„Review – The Thing (2011)“

I say we take off and nuke the entire site from orbit. It’s the only way to be sure.Ellen Ripley, Aliens – Die Rückkehr

1982 gelang John Carpenter mit Das Ding aus einer anderen Welt gleich in zweierlei Hinsicht ein Meisterstück. Er drehte einen prägenden und wegweisenden Horrorfilm und das auch noch mit einem Stoff, der schon in seiner 1951er-Fassung als Klassiker gilt. War die 51er-Fassung noch im Nachhall der Hiroshima-Bombe und dem Zweifel an der Wissenschaft zu betrachten, bezog sich Carpenter wesentlich mehr auf die Thematik der Kommunistenjagd in den USA und das Gefühl der Paranoia vor dem Feind von innen. Dies gelang so gut, dass seine Fassung bei seiner deutschen Kinoauswertung mit einer Freigabe „ab 16“ lief, nur um dann auf „ab 18“ hochgesetzt zu werden und sukzessiv am 29. September 1984 indiziert zu werden. Im August 2009 hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien den Film dann endlich von der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen und eine ungeschnittene, remasterte DVD, die sogar wieder „ab 16 Jahren“ freigegeben ist, folgte prompt.

2011 sollte dann die Vorgeschichte, ein Prequel unter dem kürzeren Titel THE THING folgen, bei dem sich u.a. Mary Elizabeth Winstead(Scott Pilgrim vs the World) und Eric Christian Olsen(Marty Deeks in NCIS LA) durch die Arktis schlottern. Die Story ist dabei eigentlich dieselbe. Wissenschaftler entdecken ein Artefakt und die Überreste eines Außerirdischen in der Arktis. Der Außerirdische ist nicht tot, flüchtet und infiziert Menschen um sie zu übernehmen. Und Paranoia ist nie eine gute Sache, wenn Leute Flammenwerfer in den Händen halten. The Thing ist dabei keinesfalls ein Meisterwerk, sondern „nur“ gute SciFi-Survivalhorror-Unterhaltung. Aufwendig genug produziert, durchaus nicht unspannend, gute Spezialeffekte und angemessener Ekelfaktor, garniert mit einem lustigen Bäumchen-Wechsel-Dich Ratespiel, wer denn nun gerade ein furchteinflößendes Alien ist. Womit wir beim Thema sind. Andauernd erwartet man irgendwo ein Weyland-Yutani-Schild zu sehen, die Filmmusik ist Anfangs Alien und Aliens sehr nah – erst gegen Ende sind die klassischen Carpenter-Synthies zu hören – ebenso wie die Optik des Raumschiffes. Das Ding selber ist eine humanoidere, fleischlichere Variante der Aliens mit mehr Tentakelterror. Wobei die Effekte aus dem 1982er Film irgendwie trotzdem mehr schocken, gerade aufgrund der Dreckigkeit.

Fazit: Gute, gepflegte Horrorunterhaltung mit angemessenem Gore-Gehalt, nicht besonders überraschend, aber als Abendunterhaltung im Heimkino durchaus zu empfehlen.

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