„WIPO-Deals hinter verschlossenen Türen“

Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organization/WIPO) wurde 1967 mit dem Ziel gegründet, Rechte an immateriellen Gütern weltweit zu „fördern„. Seit 1974 ist die WIPO eine Teilorganisation der UN. Die ursprünglich als neutraler Vermittler zwischen den Interessen von Industrie und Kunde, als auch zwischen Entwicklungsland und Industrienation, gegründete Organisation kämpft seit Jahren mit einem Autoritätsverlust. Deshalb hat man sich vermehrt den Rechteverwertern an den Hals geschmissen.

Ein Beispiel ist die Absage eines Gipfels zum Thema und Vorteil freier Software, der 2003 wieder abgesetzt wurde, da die USA auf Grund des Drucks der heimischen Softwareschmieden interveniert hatten. Mittlerweile ist davon auszugehen, dass die WIPO fast ausschließlich die Interessen großer Monopolisten/Oligarchen der Branche bedient. Diese Einschätzung ist aber gar nicht so einfach zu untermauern, da Beratungen der WIPO und ihre Vorschläge für andere Organisationen meistens geheim sind. Vom letzten Treffen des WIPO-Urheberrechtsausschusses, an dem natürlich auch Vertreter vieler staatlicher Institutionen teilnehmen, ist durchgesickert, dass man sich heimlich dazu entschlossen hat, eine bevorzugte Regelung für Blinde und Sehbehinderte zu verhindern, damit es leichter wird Medien in ein geeignetes Format zu übertragen, Stichwort Barrierefreiheit[Link]. Eine der lautesten Stimmen war laut Flurfunk mal wieder Maria Martin-Prat, Chefin des Urheberrechtsreferats im Kabinett von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Womit aktiv eine Entscheidung für eine solche Regelung hintertrieben wird, wie sie das EU-Parlament beschlossen hatte. Bei Prat ist dies keine Überraschung, hat sie doch vor ihrem aktuellen Posten jahrelang als Lobbyistin der internationalen Content-Mafia, Abteilung IFPI,  gearbeitet [Hintergrundinfo Maria Martin-Prat].

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4 Antworten zu „WIPO-Deals hinter verschlossenen Türen“

  1. Ben Teddy schreibt:

    ACTA ist wie das AIDS-Virus es mutiert zu allen moeglichen Formen und Arten.

  2. sirdoom schreibt:

    So ungefähr, grob überschlagen komme ich auf ca 8 Inkarantionen die in den nächsten 2 Jahren anstehen, wo immer wieder dasselbe drin steht, was vorher abgelehnt wurde…*kotz*

  3. sirdoom schreibt:

    Und wie nicht anders zu erwarten haben sie einfach stur Linie gehalten: Blinde müssen weiter für Urheberrechtsausnahmen kämpfen

  4. sirdoom schreibt:

    Und eine andere Meldung von den Experten der WIPO. Nachdem sich schon die deutsche Bratwurstjournaille ein m,aßgeschneidertes „Leistungsschutzrecht“ zum abkassieren gekauft hat, fordert die WIPO nun eines für sämtliche Formen des „Rundfunks“.

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