nonchalant-dekadenteste Milady de Winter aller Zeiten abliefert, Mads Mikkelsen sich in Hollywood-Holzschnitt-Bösewichttum üben darf, der Jungstar nicht allzu sehr nervt und ansonsten viel gefochten und explodiert wird. Man hat es sogar geschafft Til Schweiger einzubauen, ohne dass es zu doll nervt! Eine Leistung, die zuletzt Quentin Tarantino gelungen ist. Und trotz aller Gegenanzeigen kommt dabei hier Andersons wohl bester Film seit Event Horizon raus. Der Film wurde übrigens komplett in Deutschland gedreht, was sich auch an den sehr schicken Gebäudeaufnahmen sehen lässt. Fazit: Edel-Trash mit teilweise sehr guten Schauspielern und viel Krawumms, der Spaß macht. Wer hier irgendwie mehr erwartet hat, hätte bei „3D“ aussteigen sollen.

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16 Antworten zu „Review – Die drei Musketiere(2011)“

  1. 3-6 schreibt:

    Nicht in Deutschland – in Franken 😉

  2. Cunningham schreibt:

    Du meinst Bayern… *g*

    Hm, aber das könnte dann tatsächlich mal einen Gang in die Mediathek rechtfertigen…

  3. 3-6 schreibt:

    Würzburg und Bamberg 😉

    Der Film ist jedenfalls gut, wir haben ihn im Kino gesehen.

  4. Cunningham schreibt:

    Laut meiner Landkarte ist das tatsächlich schon Bayern.
    Ich war oder bin ja etwas sehr skeptisch, was die erneute Neuferfilmung angeht.

  5. XDragoon schreibt:

    Na super! Und ich darf das im Geschichtsunterricht alles wieder geradebügeln…

  6. sirdoom schreibt:

    Ach komm, das gilt ja auch für den Roman 😉

  7. sirdoom schreibt:

    Spüre ich da etwa sezessionistische Absichten?*g*

  8. XDragoon schreibt:

    Welches Schulkind liest denn heute noch Romane?

  9. Andai schreibt:

    Kurzweilig und recht unterhaltsam, glücklicherweise an der *alten* version orientiert und als kleiner Knirps war ich auch Musketier-Fan. Dennoch eindeutig zu kurz, wenn auch viel Potential drin steckte und interessant, dass Frau Jovovich eine +Feinstrumpfhose* tragen musste für ihre *legshow* action ^^.

    Allerdings nehme ich ihr die akrobatischen Einlagen und Kampfsequenzen eher ab, als so manch anderen Damen (Knightley, Beckinsale…)

    Niedlich für die Standard DVD daheim, Kino unnötig, 3D sowieso…

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  12. Twist schreibt:

    Wie?
    Keine Sterne? Ich hab allerdings ziemlich ähnliche Gedanken gehabt beim Ansehen.
    Witzig, dass dieser Cocktail aus Methoden und Schauspielern dann doch so ein schmackhaftes Filmgebräu geschaffen hat..

  13. sirdoom schreibt:

    2012 hatte ich noch keine Sternchen 😀 Und ich war auch etwas überrascht, dass dieses Gebräu aus Zutaten trotz oder gerade aufgrund des Trashfaktors so viel Spaß macht 🙂

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