„Die Kuppel – Oder warum ich deutsche Verlage mal wieder treten könnte!“

Zur Zeit sind ja gerade die Tribute von Panem in aller Munde, trotz der eher mageren Verfilmung. Im Gegensatz zu den Tributen gibt es allerdings auch richtig gute Literatur, die in diese Richtung geht und dabei wirklich mal intelligent auf den Putz haut. Das beste Beispiel dafür ist Die Kuppel(The Inferior) des irischen Autors Peadar Ó Guilín.

Ein junger Mann, der wegen seiner Stotterei Stolperzunge genannt wird, lebt gemeinsam mit seinem Volk in einem Land, in dem Kannibalismus an der Tagesordnung steht. Die Hauptaufgabe der Männer besteht dabei darin zu jagen, um ihre Familien zu ernähren. Wer zu alt dafür ist und dem Volk auch sonst nicht mehr helfen kann, wird kurzerhand als Freiwilliger gegen Fleisch anderer Völker eingetauscht, denn es gibt nur ein Gesetz: Fressen oder gefressen werden. Stolperzunge hat auch einen älteren Bruder, der Wandbrecher genannt wird. Die Beiden sind auch die besten Freunde, bis sie von einer Schar Panzerrücken verfolgt werden und Wandbrecher gefangen genommen wird. Anstatt Hilfe zu holen, versucht Stolperzunge seinen Bruder auf eigene Faust zu retten, mit mäßigem Erfolg. Während Wandbrecher entkommen kann, wird Stolperzunge gefangen genommen, kann sich jedoch mit Glück befreien und nach Hause flüchten. Doch aus der Wiedersehensfeier mit seinem Bruder wird nichts, denn Wandbrecher hat seinem Volk von Stolperzunges grausamen Tod berichtet. An diesem Tag bricht das unsichtbare Band der Brüder. Aus Freundschaft wird Hass und aus den Brüdern verbitterte Rivalen. Der Streit der Beiden wird erst unterbrochen, als sich Panzerrücken, Springer und Flieger- alles Monster, die eine Vorliebe für Menschenfleisch haben, zusammentun, um gemeinsam zu jagen. Und dann fällt eine Frau vom Himmel, die anders ist als alles was Stolperzunge kennt und die Welt wie er sie kennt geht unter.

Als Fantasy-Roman beginnend, über Survival-Horror hin zu Sci-Fi, gesellschaftskritisch, medienkritisch und obendrauf eine Packung Kannibalismus und Biowaffen. Wunderbar und kompromisslos geschrieben stellt Die Kuppel den Auftakt zu Ó Guilíns Knochenwelt-Trilogie dar. Kann ich nur empfehlen!

Die Kuppel ist von 2007, ich habe die gelungene, deutsche Übersetzung durch Zufall 2010 entdeckt und habe mich da schon sehr auf die Fortsetzung gefreut. Auf Englisch kam Teil 2 letztes Jahr raus. Nun hat man bei Blanvalet aber entschieden, anstatt einfach Teil 2 rauszubringen, erst mal Teil 1 nochmal rauszubringen, wie ich dem Jahreskatalog entnehmen konnte. Natürlich in einem anderen Format und teurer. Teil 2 wird dann Ende des Jahres in neuer Optik und teurer drangehängt. Wobei man ja schon fast froh sein muss! Immerhin kommt überhaupt noch was und es wird nicht in zwei Bücher gesplittet, wie sonst mittlerweile üblich. Liebe deutsche Verlage, mal im Ernst: Wenn ihr wirklich so ernsthaft und drängend wollt, dass ich nur noch englische Bücher lese, dann sagt das doch!

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6 Antworten zu „Die Kuppel – Oder warum ich deutsche Verlage mal wieder treten könnte!“

  1. pseudo-anonymous schreibt:

    *hust*asongoffireandice*hust*
    ^_^

  2. sirdoom schreibt:

    Angeblich wollen sie mit dem Erfolg der Game of Thrones Serie zukünftige Romane in jeweils 3 Teilen rausbringen… 😉

  3. Andai schreibt:

    Muahaha, ja das passt zu denen…..gut dass ich die Dinger eh auf englisch lese….

  4. pseudo-anonymous schreibt:

    *hust*WheelOfTime*hust*

    Nun gut, man soll die eigenen Sprachfähigkeiten beständig pflegen und fordern, da sie sonst verkümmern, von daher votiere auch ich für die Lektüre in der Originalsprache, wenn man sie einigermaßen beherrscht.

    Eine Frechheit ohnegleichen, einen einzelnen Roman in mehrere aufzuteilen. Sicher, die Papierqualität ist bei den Übersetzungen meistens deutlich besser, dennoch sind die Übersetzungen inhaltlich viel zu oft nur Armutszeugnisse der „Übersetzer.“

    Oder ist das nur meine vorurteilsbelastete Wahrnehmung? *kopfkratz*

  5. sirdoom schreibt:

    Auch schönes Beispiel: US Original(Hardcover/gebunden) für 16€-18€, in guter Papierqualität – und das Klopapier der US- Taschenbücher ist bei 4€-6€ eigentlich auch akzeptabel – und die dt. Fassung kommt in 2 Bänden als Softcover für jeweils 9,95€. Ich zahl also mehr und muss länger warten für eine nicht gebundene Fassung, Applaus!

    @Übersetzungen: Es gibt durchaus gute Übersetzungen, ganz selten sogar mal eine, die fast besser ist, als das Original, aber ganz schlimm ist es bei Büchern die vom Verlag dann in 4 Wochen durchgepeitscht werden oder Genreliteratur, wo der Leser sofort merkte, dass der Übersetzer vom Thema keine Ahnung hat. Ich sag nur „Feuer im Loch„… Und damit ist weder Montezumas Rache noch eine Pornoszene gemeint…

  6. Mathias schreibt:

    „Liebe deutsche Verlage, mal im Ernst: Wenn ihr wirklich so ernsthaft und drängend wollt, dass ich nur noch englische Bücher lese, dann sagt das doch!“

    Antwort: Ja, sie wollen uns ins Englische drängen, beweisen sie mit jeder neuen Serie.
    Deshalb kann ich nur empfehlen das nicht mitzumachen. Orginal lesen spart über 50 % Geld, ist häufig besser geschrieben (Ausnahmen bestätigen die Regel) und die kostenlose Fremdsprachenschule hat man mit dabei….

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