„Diablo 3“

Vor zwanzig Jahren wurde das Triumvirat der drei großen Übel – Mephisto, der Herr des Hasses, Diablo, der Herr des Schreckens und Baal, der Herr der Zerstörung – zerschlagen, indem alle drei der Reihe nach durch die Hände zahlreicher Helden vernichtet wurden. In einem letzten erbitterten Kampf, hoch oben unter dem schneebedeckten Gipfel des Berges Arreat, wurde Baal bezwungen und der korrumpierte Weltenstein von Erzengel Tyrael vernichtet. Zwei Jahrzehnte später geschehen beunruhigende Dinge in Neu-Tristam und Umgebung, die nichts Gutes erahnen lassen. Höllische Aktivitäten, Untote und Satanisten tummeln sich wieder ganz offen und zudem fällt auch noch ein mysteriöser Komet in und durch die Kathedrale von Tristram. Und die Prophezeiungen sind eindeutig: Azmodan, der Herr der Lügen und Belial der Herr der Sünde stehen kurz davor ihre Invasion ins Reich der Menschen zu starten und die Welt zu vernichten. Jetzt ist es wieder an zahlreichen, bisher unbekannten Helden die Apokalypse zu verhindern.

Da ist es nun, nach 11 Jahren(Lord of Destruction) erscheint der Nachfolger des legendären Diablo 2. Einige meckern die Grafik ist nicht düster genug, einige meckern über das Spielprinzip und weitere meckern über verdammt viele andere Dinge. Manches ist nachvollziehbar, anderes so gar nicht. Aber fangen wir mal von vorne an. DIABLO 3 besitzt die Comic-Signature-Grafik von Blizzard und ist sofort und eindeutig als Blizzard-Spiel zu erkennen. Und es sieht erstaunlich gut aus, wenn man bedenkt, dass das Spiel auf jeder Möhre von PC aus den letzten 5 Jahren ohne Probleme läuft. An einigen Stellen sieht es wirklich etwas bunt aus, aber wirklich störend ist es nicht. Aber darüber kann man geteilter Meinung sein. Vom Spielerischen fühlt man sich als alter Diablo 2-Crack sofort heimisch. Spielprinzip ist genau dasselbe wie in Teil 2, nur Details im Skillsystem  sind vereinfacht worden. Mag den Hardcore-Maxxer ärgern, andererseits verhindert es diese brutalen Verskillungen und Neustarts von Charakteren aus Diablo 2. Ansonsten wird gegrindet, geschnetzelt, gelootet was die Maustasten hergeben und nebenbei gibt es auch eine Geschichte. Der Schwierigkeitsgrad ist vollkommen angemessen und das rumgeweine über „zu kurz, zu lasch, Inferno hab ich nach 2 Stunden durch“ ist großer Mumpitz. Klar, wer mit abgestimmter und erfahrener Gruppe zum Speedrun ansetzt und alles abseits der Hauptquests ignoriert, ist schnell durch und auch Inferno ist schnell machbar. Aber auf 90% der Spieler trifft das nicht zu und die werden noch lange beschäftigt sein. Meine Kritik geht eher in Richtung Gegner-Balancing. Die Endgegner sind gut schnetzelbar, aber was teilweise als Attack Groups in der Wildnis rumrennt ist schon manchmal unschön. Ice/Stun/wehrlos/20 Nahkampf-Goons/Charakter tot. Immerhin muss man nicht mehr endlos die Ausrüstung suchen gehen, die behält man nämlich und nur die Durability leidet. Auch die neue Möglichkeit sich mit magischer Essenz vom Schmied selber magische Waffen und Gegenstände herstellen zu lassen hat einen gewissen Haken. Die Sachen sind teilweise einfach zu gut und im Durchschnitt besser als die Sachen die man findet und legendäre Gegenstände und Sets sind jetzt nicht so toll, wie man denken könnte. Was zur Zeit zu viel Goldbeschaffungsruns führt, um den Waffenschmied aufzuskillen. Es steht Blizzard da also echt noch einiges an Gepatche und Balancing bevor. Wobei ich gnädig sein will, denn unser Gedächtnis ist teilweise sehr kurz. Die Liste an Patches für Diablo 2 war nämlich auch nicht gerade kurz. DAS große Ärgernis war und ist der Online-Zwang von Diablo 3. Dass Server am Starttag in die Knie gehen, ist jetzt keine Überraschung und da will ich mal nicht wirklich meckern, auch weil Blizzard das recht schnell in den Griff bekommen hat – EA anyone? Ärgerlich ist aber, dass man auch im Einzelspielermodus online sein muss und Diablo 3 nicht offline spielen kann. Kurz gesagt: Ganz miese Scheißentscheidung, Blizzard!

Auch solch Kram wie „Blizzard darf alle Ingamegespräche speichern und verwerten“ oder „Du darfst das Spiel nicht an Länder auf der Handelsboykottliste des US-Justizministeriums verkaufen“ – Wtf? Was interessiert mich, dass die USA wegen Kuba noch immer rumweinen? – bieten Gesprächsstoff darüber, was in den Köpfen der Rechts- und Managementabteilungen so vor sich geht. Antwort: Geistige Nulllinie. Dazu kommt noch pseudopolitisch korrekter Zensurmist und Dummfug, wie die Tatsache, dass Blizzard in einem Spiel mit Engeln und Teufeln einige religiöse Charakternamen erlaubt und andere sperren lässt[Link]. Auch über das Auktionshaus ließe sich trefflich diskutieren. Sind aber alles Nebenkriegsschauplätze, denn die Wahrheit liegt wie so oft auf dem wahren Schlachtfeld.

Fazit: Das Spiel ist gut, episch, macht verdammt Spaß, ist die Referenz auf dem Gebiet! Bei den Begleitumständen gibt es Abzüge, da Blizzard hier doch ganz gewaltig verkackt hat. Muss jeder selber wissen, wo da seine Schmerzgrenze ist. Mein Barbar wird hingegen Rache üben. An jedem der da rumläuft und Gold und Gegenstände fallen lässt. 😀

P.S.: Ein Kuh-Level gibt es diesmal nicht, auch wenn man dem Geist einer der geschlachteten Kühe begegnet. Dafür gibt es ein Pony-Level*g* Achtung – leichte Spoiler.

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4 Antworten zu „Diablo 3“

  1. Justizopfer schreibt:

    Need! *sabber*

  2. sirdoom schreibt:

    Das blonde Diablo oder das andere Diablo? 😉

  3. pseudo-anonymous schreibt:

    Vielen Dank für die Rezension! 🙂

    Sind viele interessante und meiner Meinung nach auch wichtige Informationen enthalten und die beiden Videos sind auch klasse. ^_^

  4. sirdoom schreibt:

    ^^Danke 🙂

    Ganz allgemein: Ihr faulen Säcke könnt ruhig mal auf „gefällt mir“ klicken!!! 😉

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