„ACTA – Das Imperium schlägt um sich“

Nachdem man bis zuletzt davon ausgegangen war, dass der Protest gegen ACTA ein Sturm im Wasserglas ist, wurde unsere Politikerkaste dann doch – mal wieder – eines besseren belehrt. Und nun ist man überrascht, hilflos und natürlich auch angefressen. Da hatte man so schön im Geheimen unter Ausschluss der Öffentlichkeit einen undurchsichtigen Vertrag aufgesetzt und der Content-Mafia alles gegeben was sie wollte, ohne auch nur ansatzweise auf einen Ausgleich zwischen Urhebern und Nutzern zu achten. Und zusätzlich baut man noch ein, dass Rechtsverfahren privatisiert werden. Und wird dabei erwischt. Was macht man?

Man spielt es runter und sagt, es würde sich gar nichts ändern mit ACTA. Was leider die Frage provoziert, wozu man es dann braucht! Mööp, Griff ins Klo. Man veranstaltet von der EU-Kommission aus nette Propaganda-Veranstaltungen, um die Presse „aufzuklären„. Bringt aber nichts, der Shitstorm tobt, die altbackenen Propaganda-PKs der Kommission fruchten nicht. Also muss man ganz klassisch die Gegner mit Kot bewerfen und neue Frontlinien aufmachen. Für eine davon hat man sich den „wohlbekannten“ CDUler Michel Friedman und den Chefredakteur der Münchener Abendzeitung, Arno Makowsky, ausgesucht [Links: Friedman wirft mit Kot, Makowsky wirft mit Kot]. Die dürfen dann mal alle eigentlichen Probleme von ACTA ignorieren und zeigen die neue Zielrichtung der EU-Propaganda auf: Jeder der gegen ACTA ist, ist ein Dieb! Terrorist und Kinderschänder hebt man sich wohl noch für später auf.

Mich beunruhigt auch die Doppelmoral„, sagt der konservative Familienmensch Friedman. Genau der Friedman, der gerne Zwangsprostituierte nutzt, besonders wenn sie noch etwas unwillig sind und unter Freunden den Spitznamen „Schneemann“ hat. Der beschwert sich über selbsterfundene Doppelmoral. Eine Therapie würde vielleicht helfen.

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23 Antworten zu „ACTA – Das Imperium schlägt um sich“

  1. Thomas schreibt:

    „Du hast ungezählt Paragraphen
    die Gefängnisse werden nicht leer
    du kannst uns schon alle bestrafen,
    mein Michel was willst du noch mehr…“

  2. XDragoon schreibt:

    Du kommst mit Gedichten und auf unserer Anti-ACTA-Demo gab es nur diese Sprüche:
    „Wir sind hier! Wir sind laut! Weil man uns die Freiheit klaut!“
    „Wir singen: ACTA, ACTA, ROFL, tätärä! Tätärä! Tätäräää!“
    „Wir woll’n keinen Überwachungsstaat, Überwachungsstaat, Überwachungsstaat!“
    „Es gibt nur ein[en] Kader Arif! Ein[en] Kader Arif! Ein[en] Kader Aaarif!“
    „Wir sind hier! Wir sind laut! Weil man uns youporn klaut!“
    (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

  3. Andai schreibt:

    Das Schöne ist auch, dass man den ACTA Gegnern unterstellt schlecht informiert zu sein…ach wen wundert es, wenn ein Abkommen im geheimen geplant wird?
    Allerdings sollte das *urheberrecht* auch mal aktualisiert werden und in wie fern gibt es eigentlich ein internationales Urheberrecht, dass nationale Urheberrechte aushebelt und man darauf ein Abkommen begründen könnte?
    Und sowieso, was hat der *Urheber* davon und nicht der *Rechtehalter* (Content Mafia)…..aber warten wir die EM ab, ist doch wieder die perfekte Ablenkung um Gesetze oder Abkommen durchzudrücken.
    Ich für meinen Teil fange schon jetzt an mich zu fragen, wann ich mich nach ACTA eigentlcih strafbar mache und wann nicht….ich meine laut dem Wortlauf von ACTA kann man sogar für kleinere passagen strafbar gemacht werden bis hin zu Nutzung eines Wortes in einer fiktiven Gechichte….und wir als Rollenspieler sind doch eh die Terroristen der moderne ^^.

    Ich frage mich nur ernsthaft, wieso niemand diesen Shitstorm so wahrnimmt…btw hat jemand mal am Samstag die tagesthemen und die Tagesschau gesehen? Was ein sehr amüsantes Ereignis ^^.

  4. Thomas schreibt:

    Also ich habe auf der Demo skandiert:
    „Mein Penis. Seit lieb zu meinem Penis!“
    und
    „Ich bin hier, mir ist kalt. Wiederhole: Mir ist kalt.“
    und
    „Arbeiter, Bauern, nehmt die Gewehre,…“

  5. sirdoom schreibt:

    ^^LOL 😀

  6. sirdoom schreibt:

    Ach ja, die Lobbygruppen der Content-Mafia sind wirklich nervös und schicken Motivational-Briefe an EU-Parlamentarier, Inhalt: ACTA ist gut für Europa, ACTA wird keine negativen Konsequenzen haben, ACTA rettet Arbeitsplätze, Geheimverhandlungen mit Lobbyisten sind demokratisch, Meinungsäußerungen des Souveräns nicht.

    Link: Propaganda-Motivational PDF

    Man lasse diese Aussagen einfach mal auf sich wirken… Aus Deutschland sind übrigens u.a. der Bundesverband Musikindustrie, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie, der Markenverband und der Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse dabei. Wunderbar, kann ich alle einfach gleich mit auf „Die Liste(TM)“ setzen, wobei der Bundesverband Musikindustrie da eh schon mit drauf steht.

  7. 3-6 schreibt:

    Ich habs glaube ich schonmal geschrieben:

    Wer denkt, dass eine so kritische Infrastruktur wie das Internet nicht „unter den Daumen“ gebracht wird, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

  8. sirdoom schreibt:

    Auch wenn ich da etwas anderes hoffe, so sehe ich das leider ähnlich, auch historisch bedingt. Lustigerweise ist der Buchdruck da gar kein so unpassendes Beispiel. Am Anfang wurde alles gedruckt, eine ungeahnte Welle an Kreativität und Wissenverbreitung fand statt und dann ging es los mit Zensur, Beschlagnahmungen, Verboten und Einrichtung eines Kontrollsystems.

  9. gondrino schreibt:

    @3-6, Sirdoom: Ich hoffe inständig, dass Ihr NICHT Recht behaltet. Aber das wird nur dann nicht passieren, wenn sich die Leute wehren. Die Anti-ACTA-Demonstationen warten ja schon mal ein erfreulicher Anfang. Also meine Parole: Nicht aufgeben! Dranbleiben

  10. 3-6 schreibt:

    Darfst Du heute ohne Weiteres:
    – ein Auto fahren
    – ein Flugzeug fliegen
    – ein Plakat aufhängen
    – ein Telefon kaufen?

    Wieso solltest Du dann ohne Einschränkungen das mächtigste Medium der Welt nutzen können? Wir sind ja nicht mehr in den 90ern …

  11. gondrino schreibt:

    Plakat aufhängen: an meiner Haustür, am Autofenster
    Telefon kaufen? Verstehe ich nicht
    Wenn sich die Netzgemeinde dieses mächtige Medium aus der Hand schlagen lässt, dann ist das wirklich tragisch. Zumindest sollten wir uns nicht kampflos ergeben a la die gewinnen ja doch, sind ja viel stärker, haben mehr Geld usw.

  12. sirdoom schreibt:

    Plakat aufhängen: Häng mal eine durchgestrichene US-Flagge IN deiner Wohnung am Fenster auf, wenn der US-Präsident zu Besuch ist. Polizei ist ohne Durchsuchungsbeschluss schneller drin und reisst die runter als du bis 3 zählen kannst. Gibt es genug Beispiele für.

    Telefon: Beim Kauf eines Smartphones, selbst Prepaid, musst du deinen Person vorzeigen und wirst registriert.

    Ich sehe noch die Hoffnung, dass die Verantwortliche beratungsresistent genug und einfach zu blöd sind, um ihre Vorstellung von Kontrolle umzusetzen…

  13. 3-6 schreibt:

    Kleiner Hinweis zum Plakat: Presserecht.

    Und was ACTA angeht – einfach nichts von den Vereinen kaufen, dann erledigt sich das ganz von allein.

  14. gondrino schreibt:

    Die Polizeiaktion war ja wohl offensichtlich rechtswidrig und hatte hoffentlich ein juristisches Nachspiel…

    Wer einen Vertag schließt, muss sich eben identifizieren, ansonsten Prepaid

    „Ich sehe noch die Hoffnung, dass die Verantwortliche beratungsresistent genug und einfach zu blöd sind, um ihre Vorstellung von Kontrolle umzusetzen…“

    Darauf würde ich nicht hoffen. Im Gegensatz zu den politischen Parteien haben die großen Konzerne genug Kompetenz und auch Geld ihre Interessen durchzusetzen. Nur ein breiter Protest kann die Politiker noch einschüchtern, da sie (noch) von den einfachen Bürgern gewählt werden, auch wenn der Wähler durch massive Werbung in den Medien manipulierbar ist. Alles geht halt doch (noch) nicht (Die Hoffnung stirbt zuletzt)

    „Und was ACTA angeht – einfach nichts von den Vereinen kaufen, dann erledigt sich das ganz von allein.“
    Gute Idee, aber mMn schwierig umzusetzen, da sich diese Konzerne schon krakenartig fast den ganzen Markt einverleibt haben (siehe Filmindustrie)

  15. sirdoom schreibt:

    Tröt, die Sorte Plakate, stimmt natürlich

  16. sirdoom schreibt:

    @Polizeiaktion/Flagge: Wurde als rechtwidrig festgestellt, Konsequenzen keine. Wie üblich.
    @Prepaid: Seit 2004 dürfen Anbieter Prepaidkarten erst nach Angabe von Name, Anschrift und Geburtsdatum freischalten (§ 111 TKG). Die Anbieter sind nicht verpflichtet, die Angaben des Kunden anhand eines Ausweises zu kontrollieren – machen dies aber häufig und behaupten diese wäre vorgeschrieben. Falsche Angaben sind allerdings noch nicht gesetzlich verboten. Auf die Kundendateien der Netzbetreiber haben über 1.000 Behörden Online-Zugriff und pro Jahr finden über 4 Mio. Zugriffe statt. Eine Verfassungsbeschwerde gegen den deutschen Identifizierungszwang ist anhängig. Nachdem entsprechende kommerzielle Angebote abgemahnt wurden, wird im Internet eine nicht-kommerzielle Handykartentauschbörse angeboten, allerdings wird hier von verschiedenen Seiten rechtsunsicherheit geschürt und es wird behauptet man mache sich mit strafbar, wenn die getauschte Karte für illegale Zwecke verwendet wird.
    @Konzerne: Da sitzen durchaus Leute, die Ahnung haben, aber z.B. Google und Sony haben teilweise vollkommen unterschiedliche Interessen und behindern und verklagen sich gegenseitig, weswegen ich da noch Land sehe.

  17. sirdoom schreibt:

    Nebenbei: Wer ist eigentlich bei der EU-Kommision für Urheberrechtsschutz verantwortlich? Genau, eine Lobbyistin der Content-Mafia… Dreist reicht da als Umschreibung echt nicht mehr“

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