„Vattenfall und das kleine Lagerungsproblem“

Annähernd 500 Fässer mit schwach und mittelradioaktivem Abfall lagern auf dem Gelände des Kernkraftwerks Brunsbüttel in unterirdischen Kavernen und sollen irgendwann in Schacht Konrad verbracht werden. Bereits am 10. Januar 2012 entdeckt der TÜV bei einer seiner Inspektion eher durch Zufall ein bereits entleertes Fass, das vom Rost vollkommen zerfressen ist. Der TÜV wird misstrauisch und fängt an auch die anderen Fässer zu prüfen und wird prompt fündig. Wie viele es genau sind ist noch nicht bekannt, dürfte aber bald die Runde machen. Die Atomaufsicht in Kiel hat deshalb erst mal die laufende Umlagerung der Behälter in Gusscontainer gestoppt.

Vollkommen überraschenderweise hat Betreiber Vattenfall die durchgerosteten Fässer allerdings bereits am 15. Dezember 2011 entdeckt, hielt diesen Fund aber für nicht „meldepflichtig„. Man will sich jetzt aber – mal wieder – ändern und man will alles überdenken. Was man nach zahlreichen – ebenfalls nicht gemeldeten –  Zwischenfällen, davon unter anderem zwei Transformatorbrände, vielleicht mal tun könnte. Gerade nachdem in Deutschland nach dem Fukushima-Störfall eh eine gewisse Haltung vorzufinden ist. Ganz im Ernst: Dieser Vorfall ist nichts, wo das Leben tausender Menschen auf dem Spiel steht, aber es weist auf eine Ignoranz und Inkompetenz hin, die, wenn sie vom Betreiber diverser AKWs kommt, mehr als verstörend ist. Eine Konzession für eine Kneipe oder eine Frittenbude würde Vattenfall in Deutschland jedenfalls nicht bekommen. AKWs werden wohl aber als nicht so kritisch eingestuft.

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5 Antworten zu „Vattenfall und das kleine Lagerungsproblem“

  1. Cunningham schreibt:

    „Dieses AKW ist sicher!“
    – Homer Simpson

  2. Joachim schreibt:

    Ich war schon vor mehr als 30 Jahren bei der Bohrplatzbesetzung in Gorleben dabei – ja, schon so alt!
    Und seitdem, also mein gesamtes erwachsenes Leben lang, ist aus der Atomindustrieecke und von dem gekauften Politiker- und Journaillenpack niemals ein wahres Wort gekommen-nie! Buchstäblich jedes Wort nur Lüge und Betrug!
    Ich kann es nicht in Worten ausdrücken, wie ich dieses Pack hasse.

  3. Ben Teddy schreibt:

    Eigentlich müsste man eine derartige Nachlässigkeit unter Strafe stellen. Mindestens aber sollte man dem Betreiber die AKWs aus der Hand nehmen!

  4. C.F.K. schreibt:

    Auf jeden Fall, zumal, da Brunsbüttel (ebenso, wie Brokdorf) in einer Gegend liegt, die bei einer Sturmflut wie der großen in den 60er Jahren betroffen sein könnte, und wenn auf dem Gelände der betreffenden Kraftwerke durchgerostete Fässer mit radioaktivem Abfall in den AKWs liegen, wäre damit zu rechnen, dass der ganze strahlende Dreck in die Nordsee fließt… ziemlich üble Aussichten.

  5. sirdoom schreibt:

    Ach, sowas passiert doch nicht…

    Darf auch gar nicht, da durch die Elbvertiefung eh die Flussgeschwindigkeit erhöht und der allgemeine Abrieb erhöht wird. Wenn da dann eine Sturmflut dazu kommt… Immerhin hat das Ganze für meinen Heimatort Cuxhaven einen Vorteil: Uns wird nur das Hinterland weggespült, während Stade weg ist und in Hamburg richtig Kirmes ist…

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