„Review – Drive“

Hinweis: Bevor ihr anfangt zu lesen, macht ihr diesen Song an, stellt ne Neon-Lampe an und setzt eine Sonnenbrille auf! Tagsüber arbeitet Driver (Ryan Gosling) als Stuntman für Hollywood. Nachts ist er der beste Fluchtwagenfahrer des Molochs Los Angeles. Für 5 Minuten ist er für alles verantwortlich und lebt. Vorher oder nachher ist nicht sein Problem. Erst als er seine Nachbarin Irene und deren Sohn näher kennenlernt, merkt er, dass es auch ein Leben abseits der Straße gibt. Als Irenes Ehemann aus dem Knast kommt und die ganze Familie bedroht wird, lässt sich der Driver auf einen Job ein, den er sonst nie annehmen würde. Und es ist eine Falle. Der Driver weiß, was unvermeidlich passieren wird, aber wie der Skorpion auf seiner Jacke unterschätzen seine Gegner ihn. Aber der Driver weiß, dass diese Geschichte kein Happy End haben wird.

Drive ist der beste Film 2011, den ich nicht im Kino gesehen habe und mich deshalb immer noch drüber ärgere. Wer hier einen schnörkellosen Nonstop-Actionfilm erwartet, kann gleich die Finger davon lassen und sich in die Ecke stellen und schämen. Nicolas Winding Refn(Pusher-Trilogie, Valhalla Rising) hat ein Meisterwerk gedreht, welches einem erst so richtig zeigt, was für ein Kernschrott die ganze Transporter-Reihe ist. Dies obwohl Drive eigentlich nur zwei Fahrszenen hat, die aber trotz oder gerade, in ihrer vergleichsweisen Zurückhaltung, so unendlich viel spannender sind. Drive ist dabei Stil pur, das was die Neuauflage von Miami Vice manchmal hinbekommen hat. Jede der symbolträchtigen Szenen voll wundervoller Kameraarbeit sitzt und könnte ein eigenständiges Gemälde sein. Durchbrochen wird das Crime-Drama von äußerst brutalen Gewaltszenen, die aber nur konsequent sind bei dieser Reise in den Abgrund. Goslings Steve McQueen Gedächtnisperformance ist ganz wunderbar und man spürt die innere Anspannung und den Drang zum Zuschlagen geradezu. Brillant! „There are no clean getaways! Tipp: Nach Genuss des Films nicht ins Auto steigen und Finger weg von Rennfahrerhandschuhen!

Dieser Beitrag wurde unter Kunst&Kultur abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu „Review – Drive“

  1. Nogger schreibt:

    Hab mich mal wieder auf deine Empfehlung verlassen und hasse Dich dafür. Der Film ist absolut brilliant, aber das fehlende Happy End foltert gerade meine romantische Seele. Morgen werd ich mir dann wohl noch den Soundtrack holen…

  2. sirdoom schreibt:

    Wenn ich dafür gehasst werde, dann freut es mich!🙂 Und sogar ich als der Electro-Szene weit entfernter Metalhead, finde den Soundtrack absolut berauschend im Zusammenhang mit den Bildern. Und einige Tracks haben auch so das gewisse Etwas.

    Es wird übrigens über Drive 2 spekuliert. Gosling und Winding Refn hätten Bock zu, wenn sie nicht dieselbe Geschichte nochmal erzählen und wieder freie Hand bei der Gestaltung hätten. Und da werd ich mich dann nicht beschweren!

  3. sirdoom schreibt:

    Interview mit Winding RefnIch pflege nur noch meine Fetische

  4. Pingback: “Review – Only God Forgives” |

  5. Pingback: “Review – Valhalla Rising” |

  6. Pingback: “Review – Gangster Squad” |

  7. Pingback: “Review – Der letzte Tempelritter” |

  8. Pingback: “Review – Star Wars: Das Erwachen der Macht” |

  9. Pingback: “Review – The Big Short” |

  10. Pingback: “Review – Ex Machina” |

  11. Pingback: „Review – The Nice Guys“ |

  12. Pingback: „Review – X-Men: Apocalypse“ |

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s